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Wahlen-Migranten:

Tradition macht noch keine Kreuzchen

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Österreicher mit Migrationshintergrund wählten bisher eher links. Wie sieht es bei den Nationalratswahlen 2017 aus? Von Grün redet niemand, die SPÖ scheint es sich vor allem mit Türkischstämmigen zu verscherzen – aber sind Schwarz oder gar Blau eine Alternative?

Von Stephanie Schuster-Yeni Vatan Gazetesi („Neue Heimat Zeitung“)

Wien – Für Yakup Tütünci ist die Sache klar: SPÖ schreibt er in großen Lettern auf ein Stück Papier – als ob er den Namen seiner favorisierten Partei nicht laut aussprechen wollte, um so zumindest ein Stück weit das Wahlgeheimnis zu wahren. „Ich bin zufrieden mit den Sozialdemokraten und Herrn Kern“, sagt der 35-jährige Österreicher mit türkischen Wurzeln, der seit vier Jahren in der Fußgängerzone von Favoriten einen Kebab-Laden betreibt. Bei den bevorstehenden Nationalratswahlen wird er sein Kreuz deshalb wie gewohnt bei den Roten machen. „Das bleibt auch so, einmal SPÖ, immer SPÖ, das ist wie wenn man Fan von Rapid Wien ist“, sagt Tütünci voller Überzeugung.

Yakup Tütüncü

Fast 300.000 Menschen mit türkischen Wurzeln leben in Österreich, rund 120.000 davon haben längst die österreichische Staatsbürgerschaft und sind am 15. Oktober zur Wahl aufgerufen. Gut 150.000 weitere Wahlberechtigte stammen aus Einwandererfamilien aus Bosnien, Serbien oder Kroatien. Doch wem geben Wähler mit Migrationshintergrund ihre Stimme? Von welcher Partei fühlen sie sich angesprochen – in einem Wahlkampf, in dem sie fast das gesamte Politspektrum links liegen lässt, offenbar aus Furcht, dass derzeit mit allzu offener Sympathie für Migranten, Muslime oder Flüchtlinge kein Staat zu machen ist?

Ayik Güner, der sich auf einer Bank vor der Keplerkirche in Wien-Favoriten die Zeit vertreibt, hat 2013 noch voller Überzeugung die Sozialdemokraten gewählt. Heute zweifelt der 52-Jährige, der 21 Jahre lang als Maschinenführer gearbeitet hat, bis er vor fünf Jahren arbeitslos wurde. „Das ist nichts mehr mit der SPÖ.“ Die Volkspartei von Sebastian Kurz sei allerdings kaum eine Alternative für ihn. „Der lügt doch genauso.“ Also die Freiheitlichen? Er müsse noch überlegen, sagt Güner. „Aber es kann doch nicht sein, dass ein Flüchtling mehr bekommt als ich, das ist nicht fair“, redet sich der Mann seinen Frust von der Seele – und gibt damit die Worte der Blauen wieder.

Slodjana Marinkovic

„Den Strache würde ich niemals, niemals wählen“, sagt Slodjana Marinkovic, die ein paar Meter weiter mit Freunden in einem Café sitzt. Ihre Eltern waren Gastarbeiter aus Mazedonien, sie selbst kam als kleines Kind vor über 30 Jahren nach Wien – und seit sie wählen darf, macht sie ihr Kreuz bei der SPÖ. „Die sind für Integration und sorgen dafür, dass es uns allen gut geht, egal ob Ausländern, Jungen oder Alten.“ In letzter Zeit hätte zwar auch Sebastian Kurz gute Vorschläge gemacht, muss Marinkovic eingestehen. „Aber er wird sie nicht halten können, deshalb: nein zur ÖVP.“

Mula Dizdar

 

Mula Dizdar hat bosnische Wurzeln und wählt ebenfalls SPÖ. „Das ist Tradition in Gastarbeiterfamilien“, sagt die 42-jährige Bürokauffrau – die die Sozialdemokraten nicht nur mit ihrer Stimme, sondern sogar als tatkräftiges Mitglied unterstützt. „Ich wollte eigentlich nie in eine Partei, aber als der Rechtsruck in den letzten Jahren immer stärker wurde, merkte ich, dass ich Farbe bekennen muss.“ Nun engagiert sie sich im Team von SPÖ-Integrationskoordinator Ahmed Husagić, einem gebürtigen Bosnier, und setzt sich unter anderem dafür ein, andere Menschen mit Migrationshintergrund zum Urnengang zu animieren. „Das Schlimme ist, dass viele  von ihnen nicht wählen gehen oder teils nicht mal wissen, wann Wahlen sind und wie das Prozedere funktioniert“, sagt Dizdar.

Der Politikwissenschaftler Peter Filzmaier von der Donau-Universität Krems hat das Wahlverhalten der Austro-Türken bei den Nationalratswahlen 2013 untersucht. Das Ergebnis seiner Studie: Erstens, mehr als die Hälfte der Befragten wählte vor vier Jahren Rot oder Grün. Und zweites, politisches Interesse und Wahlbeteiligung sind in dieser Gruppe unterdurchschnittlich gering. Nur 57 Prozent aller befragten Migranten gaben an, wählen zu gehen, zitierte der Kurier damals Filzmaiers Studie.

Hört man sich rund um den Keplerplatz um, bekommt man einen ähnlichen Eindruck. Drei junge Männer türkischer Abstammung winken ab. „Nein, kein Interview, wir wissen eh nicht, ob wir überhaupt wählen.“ Die türkischstämmige Verkäuferin in einem Schuhladen erklärt in gebrochenem Deutsch, dass sie keine Zeit hätte, um über Politik zu reden – obwohl sich gar kein Kunde im Geschäft befindet. Und Ümiz, der in einem Handyladen jobbt, stellt gleich zu Beginn klar: „Ich habe noch nie gewählt und habe es auch diesmal nicht vor.“  Die Parteien böten einfach keine Themen an, die ihn als jungen Menschen interessierten, sagt der 32-Jährige – und sein aus Serbien stammender Kollege pflichtet ihm bei. „Es geht nur um Pflege und Pensionen und so.“  Und nicht auch um Migration und Zuwanderung? „Ja“, sagt Ümiz. „Ich habe Freunde, die wählen gehen, die sind zum Teil für die FPÖ. Dabei ist das absurd.“ Die meiste Zuwanderung habe es schließlich Anfang der 2000er Jahre unter Schwarz-Blau gegeben. „Die haben sich also ihr Feindbild selbst geschaffen.“

Juwelier Nazer, der seit 17 Jahren in Österreich lebt, ist auch nicht besonders an Politik interessiert. Wählen werde er trotzdem, aus Pflichtbewusstsein, „und zwar die SPÖ“, sagt er. Erstwählerin Sibel (18) erklärt selbstbewusst, dass sie für die Partei stimmen werde, die für Menschen mit türkischen Wurzeln am besten ist. Welche das ist? „Die von Van der Bellen“, antwortet ihre kopftuchtragende Freundin, die ihren Namen nicht nennen will, mit verunsichertem Blick. Falsche Wahlen, noch ein Versuch? „Die SPÖ!“. Und wieso? Weil die auch die Eltern oder Geschwister wählen? „Ja, aber nicht nur.“ – „Nein, weil es meine Meinung ist“, ruft Sibel.

Kufi Seydali

Kufi Seydali, der vor 40 Jahren vom türkischen Teil Zyperns nach Niederösterreich kam, liebäugelt ebenfalls mit der SPÖ. „ÖVP und FPÖ unterscheiden sich mittlerweile kaum mehr in ihrem Diskurs über Ausländer“, sagt der Austrotürke aus Scheibbs, der lange Zeit im zypriotisch-österreichischen Freundschaftsverein aktiv war. Beide Spitzenkandidaten sähen in den Türken und im Islam „den Feind Nummer eins“. „Es wird nicht differenziert zwischen vielleicht 10.000 Erdogan-Anhängern und den 290.000 restlichen Türkischstämmigen, zwischen politischem Islam und ganz normalen Muslimen. Die positiven Aspekte der hier lebenden Türken werden völlig ignoriert“, schimpft Seydali, der zuerst als Maschinenbauingenieur und später im Einkauf eines großen Unternehmens gearbeitet hat und nun Pensionist ist. „Wobei mir der Strache fast noch sympathischer ist als der Kurz, der ist ein Hollywood-Produkt und betreibt reinen Populismus.“

In den Augen von Yusuf Genc, dem Obmann des Österreichischen Atatürk-Vereins mit Sitz im 12. Wiener Gemeindebezirk, hat sich FPÖ-Mann Strache mit Aussagen wie „Islamisierung stoppen“ ganz klar disqualifiziert. „Ich habe mir Auftritte von ihm live angesehen und habe selber Angst bekommen als ich sah, wie sehr er versucht, die Ängste der Menschen zu schüren“, erzählt der 42-jährige Informatiker. Sebastian Kurz´ Worte von Anfang 2015 „der Islam gehört zu Österreich“ gefielen ihm da deutlich besser – doch sie scheinen längst verhallt. „Ich werde daher wieder SPÖ wählen“, sagt der in Österreich geborene Genc, der allerdings zuletzt auch von den Sozialdemokraten etwas enttäuscht ist. „Die SPÖ hat Angst, als Migrantenpartei abgestempelt zu werden und positioniert sich deshalb nicht klar, und das ist nicht ok.“  Schon im Nationalratswahlkampf von 2013 habe man SPÖ-Kandidaten mit türkischen Wurzeln nur auf den aussichtslosen hinteren Plätzen gefunden. „Das zeigt, dass sie es nicht ernst meinen.“

Zwar wird im Wahlkampf 2017 nicht offensiv um die Stimmen der Migranten gebuhlt – doch tatsächlich gab es selten so viele türkischstämmige Kandidaten für das Parlament: Bei der SPÖ-Tirol ist die in Istanbul geborene Selma Yildirim sogar Spitzenkandidatin, in Wien kandidiert Nurten Yilmaz erneut für den Nationalrat, während die Grünen wieder Berivan Aslan und Alev Korun ins Rennen schicken. Efgani Dönmez hingegen, der bis 2015 für die Grünen Oberösterreich im Bundesrat vertrat, kandidiert nun für die ÖVP auf Platz 5 der Bundesliste – bei keiner anderen Partei ist ein Kandidat mit Migrationshintergrund weiter vorn gereiht.

Yavuz Kuşcu

Yavuz Kuscu, der Vorsitzende des Österreichisch-türkischen Handelsverbands, wird voraussichtlich der Liste der ÖVP seine Stimme geben. „Kurz mit seiner neu aufgestellten Partei ist meiner Meinung nach die neue Hoffnung für Österreich und damit auch für Migranten und ausländische Mitbürger“, sagt Kuscu, der seit 1977 in Österreich lebt. Besonders gefällt ihm am ÖVP-Spitzenkandidaten, dass dieser nicht den Islam an sich, sondern den politischen Islam ablehne – „genau wie ich es tue“. Zwar schätze er auch Bundeskanzler Kern und vor allem die großen Sozialdemokraten wie Kreisky oder Vranitzky, die als regelrechte Visionäre viel für Österreich und damit auch für die Migranten getan hätten. Doch die Zeiten hätten sich geändert, bedauert Kuscu. In den vergangenen Jahren habe die SPÖ immer wieder islamistische Vereine, die der AKP oder der islamistischen Organisation Milli Görüs nahestehen, unterstützt. Dass sich SPÖ-Staatssekretärin Muna Duzdar vergangene Woche bei einer Veranstaltung des Österreich-Ablegers der kemalistischen Sozialdemokraten (CHP) davon distanzierte und eine härtere Gangart gegen Erdogan-nahe Vereine ankündigte, kommt für Kuscu zu spät. „Der Zug ist abgefahren. Diese Vereine sind mittlerweile zu stark verankert in Österreich.“ Die SPÖ habe lange Zeit die Wahrheit nicht gesehen – weil sie falsch beraten wurde oder sie schlichtweg nicht sehen wollte. „Und das nehmen ihr viele türkischstämmige Wähler nun übel.“

Ein türkischer Kurde, der mit Frau und Kinderwagen die Favoritenstraße entlangschlendert, würde nicht lange fackeln: „Die Grünen, eine andere Partei kann man hier nicht mehr wählen“, sagt der etwa 45-jährige Mann, der seinen Namen nicht nennen will, im Brustton der Überzeugung. „Ist aber eh egal, weil ich immer noch keine Staatsbürgerschaft habe und somit nicht wählen darf.“  ( yenivatan.at)

Türkei: 69.000 Schüler sind in Gefängnissen

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Ankara (Einspruch)-Eine neue Nachricht in der Türkei wurde über die Gefängnisse, die insbesondere nach dem Militärputschversuch am 15.Juli 2016 mit der Ausrufung des Ausnahmezustands (OHAL) immer wieder wegen ihrer Überfülltheit und schlechten Behandlungen in die Schlagzeilen gerieten, bekannt.

Die CHP Istanbul Nationalabgeordnete Gamze Akkuş Ilgezdi erkundigte sich bei Justizminister Abdülhamit Gül nach der Zahl der Schüler in den Gefängnissen.

Auf die Anfrage von İlgezdi über die verurteilten Schüler in den Haftanstalten gab das Justizministerium folgende Informationen frei: “Mit Ende des Jahres 2016 sind insgesamt 36.033 Schüler verhaftet und/oder verurteilt worden. Diese sind an einem Gymnasium oder bzw. an einer entsprechenden Bildungsanstalt eingeschrieben. Außerdem sind 33.268 Leute an den öffentlichen, freien Fernuniversitätprogrammen eingeschrieben.”

Die freigegebenen Informationen des Justizministeriums beinhalten die Daten mit Ende 2016. Nach den Informationen, die im November des vorigen Jahres, freigegeben wurden, sind es 197.297 Menschen, die in die Gefängnissen gesperrt wurden.

Das heißt von 197.000 Leuten sind ungefähr 69.000 Schüler.

25 Mal mehr…

Nach den Informationen des Justizministeriums, waren es im Mai 2013 2.776 Schüler, die ins Gefängnis gesteckt wurden. Diese Zahl hat sich mit Ende 2016 auf das 25-fache

nämlich auf 69.301 erhöht.

Keine Angaben über die Schüler mit eingefrorenen Inskriptionen

Das Justizministerium hat Informationen, über Schüler mit eingefrorenen Inskriptionen bei denen das Recht auf Bildung also eingeschränkt worden ist, gar nicht mitgeteilt. Die Ausrede war, dass das Ministerium diese Eintragungen gar nicht habe.

Ein Drittel aller Verurteilten sind Schüler

Die Nationalabgeordnete Frau İlgezdi gab diesbezüglich eine Erläuterung:

“Wir finden die größte Anzahl der verhafteten Schüler in der türkischen Geschichte in dieser Regierungszeit. 69.000 Verurteilte machen mit ihrer Bildung unter den schwierigen Umständen in den Gefängnissen weiter. Diese Anzahl entspricht mit Ende 2016 einem Drittel aller Gefangenen in den Gefängnissen. Das heißt jeder Dritte im Gefängnis ist ein Schüler.” (Einspruch.at)

„Im Koran sucht man das „Kopf-tuch“ vergeblich!

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In den zahlreichen Rückmeldungen wurden uns vor allem Fragen zur Bedeutung von Kopftuch, Burka, Burkini, Hijap, Chador im Koran und in der islamischen Religion gestellt. z. B: Warum die blinde Kadavergehorsamkeit gegenüber unantastbaren Werken viel Gewalt und Verachtung verursacht?

Wir kommen den Bitten um Beantwortung nun gerne nach, möchten aber vorab Folgendes betonen:  Wir sind weder ein politischer, noch ein religiöser Vertreter. Es geht hier um sachliche, fundiert argumentiere Kritik mit profunden nüchternen Wissensvermittlung und nicht um rüde Anwürfe und pauschale Verunglimpfungen.

Birol Kilic

(Erste Veröffentlichung-2010)- Aktualisiert

Ein Aufklärungsversuch

Mündigkeit, Unmündigkeit, Entmündigung!

Der Begriff Mündigkeit beschreibt das innere und äußere Vermögen zur Selbstbestimmung und Eigenverantwortung. Mündigkeit ist ein Zustand der Unabhängigkeit. Sie besagt, dass man für sich selbst sprechen und sorgen kann.

Als Österreicher mit einer säkularen Lebenseinstellung aus Überzeugung, trete ich für uneingeschränkte Meinungsfreiheit ein und spreche mich grundsätzlich gegen Kleidervorschriften aus. Ich bin gegen eine Vollverschleierung, weil der Vollschleier (Burka, Nigab) ist für uns ein Zeichen von Entmündigung und steht für ein abwertendes Frauenbild. Die Entmündigung wurde in Österreich 1984 und in Deutschland 1992 Gott sei Dank abgeschafft.

Seit Immanuel Kant hat der Begriff Mündigkeit eine geschichtsphilosophische Bedeutung. In seinem berühmten Text von 1784, geht es um die Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?

Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. ‚Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!‘ ist also der Wahlspruch der Aufklärung. 

Dass die Menschen in Religionsdingen sich ihres eigenen Verstandes ohne Leitung eines Anderen sicher und gut zu bedienen, fehlt noch sehr viel.“

Hier sollten wir doppelt aufpassen. Weil die Aufklärung („Aydinlanma“  auf Türkisch)  den Prozess des Erwachsen werdens von der Unmündigkeit zur Mündigkeit auf die allgemeine Menschheitsgeschichte projeziert.  Der Begriff der Mündigkeit dient als ein zentrales Instrument der Legitimation dazu, Geschichte als Fortschritt zu begreifen. So die allgemeinen Erklärungen…

Was sagen die Fotos aus Wien? Sie verwendet 21. Jahrhundert Technologie sehr penibel

  

 

Was sagt EGMR?

Laut vielen Berichten hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in einem europaweit maßgeblichen Urteil das Verbot des Ganzkörperschleiers in Frankreich gebilligt. Die Richter wiesen in Straßburg die Beschwerde einer französischen Muslimin in allen Punkten zurück. Das Verbot sei keine Diskriminierung, es verstoße nicht gegen den Schutz des Privatlebens und auch nicht gegen die Meinungs- und Religionsfreiheit, hieß es zur Begründung.

Noch dazu: Nikab und Burka sind nicht durch Koran gedeckt (Siehe unten), sondern ein regionaler Brauch, der nicht durch die Glaubensfreiheit geschützt wird. Für die TKG bedeutet Toleranz nicht, alles anzuerkennen, was von außen an eine Gesellschaft herangetragen wird. Der weltoffene, säkulare-freiheitlich-pluralistische Staat hat die Aufgabe und das Ziel hier eigene Maßstäbe zu setzen und zu verteidigen.

Allerdings lassen wir Meinungen, die auf die (politische) Instrumentalisierung von bestimmten Kleidungsstücken in Österreich bzw. in der EU abzielen, nicht gelten. „Vollschleier wie Burka und Nikab gehören nicht nach Europa. Sie stellen eine Kampfansage an die Werte der Aufklärung dar und sie degradieren Frauen zu Objekten männlicher Verfügungsgewalt,“ oder ähnliches schreiben viele Kommentatoren seit Jahr und Tag.

 

 

 



 

 

Wir müssen Aufklären

„Jede Religion aber muss sich den Ansprüchen der prüfenden, kritisierenden, forschenden Vernunft unterwerfen“

Die Antwort warum wir aufklären müssen gibt Konrad Paul Liessmann, Professor am Institut für Philosophie der Universität Wien (Die Praxis der Unbildung-Zsolnay Verlag, 2014) mit den folgenden Worten:

„Untrennbar ist dieser Begriff -Aufklärung- an die Metapher des Lichts und damit des Sehens gebunden, es geht um die Herstellung von Verhältnissen, in der alles Dunkle, Verborgene, Falsche, Verdüsterte, aber auch jeder falsche Schein, jedes Blendwerk, jede Täuschung, jede Illusion ihrer Unwahrheit überführt wird. Aufklärung tut nur dort Not, wo die Gedanken und Sinne der Menschen vernebelt sind, wo an angeblich unumstößliche Wahrheiten geglaubt werden muss und vermeintliche Gewissheiten oktroyiert werden. Aufklärung setzt demgegenüber darauf, dass Wahrheitsansprüche, Weltdeutungen, moralische Einstellungen und politische Überzeugungen kritisch überprüft und aus Vernunftgründen einsichtig, zumindest plausibel gemacht werden müssen. Jede Religion aber muss sich den Ansprüchen der prüfenden, kritisierenden, forschenden Vernunft unterwerfen. Es ist ein grobes Missverständnis, dass die Vernunft gegenüber Glaubenswahrheiten tolerant sein muss; die Vernunft hat nichts zu dulden, was ihren Ansprüchen nicht genügt. Wären die Aufklärer und Religionskritiker, von Voltaire über Feuerbach bis zu Marx, Nietzsche und Freud ähnlich wie wir von der Besorgnis getragen gewesen, nur ja keine religiösen Gefühle zu verletzen, hätte es keine Aufklärung, keine Menschenrechte, keine moderne Lebenswelt gegeben.“

 

Nun zur Sache!

Der Textbefund in der Bibel (dem alten und neuen Testament) und dem Koran?

Während im Alten und Neuen Testament das Kopftuch verpflichtend vorgeschrieben wird, kommt im Koran das Wort „Kopftuch“ nicht einmal vor, allenfalls das Wort „Tuch“.

Der Koran meint mit „Tuch“ aber kein Kopftuch, sondern ein Tuch, das den Frauen als Schmuck dienen und ihre sexuellen Körperstellen (Scham) verhüllen soll (siehe die Suren, die wir in deutscher Sprache unten angegeben haben).

Wenn im Islam die einzig verbindliche, als wahr vorausgesetzte Quelle der Koran (wo die verbindliche Gebote und Verbote abgeleitet wird) ist und lediglich das Wort „Tuch“ im Koran in drei Versen tatsächlich vorkommt, nicht aber das Wort „Kopftuch“, werfen sich berechtigte Fragen auf. Warum ist Kopftuch-tragen dann ein Gebot im Islam?

Warum stellen wir die Frage?  Damit wir hier nicht unter dem Vorwand der Religionsfreiheit betrogen, manipuliert bzw. ausgebeutet werden.

„Koran lehnt Schirk (širk = Beigesellung) und Ausbeutung und Manipulation ab!“

Prof. Dr. Ednan Aslan (Institut für Islamisch-theologische Studien -Uni Wien)
schreibt folgende interessante Gedanken nieder:

“Am 16. Februar 2017 veröffentlichte der Mufti der Glaubensgemeinschaft ein Fatwa (religiöses Rechtsurteil) zur Stellung des Kopftuches bzw. der Verhüllung im Islam. Dieses autoritäre, aber nicht bindende Fatwa, erfordert eine tiefgreifende Stellungnahme und eine dringend notwendige inner-islamische Debatte, um herauszufinden wie Muslime und Musliminnen ihre Religion heute verstehen. Mir geht es dabei nicht darum, ob muslimische Frauen ein Kopftuch tragen müssen oder nicht. Mir geht es in dieser Frage darum, wie und mit welchen Quellen wir unsere Religiosität in der Gegenwart begründen und was den MuslimInnen als unantastbare Wahrheit geboten wird. In dem Fatwa der Glaubensgemeinschaft wird das Kopftuch mit den vier Rechtsschulen des sunnitischen Islams begründet. Dabei wird auf gegenwartsorientierte Selbstdeutungen des Korans verzichtet und auf die Deutungen aus dem 8. und 9. Jahrhundert zurückgegriffen und diese als farḍ (absolute Pflicht) bezeichnet. Damit werden die Meinungen der Rechtswissenschaftler und die göttlichen Aussagen auf eine gleiche Ebene gestellt.

Anders formuliert: es werden Meinungen unzweifelhafte göttliche Eingebungen zugeschrieben, obwohl der Koran sehr ausdrücklich solche Zuschreibungen als Schirk (širk = Beigesellung) ablehnt (Koran: 9:31).

Dieses Recht, etwas als erlaubt oder verboten zu erklären, stand noch nicht einmal dem Propheten zu (Koran: 66:1).

Wenn die Meinungen solcher Gelehrter aus einem Kontext herausgenommen werden und unüberlegt in die Gegenwart übertragen werden, legitimieren wir die Gewalt und Unterdrückung der Selbstbestimmung der Menschen. Wenn wir hier als Beispiel, nur einen Wissenschaftler des 9. Jahrhunderts, der in diesem Fatwa erwähnt wird, nämlich Imam Schāfiʿī, Folge leisten, dann sollten wir seiner Meinung nach alle MuslimInnen töten, die das Gebet nicht verrichten. Ähnlich denkt auch ein anderer Gelehrter namens Imam Aḥmad Ibn Muḥammad Ibn Ḥanbal, der nicht nur die Tötung, sondern auch das Foltern von nicht betenden MuslimInnen befürwortet. Nach diesem Geist sind die Frauen sogar verpflichtet Niqab (Gesichtsschleier) zu tragen. Der IGGiÖ-Mufti schreibt: „Dazu zählt auch die Freiheit der Minderheitenmeinung (Hanbaliten und ein Teil der Schafiiten) zu folgen, die auch die Gesichtsbedeckung als religiös geboten (farḍ) erachten.

Dabei nimmt die IGGiÖ überhaupt keinen Bezug darauf, welche Folgen diese Pflicht für die Gesellschaft und die Frau selbst haben.  Bemerkenswert finde ich auch den Umgang mit den Hadithwerken von al-Buḫārī oder Muslim, welche mit gleicher hochergebener und gehorsamster Andacht vom IS oder anderen radikalen Gruppen salbungsvoll zitiert werden. Hier geht es nicht um die Ablehnung dieser Werke, sondern darum, mit welcher Autonomie die MuslimInnen damit umgehen! Die blinde Kadavergehorsamkeit diesen Werken gegenüber verursacht viel Gewalt und Verachtung. In Anbetracht dieser Fakten können solche Aussagen niemanden mehr überzeugen, vor allem, dass alles was der IS macht, mit dem Islam nichts zu tun hätte. Und trotzdem versuchen wir dann aber mit gleichen unkritischen und unaufmerksamen Argumenten den Alltag der MuslimInnen zu definieren“

Das wollen wir nicht. Deswegen: sachliche Aufklärung!

Im Koran gibt es nur 3 Verse bezüglich „Kopf“, „Tuch“ und „Schleier“ aber im Koran sucht man das Wort Kopf-Tuch vergeblich.

Auf einer kurzen geschichtliche Spurensuche wollen wir sowohl das Alte als auch das Neue Testament im Vergleich mit dem Koran unter die Lupe nehmen.

  • Suren 24 Vers 31
  • Suren 24 Vers 60
  • Sure 33 Vers 59

Wir wollen klären, inwiefern und ob überhaupt das Kopftuch seine Legitimation/Gebot aus den besagten 3 Versen des Korans, nämlich den immer zitierten Suren 24 Vers 31, und 60 sowie aus der Sure 33 Vers 59 beziehen kann. Außerdem möchten wir etwas detaillierter auf das Kopftuch sowie ganz allgemein auf jene religiösen und sittlichen Konventionen semitischer Religionen eingehen, die den Islam zu Zwecken der Propaganda, Hetze und Unterdrückung in Österreich und auch in der EU bzw. in der Welt missbrauchen.

Woher stammt das Kopftuch? Seit wann wird es getragen? Inwiefern handelt es sich beim Tragen eines Kopftuches um eine religiöse, spirituelle oder gesellschaftliche Konvention? Wo ist eine Verpflichtung zum Tragen eines Kopftuches im Koran festgeschrieben? Welchen Bedeutungswandel erfuhr das Kopftuch über die Jahrhunderte?

Wie bereits erwähnt, gibt der Koran, die verbindliche Hauptquelle des Islams, keine Auskunft über diese Fragen. Für eine ideologischen Anspruch ist er also untauglich – leider sehen das nicht alle islamischen Exegeten so.

Er besteht aus 114 Suren, die man auch Kapitel nennt. Jede Sure hat drei bis 300 Verse. Die Gesamtzahl der Verse im Koran beläuft sich auf 6263. In drei Versen findet sich zwar die Formulierung „den Körper bedecken“ (Sure 24 Vers 31 und 60, Sure 33 Vers 59), das Wort „Kopftuch“ selbst wird in diesen drei Versen aber gar nicht erwähnt.

Anders in der Bibel: Sowohl im Alten, als auch im Neuen Testament, wird das Kopftuch nicht nur erwähnt, sondern den Frauen sogar vorgeschrieben (vgl. Paulus, 1. Korintherbrief 11,6).

In den vergangenen Jahren wurde berichtet, dass die medizinische Universität Graz ihren Studierenden die Vollverschleierung verbietet.

Gemäß einer Erhebung der EU-Grundrechtsagentur vom vergangenen Jahr, tragen in Österreich 64% und in Deutschland 27% aller Frauen mit türkischer Abstammung ein Kopftuch.

Es stellt sich die Frage, ob es sich bei islamischen Kopftüchern um ein religiöses Gebot handelt (dann müsste dieses allerdings im Koran stehen) oder ob wir es viel mehr mit einem historisch gewachsenen, politisch-religiösen Phänomen zu tun haben, das sich auf den Einfluss politischer und kultureller Traditionen zurückführen lässt. Da das Kopftuch aber nicht im Koran erwähnt wird, kann es auch kein Gebot dazu geben.

Das häufig angeführte Argument, das Kopftuch solle „vor den Blicken der Männer schützen“, erscheint in unserer aufgeklärten Zeit jedenfalls vielen Leuten absurd und selbst im traditionell-historischen Kontext nicht als ganz stimmig…

Die Befürworter des Kopftuches leiten ihre wahrgenommene Verpflichtung zur Verhüllung dennoch aus dem Koran ab. Es empfiehlt sich daher, Ihnen jene Suren und Verse des Korans entgegenzuhalten, auf die sie sich selbst berufen:

In 3 Suren kommt ein „Tuch“, aber kein „Kopftuch“ vor:

Koran (Sure 24, Vers 31)

Und sprich zu den gläubigen Frauen, sie sollen ihre Blicke senken und ihre Scham bewahren, ihren Schmuck [d. h. die Körperteile, an denen sie Schmuck tragen; der Übers.] nicht offen zeigen, mit Ausnahme dessen, was sonst sichtbar ist. Sie sollen ihren Schleier auf den Kleiderausschnitt schlagen und ihren Schmuck nicht offen zeigen, es sei denn ihren Ehegatten, ihren Vätern, den Vätern ihrer Ehegatten, ihren Söhnen, den Söhnen ihrer Ehegatten, ihren Brüdern, den Söhnen ihrer Brüder und den Söhnen ihrer Schwestern, ihren Frauen, denen, die ihre rechte Hand besitzt, den männlichen Gefolgsleuten, die keinen Trieb mehr haben, den Kindern, die die Blöße der Frauen nicht beachten. Sie sollen ihre Füße nicht aneinanderschlagen, damit man gewahr wird, was für einen Schmuck sie verborgen tragen. Bekehrt euch allesamt zu Gott, ihr Gläubigen, auf dass es euch wohl ergehe.

[„Schmuck“ wird häufig auch übersetzt mit „Reize“; „Kleiderausschnitt“ wird häufig auch übersetzt mit „Busen“]

Koran, (Sure 24, Vers 60)

Und für die unter den Frauen, die sich zur Ruhe gesetzt haben und nicht mehr zu heiraten hoffen, ist es kein Vergehen, wenn sie ihre Kleider ablegen, ohne dass sie jedoch den Schmuck zur Schau stellen. Und besser wäre es für sie, dass sie sich dessen enthalten. Und Gott hört und weiß alles.

Koran (Sure 33, Vers 59)

O Prophet, sag deinen Gattinnen und deinen Töchtern und den Frauen der Gläubigen, sie sollen etwas von ihrem Überwurf über sich herunterziehen. Das bewirkt eher, dass sie erkannt und dass sie nicht belästigt werden. Und Gott ist voller Vergebung und barmherzig.

(Quelle: Der Koran. Übersetzung von Adel Theodor Khoury. Unter Mitwirkung von Muhammad Salim Abdullah. Mit einem Geleitwort von Inamullah Khan, Generalsekretär des Islamischen Weltkongresses. Gütersloh, 2. durchgesehene Auflage 1992)

Bei Betrachtung der oben angeführten Zitate sieht man, dass das Wort „Tuch“ (Überwurf, Schleier, Kleider) vorkommt, aber nicht das Wort „Kopftuch“ als solches.

In der Türkei wurde vor 36 Jahren das Kopftuch und der Schleier absichtlich politisiert.
Bis vor 40 Jahren diskutierte fast niemand in der Türkei so ernsthaft über das Kopftuch. Das Tragen des Kopftuches war staatlich seit den 20er-Jahren verboten. Erst durch den Militärputsch vom 12. September 1980 und die darauffolgende Politisierung des Kopftuchs durch manche Gruppen aus Saudi-Arabien, Katar und Ägypten, die die Religion für ihre politischen Interessen ausnützten, wurde es zu einem heiklen Propagandainstrument. Das Thema „Kopftuch“ wurde mit den „Migranten“ (Politischen Islam-Vereine-Parteien eigentlich) nach Europa importiert und sorgt hier für heftige Diskussionen, auch innerhalb der Migrationsgruppen.

Die türkischen Erfahrungen sollten in Österreich, Deutschland und in der EU nicht wiederholt werden. Schließlich ist offensichtlich, dass im Islam nach den koranischen Versen und Suren keine Verpflichtung zum Tragen eines Kopftuchs besteht – auch wenn das von einigen Gruppen behauptet wird.

Das „Zeitalter der Ignoranz“, welches vor dem Koran sicher vorherrschte, dürfte sich vielmehr in Bezug auf die geringschätzende Haltung gegenüber Frauen speziell in jenen Versen reflektieren, die die Verschleierung betreffen: Zahlreiche Verunglimpfungen und Aussagen der Diffamierungs-Bande, die auch der Ehefrau des Propheten Verleumdung vorwarfen, zeugen davon.

Dementsprechend wurden diese Verse zugunsten der Männer interpretiert. Wenn man allerdings das gesamte Sinngefüge des Korans analysiert, sieht man, dass Frauen durchaus ein gleichwertiger Status wie den Männern anerkannt wird:

Den Frauen wird empfohlen (Sure 24, Vers 31), dass sie im gesellschaftlichen Leben mit den Männern zusammenleben, und in solch einer Arbeitsatmosphäre sowohl in deren Beziehungen untereinander als auch in deren Verhaltensmustern und angemessenen Auftreten, freundlich sein und Übertriebenes vermeiden sollen.

Die Fortführung desselben Verses erklärt sowohl, dass im Kreis der Familie und Verwandten der Schleier kein Muss ist, als auch dass die Frauen sich frei bewegen können.

Von einem „Kopftuch“ ist, wie in allen anderen Versen des Korans, keine Rede.

Auch bei der türkischen Übersetzung des Korans werden Sie das Wort „Basörtü“ für Kopftuch nicht finden.

Es gibt viele Übersetzungen, die das tun. Wir halten diese Übersetzungen aber für unseriös und ideologisch gefärbt.

„Bas“ bedeutet auf Türkisch Kopf und „Örtü“ bedeutet auf Türkisch „Tuch“.
Das Basörtü wäre also das Kopftuch.

So findet man bei fast allen Auslegungen und Übersetzungen des Korans sowohl in türkischer, als auch in deutscher Sprache die Übersetzung „Kopftuch“.

Aber in Wahrheit bedeutet das arabische Wort „Himar“, das in diesem Vers ausdrücklich erwähnt wird, nicht „den Kopf bedecken“, sondern nur „bedecken“. Der Teufel liegt hier im Detail! Der Leser liegt also rasch den demagogischen Übersetzungsspielereien auf. Es sind Taschenspielertricks, mit denen die Gläubigen hinters Licht geführt werden.

Falls im Koran überhaupt etwas explizit bedeckt werden soll, würde es auch erwähnt werden.

Das ist aber nicht der Fall. Die theologische Begründung der islamischen Gelehrten für das Gebot zum Tragen eines Kopftuches wird in erster Linie auf die religiöse Intoleranz von Mohammed und dem Koran zurückgeführt.

Die Sure 24,31 ruft die Frauen dazu auf, ihre Reize vor den Männern zu verbergen, aber nicht den Kopf zu bedecken.

Das steht schwarz auf weiß im Koran: Sure 24 Vers 30 und 31, Sure 33,59.

Bei Übersetzungen wird aber in der Regel mit Klammerausdrücken versucht, den Koran willkürlich zu interpretieren. Dieser fatalen Praxis der willkürlichen Interpretation ist dringend Einhalt zu gebieten: Wir müssen bei den Fakten bleiben. Persönliche und gesellschaftliche Ansichten dürfen in Interpretationen genauso wenig einfließen wie tradierte kulturelle Aspekte.

Wir möchten unsere Ausführungen noch mit einem konkreten Beispiel veranschaulichen: Wenn man das Wort „Bettdecke“ verwendet, benützt man neben dem Wort „decken“ auch das Wort „Bett“, um zu betonen, was genau bedeckt werden soll oder wofür der Gegenstand gebraucht wird. Gemäß dieser Logik müsste für den Begriff „Kopftuch“ neben dem Begriff „bedecken“ auch das Wort „Kopf“ vorkommen.

Das im Vers erwähnte Betonungswort neben dem Wort „Himar/Bedeckung“ ist „Cuyub“, welches aus dem Arabischen ins Deutsche übersetzt „Brust“ oder „Kragen“ bedeutet.

Dasselbe Wort „Cuyub“ wird auch in einem anderen Vers im Koran erwähnt, nämlich Sure 28, Vers 32, wo das Wort im Kontext „Er legte seine Hand auf die Brust/den Kragen von Moses“ gebraucht wird.

Also wenn das Wort „Cuyub“ mit dem Wort „himar/bedecken“ kombiniert wird, bedeutet „bihimürihinne ala cuyubihinne“ nicht „den Kopf bedecken“, sondern „die Brust bedecken“.

Fast alle traditionellen Auslegungen des Korans analysieren diese Verse nicht in einem wissenschaftlichen Zusammenhang, sondern deuten das Ganze mit einem Satz wie „Sie sollen ihre Kopftücher bis zu deren Kragen bedecken“, in dem sie auch das Wort „felyedribne“ als „sie sollen bedecken“ verwenden.

Diese traditionellen Islam-Auslegungen schaffen für den politisierten und traditionellen Islam einen festen, scheinbar unverrückbaren Boden.

Sie interpretieren dasselbe Wort, welches aus dem Wort „Darabe“ stammt, als: „sie sollen ihre Kopftücher… bedecken“, wobei sie dasselbe Wort in einer anderen Sure im Zusammenhang „Ihr sollt eure Frauen schlagen“ (siehe: Sure Nisa, Vers 34) verwenden.

Um es auf den Punkt zu bringen: Obwohl der arabische Originaltext des Korans keinen Bezug auf das Kopftuch nimmt, wird dieses zum identitätsstiftenden Symbol für traditionelle und politisierte Islam-Anhänger. Als solches steht es immer wieder im Zentrum von Islam-Diskussionen, nicht nur in der Türkei, sondern mittlerweile vermehrt auch in Österreich und anderen europäischen Ländern.

Dabei wird nicht über die wahre, im Koran festgeschriebene Religion Islam debattiert, sondern über eine Religion, die sich als Folge des politisierten Glaubens der traditionellen Nahostkultur begreifen lässt. Sie hat ihren Ursprung in der sumerischen, jüdischen und christlichen Kultur.

Spurensuche: Kopftuch

Eigentlich hat das Wort „Kopftuch“ in der Bibel seine Wurzeln (vgl. 1 Kor 11,6): Im Alten und Neuen Testament wird das Kopftuch nicht nur erwähnt, sondern das Tragen des Kopftuchs wird sogar als Pflicht für die Frauen beschrieben.

So heißt es etwa im Brief von Paulus an die Korinther. „Eine Frau aber entehrt ihr Haupt, wenn sie betet oder prophetisch redet, aber dabei ihr Haupt nicht verhüllt […] Sie unterscheidet sich dabei in keiner Weise von dem Geschorenen. Wenn eine Frau das Kopftuch trägt, soll sie sich gleich die Haare abschneiden lassen, aber es ist eine Schande, sich die Haare abschneiden oder gar sich kahl zu scheren zu lassen, dann soll sie sich eben verhüllen. Der Mann darf sein Haupt nicht verhüllen, denn er ist ein Abbild und Abglanz Gottes, aber der Mann stammt nicht von der Frau ab, sondern die Frau vom Mann“.

Erklärung der Schleier der Ordensfrauen

Apropos: Die in der Burka-Debatte angestellten Vergleiche mit Ordensfrauen sind jedenfalls bemerkenswert: „Der Schleier der Ordensfrau ist ein religiöses Symbol, der zum Ausdruck bringt, sich an Gott zu binden. Das Tragen des Schleiers ist eine freie Entscheidung“, hält die Präsidentin der Vereinigung der Frauenorden, Sr. Mayrhofer in der APA-OTS Presseaussendung vom 19.08.2016 nicht umsonst fest.

Paulus und Kopftuch

Während im Koran das Wort Kopftuch nicht vorkommt, wird es im Alten und Neuen Testament verpflichtend vorgeschrieben!

Unser lieber Landsmann, der heilige Paulus (früher Saulus) aus Tarsus/Türkei, ist eine der wichtigsten Persönlichkeiten der frühchristlichen Zeit.

Die ersten Christen waren ja wie Paulus und auch Jesus Christus von jüdischer Herkunft.

Paulus übernahm kulturelle Aspekte aus seiner ehemaligen Religion, dem Judentum.

Wenn wir im sogenannten Alten Testament, Bibel Gen. 24,65 nachlesen, dann sehen wir, woher der kulturelle Aspekt „Verhüllung“ bei den Juden stammt und mit Paulus auch von den Urchristen übernommen wurde: „Und fragte den Knecht: Wer ist der Mann dort, der uns auf dem Feld entgegenkommt? Der Knecht erwiderte: Das ist mein Herr. Da nahm sie (Rebekka) den Schleier und verhüllte sich“. Auch in der Bibel Gen. 38,14 wird über Schleier und Verhüllung geschrieben.

  1. Korinther 11,2-16:

„Ich erkenne es lobend an, dass ihr in allen Beziehungen meiner eingedenk seid und an den Weisungen festhaltet, wie ich sie euch gegeben habe.

Wir möchten hier zu bedenken geben, dass das Haupt jedes Mannes Christus ist, das Haupt der Frau aber ist der Mann, und das Haupt Christi ist Gott.

Jeder Mann, der beim Beten oder bei erbaulichen Reden eine Kopfbedeckung trägt, entehrt sein Haupt; jede Frau dagegen, die mit unverhülltem Haupt betet oder erbauliche Reden hält, entehrt ihr Haupt; sie steht dann ja auf völlig gleicher Stufe mit einer Geschorenen (Dirne). Denn wenn eine Frau sich nicht verschleiert, so mag sie sich auch scheren lassen; ist es aber für eine Frau schimpflich, sich das Haar abschneiden oder abscheren zu lassen, so soll sie sich verschleiern. Der Mann dagegen darf das Haupt nicht verhüllt haben, weil er Gottes Ebenbild und Abglanz ist; die Frau aber ist der Abglanz des Mannes. Der Mann stammt ja nicht von der Frau, sondern die Frau vom Mann; auch ist der Mann ja nicht um der Frau Willen geschaffen, sondern die Frau um des Mannes Willen. Deshalb muss die Frau ein Zeichen der Macht auf dem Haupte tragen, um der Engel Willen“ (Menge-Übersetzung).

Sowohl im Alten als auch im Neuen Testament kann man zur „Kopftuchpflicht während des Gebetes“ lesen:
 1. Korinther 11,5-6: „Ein Weib aber, das da betet oder weissagt mit unbedecktem Haupt, die schändet ihr Haupt, denn es ist ebenso viel, als wäre es geschoren. Will sie sich nicht bedecken, so schneide man ihr das Haar ab. Nun es aber übel steht, dass ein Weib verschnittenes Haar habe und geschoren sei, so lasset sie das Haupt bedecken.“

Paulus: Die Frau muss ihren ganzen Leib bedecken

Ein außerbiblischer Hinweis ist die Haushaltung Gottes von Jakob Lorber, wo es in dessen Privatoffenbarung heißt (36,37):

„Seht, ihr alle seid gleich, – gleich ihr Männlichen und gleich ihr Weiblichen! Jedoch sollet ihr Weiblichen wohl bedecken eure Schamteile wie auch euren ganzen Leib, und vorzüglich aber euer Haupt, damit durch euer geiles Wesen nicht der Mann zur Unzucht gereizt werde, gleichwie die Schlange lockt durch die große, geheime Lüsternheit ihrer verführerischen Augen das freie Geschlecht der Vögel in die tötende Gefangenschaft ihres giftvollen Rachens; denn ihr Weiber seid zu aller nächst Kinder der Schlange und voll deren Giftes. Daher seid vor allem züchtig wie das Bienenweibchen, das sich nicht getraut mit seinem Wesen ans Licht der Sonne, sondern Tag und Nacht sorglich kriecht über die Zellen seiner harmlosen Kinderchen; so auch solltet ihr sein und gehorsam in allem euren Männern, insoweit es der allerheiligste Wille Gottes erheischt. Jedoch, sollte ein Mann – was nicht zu gedenken sein sollte – euch wider des allerheiligsten Willen Gottes zu etwas zwingen wollen, so soll auch euch gestattet sein, euer Haupt vor dem Manne zu entblößen und selben lieblich zu mahnen an seine Pflichten, hervorgehend aus Gott. Und so ihr alles dieses so genau erfüllen werdet, dann wird der Herr euch mit großen Gnaden überhäufen, und ihr werdet werden zur süßen Augenweide in unendlicher Schönheit des ewigen, heiligen Vaters, ewig und unsterblich.“

Im orthodoxen Judentum bedecken heutzutage verheiratete Frauen ihre Haare aus religiösen Gründen mit einem Kopftuch oder einer Perücke. Bereits die hebräische Bibel, also das Alte Testament sprach von einer Verschleierung der Frauen. So verschleierte sich Rebekka, die Frau Isaaks nach Gen. 24-51, Gen. 24,65: „Da nahm sie den Schleier und verhüllte sich…“. Natürlich wird nach der modernen Bibelwissenschaft der von Paulus an die Korinther geschriebene Brief 11,5 teilweise als späterer Zusatz angesehen. Wie gezeigt wurde, geht aber aus dem Alten und Neuen Testament klar hervor, dass Kopftuch, Schleier und Verhüllung nicht nur Empfehlungen waren, sondern verpflichtend vorgeschrieben wurden. Heutzutage wird das Kopftuch im Christentum fast nur noch in ländlichen Gegenden, insbesondere in orthodoxen Kirchen sowie von Frauen in mennonitischen bzw. „teuflischen“ Gemeinschaften getragen.

Während im Koran das Wort Kopftuch nicht vorkommt, wird es im Alten und Neuen Testament verpflichtend vorgeschrieben.

Der Koran meint mit „Tuch“ kein Kopftuch, sondern ein Tuch, das den Frauen als Schmuck dient und ihre sexuellen Körperstellen verhüllen soll. In der Geschichte kommt das Kopftuch bereits erstmals bei den Sumerern und somit lange vor dem Judentum vor. Dies fand die 96-jährige türkische Sumerologin und Historikerin Muazzez Ilmiye Cig heraus. Sie erforschte ihr Leben lang die Kultur und Geschichte der uralten mesopotamischen Zivilisationen. Wie wir in unserer Ausgabe mit der Coverstory „Christentum stammt aus der Türkei?“ kurz schilderten, waren die Sumerer, ein mesopotamisch-südanatolisches Volk, das 3.000 Jahre v. Chr. lebte. Sie waren die Ersten, die das Kopftuch als religiös-spirituelles Medium verwendeten.

Nun lassen Sie uns ein bisschen tiefer zum Thema des Vergleichs der heiligen Schrift eingehen, und Ihnen erzählen, inwiefern die heiligen Bücher und Schriften sich voneinander trennen, und wo sie Gemeinsamkeiten aufweisen.

Der Koran wird als die „Heilige Schrift des Islam“ definiert, die gemäß dem Glauben der Muslime die wörtliche Offenbarung Gottes („Allah“) an den islamischen Propheten Mohammed, vermittelt durch den Engel Gabriel, enthält. Kurz und prägnant ausgedrückt, stellt der Koran für die Muslime das Wort Gottes dar.

Im Gegensatz zum Koran ist die Bibel eine Sammlung von 66 Büchern die von verschiedenen Autoren als Bericht bzw. Poesie verfasst und im Laufe der Jahrhunderte zu einer Einheit zusammengefasst wurde (Quelle: Deutsche Bibelgesellschaft).

Den Begriff „Testament“ verstehe ich als eine Art „Bund“, in dem die Beziehung zwischen Gott und den Menschen beschrieben wird.

Die Bibel umfasst 66 Bücher und besteht zu 75% aus Berichten, zu 15% aus Poesie und zu 10% aus Lehrtexten.

Das Alte Testament umfasst 39 Bücher, die in Kapitel und Verse eingeteilt sind. Es wird sowohl von den Juden, als auch von den Christen als Heilige Schrift betrachtet.

Das Alte Testament berichtet von der Erschaffung der Welt und von der Entstehung und Geschichte des Volks Israels.

Das Neue Testament besteht aus 27 Schriften und versteht sich mit der Ankunft des Messias Jesus Christus als Antwort auf das Alte Testament. Es erzählt dessen außergewöhnliches Leben und berichtet von seinen Jüngern sowie von seinen frohen Botschaften, die allen Menschen gelten.

Vier Bücher (Matthäus, Markus, Lukas, Johannes) bezeugen auf unterschiedliche Weise das Leben Jesu, seine Lehre, seine Wunder, seinen Tod am Kreuz und seine Auferstehung: Man nennt sie die „Evangelien“.

Die Evangelisten, die Apostelgeschichte und die Briefe erzählen, wie die Jünger Jesu den Tod ihres Herrn, seine Auferstehung und Himmelfahrt miterlebt haben; sie berichten von den Anfängen der christlichen Gemeinde, von Verfolgungen und Problemen und wie sich die gute Botschaft sehr schnell im Römischen Reich über Kleinasien – der heutigen Türkei – bis nach Athen und Rom ausbreitete. Einige Stellen lassen die Konflikte deutlich werden, die sich ergeben mussten, wenn die strengen jüdischen Regeln, die auch die jüdischen Urchristen einhalten wollten, nun auf die nicht-jüdische heidnische Kultur trafen. Schon damals kam es dabei zu Diskussionen unter den Aposteln und Paulus.

Wir müssen hier sehen, dass der Koran – anders als die Bibel – direkt als Gotteswort konzipiert ist, das Alte und Neue Testament hingegen in Form von Berichten und Poesien verfasst ist, in die die Worte Gottes eingeflochten sind. Der Koran ist also eine Privatoffenbarung an eine einzelne Person. Die Worte wurden – ähnlich wie bei der Johannes-Apokalypse – von einem Engel überbracht oder eingeben.

Ein Vers in der Bibel ergibt nur dann einen Sinn, wenn er im Zusammenhang mit dem ganzen Text betrachtet wird. Dies ist vor allem dann wichtig, wenn man die Bibel einfach an einer beliebigen Stelle aufschlägt. Natürlich sind manche Abschnitte der Bibel schwer zu verstehen, weil viele Jahrhunderte zwischen damals und heute vergangen sind und wir die beschriebenen Bräuche und das Umfeld als fremd empfinden.

Auf der anderen Seite wurde der Koran, der aus 114 Kapitel (Suren) und 6.243 Versen als Gotteswort besteht, auf ein Ereignis hin offenbart, um eine bestimmte Idee zu verdeutlichen. Man muss den historischen Kontext und die damaligen politischen Umstände kennen, um ihn richtig zu interpretieren.

Man muss den Koran aus den Gegebenheiten der Zeit heraus sehen.

Das evangelische Institut für Islamfragen ist ein Netzwerk von Islamwissenschaftlern und wird von den Evangelischen Allianzen in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz getragen.

Frau Dr. Christine Schirrmacher schreibt in ihrem Prolog folgende Sätze:

„Heute ist unter Muslimen die Auffassung, dass der Text der Bibel verfälscht worden ist, längst Allgemeingut. Man geht davon aus, dass sowohl das Alte als auch das Neue Testament ursprünglich wahre Offenbarungen Gottes waren, im Laufe der Zeit jedoch von Menschen verändert und verfälscht wurden. Andere Bezeichnungen von früher zu den Menschen gesandten Schriften sind präziser. So nennt der Koran sowohl die Tora (arab. taurâh) als auch das Evangelium (arab. injîl) beim Namen. Das Evangelium wird insgesamt zwölfmal im Koran erwähnt. Was meint allerdings der Koran mit dem Evangelium? Letztlich bleibt unklar, ob er damit vor allem die Erzählungen von Jesus meint oder eines der vier Evangelien, alle vier Evangelien zusammen oder etwa das ganze Neue Testament. Interessanterweise wird im Koran der Wert früher überlieferter Bücher wie auch des überlieferten Evangeliums zu Beginn von Muhammads Offenbarungen nirgends grundsätzlich in Frage gestellt, sondern vielmehr positiv hervorgehoben. Erst später taucht im Koran der pauschale Vorwurf der Schriftverfälschung auf.“

Die Sumerelogin Frau Prof. Dr. Cig beschrieb folgende Bedeutungen des Kopftuchs:

„In der polytheistischen Religion der Sumerer war es eine heilige Ehre für willige Frauen, zu den Göttern in ihren Tempeln zu beten und zu danken, indem sie als Braut der Götter zu einer `öffentlichen Frau` wurden. Damit man sie von anderen Beterinnen unterscheiden konnte, mussten sie ihren Kopf bedecken. Viel später – erst ca. 1600 v. Chr.- führte ein assyrischer König die Kopfbedeckung auch für verheiratete und verwitwete Frauen ein. So bekamen diese Frauen den gleichen Status wie die `öffentlichen Frauen`, die legal Geschlechtsverkehr haben durften. Später übernahmen diese Tradition die Juden, und danach die Muslime von den Juden. Laut Cig, die viele Werke zum Thema schrieb, tauchte auch der Turban zum ersten Mal bei den Sumerern auf. Er wurde später vom Judentum, Christentum und danach von der arabischen Kultur und somit vom Islam übernommen. Frau Cig betonte, dass der Turban eigentlich nichts anderes sei, als eine sumerische Tradition, die später eine enorme göttliche Bedeutung übernommen hätte.“

Jetzt gehen wir zurück zum Thema Kopftuch, und diesmal in Bezug auf dessen Funktionalität und historische Aspekte. Wir fragen uns, was das Kopftuch ist, wozu es dient, seit wann es getragen wird, und inwiefern das Tragen eines Kopftuches eine religiöse, spirituelle oder gesellschaftliche Konvention ist, und wie sich dieses Phänomen im Laufe der Zeit verändert hat, sodass es sich zu einer der zentralen Fragen bezüglich Religionsfreiheit und Frauenrechte entwickelt hat.

Muazzez Ilmiye Cig, die 96-jährige türkische Sumerologin und Historikerin, hat ihr Leben lang die Kultur und Geschichte der uralten mesopotamischen Zivilisationen erforscht, und herausgefunden, dass das erste Kopftuch in der Geschichte von den Sumerern getragen wurde. Wie wir in unserer Ausgabe mit der Coverstory „Christentum stammt aus der Türkei?“ auch kurz geschildert hatten, waren die Sumerer, ein mesopotamisch südanatolisches Volk, das 3.000 Jahre v. Chr. gelebt hat, die Ersten die das Kopftuch als religiös-spirituelles Medium verwendet hatten.

„Der Turban/Kopftuch taucht zum ersten Mal bei den Sumerern auf“, meint die Sumerologin Muazzez Ilmiye Cig. „In der polytheistischen Religion der Sumerer war es eine heilige Ehre für willige Frauen, den Göttern in ihren Tempeln zu beten und zu danken, indem sie als Braut der Götter zu einer ‚öffentlichen Frau‘ (Prostitution) wurden.

Damit man sie von anderen Beterinnen unterscheiden konnte, mussten sie ihren Kopf bedecken.“ Weiters fügt sie hinzu: „Viel später – erst ca. 1600 v. Chr.- führte ein assyrischer König die Kopfbedeckung auch für verheiratete und verwitwete Frauen ein. So bekamen diese Frauen den gleichen Status wie die „öffentlichen Frauen“, die legal Geschlechtsverkehr haben durften. Später übernahmen diese Tradition die Juden, und danach die Muslime von den Juden.“ Laut Cig, die viele Werke über das Thema geschrieben hat, sei der Turban „geboren“ von Sumerern, später vom Judentum, Christentum danach von arabischer Kultur und damit von Islam übernommen. „Eigentlich ist der Turban nichts anderes als eine sumerische Tradition, die später eine enorme göttliche Bedeutung übernommen hat“, so Cig. Nachfolgend ein paar Ausschnitte aus einem Interview mit Frau Prof. Dr. Cig:

Die Sumerer, Tempelwirtschaft und Kopftuch 

„Als Sumerer bezeichnet man ein Volk, das im Gebiet von Sumer im südlichen Mesopotamien im 3. Jahrtausend v. Chr. lebte.

Die Sumerer gelten derzeit als erstes Volk, das den Schritt zur Hochkultur geleistet hat.

Besonders die Erfindung der Keilschrift, die quasi als eine Urvorlage der heutigen europäischen Schriften gelten kann, wird als hervorragende Leistung der Sumerer angesehen, die zusammen mit der Erfindung der Bürokratie und künstlichen Bewässerung hier ihren Anfang nahm.

Die Herkunft der Sumerer ist bis heute nicht endgültig geklärt. Es gibt in der Wissenschaft zwei Thesen zur Herkunft der Sumerer. Die eine geht davon aus, dass die Sumerer eingewandert sind; dies wird an einer entfernten Ähnlichkeit zu agglutinierenden Sprachen wie Ungarisch, Finnisch und Türkisch festgemacht, deren Ursprung in den Uralsteppen gesehen wird und damit auch die Heimat der Sumerer wäre.

Die Erforschung der sumerischen Kultur erfolgte immer zusammen mit den anderen mesopotamischen Kulturen. Das liegt an der Charakteristik der Ruinenhügel, auch Tells genannt. Die Kulturen des Vorderen Orients pflegten die Orte nach Zerstörung, nach Eroberung, aber auch nach gewissen Zeiten teilweise oder auch vollständig einzuebnen und darauf eine neue Ebene zu erbauen.

Deswegen kommt es vor, wie z. B. in Ninive, dass die obersten Schichten mittelalterliche Ruinen bergen und die unterste Schicht bis in die Zeit 5000 v. Chr. und weiter zurückreicht. Ein wichtiger Punkt in der Geschichte der Sumerer ist die Wirtschaft und speziell die Tempelwirtschaft. So arbeitete nicht jeder für sich alleine auf seinem Feld, sondern er tat es für die Allgemeinheit bzw. für den Tempel, der die Ernte sammelte und verwaltete. Diese Art der Vorratshaltung brachte verwaltungstechnische Probleme mit sich, an dessen Ende für die Sumerer die Erfindung der Schrift stand. In der Assyriologie und Vorderasiatischen Archäologie bezeichnet Tempelwirtschaft unter anderem eine geschichtswissenschaftliche These, der gemäß im sumerischen Mesopotamien jede ökonomische Tätigkeit auf die Tempel ausgerichtet gewesen sei. (Ursula Seidl: Ein Monument Darius‘ I. aus Babylon, In: Zeitschrift für Assyriologie und Vorderasiatische Archäologie 89 (1999), S. 101–114.)

Frage: „Also, Frau Cig, bitte klären Sie uns einmal über das viel umstrittene Thema auf: Wer bei den Sumerern hat sich wieso bedeckt?“
Cig: Bei den Sumerern hatte jeder Gott ein eigenes Haus, sozusagen einen Tempel. In diesen Tempeln beteten die Menschen ihre Götter an. Es war allerdings nicht vorgeschrieben, was sie für die Götter tun sollten. Alle definierten die Art zu beten für sich selbst und praktizierten ihr eigenes Gebet.

Frage: „Waren diese Tempel also eine Art Häuser eigenen Gewissens?“
Cig: Genau, diese Tempel waren Orte, wo Menschen mit ihrem Gewissen alleine bleiben konnten. Sie waren in ihren Gebeten freier als in den heutigen Moscheen, Kirchen oder Synagogen. Sie sangen oder tanzten, um die Götter zufriedenzustellen. Unter den Betenden waren auch Ordensfrauen. Manche von ihnen wurden eben zu diesen „öffentlichen Frauen“.

Frage: „Was bedeutet das Wort „öffentliche Frau“ genau?“
Cig: Das waren die Frauen, die die Aufgabe hatten, Geschlechtsverkehr zu praktizieren, aber sie waren keine Prostituierten, denn sie verlangten kein Geld. In den Tempeln gab es sogenannte Liebesräume, wo die öffentlichen Frauen den Jugendlichen Sexpraktika beibrachten. Im Gilgamesch-Epos gibt es eindeutige Hinweise darauf. Um dem Mann, der im Wald unter Tieren aufgewachsen ist, Menschlichkeit beizubringen, wurde eine Ordensfrau aus einem Tempel bestellt und sie lernte ihm, wie man spricht, isst und Geschlechtsverkehr hat. Diese öffentlichen Frauen wurden bei den Sumerern als weise Lehrerinnen betrachtet. Während sie dieser heiligen Aufgabe nachgingen, opferten sie sich vollständig im Namen der Götter auf. Eigentlich war die Jungfräulichkeit bei den Sumerern schon ein Thema. Die Tatsache, dass die öffentlichen Frauen trotzdem Geschlechtsverkehr haben durften, zeigt, wie heilig diese Aufgabe wirklich war.

Frage: „Woher weiß man, dass die Jungfräulichkeit ein Thema war?“
Cig: Laut alter Tafeln bekam eine Frau, die vor der Heirat als Jungfrau galt, bei der Scheidung Schadenersatz.

Frage: „Warum trugen die „öffentlichen Frauen“ ein Kopftuch?“
Cig: Damit man sie von anderen Ordensfrauen in den Tempeln unterscheiden konnte. Zum Beispiel trugen die Prostituierten auch kein Kopftuch. Das ist das spezielle Symbol der öffentlichen Frauen in den Tempeln und somit das erste Kopftuch in der Geschichte.

Frage:
 „Wie ging es dann weiter?“
Cig: Viel später führten die Assyrer im 16. Jahrhundert vor Christus plötzlich die Kopfbedeckung für verheiratete und verwitwete Frauen ein. Der Sinn dahinter war, dass man zeigen wollte, dass auch diese Frauen legalen Geschlechtsverkehr haben.

Frage: „Heißt das, dass eine Frau mit Kopftuch sich als Nichtjungfrau geoutet hat?“
Cig: Ja, ganz genau! Aber viele Gläubige missverstehen diese Tatsache. Sie denken, ich würde behaupten, dass die Prostituierten das erste Kopftuch in der Geschichte getragen hätten. Aber weder die öffentlichen Frauen bei den Sumerern noch die verheirateten und verwitweten Frauen bei den Assyrern waren Prostituierte.

Frage:
 „Also diente das Kopftuch einer Frau eigentlich schon vor tausenden Jahren, d.h. vor dem Islam bzw. Judentum und Christentum, einfach dazu, ihren Status zu zeigen?“
Cig: Das ist genau das was ich sagen möchte. Sogar nicht ich, sondern die Geschichte sagt das. Weder ergänze ich die Tatsachen noch interpretiere ich sie. Ich erzähle nur die wissenschaftlichen Fakten.

Also, wie man sieht, ist das Tragen eines Kopftuches eine ganz alte Tradition des mittleren Ostens und des mesopotamischen Raums.

Was die Verhüllung und das Tuch im Islam betrifft, ist es reine Interpretationssache, wie man die oben erwähnte Sure „Nur“ auslegt.

Viele Hermeneutiker, aber auch viele Theologen sind der Meinung, dass mit dem Bedecken von „Scham“ und „Schmuck“ Geschlechtsorgane, Busen etc. gemeint sind, und es gibt weder direkt, noch indirekt einen Hinweis darauf, dass der Kopf der Frau mit einem Tuch voll verschleiert werden soll.

Im geschichtlichen Verlauf wurden aber in fast allen Religionen einige sittliche und gesellschaftliche Konventionen in das heilige Wort Gottes hineininterpretiert. Dadurch blieben gewisse gesellschaftliche Rollen und Positionen und damit Machtverhältnisse erhalten. Es stimmt allerdings nachdenklich, dass sehr alte Auslegungen und Interpretationen, sowie die Interpretationswahrnehmung dritter Personen, die sich mit dem Thema nicht ernsthaft auseinandergesetzt haben, heute zu ungerechtfertigten Belästigungen und politischer Instrumentalisierung führen und in Gestalt der „Kopftuchdebatte“ ein gesellschaftspolitisches Problem konstruieren.

„Das größte Gut einer Religion liegt in ihrer Theologie, aber ihr größtes Übel kommt ebenfalls aus ihrer Theologie – wenn sie stagniert. Die Angst vor dem Islam ist vollkommen berechtigt. Im Namen dieser Religion werden die schrecklichsten Verbrechen begangen. Im Namen dieser Religion geschieht derzeit eine ungeheure Barbarei. Wenn die Menschen Angst vor dem Islam haben, so ist das völlig normal. Auch wenn ich kein Muslim wäre, würde ich mich fragen, was das für eine Religion ist, auf die sich Verbrecher beruft. Die Tiefe und die geistige Dimension des Koran wurden verschüttet. Stattdessen hat man millimetergenau nachgeäfft, was eine menschliche Person, nämlich der Prophet, getan haben soll.

Man läuft Gefahr, den Islam auf dem Niveau der damaligen Beduinengesellschaft festzuschreiben und ihn für immer im sechsten Jahrhundert nach Christus festzunageln. Die himmlischen Heerscharen sind nur damit beschäftigt, Bekleidungs- und Nahrungsregeln zu erlassen – wie eine himmlische Hausordnung! Wahrhaftig eine platte, ausgetrocknete Vorstellung von der Religion! In der Welt der Moscheen herrscht oft noch die Dummheit, die Unwissenheit. Niemals ein Wort der Selbstkritik. Niemals! Die ganze Welt hat unrecht, und wir ruhen uns auf unserer kleinen Wahrheit aus. Das zeigt eine Denkfaulheit, wie sie typisch ist für das Ende großer Dynastien. Die Intelligenz der Muslime ist in Ketten gelegt.

Es ist deswegen falsch zu behaupten, wer den Islam angreife, greife die Muslime an. Für den Islamforscher liegt die beste Möglichkeit zur Bekämpfung des Terrorismus darin, „die religiösen Texte und archaischen Interpretationen und Diskurse anzugreifen, die immer noch Terrorismus hervorbringen und ihn rechtfertigen“. (Soheib Bencheikh, EX- Großmufti von Marseille, Zurzeit)

Wir hoffen, dass alle diese Argumente gerade noch ausreichend sind…


Fazit: Im Koran sucht man das Kopftuch vergeblich! Burka, Burkini, Bushija, Hijap, Chador (Abaya) und Nigab sowieso…

Quellen: Der Koran, Die Bücher der größte islamischer Denker des 20. Jahrhunderts, Muhammed Iqbal (gestorben 1938) und Die Bücher von Prof. Dr. Yasar Öztürk, Hasan Hanefi (Agathen), Ali Seitab (Iran), Mehmet Akif (Türkei)

 

Brief-Algerien: Die StudentInnen feiern den 20 April als Tag des Schleiers!

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Liebe Student/Innen der pol. Wissenschaften,

Ihr habt den 20.4.2016 zum Tag des Kopftuchs erkoren ( aus purer Güte???), an dem die Verschleierung der Frau gefeiert werden soll. Das habt Ihr mit einer befremdlichen Selbstverständlichkeit getan. Dabei handelt es sich hier um das Einsperren meiner Tochter, meiner Mutter und mir, ebenso wie von Millionen von Frauen in der Welt. Woher nehmt ihr das Recht, die Verfremdung anderer als exotisch anzusehen?

Sicher, dieses Kopftuch, das ihr befürwortet ist nicht allgemeingültig. EUCH und die Euren nehmt ihr davon aus. Im Grunde, für Euch die Freiheit – für mich das Gefängnis. Seltsame Vorstellung! Und genau hier ist der Rassismus.

Habt Ihr einen einzigen Augenblick daran gedacht die Rollen zu vertauschen? Wie schäbig. Wen wollt ihr glauben machen, dass die Versklavung der natürliche Zustand der muslimischen Frau ist? Als eine von denen versichere ich Euch, ich habe weder Ehrfurcht vor religiöser Bigotterie noch habe ich die Neigung zur Unterwerfung. Ich gehöre einer langen Tradition von Frauen an, die geprägt ist vom Kampf für die Freiheit, sowohl des Geistes als auch des Körpers. Ich fordere die absolute Freiheit. Das ist nicht leicht. Sich der “Herr”-schaft zu verweigern ist eine Lebensaufgabe. Mein Aufstand ist aus dem Leid geboren.

Ich wiederhole mich: Selbstverständlich akzeptiere ich nicht hier was ich dort verweigere.

Dort, das ist das Algerien meiner Kindheit, dort ist das vielköpfige Ungeheuer des Islamismus der 90er Jahre, geprägt durch die Barbarei unter dem Deckmantel der Religion.

Schleier oder Kopftuch? Niemals, nicht hier und nicht dort und überhaupt nirgends.

Die Huren, das Kopftuch und die Demokratie.

Liebe Student/Innen,

ich habe Euch zufällig in den Straßen von Paris getroffen, nicht weit entfernt von Eurer Uni. Ihr seid ein Spiegelbild Eurer Epoche, Ihr lebt in dem übersteigerten Wunsch nach Selbstverwirklichung. Eure Haltung missfällt mir eigentlich nicht. Es ist besser, Eure Individualität auszuleben, als darauf zu verzichten. Warum aber macht Ihr aus meiner Sexualität eine öffentliche Angelegenheit?. Schlimmer noch, Ihr macht aus meinem “entrejambe” (Schritt ) eine Sache als wäre es die Eure. Indem ihr das Symbol des Kopftuchs so bewertet und die Frauen in “reine”und “unreine” einteilt, werde ich auf das Terrain der Moral verschleppt.

Mit welchem Recht bevormundet Ihr mich?

Ihr macht aus mir eine Hure. Ihr behandelt mich wie eine sexuelle Beute. Ihr appelliert an die Gefahr der Vergewaltigung. Falls Ihr schon mal durch die Straßen von Kairo, Casablanca oder Algier gegangen seid, habt Ihr am Ende sicher bemerkt, dass es für die Frauen ein Gefängnis unter freiem Himmel ist. Ihre Körper werden genau unter die Lupe genommen, es wird phantasiert, sie werden begrabscht, ob mit oder ohne Kopftuch, von der Wiege bis zum Grab sind wir ein Haufen Trostlosigkeit. Wie kann es anders sein wenn die “Weibchen “ als Festung wahrgenommen werden die “mann” erstürmen muss, Fleischklumpen an denen man sich in der Metro oder Bus reibt, Schlachtfelder auf denen man sich nach einem Fußballspiel austobt, Fußabstreifer an denen man sich die Schuhe abwischt….

Der Film “Die Frauen im Bus 768” von dem ägyptischen Regisseur Mohammed Diab handelt davon. Habt Ihr ihn gesehen?Es ist Allah’s Wille

Liebe Student/Innen der pol. Wissenschaften,

wenn dieses Kopftuch ein beliebiges Kleidungsstück wäre, würde es den Iranerinnen und Saudi-Araberinnern nicht mit so einer Vehemenz aufgezwungen werden. Um nur 2 Beispiele zu nennen: der Körper der Frau ist Eigentum des Mannes, des Imams, des Tyrannen und Allahs; sie alle teilen die gleiche Verachtung gegenüber Frauen. Unterwerft Euch, gehorcht, akzeptiert Eure Minderwertigkeit, schreien sie wie aus einer Kehle. Diese Kontrolle über den Körper verlagert sich peu à peu vom privaten in den öffentlichen Raum. In großem Umfang wird die häusliche Gewalt immer mehr zu einer gesellschaftlichen systematischen Gewalt. Frauen, die als unmoralisch verurteilt werden, sind in doppelter Hinsicht verdammt: Durch die Sittenpolizei, die sie nicht beschützen, und durch die Gesellschaft, die sie mit Hohngelächter aus ihrer Mitte vertreibt. Diese Inszenierung des Verfassungsbruchs durch die öffentliche Hand ist ein Freibrief für die öffentliche Anprangerung. Indem aus der Sexualität der Frau eine öffentliche Angelegenheit gemacht wird, verschmilzt die Privatsphäre mit der öffentlichen. Die Spaltung zwischen der Privatsphäre und der Öffentlichkeit ist das Fundament der Moderne und ermöglicht die Demokratie, garantiert die Achtung und die Freiheit für ALLE. Wer profitiert von der Reglementierung wie lang der Rock einer Frau zu sein hat, wenn nicht die Eiferer von Moral und Anstand? Islamische Regime bestimmen über die Sexualität der Hälfte der Bevölkerung. Das Diktat der moralischen Ordnung wird zum Fundament der politischen Autorität. Anders gesagt, wenn die Kopftücher verschwinden, stürzt das Staatsgebiet ein. In diesem Sinne versteht sich das Negieren des sexuellen Wesens durch die öffentliche Ordnung. Eine Frau, deren Körper zur Geheimwaffe wird, ist nicht lebendig. Kurzum, die Demokratie und das Kopftuch passen nicht zusammen. Die Freiheit des Geistes, des Körpers, einfach Freiheit, die gilt es zu verteidigen.

Es genügt, die Lebensbedingungen kleiner Mädchen im Islam zu hinterfragen. Im März 2002, während eines Brandes in einer Mädchenschule in Mekka mit 800 Schülerinnen, hat die Religionspolizei die Mädchen daran gehindert, das brennende Gebäude zu verlassen, mit dem Vorwand, sie seien ohne Kopftuch. Mehrere Augenzeugen, darunter Mannschaften der Sicherheitskräfte, haben erklärt, dass sie bei den Rettungsarbeiten durch die Religionspolizei behindert wurden. Diese befürchteten, dass die Mädchen die Schule ohne Kopfbedeckung verlassen und keine männlichen Familienangehörigen die Mädchen in Empfang nehmen könnten. Schlussendlich, liebe Mädchen, verreckt lieber, als dass man eine Strähne von Eurem Haar sieht.
Keine Verpflichtung und kein Verbot des Kopftuchs, tatsächlich? ??

Liebe Student/Innen der pol. Wissenschaften,

diese Initiative die Ihr da ergriffen habt, den Tag des Kopftuchs zu feiern, enthüllt in hohem Maße die Verworrenheit, die sich in Eure Köpfe eingeschlichen hat. Ihr scheint nicht einmal mehr den Unterschied zwischen der Entfremdung einerseits und der freien Entscheidung andererseits wahrzunehmen.

Berauscht von einer Überdosis Freiheit seid ihr dem Schicksal anderer gegenüber gleichgültig geworden. Ihr habt mit einem Teil der Menschheit gebrochen. Eure Gedanken sind aufgeweicht. Ihr habt die Verantwortung abgegeben. In Euren Augen zählt die Emanzipation nicht, die Brüderlichkeit ist aus der Mode gekommen, Solidarität ist nostalgischer Kram. Ihr habt Euch von einem Tariq Ramadan( schweiz. Islamwissenschaftler) anstecken, nein, in die Falle locken lassen. Er ist Weltmeister im Verfassen von Doppeldeutigkeiten, er versteckt sich hinter semantischen Wortklaubereien: Keine Verpflichtung und kein Verbot des Kopftuches, um umso besser den Widerstand derjenigen ohne Kopftuch zu bombardieren.

Geht es um die Stellung der islamischen Frauen, so gibt es viele Baustellen: Das Erbrecht, das Zeugnisrecht vor einem Gericht, die Polygamie, die Verstoßung aus der Gemeinschaft, Gewalt in der Ehe, Ehrenmorde, das Sorgerecht für die Kinder, die Heirat einer Muslimin mit einem ´Ungläubigen”, die Möglichkeit Richterin oder Imamin zu werden, Erziehung, Verhütung, Homosexualität und Prügelstrafe.

Zu all’ diesen Themen äußert sich Herr Ramadan nur sehr vage, aber über das Kopftuch macht er klare Aussagen. Und da er es auf maliziöse Art verteidigt, zeigt sich ganz deutlich seine Machtstrategie. Was seine Formulierung ´weder – noch` anbelangt, damit streut er den falschen Humanisten, den Faulen, denen die es sich in der Unwahrheit bequem gemacht haben, Sand in die Augen. Diese tun so, als würden sie die Wahrheit verteidigen. Die famose Oumma träumt davon, uns in der Gemeinschaft der Gläubigen zu ersticken. Sie setzen alles daran, uns ins Unrecht zu setzen, unsere Bürgerrechte auszuhöhlen und die bestehende Demokratie zu untergraben.

Der politische Islam impliziert einen historischen Bruch mit der Republik. Im Westen ist dieses Kopftuch zur Fahne all’ derer geworden, die die Verschmelzung des Islams und des Staates preisen. Der politische Islam bedeutet einen historischen Bruch mit der demokratischen Republik und eine bedeutende gesellschaftliche Umorientierung. Die Besetzung des öffentlichen Raumes durch das Kopftuch wird zum ´Muss`.

Aus dieser Perspektive heraus bekommt das Kopftuch in der Öffentlichkeit eine bedeutende Rolle. Die zunehmende Macht der Islamisten erkennt man an der steigenden Zahl der Kopftuchträgerinnen ( oder Burkini in öffentl. Schwimmbädern; Anmerkung der Übersetzerin). Das weiß Tariq Ramadan sehr gut. Deshalb ist für ihn das Kopftuch oberste Priorität. Er, seine militanten Mitstreiter und seine Satellitenorganisationen wie die Salafisten und Muslimbrüder arbeiten unermüdlich daran, dass sich der Islam schnell verbreitet. Es ist augenfällig, liebe Studenten/Innen der pol. Wissenschaften, Ihr leidet unter dem Syndrom des blasierten Individuums, das zu viele Privilegien und Freiheiten genießt. Tatsächlich habt Ihr nichts dafür tun müssen, es ist Euch auf dem Silbertablett serviert worden.

Kein Haar ist Euch jemals gekrümmt worden, für nichts habt Ihr kämpfen müssen, Ihr seid ja auch kein kleines Mädchen aus Nigeria. Ihr bekundet eine Gleichgültigkeit gegenüber dem Leid einer ´Assiatou, entführt durch Boko Haram` (Michel Lafon, 2016) . Ihr seid nicht Katia Bengana oder Amel Zenoune, zwei junge Frauen die in der Blüte ihres Lebens im Algerien der 90er Jahre ermordet wurden, weil sie das Tragen des Kopftuchs verweigert haben. Ihr zieht gelangweilt die Schultern hoch, wenn Ihr von den heroischen iranischen und afghanischen Frauen hört, die sich dem Tragen des Kopftuchs widersetzen. Ihr müsst nicht ins Exil, Ihr habt noch nie Terrornächte erlebt und Ihr kennt nicht das Schicksal der jesidischen Frauen und Kindern. Ihr musstet Euch noch nie verstecken, um zu beten wie die Christen im Orient. Ihr habt noch nie in einem Bus vor Angst, entdeckt zu werden, gezittert. Ihr wisst nicht, was der Aufstand eines Garcia Lorca bedeutet (span. Schriftsteller ), Ihr fühlt Euch nicht solidarisch mit dem Schicksal von Asia Bibi (christl. Pakistanerin die zum Tod verurteilt wurde) oder Raif Badawi ( zu 1000 Stockschlägen verurteilt wegen Kritik an der saudi-arabischen Staatsführung) .

Ihr habt das Warschauer Ghetto besucht, als ob Ihr zu einem Rockkonzert gehen würdet. Von der ´Affäre Dreyfus` habt Ihr nichts begriffen. Nein, die Wahrheit kennt keinen Mittelwert. Zwischen der Demokratie und dem Faschismus gibt es keine halben Sachen. Man kann nicht gleichzeitig die Freiheit und Entfremdung preisen. Entweder das eine oder das andere, Ihr könnt wählen. Habt den Mut ein freier Mensch zu sein! Indem Ihr Euch in dem anderen wiedererkennst, so wie es Kant in seinem berühmten kategorischen Imperativ sagt: ´Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die Du zugleich
wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde`.

Euer Land hat sich Euch gegenüber immer großzügig verhalten. Aber was macht Ihr, um diese Ideale zu verteidigen? Ihr flirtet mit der Theokratie. Ihr bandelt mit dem IS an. Ja, ich wage es zu sagen und bleibe bis zum Schluss bei meiner Argumentation.

Zwischen denen die sich mit den Milizen des IS solidarisieren und Euch, die dazu beitragt die Symbole des Islam zu verharmlosen, ist kein großer Unterschied. Mit diesem Tag des Kopftuchs oder Hijab tragt Ihr zur ´Banalisierung des Bösen` bei, wie es Hannah Ahrendt formuliert hat. Und schlimmer noch, Ihr verzichtet darauf, Verantwortung zu übernehmen und die Demokratie zu verteidigen. Ihr verirrt Euch. Ihr entehrt Euch und Eure Gedanken. Ihr verachtet die Erkenntnisse. Ihr entfernt Euch vom Menschsein. Ihr verratet die Philosophie der Aufklärung. Ihr versinkt in sklavischer Exotik. Dennoch, Eure Privilegien machen aus Euch keine Wesen, die unfähig sind, die Komplexität der Welt, in der wir leben, zu begreifen. Reißt Euch zusammen, Ihr Student/Innen der pol. Wissenschaften. Macht die Augen auf, bildet Euch, lest, hört zu, wenn Euch Menschen von ihren Erfahrungen im politischen Widerstand erzählen. Ihr werdet in ihren Worten den Mut entdecken, der Euch fehlt um freie und aufrichtige Menschen zu sein.“

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Übersetzung des Briefes an die Student/Innen der pol. Wissenschaften in Frankreich von Djemila Benhabib , geboren 1972 ( veröffentlicht in der Huffingtonpost) ; diese haben den 20.4.2016 als Tag des Schleiers gefeiert.

Djemila Benhabib stammt aus Algerien, lebt in Kanada und hat (einer Facebook-Nutzerin) erlaubt diesen Brief zu übersetzen und zu veröffentlichen.

15. September 1935:Nürnberger Gesetze treten in Kraft

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Sie waren die juristische Grundlage für die Diskriminierung und Verfolgung der jüdischen Bevölkerung Deutschlands: Am 15. September 1935 wurden die „Nürnberger Gesetze“ verabschiedet. Als Resultat der nationalsozialistischen Rassenideologie waren sie eine Vorstufe der systematischen Ermordung von 5,7 Millionen Juden. 

Berlin(bpb)-Am 15. September 1935, während Adolf Hitler auf dem Reichsparteitag der NSDAP in Nürnberg weilte, wurden die „Nürnberger Rassengesetze“ vom Berliner Reichstag angenommen und von dessen Präsidenten Hermann Göring verkündet. Mit den Nürnberger Gesetzen wurde die Degradierung jüdischer Bürger zu Menschen minderen Rechts besiegelt und ihre gezielte Diskriminierung vorbereitet.

Die Gesetze bestanden aus drei Einzelgesetzen: dem „Reichsflaggengesetz“, dem „Reichsbürgergesetz“ und dem sogenannten Blutschutzgesetz. Das „Reichsflaggengesetz“ erhob die Farben Schwarz-Weiß-Rot zu den Nationalfarben und die Hakenkreuzfahne wurde zur Nationalflagge. Das „Reichsbürgergesetz“ teilte die Deutschen in „Staatsbürger“ und „Reichsbürger“ auf: Nur Angehörige „deutschen und artverwandten Blutes“ sollten einen Anspruch auf volle Bürgerrechte haben. Juden hingegen konnten lediglich Staatsbürger des Deutschen Reichs sein – ohne politische Rechte. Sie waren keine Reichsbürger, durften keine öffentlichen Ämter bekleiden und verloren jegliches Stimmrecht. Die staatsbürgerliche Gleichstellung aller Deutschen wurde dadurch per Gesetz abgeschafft. Als Jude galt fortan, wer drei jüdische Großeltern hatte, der jüdischen Glaubensgemeinschaft angehörte oder mit einem sogenannten „Volljuden“ verheiratet war. Im November des selben Jahres wurde in einer ergänzenden Verordnung festgelegt, wann genau jemand als „Volljude“, „Halbjude“ oder „Vierteljude“ zu bezeichnen war.

Das dritte Gesetz, das „Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre“, regelte schließlich die Beziehungen zwischen jüdischen und nichtjüdischen Deutschen: Dieses sogenannte Blutschutzgesetz stellte die Eheschließung zwischen Juden und „Staatsangehörigen deutschen Blutes“ unter Strafe und sah für den Fall Gefängnisstrafen vor. Auch der außereheliche Geschlechtsverkehr wurde unter Strafe gestellt. Juden wurde es zudem untersagt, „arische“ Dienstmädchen unter 45 Jahren in jüdischen Haushalten zu beschäftigen.

Bereits in ihrem Parteiprogramm von 1920 hatte die NSDAP den Ausschluss jüdischer Bürger aus dem öffentlichen Leben gefordert: „Staatsbürger kann nur sein, wer Volksgenosse ist. Volksgenosse kann nur sein, wer deutschen Blutes ist, ohne Rücksicht auf Konfession. Kein Jude kann daher Volksgenosse sein“. Die Umsetzung dieser politischen Absicht in antijüdische Gesetzgebung begann schon kurz nach der Machtübernahme Hitlers.

Nach der Verkündung der Nürnberger Gesetze 1935 wurde die Rechtsstellung der Juden durch eine Vielzahl weiterer Gesetze und Verordnungen zunehmend beschränkt – fast alle Bereiche des öffentlichen wie des privaten Lebens waren davon betroffen. Besuchten zum Beispiel 1933 noch 75 Prozent der jüdischen Kinder öffentliche Schulen, so waren es Ende 1937 nur noch knapp 40 Prozent. Bis 1938 hatten die deutschen Juden nahezu alle Grundrechte verloren, bevor Gewalt zum bestimmenden Merkmal der nationalsozialistischen Politik gegenüber Juden wurde.

Die nationalsozialistische Rassengesetzgebung diente der Vorbereitung der millionenfachen Ermordung der von den Nationalsozialisten als „rassisch minderwertig“ erklärten Menschen. Der unmissverständliche Genozidplan wurde schließlich auf der Berliner „Wannsee-Konferenz“ am 20. Januar 1942 von der NSDAP-Parteispitze als „Endlösung der Judenfrage“ beschlossen: die systematische Deportation der Juden und die Auslöschung des gesamten Judentums.

1939 lebten über neun Millionen Juden in Europa – 1945 waren es nur noch 3,5 Millionen. Nahezu 5,7 Millionen Juden hatten ihr Leben durch die Massenmorde der Nationalsozialisten verloren.

Die planmäßige Ausgrenzung und Verfolgung der Juden stand im Mittelpunkt der nationalsozialistischen Genozidpolitik, doch auch andere Bevölkerungsgruppen wurden diskriminiert. Geistig und körperlich Behinderte, psychisch Kranke, Homosexuelle sowie Sinti und Roma: Sie alle wurden als „Gemeinschaftsfremde“ stigmatisiert, verfolgt und ermordet. Die politischen Gegner der NSDAP, Sozialdemokraten, Kommunisten und andere wurden ebenso zu Opfern des nationalsozialistischen Terrors, wie regimekritische Künstler und Intellektuelle.

Die Stadt Nürnberg, deren Name weiterhin mit den menschenverachtenden Rassengesetzen verknüpft ist, setzt heute auf Menschenrechtsaktivitäten – als „Antwort der Stadt Nürnberg auf die staatlich verordneten Menschenrechtsverbrechen jener Jahre“. Zum Jahrestag der Nürnberger Gesetze verleiht sie seit 1995 alle zwei Jahre Ende September den Internationalen Menschenrechtspreis: Zuletzt 2009 an Abdolfattah Soltani, der sich für die Anerkennung der Menschenrechte in Iran einsetzt. Am 25. September 2010 wird erstmals der neu geschaffene „Nürnberger Preis für diskriminierungsfreie Unternehmenskultur“ verliehen. (Bundeszentrale für Poltische Bildung)

Schweiz: Muslime sehen sich wachsenden Anfeindungen ausgesetzt

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Laut swissinfo.ch sind Beschimpfungen auf der Strasse, Beleidigungen auf sozialen Netzwerken oder sogar Handgreiflichkeiten: Juden und Muslime werden in der Schweiz wegen ihrer Religion angefeindet. Besonders Muslimfeindlichkeit ist salonfähig geworden.

Aktuell: Fachtagung zu Muslimfeindlichkeit

Die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus EKR lädt am 11. September 2017 zu einer Fachtagung zum Thema Muslimfeindlichkeitexterner Link in Gesellschaft, Medien und Politik an der Universität Freiburg ein. An der Tagung werden die neusten Forschungsarbeiten und Studien zur Wahrnehmung der Muslime in der Schweiz vorgestellt.

Infobox Ende

Als diesen Sommer eine Hauswartin in einem Schweizer Hotel einen Dusch-Appell an jüdische Gäste richtete, schaute die ganze Welt mit Entsetzen auf die Schweiz. Antisemitismus von der übelsten Sorte sei das, befand das israelische Aussenministerium.

Und seit das Schweizer Stimmvolk den Bau von Minaretten und das Tessiner Stimmvolk den Gesichtsschleier verboten, wird die Schweiz von Muslimen in aller Welt als islamophob kritisiert. Ist das kleine Alpenland ein Hort von Antisemitismus und Islamfeindlichkeit? Und falls ja, wen trifft es härter: Juden und Jüdinnen oder Muslime und Musliminnen?

Verlässliche Zahlen oder vergleichbare Daten existieren in der Schweiz nicht. Doch einige Studien lassen zumindest vage Schlüsse zu:

  • Eine Studie aus dem Jahr 2014externer Link zeigt, dass bei 11% der Befragten ein stereotyper Antisemitismus und bei 19% stereotype Einstellungen gegenüber Muslimen zu beobachten sind.
  • Muslimfeindlichkeit nimmt tendenziell zu, während Judenfeindlichkeit insgesamt eher stagniert.
  • Eine soeben publizierte Studie über Muslime in Europaexterner Link zeigt, dass Muslime in der Schweiz seltener Diskriminierungserfahrungen machen als in Österreich, Grossbritannien oder Frankreich. Während in Österreich 28% der Befragten keinen Muslim als Nachbarn wollen, sind es in der Schweiz „nur“ 17%.

Verkürzt lässt sich also sagen: Sowohl Juden als auch Muslime haben mit Ressentiments zu kämpfen, wobei es Muslime in der Schweiz etwas schwerer haben als Juden, aber nicht schlechter als Muslime in anderen westeuropäischen Ländern.

Tagesschau Rassismusbericht

Video über Rassismus, Islamophobie und Antisemitismus

SRF, Tagesschau am Mittag vom 12.02.2015

Juden und Muslime werden auf der Strasse beschimpft

Wir haben jüdische und muslimische Verbände angefragt, wie sich Juden- und Muslimfeindlichkeit ihren Erfahrungen nach in der Schweiz konkret äussert. Jonathan Kreutner, Generalsekretär des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes (SIG), erzählt, dass sich Hass auf Juden vor allem im Internet, aber auch in Form von Zuschriften, Schmierereien und Beleidigungen auf der Strasse zeige. „Gelegentlich kommt es auch zu körperlichen Übergriffen.“

Wer ist das größte Opfer der „politische Islam“?

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Es ist uns ein Anliegen, die Frage „Was ist der Islam und was ist er nicht?“ aufzufächern und kurz zu klären.
These: Das  größte Opfer der „politische Islam“ sind Koranische Islam und der Prophet Mohammed. Warum?

 

Sie werden hier keine Beschönigungen und keinerlei Dialog-Versuche finden. Wir werden auf den Koran, die für uns einzige verbindliche Quelle unseres Glaubens, eingehen. Mit diesen Erläuterungen wollen wir für Aufklärung sorgen.

Wir wissen, dass es gewagt und gefährlich ist, die Frage „Was ist der Islam und was ist er nicht?“ öffentlich zu diskutieren. Denn vielen Moslems, die nicht unsere Ansicht vertreten, wird das nicht gefallen. Es wird auch vielen Politikern in Österreich und im Ausland nicht gefallen, da wir sie damit enttarnen.

Man muss, um das Thema zu verstehen, weit in die Geschichte des Islams zurückgehen und dessen theologische und pseudo-theologische Strömungen untersuchen.

Der koranische Islam verabscheut Terror, Scheinheiligkeit und Unmenschlichkeit. Die faschistische Ideologie einer pseudo-islamischen Dogmatik ist dagegen gewaltbereit und gewaltverherrlichend.

Der koranische Islam und die mohammedanische Lehre verlangen zuallererst die Nutzung des Verstandes und fordert zum Lesen („ikra“) auf.

Genauso fordert der koranische Islam, dass man sich an die jeweilige Zeit und den Ort der Zivilisation und den menschlichen Errungenschaften anpassen muss. Es ist also geboten, dass der Muslim und die Muslima sich an die Rahmenbedingungen eines Staates oder einer Gesellschaft anpassen sollen.  Das gilt auch in Österreich. Das heißt nicht, dass man sich assimilieren soll oder sein religiöses Bekenntnis verbergen muss. Als verbindlich sind die regionalen Gesetze, die Verfassung, die Kultur und die jeweiligen Gegebenheiten zu sehen, die sich im Laufe der Jahrhunderte dort etabliert haben. Hier in Österreich ist das die Österreichische Bundesverfassung. Die Verfassung eines Staates ist als Grundlage des gesamten Rechts und Rahmen seiner Politik von höchster symbolischer, wie praktischer Bedeutung.

Hadithen

Die Taten des Propheten Mohammed wurden nach seinem Tode in den Hadithen zusammengetragen. Wir halten diese Hadithe nicht für zuverlässige Quellen über sein Leben. Da es bereits in der Frühzeit über diese Hadithe zu offenen Kämpfen gekommen ist, die einen Aufzeichnungen verbrannt, die anderen mit Gewalt durchgesetzt wurden, endet hier unser Vertrauen in die Zuverlässigkeit solcher Schriften.

Ausgehend von den Hadithen baut sich der „falsche Islam“ auf, ein Islam der nicht mehr das Gotteswort an erste Stelle stellt, sondern eben diese Hadithe. Und hier wird es menschlich, hieran knüpfen sich eine (falsche) Scharia und eine (falsche) Fiqh. In einer weiteren Stufe der Pervertierung fußen auf dieser – eigentlich teuflischen – Lehre die grausamsten pseudo-islamischen Regime und Terrorgruppen von Al Qaida, Boko-Haram und IS.

Das größte Gut einer Religion liegt in ihrer Theologie, aber ihr größtes Übel kommt ebenfalls aus ihrer Theologie – wenn sie stagniert.“ Die Angst vor dem Islam ist vollkommen berechtigt. Im Namen dieser Religion werden die schrecklichsten Verbrechen begangen. Im Namen dieser Religion geschieht derzeit eine ungeheure Barbarei. Wenn die Menschen Angst vor dem Islam haben, so ist das völlig normal. Auch wenn ich kein Muslim wäre, würde ich mich fragen, was das für eine Religion ist, auf die sich Verbrecher berufen. Die Tiefe und die geistige Dimension des Korans wurden verschüttet. Stattdessen hat man millimetergenau nachgeäfft, was eine menschliche Person, nämlich der Prophet, getan haben soll.Man läuft Gefahr, den Islam auf dem Niveau der damaligen Beduinengesellschaft festzuschreiben und ihn für immer im sechsten Jahrhundert nach Christus festzunageln. Die himmlischen Heerscharen sind nur damit beschäftigt, Bekleidungs- und Nahrungsregeln zu erlassen – wie eine himmlische Hausordnung. Wahrhaftig eine platte, ausgetrocknete Vorstellung von der Religion! In der Welt der Moscheen herrschen oft noch Dummheit und  Unwissenheit. Niemals ein Wort der Selbstkritik. Niemals! Die ganze Welt hat unrecht und wir ruhen uns auf unserer kleinen Wahrheit aus. Das zeigt eine Denkfaulheit, wie sie typisch ist für das Ende großer Dynastien. Die Intelligenz der Muslime ist in Ketten gelegt. Es ist deswegen falsch zu behaupten, wer den Islam angreife, greife die Muslime an. Für Islamforscher liegt die beste Möglichkeit zur Bekämpfung des Terrorismus darin, „die religiösen Texte und archaischen Interpretationen und Diskurse anzugreifen, die immer noch Terrorismus hervorbringen und ihn rechtfertigen (1)

Was wir heute in Syrien, im Irak, in Saudi Arabien und vielen anderen Ländern sehen, hat mit dem „wahren Islam“ nichts zu tun. Weil der falsche Islam den wahren Islam nicht aushalten kann, werden die „Ungläubigen“ massenweise umgebracht. Die „Ungläubigen“ sind in diesem Falle dann die Schiiten und Aleviten, die sich nicht einer menschlich konstruierten Pseudo-Religion unterwerfen wollen.

Was heute von den Medien eigentlich kritisiert wird, sind nicht der koranische Islam und der Prophet Mohammed, sondern eine künstliche Ideologie, die Bekenntnis-Merkmale und koranische Worte des Islams, wie z.B. „Allah’ u Ekber“ (arab. allāhu akbar; übersetzt „Gott ist am Größten / ist der Größte“ – Bedeutung hat Ähnlichkeiten mit „Halleluja“, „Gott preisen, verherrlichen, ausrufen“), missbraucht und gleichzeitig alles, was der koranische Islam ausdrücklich verbietet, praktiziert. Nämlich Intoleranz, Gewalt und die Nichtnutzung des Verstandes und der Vernunft.

Das größte Opfer dieser faschistischen Ideologie ist zuerst der koranische Islam und der Prophet Mohammed selbst, der doch die Vielgötterei und die Unmenschlichkeit bekämpft hat. Der Koran ruft zur unbedingten Nutzung des Verstandes und der Vernunft auf und er ermahnt die Menschen warmherzig zu sein. Der Koran erinnert den Menschen daran, sein Vermögen und seine Liebe mit den Nachbarn zu teilen, egal welcher Religion, Sprache oder Nationalität man angehört. Es ist für uns Muslime schmerzlich, wenn dieser Gedanke der Nächstenliebe in der heutigen Wahrnehmung ganz untergeht.

Mittlerweile haben wir jetzt eigentlich eine faschistische Theologie, die seit Jahrhunderten auf der arabischen Halbinsel und in den muslimischen Ländern durch – leider westliche – wirtschaftliche und politische Interessen direkt oder indirekt unterstützt wurde. Es tut natürlich weh, wenn man hier von einer faschistischen Theologie redet, weil viele dieser missbrauchten mohammedanischen Worte gerne mit dem koranischen Islam und Mohammed gleichgesetzt werden. Das geschieht entweder aus Unwissenheit oder mit bösen Absichten. Natürlich ist es schwierig sich Wissen darüber anzueignen – das bedeutet viel Geduld, viel Verstand, Vernunft, lesen, diskutieren und insbesondere sehr viel Leid und Tränen.

Der koranische Islam setzt ethisch und moralisch hohe Tugenden voraus, aus denen die Menschen zeit- und ortsgemäß ihr Leben, sei es innerhalb einer Demokratie, sei es in der Republik, in Frieden leben können. Und nicht umgekehrt, wo der Mensch zum Knecht eines Vielgötterglaubens wird, wo Menschenknochen und Steine als Vermittler zwischen Gott und dem Menschen stehen. Und das ist die Ursache dieses großen Dramas, das die islamische Welt gerade durchleben muss.

Wie sind solche Verirrungen des Glaubens möglich?

Wo doch Gott durch den Koran mehrmals den Menschen um die Benutzung des Verstandes anruft und die Nichtverwendung des Verstandes und der Vernunft mit seinem Zorn bestraft, indem er es mit Bösem vergilt. Ebenso soll sich der Mensch nicht „wie Vieh“ verhalten, sondern – ganz im Gegenteil – als direkt mit Gott verbundene Person, nämlich ohne jegliche Zwischeninstanz zu Gott, ein gottgefälliges Leben führen.

Auch darf der Mensch unter keinen Umständen andere Menschen im Namen Gottes betrügen. Er soll auch nicht in Gebetshäusern übertrieben fromm oder inszeniert beten, als ob er sehr gläubig oder gar von Gott erwählt sei, und im nächsten Augenblick draußen die Gemeinde und die Menschen ausbeuten oder ihre Menschenrechte verletzen. Eben diese Menschen benennt Gott im Koran als „Teufelsdiener“. Solche Teufelsdiener und staatliche Teufelsanbetungen sehen wir leider in vielen islamischen Ländern: Auspeitschungen, Köpfungen oder Verstümmelungen – von Rechts wegen.

Aussagen werden vernebelt, verdunkelt oder aus dem Kontext gerissen, falsch übersetzt, falsch interpretiert oder für eigene Zwecke missbraucht und an die Öffentlichkeit gebracht.

Quellen:

(1) Soheib Bencheikh, EX- Großmufti von Marseille, Zur Zeit

„Warum Halal Zertifizierungen und Islamic Banking?“

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Wir haben den Verdacht, dass am europäischen Finanz- und Lebensmittelmarkt durch Lobbyisten systematisch aus den Unkenntnissen der Menschen bezüglich des Korans Parallelwelten gebildet werden. Ein Beispiel sind  Halal-Lebensmittel sowie Banken und Finanzprodukte, die religiöse Muslime ansprechen sollen.

Eine Analyse von Birol Kilic

Wir haben den Verdacht, dass am europäischen Finanz- und Lebensmittelmarkt durch Lobbyisten systematisch aus den Unkenntnissen der Menschen bezüglich des Korans Parallelwelten gebildet werden. Ein Beispiel sind Halal-Lebensmittel sowie Banken und Finanzprodukte, die religiöse Muslime ansprechen sollen.

Ich habe als überzeugter säkularer Muslim einmal eine Einladung für einen Workshop von der Wirtschaftskammer Oberösterreich bekommen, der mir unter dem Titel „Vielfalt schätzen. Vielfalt nutzen.“ erklären sollte, wie wichtig „Wirtschaft und Islam:

Halal Bestimmungen und Zertifizierung sowie Islamic Banking“ sind. So lautete die Einladung.

Warum sollen wir uns die Halal-Bestimmungen und Zertifizierungen sowie Islamic Banking merken? Hier möchte man uns folgendes näher bringen: Was ist „Halal“? Was bringt die Halal Zertifizierung? Welches sind die gängigsten islamischen Halal-, Bank- und Versicherungsprodukte? Was hat es mit dem Zinsverbot auf sich? Meiner Meinung nach sind diese „Halal“- Produktlinien (halal bedeutet übersetzt „erlaubt“) und das „Islamic Banking“ durch die Unterstützung mancher Standesvertretungen bzw. von Personen aus dem Nahen Osten oder der Türkei nicht Formen der erwünschten kulturellen Vielfalt, sondern Anzeichen für die Schaffung einer „parallelen Welt“oder sogar eines „parallelen Planeten“ in ganz Europa. Warum? Obwohl die Speisegesetze im Judentum nach dem „Alten Testament“ Thora 100-mal „strenger“ sind als im Islam, versucht man seit etwa fünf Jahren in ganz Europa Halal und Islamic Banking gesetzlich zu etablieren und verstärkt salonfähig zu machen. Diese Entwicklung verfolgen wir Europäer mit türkischer Abstammung, kurz „Euro-Türken“, deswegen mit Trauer, weil hier der wahre Glaube (der Islam), der im Koran schwarz auf weiß aufgezeichnet ist, gegenüber den Menschen verfälscht wiedergegeben wird.

Hier soll offensichtlich das Leben der europäischen Muslime weiter erschwert werden durch dubiose Interpretationen des Korans durch politisch tätige radikale fundamentalistische Muslime und ihre Helfer innerhalb Europas. Im Koran ist lediglich festgesetzt, dass es ein eindeutiges Verbot für „Schweinefleischverzehr, Alkohol, Blut und tote Tiere“ gibt. Dagegen hat ja wohl kaum jemand etwas einzuwenden. Hat jemand etwas gegen das Verbot des Schweinefleischverzehrs im Judentum oder andere religiöse Speigesetze? Nein! Warum versucht man dann aber auf der anderen Seite, die Verse des Korans für dubiose Geschäftszwecke möglichst großzügig (oder einengend), jedenfalls ganz streng ihren geschäftlichen und poltischen Interessen entsprechend zu interpretieren und die „Nichtwisser“, die von dem islamischen Glauben (auf den Koran bezogen) keine Ahnung haben, im Namen Allahs hinters Licht zu führen. Es wird hier Betrug im Namen Gottes gemacht. Und dagegen erhebe ich EINSPRUCH.

Die Fundamentalisten können mit dieser Täuschung nicht beruhigt sein. Im „Luqmán-Kapitel“ des Koran, Vers 33, sagt Allah folgendes: „Das Leben dieser Welt soll euch nicht täuschen, noch soll der Verführer euch täuschen über und im Namen Allahs“. Folglich haben wir das Recht zu fragen: Wer ist bei diesem „Halal“ und „Islamic Banking“ der Lügner, der Verführer und der Täuscher, der im Namen Allahs uns hier auf dieser Erde betrügen will?! Natürlich ist mit Verführer hier der Satan gemeint! Der Verführer und Täuscher verfolgt hier eigentlich satanische Zwecke für seine eigenen Interessen. Wer ist nach dieser Textstelle der eigentliche Lügner, der Betrüger oder Verführer, der mittels Halal und Islamic Banking eine bewusste Täuschung „über und im Namen Allahs“ begeht? Die Antwort können Sie sich selber bilden.

Diese Aussage des Korans (Lugman, 33) ist die wichtigste Wahrheit, die in den islamischen Gesellschaften gerne verschwiegen und vertuscht wird. In den islamischen Ländern wird das ganze religiöse Leben so ausgerichtet, dass diese Wahrheit im Koran möglichst verborgen bleibt. In Europa wird das gleiche Spiel gespielt. Alle erdenklichen Maßnahmen und Anstrengungen werden unternommen, damit sich dieser Zustand nicht ändert. Diese Maßnahmen werden auch von jenen Europäern unterstützt, die nicht wollen, dass sich in den islamischen Ländern etwas an den Zuständen zum Positiven ändert. Damit zeichnet sich eine gefährliche Entwicklung in Europa ab. Unter dem Vorwand eines missverstandenen „Dialogs“ werden die Unwissenheit und die Vorurteile über den politisierten fundamentalistischen islamischen Glauben, wie sie bei manchen europäischen Volksvertretern und Amtsträgern, bei Verbänden, den Kammern oder auch den christlichen Glaubensgemeinschaften verbreitet sind, ausgenutzt. Unter den Begriffen „Halal“ und „Islamic Banking“ wird versucht, den Boden mittels der Ausbildung von monopolartigen marktnischen und pseudo-religiösen Finanzprodukten aufzubereiten.

Alle aufrichtigen europäischen Bürgerinnen und Bürger müssen gegen solche Machenschaften Einspruch erheben und dürfen sich vor niemandem beugen, der ihnen Angst einflößen oder sie verunsichern will. JA zum Glauben! NEIN zur Ausnützung, Politisierung, Verfälschung des Glaubens! NEIN zu jeglichen „Parallel-Welten“! Wir wissen, dass sogar Kraftfahrzeug-, Häuser-, Wohnungen-, Champagner- oder Energy-Drink-Hersteller sich Halal-Zertifikate aus EU Ländern holen. (z.B. Österreich, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Holland). Unterstützung bekommen sie sogar von Wirtschaftskammern.

Ein Landsmann, der Apostel Paulus, vorher Saulus genannt, aus Tarsus in der Türkei, der von Geburt an ein frommer Jude war und sich den strengen jüdischen Speisegesetzen unterwarf, war ja gerade derjenige, der die Beschneidung und die strengen Gesetzesauflagen für jüdische Männer „für nicht gültig“ erklärt hat, um besser missionieren zu können. Er war gemeinsam mit dem Apostel Petrus einer jener Männer, die die strengen Speisegesetze des Alten Testaments (nach einer göttlichen Eingebung) für die nichtjüdischen Christen abgeschafft haben. Er hat sich damit sicherlich anfänglich in seiner kleinen Gemeinde, wo die Christen noch nach den strengen jüdischen Gesetzen lebten, Feinde geschaffen, aber auch neue Freunde gewonnen.

Fazit: Die Christen haben die für sie schwierigen Speisegesetze und sogar das Zinsverbot aufgehoben. Sogar erst in der Neuzeit. Warum versuchen bestimmte Lobbyisten aus dem Nahen Osten und aus Europa jetzt mit Halal und Islamic Banking in Europa, solche strengen Sitten mittels des politisierten Glaubens und des Fundamentalismus durch die Hintertür wieder zu etablieren? Viele Menschen haben in vielen Punkten ihre moralischen europäischen Wertevorstellungen verloren. Halal-Zertifizierungen und Islamic Banking, unter dem Deckmantel der Religion sind eine Beleidigung gegenüber der Religion des Koranischen Islam. Gäbe es ein „Jewish Banking“ oder ein „Christian Banking“, wäre es interessant zu sehen, wie auch hier das gleiche System installiert wird, ist doch nach dem Alten Testament der Zins dezidiert mindestens gegenüber Brüdern verboten.

Zwei offene Fragen dazu.: Warum gibt es nicht Begriffe oder Bestimmungen mit dem Namen „Jewish Banking“ oder „Christian Banking“ aber die Begriffe „Islamic Banking“? Und warum unterstützen das so gerne viele Europäer gierig mit verschiedenen sehr bedenklichen Argumenten?

Warum versucht man im Islam so etwas aufzubauen, das sogar in der Türkei von der Mehrheit der Bevölkerung (75 Mio. Einwohner) nicht angenommen wird. Das Wort „Riba“ im Koran darf nicht als „Zins“ verengt interpretiert werden, sondern deutet auf jede heuchlerische und ausbeuterische Vermehrung des Vermögens hin. Wie können also zwei türkische Banken (Vakifbank, Denizbank) sogar mit höheren (Spar- und Kredit-) Zinsen als ihre Konkurrenz in Europa Kunden gewinnen und Inserate auf den (teuren) ersten Seiten der Zeitschriften und Magazine in Europa täglich für solche Spareinlagen schalten? Gegen diese verkehrte Logik, diese heuchlerische Kundenanwerbung und das Einschleichen der Lobbyisten in Europa, aus dem Nahen Osten und der Türkei, die hier Kunden, Institutionen, politische Parteien und Medien für ihre eigenen Zwecke missbrauchen, müssen wir Einspruch erheben und Stopp schreien!

Gedenken an die Zerstörung der Synagoge der sephardisch-türkischen Gemeinde

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Der sogenannte „Türkische Tempel“ in der Zirkusgasse wurde in der Pogromnacht zerstört.

Wien. In der Zirkusgasse 22 befand sich bis 1938 der Hauptsitz der sephardisch-türkischen Gemeinde in Wien. 1885 bis 1887 ließ diese an der Stelle eine Synagoge errichten. Sie wurde während der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 in Brand gesteckt und zerstört. Wohnbaustadtrat Michael Ludwig, S.E. Botschafter Mehmet Ferden Çarιkçι als Vertreter der Republik Türkei, der Präsident der Israelitischen Kulturgemeinde in Wien, Oskar Deutsch, und der ehemalige Präsident der der türkisch-jüdischen Gemeinde in der Türkei, Silvyo Ovadya, gedachten heute, Mittwoch (13.09.2017) , den Opfern dieses schrecklichen Ereignisses und enthüllten eine neue Gedenktafel an der städtischen Wohnhausanlage.

Gedenken an die Zerstörung der Synagoge der sephardisch-türkischen Gemeinde und Erneuerung der Erinnerungstafel mit u.a. StR Michael Ludwig (2., Zirkusgasse 22)

„Mit den Verbrechen des November 1938 nimmt der systematische Massenmord an sechs Millionen Jüdinnen und Juden ihren Anfang. Mit dem Türkischen Tempel wurden insgesamt 42 Synagogen und Bethäuser zerstört. Jüdische Kinder, Frauen und Männer wurden zutiefst gedemütigt und geschlagen. 27 von ihnen verloren ihr Leben. Halten wir alle die Erinnerung an diese grausame Zeit wach!“, betonte Wohnbaustadtrat Michael Ludwig. Er hob in diesem Zusammenhang die aktive Bildungsarbeit der Stadt Wien hervor. Gleichzeitig warnte Ludwig vor weiterhin aktiven rechtsradikalen Gruppen, die fremdenfeindlichen Hass verbreiten.

Stadtrat Ludwig dankte besonders Herrn Dr. Peter Schönthal, der die neue Erinnerungstafel initiierte.

Es ist traurig, zu sehen, dass während die von den österreichischen Juden erbaute Yüksekkaldırım Aschkenasim Synagoge in Istanbul seit über 100 Jahren weiterhin besteht, die türkisch jüdische Synagoge in Wien, genannt ,Türkischer Tempel‘, im Gegensatz dazu, niedergerissen und in den Tiefen der Geschichte begraben wurde. Deswegen ist es besonders wichtig, dass der Geist des türkischen Tempels weiterhin am Leben gehalten wird“, so S.E. Botschafter Mehmet Ferden Çarιkçι.

„In der Bevölkerung ist wohl kaum noch ein Wissen um diese an Kultur so reichen sephardischen Gemeinde vorhanden. Mit einer neuen Gedenktafel wird der Opfer des Novemberpogroms gedacht und gleichzeitig an die Blütezeit der Wiener türkisch-jüdischen Sefardim erinnert“, betonte Oskar Deutsch, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde.  „Ich freue mich sehr, hier an der Gedenkveranstaltung bezüglich der sephardisch-jüdischen Synagoge und Gemeinde in Wien, deren Wurzeln bis in die Zeit des Osmanischen Reiches reichen, teilzunehmen. In diesem Zusammenhang möchte ich auf Nahebeziehung zwischen der großen Synagoge in Edirne und der sephardischen Synagoge in Wien hinweisen. Wir, die jüdische Gemeinde in der Türkei erfreuen uns, dass wir unsere Gebete und sonstige Veranstaltungen in der Edirne Synagoge, die einer der drei großen Synagogen in Europa ist und der österreichischen Synagoge in Istanbul frei durchführen können“, hielt der ehemalige Präsident der der türkisch-jüdischen Gemeinde in der Türkei, Silvyo Ovadya, fest.

Gedenken an die Zerstörung der Synagoge der sephardisch-türkischen Gemeinde und Erneuerung der Erinnerungstafel mit u.a. StR Michael Ludwig (2., Zirkusgasse 22)

Der Türkische Tempel

In der Zirkusgasse 22 befand sich bis 1938 der Hauptsitz der sephardisch-türkischen Gemeinde in Wien. 1885 – 1887 ließ diese an der Stelle, an der heute der Gemeindebau steht, eine Synagoge er-richten, den sogenannten Türkischen Tempel. Mit der Planung wurde der Wiener Architekt Hugo Ritter von Wiedenfeld (1852 – 1925) beauftragt. Er hatte sich auf den neo-maurischen Baustil spezialisiert, mit orientalisch geprägten Elementen wie Bögen und Mosaiken.

Ein gefeiertes Kunstwerk

Der Entwurf der Synagoge orientierte sich an der maurischen Architektur, vor allem an der spanischen Alhambra – wohl eine Referenz an die ursprünglich aus Spanien stammenden sephardischen Juden. Der Tempel wurde am 18. September 1887 im Rahmen einer festlichen Zeremonie eingeweiht. An der Straßenfront befand sich ein imposantes Steinportal mit minarettartigen Türmchen, durch das man zunächst einen Vorhof betrat. Dahinter erhob sich die reich verzierte Fassade des Tempels, darüber eine zwölf Meter hohe Kuppel mit sternförmigen Fensteröffnungen. Der achteckige Betraum war in Marmor und Gold gehalten. Insgesamt bot das Gebäude über 600 Gläubigen Platz und war damit die größte türkische Synagoge in Europa. Als einer der prachtvollsten Tempel Mitteleuropas gefeiert, diente sie als Vorbild für viele andere sephardische Tempel.

In Flammen

Die über die Grenzen hinweg gelobte Pracht des Türkischen Tempels in der Zirkusgasse kann man heute nur mehr anhand einiger Schwarzweiß-Fotografien erahnen. Er wurde, wie 41 weitere Synagogen und Bethäuser in Wien, während der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 in Brand gesteckt und zerstört. Das Grundstück wurde 1952 an die Israelitische Kultusgemeinde restituiert und 1975 von der Stadt Wien erworben. 1985 – 1987, genau hundert Jahre nach dem Bau der Synagoge, errichtete sie hier ein Wohnhaus.  ( Quelle: Büro Wohnbaustadtrat Dr. Michael Ludwig Magistrat der Stadt Wien)

Informationen:

http://www.turkischegemeinde.at/index.php?id=1913

http://www.turkischegemeinde.at/index.php?id=2011&tx_ttnews%5Btt_news%5D=14126&cHash=de7d94c17d5f3671cb4dde87c49371f4

https://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%BCrkischer_Tempel

http://www.turkischegemeinde.at/index.php?id=2011&tx_ttnews%5Btt_news%5D=10393&cHash=0f0262d6391b1a76e2fab88bb1f73fa5

 

Brief:Warum sollen Jüdinnen und Juden BK Christian Kern wählen?

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Ein persönlicher Brief des Bundeskanzlers geht an „ die Judische“ mit interessanten Sätzen:

„Die jüdische Gemeinde ist für die SPÖ und für mich eine Herzensangelegenheit. Wir sind stolz auf die Vielfalt jüdischen Lebens, die es heute in Wien und Österreich wieder gibt und stolz auf die vielen Jüdinnen und Juden, die sich in der Sozialdemokratie engagieren.

Im Wahlkampf erleben wir eine enorme Polarisierung. Es gibt Parteien, die zuspitzen und aufhetzen und so versuchen WählerInnenstimmen zu maximieren. Das vergiftet das gesellschaftliche Klima im Land. Wir stehen für das weltoffene und optimistische Österreich, das seine Vielfalt als Stärke begreift Ich bin deshalb auch stolz darauf, dass sich Mitglieder aller Religionsgruppen in unserer Wahlbewegung engagieren.

Wir müssen im Wahlkampf leider erleben, dass Wahlhelfer und Wahlhelferinnen unserer Bewegung beschimpft und beleidigt werden, weil sie beispielsweise ein Kopftuch tragen. Das macht mir große Sorge und ich werde dem mit aller Macht entgegentreten. Wir haben Religions- und Meinungsfreiheit und Mitglieder aller Religionen sind in der Sozialdemokratie willkommen und wertgeschätzt und wir werden uns von niemandem vorschreiben lassen, wer sich bei uns engagieren darf und wer nicht.“

Weiterlesen:


http://www.juedische.at/pages/oesterreich/ein-persoenlicher-brief-von-christian-kern.php

Foto: SPÖ