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Karl-Lueger-Denkmal: Nicht der Richter über die Geschichte – aber auch keine Geschichtsvernebelung!

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von Birol Kilic, Beobachtungen und Analysen aus Wien,04.03.2026

Historiker  und Kommunikationsexperte Martin Kugler bringt einen berechtigten Grundsatz in die Debatte: „Man darf sich nicht zum Richter über die Geschichte machen.“  Korrekt uns sehr wichtig. „Ebenso berechtigt ist jedoch der Gegenpunkt: Man darf auch keine Geschichtsvernebelung und keine Geschichtsverdunkelung betreiben.

Ohne Zweifel...Als Bürgermeister von 1897 bis 1910 prägte Lueger die Stadtverwaltung nachhaltig – bis heute. Seine organisatorischen Reformen stärkten die kommunale Selbstverwaltung und machten Wien zu einem Modell für moderne Stadtpolitik im damaligen Mitteleuropa, dessen Auswirkungen bis heute spürbar sind..

Karl Lueger bekannte sich aber ab 1887 öffentlich zum Antisemitismus, den er als Teil seines politischen Programms verstand. Seiner Auffassung nach wurde der Kapitalmarkt von „Geldjuden“ gelenkt, Zuwanderer bezeichnete er als „Betteljuden“ und ihm gegenüber kritische Journalisten als „Tintenjuden“ — Juden allgemein nannte er „Raubtiere in Menschengestalt“. In einer dokumentierten Reichsratsrede erklärte Lueger: „Die Juden üben hier einen Terrorismus aus, wie er ärger nicht gedacht werden kann.“ Dazu kommen die bekannten Aussprüche: „Wer ein Jud‘ ist, das bestimme ich“, „Der Antisemitismus geht erst dann zugrunde, wenn der letzte Jude zugrunde gegangen ist“ und „Schlagt die Juden nieder.“

Die Rolle Karl Luegers als Gründer der Christlichsozialen Partei (CS) und Wiener Bürgermeister von 1897 bis 1910 sowie die in dieser Zeit von ihm eingesetzten politischen und propagandistischen Strategien sollten im Zeitraum von 2000 bis 2026 einer vertieften wissenschaftlichen Analyse unterzogen werden. Ziel einer solchen Untersuchung wäre es zu prüfen, ob sich strukturelle oder rhetorische Parallelen feststellen lassen – nicht mehr in Bezug auf den historischen Antisemitismus, sondern möglicherweise im Hinblick auf gegenwärtige Diskurse über Menschen mit muslimischem Hintergrund und deren kulturelle Zuschreibungen. Eine derartige Analyse liegt im Interesse der freiheitlich-demokratischen Grundordnung, deren normative Rahmenbedingungen durch die Verfassung der Republik Österreich festgelegt sind und die für alle gesellschaftlichen und politischen Akteure verbindlich gelten.

Screenshot

Historikerin Brigitte Hamann schreibt in „Hitlers Wien“, dass Lueger mit seinen Hetzreden ein Klima der Verrohung erzeugt hat, das die politische Kultur von „Wien um 1900″ nachhaltig prägte. Lueger gilt nach dessen eigenem Bekunden als einer der „Lehrer“ Hitlers. Auch das antisemitische Wahlplakat der Christlichsozialen Partei bei der Nationalratswahl 1920 — „Deutsche Christen — Rettet Österreich!“ — ist ein dokumentiertes Kapitel österreichischer Geschichte, das nicht wegdiskutiert werden kann.

Wer über das Lueger-Denkmal spricht, darf nicht so tun, als ginge es um harmlose „historische Missverständnisse“. Die dokumentierten Aussagen, die antisemitische Agitation und die politische Wirkungsgeschichte sind keine Randnotizen, sondern belegte historische Tatsachen. Sie gehören nicht relativiert, nicht weichgezeichnet und nicht in eine bequeme Nostalgie verpackt.

Es geht nicht darum, die Vergangenheit zu verurteilen, sondern darum, sie klar zu benennen, damit sie sich nicht wiederholt. Eine demokratische Gesellschaft hat die Pflicht, historische Verantwortung ernst zu nehmen – gerade dann, wenn es um Personen geht, deren Worte und Taten nachweislich zur Ausgrenzung, Entmenschlichung und politischen Radikalisierung beigetragen haben.

Ein Denkmal ist kein neutraler Steinblock; es ist eine Botschaft im öffentlichen Raum. Und jede Gesellschaft muss entscheiden, welche Botschaften sie heute noch tragen will.

Geschichte darf man nicht richten – aber man muss sie ehrlich erzählen. Und Ehrlichkeit beginnt dort, wo man die dunklen Kapitel nicht länger unter Denkmalsockeln versteckt.

Natürlich darf man die Leistungen von Karl Lueger  auch nicht vernebeln bzw. verdunkeln, die wir hier zusammenfassen:

Karl Luegers Beiträge zur Entwicklung der Stadt Wien

Kommunalisierung und Modernisierung der Daseinsvorsorge

Karl Lueger prägte Wien in seiner Amtszeit als Bürgermeister zwischen 1897 und 1910 durch eine umfassende Neuordnung der städtischen Infrastruktur. Unter seiner Führung wurden zentrale Bereiche wie Wasser-, Gas- und Elektrizitätsversorgung in kommunale Verantwortung überführt. Diese Schritte sollten die Stadt  Wien unabhängiger von privaten Anbietern machen und eine stabile, verlässliche Versorgung sicherstellen. Die Kommunalisierung gilt bis heute als einer der wichtigsten strukturellen Meilensteine der Wiener Stadtentwicklung.

Neuordnung des öffentlichen Verkehrs

Ein besonders sichtbarer Bereich seiner Reformpolitik war der öffentliche Verkehr. Lueger setzte sich dafür ein, dass die bis dahin privat betriebenen Straßenbahngesellschaften von der Stadt übernommen wurden. Mit der Kommunalisierung ab 1902 entstand erstmals ein einheitlich organisiertes Verkehrsnetz, das später zur Grundlage der heutigen Wiener Linien wurde. Gleichzeitig wurde die Elektrifizierung des Straßenbahnnetzes vorangetrieben, wodurch der Pferdetramway endgültig abgelöst wurde. Diese Modernisierung machte den öffentlichen Verkehr schneller, effizienter und für die Bevölkerung besser zugänglich.

Verbesserung von Hygiene und Gesundheitswesen

Luegers Amtszeit fiel in eine Phase starken Bevölkerungswachstums, in der die hygienischen Bedingungen vieler Stadtteile unzureichend waren. Die Stadt investierte daher in die Modernisierung von Krankenanstalten, in die Verbesserung der Trinkwasserversorgung und in Maßnahmen zur öffentlichen Hygiene. Diese Reformen trugen dazu bei, Krankheiten einzudämmen und die Lebensqualität in der Großstadt nachhaltig zu erhöhen.

Sozialpolitische Maßnahmen für die städtische Bevölkerung

Lueger verstand sich als Vertreter der „kleinen Leute“ und führte eine Reihe sozialpolitischer Maßnahmen ein, die vor allem einkommensschwache Haushalte entlasten sollten. Dazu gehörten kommunale Preisregulierungen, Unterstützungsleistungen und der Ausbau städtischer Dienstleistungen. Diese Politik verschaffte ihm breite Unterstützung in der Wiener Arbeiterschaft und im Kleinbürgertum.

Ausbau des Bildungswesens

Auch im Bereich der Bildung setzte Lueger Akzente. Die Stadt errichtete neue Schulen und erweiterte bestehende Einrichtungen, um der wachsenden Bevölkerung gerecht zu werden. Der Ausbau des Pflichtschulwesens sollte sicherstellen, dass Kinder aus allen sozialen Schichten Zugang zu Bildung erhielten. Damit legte die Stadt wichtige Grundlagen für die spätere Entwicklung des Wiener Bildungssystems.

Städtebauliche und administrative Reformen

Lueger prägte nicht nur die Infrastruktur, sondern auch die Verwaltungsstruktur der Stadt. Seine organisatorischen Reformen stärkten die kommunale Selbstverwaltung und machten Wien zu einem Modell moderner Stadtpolitik im mitteleuropäischen Raum. Die wirtschaftliche Konsolidierung der Stadtverwaltung ermöglichte langfristige Investitionen und schuf die Basis für viele spätere Großprojekte

Ohne Zweifel...Als Bürgermeister von 1897 bis 1910 prägte Lueger die Stadtverwaltung nachhaltig – bis heute. Seine organisatorischen Reformen stärkten die kommunale Selbstverwaltung und machten Wien zu einem Modell für moderne Stadtpolitik im damaligen Mitteleuropa, dessen Auswirkungen bis heute spürbar sind..

Quellen:

https://exxpress.at/news/kugler-man-darf-sich-nicht-zum-richter-ueber-die-geschichte-machen/

https://de.wikipedia.org/wiki/Christlichsoziale_Partei_(%C3%96sterreich)

https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Lueger

https://magazin.wienmuseum.at/personenkult-um-karl-lueger

https://www.filmarchiv.at/de/filmarchiv-on/video/f_02zByfbc2n0QnyCORxEr4r

https://oecv.at/biolex/Detail/12500836

https://www.youtube.com/watch?v=x8rH-DCLgI0

„Belohnung für Verleumdung!“

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„Belohnung für Verleumdung!“ İftiraya ödül!

Am Wochenende, den Tag des 13.11.2023 haben einige Journalisten bei einer Veranstaltung in Wien das primitive Verhalten von Ozan Ceyhun, Ex-Grüner, SPD- und dann AKP-Politiker und jetzt Botschafter der Türkei in Wien, selbst erlebt.

Lassen Sie uns kurz zur Sache kommen: Hier geht es um Verleumdung, Rufschädigung und Missbrauch des Botschafteramtes, nicht für die eigentlich zu erfüllenden, repräsentativen Aufgaben, sondern für die Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines fremden Landes, in dem er, Ozan Ceyhun, lediglich zu Gast ist und sich nicht als Watchdog, wie ein billiger und dekadenter 007 James Bond, gegenüber den heimischen Journalisten aufführen darf.

Es ist die Pflicht eines jeden aufrechten Demokraten, sich gegen solche Verleumdungen und Rufschädigungen zur Wehr zu setzen, zumal wenn man journalistisch als vierte Gewalt und Watchdog agiert. Unverschämtheit darf nicht siegen.

Der Verleumder

Botschafter Ozan Ceyhun schreibt am 12.11.2023 auf der offiziellen Facebook-Seite der türkischen Botschaft in Wien über die IFW( Islamische Föderation in Wien), auch bekannt als Milli Görüs Zentrale in Wien, folgendes in türkischer und deutscher Sprache:   „Heute Abend haben wir gemeinsam mit unserem Generalkonsul in Wien, Cafer Mert Özmert, an der vom IFW organisierten Veranstaltung „2023 Kuran Banquet“ teilgenommen. Wir haben den großartigen Lesungen von Hafiz und Rednern aus verschiedenen Nationen zugehört. Alle Gebete dieses Abends galten dem Frieden und der Ruhe in der Welt. Ich möchte dem IFW-Präsidenten Mehmet Arslan für seine Einladung und Gastfreundschaft danken.“ (Siehe Anlage)

 

 

       

Vor genau acht Jahren aber, am 10. April 2015, teilte die offizielle Zeitung bzw. das Sprachrohr der Milli Görüs-Bewegung namens „Milli Gazete“, in der Türkei über den deutsch-türkischen Politiker Ozan Ceyhun sein Foto in türkischer Sprache wie folgt: „Belohnung für Verleumdung“!

 

 

„Belohnung für Verleumdung!“

„Eine Person, die die Unverfrorenheit besitzt, Milli Görüs in seiner Zeit als Bundestagsabgeordneter der Grünen und der SPD in Deutschland durch Verleumdungen mit dem Terrorismus in Verbindung zu bringen und, als ob das noch nicht genug wäre, Milli Görüs in Europa zu denunzieren, wurde als Abgeordneter der AKP in Izmir für das türkische Parlament nominiert. Da drängt sich nur eine Frage auf: Warum dieses Kompliment an jemanden, der Muslime als Terroristen bezeichnet und denunziert hat?“ DER VERLIERER, DER DIE MILI GÖRÜS ALS TERROR ORGANIZATION BEZEICHNET. Ozan Ceyhun, AKP-Kandidat für die Wahlen 2015 in Izmir und ehemaliges Mitglied des Europäischen Parlaments, stellte 2002 eine parlamentarische Anfrage an die EU-Kommission über die Islamische Gesellschaft Nationale Vision (IGMG) und die Berliner Föderation (IF), die vom deutschen Verfassungsschutz wegen „religiösem Extremismus“ beobachtet werden wie folgt: „In meinem Land Deutschland gibt es zum Beispiel eine islamistische Gruppe namens ‚Milli Görüs‘ Vision mit 30.000 Anhängern oder die ‚Islamische Föderation‘ in Berlin. Wenn sie das Recht wahrnehmen, an staatlichen Schulen islamischen Religionsunterricht zu erteilen, und wenn ihnen erlaubt wird, kleine Kinder zu indoktrinieren, dann sind sie für mich in mancher Hinsicht genauso gefährlich wie terroristische Organisationen“. ( Milli Gazete, 10.April.2015, auch im Internet von 09.04.2015  Milli Gazete find bar)

Man fragt sich, was sich seit dem 10.04.2015 (Milli Görüs Zeitung Milli Gazete), nach sieben Jahren bis zum 12.11.2023 (siehe Facebook Teilung), verändert hat.

Wer ist hier der Verleumder und Terrorist?

Die Zeitung Milli Gazete von Milli Görüs betitelt Ozan Ceyhun am 10.04.2015 in der gedruckten Zeitung und im Internet (09.04.2015) mit der Überschrift, „Belohnung für Verleumdung!“ als Verleumder.

Die Frage ist: Was für ein Spiel wird mitten in der EU, in Österreich und in Wien unter dem Vorwand der Solidarität, der Religionsfreiheit und des Dialogs gespielt? Der ehemalige Präsident der Europäischen Journalistenvereinigung Brüssel, Otmar Lahodynsky, der auch jahrelang die Europa- und EU-Seiten von Profil leitete, hat vor einigen Jahren auf dem Profil von Ozan Ceyhun, der Botschafter in Wien war, ihn als „Wendehals“ bezeichnet (im Profil-Archiv leicht auffindbar).

Wir staunen über diese Wendigkeit und Beweglichkeit. „Aber auf wessen Kosten in der EU und in Wien, Herr Ozan Ceyhun?“, ist nun die Frage, die als Watchdog mit einer Forderung gestellt werden muss: Ozan Ceyhun soll seine primitiven Verleumdungen, Hetze und Kreditschädigung als Botschafter der Republik Türkei mit einem AKP- und Allianzen-Netzwerk in Österreich, die sich gegen kritische Journalisten, NGOs und einheimische Politiker oder Ankara-Regierungskritiker stellen, unterlassen. Es kann durch Ozan Ceyhuns Hinterhältigkeiten und Hetze gegen Journalisten und kritisch denkende Menschen in Österreich zu Mord, Tod oder zumindest Körperverletzung durch die AKP und dessen Allianzen und Vertretungen kommen.

Wendehals?

Wir wiederholen. Vor drei Tagen sprach Ozan Ceyhun als Botschafter der Türkei in einer Organisation von Milli Görüs bzw. der Islamischen Föderation Wien (IFW) am 12.11.2023 mit den Worten: „Heute Abend haben wir gemeinsam mit unserem Generalkonsul in Wien, Cafer Mert Özmert, an der vom IFW organisierten Veranstaltung „2023 Kuran Banquet“ teilgenommen. Wir haben den großartigen Lesungen von Hafiz und Rednern aus verschiedenen Nationen zugehört. Alle Gebete dieses Abends galten dem Frieden und der Ruhe in der Welt. Ich möchte dem IFW-Präsidenten Mehmet Arslan für seine Einladung und Gastfreundschaft danken.“. (Siehe Anlage)

Ozan Ceyhun hat laut der Milli Görüs Zeitung „Milli Gazete“ (2015) Milli Görüs im EU Parlament, als deutscher Abgeordneter, wie folgt zitiert: In meinem Land Deutschland gibt es zum Beispiel eine islamistische Gruppe namens ‚Milli Görüs‘ Vision mit 30.000 Anhängern oder die ‚Islamische Föderation‘ in Berlin. Wenn sie das Recht wahrnehmen, an staatlichen Schulen islamischen Religionsunterricht zu erteilen, und wenn ihnen erlaubt wird, kleine Kinder zu indoktrinieren, dann sind sie für mich in mancher Hinsicht genauso gefährlich wie terroristische Organisationen“. ( Milli Gazete, 10.April.2015, auch im Internet vom 09.04.2015 Milli Gazete findbar)

Nicht nur das!

Ozan Ceyhun hat auch ein Buch namens „Der Islamismus, eine Herausforderung für Europa: Politik im Namen Allahs“ als sehr stolzes Mitglied des Europäischen Parlaments und mit dem Logo der Fraktion der Sozial Demokraten in Europa veröffentlicht. Nicht er hat das Buch geschrieben, sondern Eberhard Seidl, Claudia Dantschke und Ali Yildirim. Das Buch ist noch im Internet auffindbar. Bei dem Buch handelt es sich um die 2. Auflage vom September 2001. Was hat sich innerhalb der 20 Jahre geändert? Was für eine Scheinheiligkeit passiert in Europas Städten, aufgrund der Unwissenheit europäischer Politiker, Kirchen, Medien und Menschen. Wir stellen Ihnen den Bericht, den wir als Bild unter die Übersetzung platzieren, zur Verfügung.

 

 

Es handelt sich um die 2. Auflage vom September 2001, die uns im Original vorliegt.

Ozan Ceyhun hat das Buch in diesem Jahr auch von Brüssel nach Wien an unsere Redaktion, ca. 100 Stück, zum Lesen und Rezensieren gesendet. Dazu hat er uns per Telefon gebeten. Ceyhun, damals deutscher EU-Abgeordneter, hat sogar handschriftlich einen, in türkischer Sprache geschriebenen, Brief, mit sehr vielen positiven und schmeichelnden Worten, an uns gesendet. Jetzt, nach 20 Jahren, verstehe ich kaum, warum er in Wien mit einer anderen Kappe verweilt und hinter uns überall verleumdet, wie ich das am Wochenende live miterlebt habe. Wir stellen als Zeuge der alten Zeiten eine Gefahr für ihn dar. Jeder kennt unsere Arbeit… Einer von uns verkauft sich als: „Ich war Saulus und jetzt bin ich Paulus“. Aber für wen sind Sie jetzt Paulus, verdammter Saulus?

Ein Botschafter, egal aus welchem Land, hat nicht das Recht und nicht die Aufgabe, kritische JournalistInnen, PublizistInnen oder VerlegerInnen, die über eine freiheitlich-demokratische, rechtsstaatliche Grundordnung, Menschenrechte oder Untergrundorganisation schreiben, mit verleumderischen Fragen zu überfluten. Vor allem kann er nicht JournalistInnen, die für Pressefreiheit in der Türkei und in Österreich schreiben und darüber Fragen stellen, mit kreditschädigenden, erpresserischen und hinterhältigen Methoden, aus seinem Amt als Botschafter eines Landes, mundtot machen bzw. ihre journalistische Tätigkeit in Wien, Österreich und der EU in irgendeiner Form und Weise behindern.

Ozan Ceyhun wird aggressiver. Wir schreiben über SBK, Sezgin Baran Korkmaz, doch wer er ist dieser Mann?

Der Türkisch- Kurdische Unternehmer Sezgin Baran Korkmaz wurde von der österreichischen Justiz nicht in die Türkei, sondern nach Amerika gebracht und hat dort natürlich, damit er eine geringere Strafe bekommt, seinen Kumpanen in der politischen, bürokratischen, wirtschaftlichen und medialen Mafia der amerikanischen Staatsanwaltschaft ausgeliefert. “Anklage gegen türkischen Geschäftsmann in Österreich wegen Geldwäsche und Betrugs im Zahlungsverkehr. Die erfolgreiche Festnahme und Auslieferung von Baran Korkmaz zeigt das Engagement des US-Justizministeriums, mit unseren internationalen Partnern zusammenzuarbeiten, um diejenigen zu verfolgen, zu fassen und zurückzubringen, die versuchen, das amerikanische Volk zu betrügen”, sagte Stuart M. Goldberg, amtierender stellvertretender Generalstaatsanwalt der Steuerabteilung des Justizministeriums in USA Utah.

Wir schreiben und reden über Sezgin Baran Korkmaz seit 2021, und der Politiker, und nicht-Berufsdiplomat, Ozan Ceyhun, wird in der Rolle des Botschafters der Republik Türkei, durch die AKP-Regierung Ankara, in Wien aggressiver und will, dass wir Berichte löschen, die uns aus Ankara übermittelt wurden, durch welche man sieht, dass die AKP-Regierung de facto Lobbying für Sezgin Baran Korkmaz bei österreichischen Diplomaten macht, obwohl die AKP-Regierung Fluchthilfe geleistet hat, über die alle türkischen Medien seit Monaten schreiben. Aber die US-Justiz wollte ihn auch haben, hat auch den Antrag gestellt und ihn am Ende bekommen, weil das Verbrechen an den SteuerzahlerInnen in den USA nachweisbar sehr groß ist und mehrere US-StaatsbürgerInnen, sogar armenischer Abstammung, aus dem Marmor-Netzwerk verhaftet und verurteilt wurden. Am Ende schreibt sogar die Presse am 30.09.2023 nach unseren Berichten mit dem Titel, „Die Österreich-Connection des türkischen Skandalhotels“ folgendes: „Ein Luxushotel, das zeitweise die türkischen Schlagzeilen beherrschte, wurde vom türkischen Geschäftsmann Sezgin Baran Korkmaz betrieben. Er wurde in Österreich festgenommen. Heute führt ein Welser Unternehmer die Geschäfte“.

Das Thema Sezgin Baran Korkmaz war, ist und wird auch in Zukunft immer wieder relevant sein, weil das öffentliche Interesse jetzt noch größer ist, da auch einige österreichische Akteuere in diesem Spiel verwickelt sind. Und stellen Sie sich vor, eine österreichische Gesellschaft hat das Skandalhotel in Bodrum, einer der Schauplätze dieses Skandals, gekauft, während Sezgin Baran Korkmaz während seines Aufenthaltes in Österreich verhaftet wurde. Da ich darüber transparent aus Wien berichte, versucht man mich als Türkeifeind zu satanisieren und zu bedrohen. Das Thema war auch bei einer Pressekonferenz mit der Justizministerin Alma Zadic relevant, wo ich eine Analyse geschrieben und über APA OTS avisiert und veröffentlich habe. Man kann einen Journalisten nicht als „Türkeifeind“ unter den Austrotürken oder als „Oppositionellen“ beschimpfen und mit verschiedenen Verleumdungen, in leichter oder harter Version, sein Leben in Gefahr bringen. Es ist doch zum Fremdschämen, dass in Österreich Politiker, gekaufte Journalisten, oder Ex Diplomaten in wichtigen Positionen, in Angelegenheiten, die bis zu Mord reichen können, wegen Lobbyismus, bei diesen Verleumdungen behilflich sind bzw. keine Anzeige bei der Korruptionsstaatsanwaltschaft machen. Ich fordere hier die völlige Transparenz, zum Wohle der Gesellschaft und der freiheitlich-demokratischen, rechtsstaatlichen Grundordnung. Der österreichischen Boden soll nicht Schauplatz für bedenkliche wirtschaftliche und politische Hinterhältigkeiten sein, wo Journalisten eigentlich verpflichtet sind als Watchdog und 4. Macht alles zu beobachten und darüber zu schreiben.

Es folgt der Bericht aus dem Milli Görüs Sprachrohr „Milli Gazete“ vom 09.04.2015 über Ozan Ceyhun, der damals in der Türkei in der Stadt Izmir als AKP-Kandidat nicht gewählt wurde, in der Langfassung, die ich sinngemäß ins Deutsche übersetzt habe und die sich mit Übersetzungstools leicht selbst ins Türkische übersetzen lässt.  Als Ozan Ceyhun als Kandidat der AKP für das Parlament in Izmir aufgestellt wurde, reagierte das Sprachrohr von „Milli Görüs“ wie folgt:

 

„Belohnung für Verleumdung!“

Milli Gazete, İzmir, 09.04.2015

IZMIR. Die Milli Görüs-Bewegung reagierte hart auf die Nominierung von Ozan Ceyhun als Parlamentskandidat der AKP, mit den Worten „Milli Görüs ist genauso gefährlich wie terroristische Organisationen“. Auf der Titelseite der heutigen „Milli Gazete“, dem Parteiorgan der Saadet Partei (Milli Görüs), wurde ein Artikel mit dem Titel „Belohnung für Verleumdung“ veröffentlicht:

„Eine Person, die die Frechheit besitzt, die Milli Görüs, während er in Deutschland Grüner und SPD-Bundestagsabgeordneter war, mit Terrorismus in Verbindung zu bringen und, als ob das nicht genug wäre, Milli Görüs auch noch in Europa zu denunzieren, wurde als Kandidat der AKP in Izmir für das Amt des Abgeordneten in Ankara nominiert. Da drängt sich nur eine Frage auf: Warum dieses Kompliment an jemanden, der Muslime als Terroristen bezeichnet und denunziert hat?“

Die Kandidatenlisten der Parteien wurden veröffentlicht.

Viele Überraschungskandidaten tauchten auf. Neue Namen und sensationelle Veränderungen erregten Aufmerksamkeit.

Aber es gab auch Kandidaten mit einer „schmutzigen Vergangenheit“ und einem „Vorstrafenregister“. Ozan Ceyhun, seit 2002 Mitglied des Europäischen Parlaments, war so charakterstark, dass er die EU-Kommission mit den Worten „Milli Görüs ist so gefährlich wie eine Terrororganisation“ verunglimpfte. Halten Sie sich fest! Diese Person, die die europäische Organisation Milli Görüs in Europa anprangerte, wurde von der AKP als Kandidat für das Parlament in Izmir nominiert! Der „Whistleblower“ wurde belohnt!

PRO-MODERNER(!) ISLAM!

In einem Interview vor den Wahlen in der Türkei im Jahre 2002, als die AKP an die Macht kam, sagte Ozan Ceyhun als Europaabgeordneter folgendes: „Ein Ministerpräsident in der Türkei, dessen Frau und Töchter sich als Kopftuch tragende Familie präsentieren, entspricht nicht den klassischen Normen der EU. Die EU ist nicht gegen den modernen Islam, aber der moderne Islam hat nicht die Bilder, die die AKP präsentiert“.

„Die AKP mit unseren deutschen Christdemokraten zu vergleichen, wäre eine große Ungerechtigkeit ihnen gegenüber. Denn die deutschen Christdemokraten haben außer der Christdemokratie in ihrem Namen nichts Religiöses in ihrer Politik“, sagte Ceyhun und fügte hinzu: „Bei Erdoğan fängt es bei seiner Kleidung an und geht bis zu der Frage, ob er trinkt oder nicht.“

ER STIGMATISIERT MUSLIME!

Ozan Ceyhuns Name stand auch auf der Tagesordnung, als er Berichte über Muslime und Türken in Deutschland verfasste und diese den zuständigen Behörden vorlegte und anprangerte. Im Jahr 2013 wurde der Bericht mit dem Titel „Politik im Namen Allahs – Ein Problem für Europa“, der von Islamfeinden im Auftrag von Ozan Ceyhun erstellt worden war, dem deutschen Parlament und dem Verfassungsschutz vorgelegt. Der Bericht enthielt polizeiähnliche Informationen über die in Deutschland tätigen türkischen Gemeinden und die von diesen Gemeinden gegründeten Stiftungen und Vereine. Der Bericht forderte auch eine Fahndung nach Muslimen in Deutschland. Ozan Ceyhun hatte 2003 auch für den Turban die Analogie einer „politischen Uniform“ verwendet und gesagt: „Der Turban ist kein Kopftuch. Der Turban ist eine politische Uniform und steht für einen konservativen, dogmatischen Islam“.

DER VERLIERER, DER DIE NATIONALE VISION ALS TERROR BEZEICHNET

Ozan Ceyhun, AKP-Kandidat für die Wahlen 2015 in Izmir und ehemaliges Mitglied des Europäischen Parlaments, stellte 2002 eine parlamentarische Anfrage an die EU-Kommission über die Islamische Gesellschaft Nationale Vision (IGMG) und die Berliner Föderation (IF), die vom deutschen Verfassungsschutz wegen „religiösem Extremismus“ beobachtet werden: „In meinem Land Deutschland gibt es zum Beispiel eine islamistische Gruppe namens ‚Milli Görüs‘ Vision mit 30.000 Anhängern oder die ‚Islamische Föderation‘ in Berlin. Wenn sie das Recht wahrnehmen, an staatlichen Schulen islamischen Religionsunterricht zu erteilen, und wenn ihnen erlaubt wird, kleine Kinder zu indoktrinieren, dann sind sie für mich in mancher Hinsicht genauso gefährlich wie terroristische Organisationen“.

Quellen:

Milli Gazete Bericht  am 10.04.2015 über Ozan Ceyhun

https://www.milligazete.com.tr/haber/967096/iftiraya-odul

Facebook Teilung über Milli Görüs Türkische Botschaft Ozan Ceyhun 12.11.2023

https://www.facebook.com/100064668343196/posts/pfbid02ZyJagch5aXgnvnwzn1kiiDFVZgCdC8F7SXDzaxt9Q5rXSD8YyhT1ZKZn7nN58frnl/?d=n

https://einspruch.at/2023/10/06/kampf-fuer-mehr-transparenz-und-gegen-den-stillen-tod-der-justiz-und-korruption/

Turkish Businessman Extradited from Austria to Face Money Laundering and Wire Fraud Charges
https://www.justice.gov/usao-ut/pr/turkish-businessman-extradited-austria-face-money-laundering-and-wire-fraud-charges
„Die Österreich-Connection des türkischen Skandalhotels. Ein luxuriöses Hotel, das zeitweise die türkischen Schlagzeilen dominierte, wurde vom türkischen Geschäftsmann Sezgin Baran Korkmaz betrieben. Er wurde in Österreich verhaftet. Heute führt ein Welser Unternehmer die Geschäfte.“

https://www.diepresse.com/17709882/die-oesterreich-connection-des-tuerkischen-skandalhotels

 

 

 

Turkish journalist Barış Terkoğlu detained: Reporting the News or Judicial Pressure?

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Journalist Barış Terkoğlu was detained on charges of ‚publicly disseminating misleading information‘, based on comments he made in a news video on Onlar TV and in a newspaper column. Despite the information being later confirmed by the prosecutor’s office, the detention has once again reignited debate over press freedom and the scope of Article 217/a of the Turkish Penal Code. Many journalists, politicians and intellectuals have publicly expressed their support for Terkoğlu.

ISTANBUL, Dec. 25, 2025Journalist Barış Terkoğlu, a columnist for the newspaper Cumhuriyet, was detained in Istanbul by gendarmerie units over remarks he made in a news video published on the YouTube channel Onlar TV and in a newspaper column containing similar content. The Istanbul Chief Public Prosecutor’s Office announced that an investigation had been launched under Article 217/a of the Turkish Penal Code for “publicly disseminating misleading information,” and that the detention was carried out by the Istanbul Provincial Gendarmerie Command in line with prosecutorial instructions.

Attorney Enes Ermaner stated that Terkoğlu was taken to the Istanbul Courthouse in Çağlayan to give his statement. According to Terkoğlu, after the interrogation he was referred to the Criminal Judgeship of Peace with a request for judicial control in the form of a travel ban. He was released following his testimony.

Broadcast cited as grounds

The detention was based on Terkoğlu’s comments during a program on Onlar TV concerning drug use in Turkey, drug trafficking, and related law enforcement operations. In the broadcast, Terkoğlu highlighted the recent wave of consecutive operations, saying: “Every morning, waves of detentions, statements, and official announcements shape the public agenda. The question everyone is asking is this: Why do these operations remain limited to users, and why do they not reach the top of the organization?”

Terkoğlu said he posed this question to sources within the Ministry of Interior and received the response: “In fact, they do reach that level, but the media and the public do not discuss it sufficiently.”

According to information shared during the program, a total of 51 tons of narcotics were seized across Turkey over the past two years—23 tons last year and 28 tons this year. It was noted that approximately 49 percent of the seized drugs were confiscated by the Istanbul Police Department, that joint operations were conducted with police forces from five countries, and that significant arrests were made targeting drug networks linked to South America and extending into Europe.

The “Library” allegation

The section that led to Terkoğlu’s detention was an exclusive report he shared at the end of the program. Bringing to the public agenda allegations regarding a private entertainment venue operating in Istanbul’s Etiler district, publicly known as “Kütüphane” (“The Library”), Terkoğlu stated that the venue only admitted select individuals and functioned as a secret entertainment location.

Terkoğlu said that during a drug raid conducted by police teams at the venue, a person who identified himself as a prosecutor refused to be searched, presented his identification, and that the situation was reported to the prosecutor at the Istanbul Chief Public Prosecutor’s Office who was overseeing the operation. According to Terkoğlu, after the information that “there was a prosecutor inside the venue” was conveyed, police teams were forced to leave the premises without conducting a search.

Subsequently, the Istanbul Chief Public Prosecutor’s Office announced in a statement that the allegations were being examined and that the matter had been reported to the Council of Judges and Prosecutors (HSK).

Barış Terkoğlu’s first statement: “I did journalism, I did not mislead the public”

Stating that he has been practicing journalism since 2008, Barış Terkoğlu said in his statement given as part of the investigation that the video he shared on Dec. 24, 2025 via the social media platforms X (Twitter) and YouTube belonged to him. Terkoğlu stated that he personally shared the video titled “Police Entered for a Drug Search, Encountered a Prosecutor Inside,” which featured his own narration.

When asked about the sources on which the information conveyed in the video was based, Terkoğlu did not provide a direct answer, emphasizing that this stance stemmed from constitutional guarantees and the provisions of the Press Law. Terkoğlu stated, “Forcing a journalist to disclose information sources would effectively mean the end of journalistic activity,” highlighting that source confidentiality is one of the fundamental pillars of the profession.

Terkoğlu stated that after his post, other news reports regarding the same incident were also published, that he followed these reports on social media, and that there was no contradiction between those reports and his own post. On the contrary, he noted that some of the reports contained more detailed information than what he had conveyed in his video.

In another post that he stated would be submitted to the case file through his lawyers, Terkoğlu recalled that the Istanbul Chief Public Prosecutor’s Office had made a statement to a journalist regarding the matter. He said that in this statement, the news report was fully confirmed and that it was stated the issue had been reported to the Council of Judges and Prosecutors, adding that the information presented to the public by the prosecutor’s office was more comprehensive than what he had shared.

Terkoğlu also stated that after sharing the video, he reviewed other news reports circulating on social media and that these contents also confirmed the accuracy of his reporting. He said that he subsequently made another post and that this post could also be included in the case file if deemed appropriate.

At the end of his statement, Terkoğlu emphasized that he did not believe there was any misleading information in the posts attributed to him and argued that his reporting was accurate, legitimate, and conducted within the scope of journalistic activity.

Reactions from journalists and politicians

The detention of Barış Terkoğlu prompted consecutive reactions from journalists and politicians. Journalist Barış Pehlivan, who announced the detention, said: “Shame on you! My friend, journalist Barış Terkoğlu, has been detained. Instead of detaining and investigating corrupt public officials, they want to silence journalists who expose them and work for a clean society. And they do this through a story that the prosecutor’s office itself has confirmed. Cut off one of Barış’s hands; with the other, with his voice, his ideas, he will continue to tell the truth.”

Journalist Timur Soykan said: “Barış Terkoğlu was detained for doing accurate journalism. It has been confirmed that the news was correct, that a prosecutor showed his identification to police officers at the venue, and that the Council of Judges and Prosecutors launched an investigation.”

Halktv.com.tr columnist Ayşenur Arslan commented: “As we enter the new year, the government is showing us what to expect from 2026. Barış Terkoğlu was detained because of documented reporting.”

CHP Deputy Chair Burhanettin Bulut said: “Journalist Barış Terkoğlu was detained due to a news video broadcast on Onlar. Instead of pursuing criminals, journalists who convey the truth to the public are being targeted. This is a clear intervention in press freedom.”

CHP Parliamentary Group Deputy Chair Murat Emir stated: “Those who fear the light of truth are once again seeking refuge in darkness. Journalist Barış Terkoğlu was detained simply for reporting the truth. We stand with Terkoğlu against those who criminalize journalism.”

TİP Chairman Erkan Baş said: “We will not believe that this government, which has inflicted barons, mafias and gangs upon this country, is now acting sincerely to clean things up. If they were sincere, they would give Terkoğlu a plaque for exposing corruption in the bureaucracy; instead, they detained him. Journalist Barış Terkoğlu must be released immediately.”

CHP Deputy Chair responsible for Legal Policies Gökçe Gökçen said: “Barış Terkoğlu is in custody for doing journalism. Journalism is not a crime.”

CHP Malatya MP Veli Ağbaba stated: “If journalists are detained for reporting the news, what exists is not justice but a regime of fear. Barış Terkoğlu must be released immediately.”

CHP Ordu MP Seyit Torun said: “You cannot silence journalists who write the truth. Detaining Barış Terkoğlu is a sign of panic in a corrupt system.”

CHP Parliamentary Group Deputy Chair Ali Mahir Başarır shared the message: “You cannot silence journalists who write the truth. We will not remain silent.”

Journalist Sedef Kabaş said: “Press freedom is not the freedom of a journalist alone, but the freedom of society. If a journalist is detained, it is actually the public that is being silenced.”

Journalist Bahadır Özgür said: “Is there any clearer proof of who will not be touched in these operations? Release Barış immediately.”

Journalist Mustafa Kemal Erdemol said: “Putting the person who exposes the crime behind bars instead of the criminal defies reason. Of course I stand with Barış.”

Journalist Hilmi Hacaloğlu said: “The report Barış Terkoğlu produced was confirmed by today’s official statement. We stand with Barış.”

Documentarian Nebil Özgentürk said: “Journalism cannot be silenced. Barış Terkoğlu is a traveler on the path of journalism.”

Journalist Tuncay Mollaveisoğlu stated: “Despite the prosecutor’s office confirming the accuracy of the news, a detention was carried out. In Turkey, intimidation of society through journalists has become routine. Do not get used to it. Do not normalize it.”

Legal assessment

The detention of Barış Terkoğlu has sparked serious legal debate, particularly regarding the application of Article 217/a of the Turkish Penal Code to journalistic activities. According to legal experts, the sharing of information that concerns the public and was later confirmed by the prosecutor’s office should be evaluated within the scope of press freedom guaranteed under Article 28 of the Constitution.

The case law of the European Court of Human Rights also emphasizes that journalists must be allowed to produce harsh, disturbing, or power-challenging reporting on matters of public interest as a requirement of a democratic society. In this context, the view has emerged that Terkoğlu’s detention does not comply with the principles of proportionality, necessity, and restraint.

The detention process of Barış Terkoğlu is being regarded as a critical example for the boundaries of journalism, the influence of the judiciary over the press, and the future of freedom of expression in Turkey. (Türkische Allgemeine, 25.12.2025)

Journalisten Klenk, Stajić und der SPÖ-Minister, Grünen üben scharfe Kritik an der ÖVP-Kampagne

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Bereits vor drei Tagen hatte TKG gewarnt

Die von der ÖVP unter dem Titel „Integrationsbarometer“ gestartete Kampagne hat sich zu einer systematischen politischen Operation entwickelt, die unter dem Deckmantel einer wissenschaftlichen Studie Muslime ins Visier nimmt. Sowohl die Warnungen der Türkischen Kulturgemeinde in Österreich (TKG) vom 18. Dezember als auch die heutigen Hinweise von Klenk und der Tageszeitung Der Standard zeigen, dass dieses Barometer die Stimmen von Migranten vollständig ausblendet und als Instrument dient, das bewusst ein einseitiges, Muslime pauschal dämonisierendes gesellschaftliches Bild erzeugt. Entsprechend steht die Kampagne massiv in der Kritik.

Die von der ÖVP – Koalitionspartner in der Bundesregierung – auf Basis des „Integrationsbarometers“ lancierte und wegen ihrer muslimfeindlichen Stoßrichtung heftig kritisierte Kampagne hat eine neue Debatte ausgelöst. Florian Klenk, Chefredakteur des Wochenmagazins FALTER und investigativer Journalist, reagierte mit scharfer Kritik und sorgte damit für breite öffentliche Aufmerksamkeit. Sein Einspruch folgte unmittelbar auf die ausführliche Warnung der TKG, die am 18. Dezember am Vormittag veröffentlicht worden war.

Während aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen darauf hingewiesen wird, dass die ÖVP mit Verweis auf das „Integrationsbarometer“ eine Kampagne betreibt, die Muslime pauschal dämonisiert und eine neue Welle des Hasses in Österreich auslöst, kam die deutlichste Reaktion heute erneut von FALTER‑Chefredakteur Florian Klenk. Seine Kritik deckt sich mit den Warnungen der TKG, die vor drei Tagen veröffentlicht wurden: Diese Erhebung sei weder neutral noch wissenschaftlich, sondern ein politisches Instrument, dessen Ergebnisse vorab konstruiert und durch suggestive Fragen gelenkt seien, um die Gesellschaft bewusst gegen Muslime aufzubringen. Auch Der Standard betont in seiner Analyse, dass das Barometer die Perspektive von Migranten vollständig ausschließe und damit den Anspruch auf Neutralität fundamental untergrabe.

Beginn der politischen Reaktionen – Morgen des 21. Dezember 

Am Morgen des 21. Dezember veröffentlichte Der Standard einen ausführlichen Bericht über die „massive Kritik“ an der ÖVP-Kampagne und hob hervor, dass die Aktion eine neue Welle der Polarisierung auslöse und wissenschaftlich nicht haltbar sei. Damit erreichte die Debatte die Ebene der Bundesregierung. 

Erste klare Distanzierung aus der Regierung – 21. Dezember, 11:26 Uhr 

Um 11:26 Uhr meldete sich SPÖ-Finanzminister Markus Marterbauer auf Bluesky zu Wort und schrieb: „Entschuldigung! Wir sind nicht so.“ Damit erfolgte die erste offene Distanzierung eines Regierungsmitglieds von der ÖVP-Kampagne. 

Reaktion der Grünen – Mittag des 21. Dezember 

Gegen Mittag äußerte sich auch die Grünen-Chefin Leonore Gewessler kritisch und erklärte, die Kampagne diffamiere Muslime und sei mit einer verantwortungsvollen Regierungsarbeit unvereinbar. Damit stellten sich beide Koalitionspartner klar gegen die ÖVP. 

Klenk: „Diese Kampagne der ÖVP eint die Gesellschaft nicht – sie spaltet sie bewusst“

In einer Stellungnahme in den sozialen Medien kritisierte Klenk die ÖVP‑Kampagne mit den Worten: „Die neue Kampagne der Volkspartei ist nicht islamfeindlich, sie ist menschenfeindlich. Kurz vor Weihnachten – dem christlichen Fest der Versöhnung – Hass gegen einen Teil der Bevölkerung zu schüren, spaltet statt zu verbinden. Für eine christlich‑soziale Partei ist das ein moralisches Armutszeugnis.“

Klenk erklärte weiter, die Kampagne wirke wie ein Versuch der ÖVP‑Politikerin Claudia Plakolm, sich rhetorisch an die extreme Rechte anzunähern: „Das ist ein beschämendes Beispiel dafür, wie Claudia Plakolm versucht, sich an Stil und Sprache von Kickl anzulehnen. Zusammen mit Wögingers Personalpoker und Mahrers Ambitionen zeigt diese Kampagne einmal mehr, warum die Partei in einem so tiefen politischen Niedergang steckt.“

Für Klenk ist die Kampagne so eindeutig hetzerisch, dass sie mit Integrationspolitik nichts zu tun habe: „Das ist keine Integrationspolitik; das ist eine grobe, kalkulierte Hasskampagne gegen Muslime. Sie verbindet nicht – sie radikalisiert. Und das von einer Partei, die unter Sebastian Kurz, Susanne Raab und Claudia Plakolm jahrelang für Integration zuständig war.“

Der Standard – Stajić: Das Integrationsbarometer ist keine Wissenschaft, sondern ein politisches Instrument

Die Standard‑Journalistin Olivera Stajić betont in ihrer am Abend des 18. Dezember veröffentlichten Analyse, dass der zentrale Mangel des Integrationsbarometers darin liege, Migranten vollständig auszuschließen. „In diesem Barometer kommen die Stimmen der Migranten nicht vor“, schreibt sie und bezeichnet es als methodischen Zusammenbruch, einen zweiseitigen Prozess wie Integration ausschließlich anhand der Wahrnehmung der Mehrheitsgesellschaft zu messen. Eine Studie, die Migranten keine einzige Frage stellt, könne mit Integration nichts zu tun haben und diene vielmehr der politischen Instrumentalisierung und bewussten Manipulation der Öffentlichkeit.

Stajić stellt klar, dass das Integrationsbarometer keine wissenschaftliche Untersuchung, sondern ein politisch gelenktes Werkzeug sei. Die ÖVP habe dieses Barometer auf einer methodisch brüchigen Grundlage aufgebaut, die Stimmen der Migranten ignoriert und Muslime als eigene Zielgruppe markiert. Das Instrument zerstöre jeden Anspruch auf Neutralität und diene nicht der Messung von Integration, sondern der politischen Nutzung gesellschaftlicher Ängste – finanziert mit Steuergeldern.

Sie kritisiert zudem die Konstruktion der Fragen: „Für Ukrainer mögen andere rechtliche Bedingungen gelten – aber warum gilt das für die Kategorie ‚Muslime‘?“ Die gesonderte Kategorisierung von Muslimen sei keine wissenschaftliche, sondern eine ideologische Entscheidung. Die festen Kategorien und suggestiven Fragen erzeugten Konflikte, statt sie zu messen, und verliehen dem Ganzen unter dem Etikett ‚Barometer‘ lediglich einen wissenschaftlichen Anstrich.

Auszüge aus Stajićs Analyse:

„Die Stimmen der Migranten fehlen vollständig.“ 

„Integration ist ein zweiseitiger Prozess; hier wird nur die Wahrnehmung der Mehrheitsgesellschaft gemessen.“ 

„Eine Studie ohne eine einzige Frage an Migranten kann keine Integrationsstudie sein.“

Zur einseitigen Perspektive:

„Diese Erhebung absolutisiert die Sicht der Mehrheitsgesellschaft.“ 

„Das Barometer misst nur die Gefühle eines Teils der Bevölkerung – das ist kein wissenschaftlicher Ansatz.“

Zur ideologischen Kategorisierung:

„Die gesonderte Kategorie ‚Muslime‘ ist wissenschaftlich nicht begründbar.“ 

„Die Fragen ordnen Muslime automatisch der Problemkategorie zu.“ 

„Diese Kategorien erzeugen gesellschaftliche Spannungen, statt sie abzubilden.“

Zu suggestiven Fragen:

„Die Fragen lenken die Teilnehmenden auf bestimmte Antworten.“ 

„Dieses Barometer misst nicht – es lenkt.“ 

„Das Frageformat setzt Konflikt als Ausgangspunkt voraus.“

Zur Frage, warum Muslime gesondert erfasst werden:

„Für Ukrainer gibt es rechtliche Gründe – aber warum Muslime?“ 

„Es gibt keine wissenschaftliche Begründung für diese Trennung.“ 

„Warum Muslime als besondere Zielgruppe markiert werden, bleibt unbeantwortet.“

Zum Zusammenbruch des Neutralitätsanspruchs:

„Diese Erhebung ist nicht neutral; sie legitimiert die Ängste der Mehrheitsgesellschaft.“ 

„Das Barometer ist eher ein politischer Rahmen als ein wissenschaftliches Instrument.“ 

„Der Neutralitätsanspruch widerspricht der Struktur der Fragen.“

Zur Schein‑Wissenschaftlichkeit:

„Der Begriff ‚Barometer‘ verleiht nur einen wissenschaftlichen Anstrich.“ 

„Bei einer derart fehlerhaften Methodologie haben die Ergebnisse keinen wissenschaftlichen Wert.“

 

Der Standar-Michael Völker: Eine Analyse der ÖVP‑Kampagne gegen muslimische Bürgerinnen und Bürger

Der Standard‑Autor Michael Völker kritisiert in seiner Analyse die aktuelle ÖVP‑Kampagne scharf und bezeichnet sie als bewusst spaltend und integrationsfeindlich. Die Volkspartei präsentiere auf ihrem Instagram‑Kanal nicht nur wirtschaftspolitische Botschaften, sondern verbreite gleichzeitig Aussagen, die Muslime pauschal problematisieren. Unter dem Slogan „Null Toleranz“ würden Formulierungen verbreitet, die suggerieren, ein Großteil der Bevölkerung habe Schwierigkeiten im Zusammenleben mit Muslimen.

Völker erinnert daran, dass eine derart offene Abwertung einer religiösen Gruppe bislang vor allem ein Stilmittel der FPÖ gewesen sei. Mit der aktuellen Linie rücke jedoch auch Integrationsministerin Claudia Plakolm die ÖVP in eine zunehmend radikale und ausgrenzende Position.

Strategisch sei dieses Vorgehen doppelt widersprüchlich: Einerseits spiele die ÖVP damit der FPÖ in die Hände und stärke deren Narrativ. Andererseits regiere die Partei seit rund 15 Jahren im Bereich Integration – wer heute behaupte, das Zusammenleben funktioniere schlecht, gestehe damit indirekt das eigene politische Scheitern ein.

Besonders problematisch sei laut Völker die moralische Dimension. Eine Kampagne, die gezielt auf Ausgrenzung und Feindbilder setze, stehe im direkten Widerspruch zu jeder Form von Integrationspolitik. Statt Brücken zu bauen, würden Ressentiments geschürt und die Mehrheitsgesellschaft gegen Menschen muslimischen Glaubens aufgehetzt.

Völker kommt zu dem Schluss, dass die ÖVP mit dieser Kampagne das Ziel der Integration bewusst untergräbt und damit ihre politische Verantwortung verfehlt. Wer Integration derart missbrauche, solle diesen Politikbereich nicht länger führen.

 Laut der Standard hat Alma Zadić, ehemalige Justizministerin der Grünen, meinte dazu: „Menschen nur aufgrund ihrer Religion pauschal als ein Problem darzustellen, entwertet, entmenschlicht und schürt bewusst Hass gegenüber Muslim:innen in Österreich.“ Es sei „Aufgabe der Kanzlerpartei, für ein friedliches Zusammenleben zu sorgen und nicht Hass und Hetze zu verbreiten“. Auch Grünen-Chefin Leonore Gewessler äußerte sich: „Wer ganze Bevölkerungsgruppen pauschal problematisiert, betreibt bewusste Spaltung. Politik hat die Aufgabe, Zusammenhalt und das Gemeinsame zu stärken – und nicht Misstrauen zu säen.“

Lukas Gahleitner-Gertz stellte  laut Standard die Auflösung des Integrationsfonds zur Debatte, man müsse über eine vollkommene Neuaufstellung der Integrationspolitik in Österreich diskutieren. „Die erforderliche Reformfähigkeit ist aufgrund des massiven Parteieinflusses nicht gegeben.“ Der Fonds würde parteipolitisch missbraucht, meint Gahleitner-Gertz.

TKG: „Das Integrationsbarometer ist kein wissenschaftliches, sondern ein politisches Instrument“

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) erklärte am 18. Dezember, dass das „Integrationsbarometer“ kein wissenschaftliches Messinstrument sei, sondern ein politisch motivierter Mechanismus der Manipulation. Die Veröffentlichung kurz vor Weihnachten gefährde den sozialen Frieden und stigmatisiere rund 800.000 Muslime pauschal.

In der Stellungnahme heißt es:

„Dieses Instrument dient dazu, Ängste zu schüren, bestimmte Gruppen systematisch zu stigmatisieren und die Verantwortung für Integration seit Jahren von denselben politischen Akteuren abzuwälzen. Das ist keine Integrationspolitik, sondern eine Strategie, die die Gesellschaft spaltet und religiöse Zugehörigkeit politisch instrumentalisiert.“

Die TKG betont zudem, dass das Integrationsbarometer die staatliche Neutralitätspflicht verletze, gegen den Schutzbereich des § 283 StGB verstoße und mit öffentlichen Mitteln ein Stigmatisierungsinstrument finanziere.

„Eine religiöse Gemeinschaft pauschal ins Visier zu nehmen, widerspricht der verfassungsmäßigen Ordnung“

Im juristischen Teil der Erklärung warnt die TKG die Regierung:

„Wenn es tatsächlich sicherheits- oder rechtsrelevante Strukturen gibt, müssen diese konkret, benannt und differenziert dargestellt werden. Die muslimische Bevölkerung als Ganzes ins Visier zu nehmen, verstößt gegen § 283 StGB, die staatliche Neutralitätspflicht, den Gleichheitsgrundsatz sowie Artikel 9 und 14 EMRK.“

Die TKG erinnert daran, dass die große Mehrheit der Muslime in Österreich demokratischen Werten verpflichtet ist, dem Rechtsstaat loyal gegenübersteht und seit Jahrzehnten zum sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Leben des Landes beiträgt.

Forderungen der TKG:

– Ende aller politischen Maßnahmen, die Muslime pauschal herabsetzen oder als Problemgruppe darstellen 

– Offenlegung, an wen öffentliche Integrationsmittel fließen 

– Einrichtung eines unabhängigen, wissenschaftlich fundierten „Rassismus‑Barometers“ 

– Vollständige Anwendung der Bestimmungen gegen Hassrede und Diskriminierung (§ 283 StGB) 

– Neuausrichtung der Integrationspolitik auf Laizismus, Demokratie, Pluralismus, Rechtsstaatlichkeit und Gleichheit

Abschließend erklärt die TKG:

„In dieser schwierigen Zeit müssen Politik, Medien und öffentliche Institutionen ihrer Verantwortung gerecht werden. Eine Sprache, die beruhigt statt aufheizt und verbindet statt trennt, liegt im Interesse aller. Wir erinnern daran in Freundschaft und gegenseitigem Respekt.“ ( Türkische Allgemeine, 21.12.2025)

 

Quellen: Chronologie der Reaktionen auf das Integrationsbarometer

Die erste Warnung der TKG – Vormittag des 18. Dezember 

Die erste offizielle Reaktion auf die von der ÖVP gestartete Kampagne zum „Integrationsbarometer“ kam am Vormittag des 18. Dezember von der Türkischen Kulturgemeinde in Österreich (TKG). In einer über APA-OTS verbreiteten Stellungnahme erklärte die TKG, das Barometer sei keine wissenschaftliche Studie, sondern ein politisches Manipulationsinstrument, das Muslime pauschal ins Visier nehme. In einer ausführlicheren Mitteilung, die am Mittag desselben Tages veröffentlicht wurde, kritisierte die TKG den methodischen Zusammenbruch, den vollständigen Ausschluss der Migranten und die gezielte Markierung der Muslime als eigene Zielgruppe.

https://www.turkischegemeinde.at/tkg-stellungnahme-zum-integrationsbarometer-und-zur-einhaltung-des-%c2%a7-283-stgb/

Analyse des Standard – Abend des 18. Dezember 

Wenige Stunden nach der TKG-Warnung veröffentlichte Standard-Journalistin Olivera Stajić eine umfassende Analyse, in der sie betonte, dass der zentrale Mangel des Barometers im völligen Ausschluss der Migranten liege. Stajić bezeichnete die Erhebung als politisch gelenktes Instrument und nicht als wissenschaftliche Studie und kritisierte, dass die Fragekonstruktion Konflikte nicht messe, sondern produziere.
https://www.derstandard.at/story/3000000301320/integrationsbarometer-wo-bleibt-die-meinung-der-migranten

Michael Völker
https://www.derstandard.at/story/3000000301659/massive-kritik-an-oevp-kampagne-gegen-muslime

Wachsende öffentliche Kritik – 19. und 20. Dezember 

In den folgenden zwei Tagen nahm die Kritik in den sozialen Medien deutlich zu. Die von der ÖVP verbreiteten Kampagnenmotive wurden insbesondere auf Instagram und X breit kritisiert. Viele Nutzer bezeichneten die Kampagne als pauschal muslimfeindlich, spaltend und als Versuch, unter dem Deckmantel wissenschaftlicher Seriosität Ressentiments zu schüren.

Beginn der politischen Reaktionen – Morgen des 21. Dezember 

Am Morgen des 21. Dezember veröffentlichte Der Standard einen ausführlichen Bericht über die „massive Kritik“ an der ÖVP-Kampagne und hob hervor, dass die Aktion eine neue Welle der Polarisierung auslöse und wissenschaftlich nicht haltbar sei. Damit erreichte die Debatte die Ebene der Bundesregierung.

Erste klare Distanzierung aus der Regierung – 21. Dezember, 11:26 Uhr 

Um 11:26 Uhr meldete sich SPÖ-Finanzminister Markus Marterbauer auf Bluesky zu Wort und schrieb: „Entschuldigung! Wir sind nicht so.“ Damit erfolgte die erste offene Distanzierung eines Regierungsmitglieds von der ÖVP-Kampagne.
https://kurier.at/politik/inland/oevp-integrationsbarometer-sorgt-fuer-kritik/402984983

Reaktion der Grünen – Mittag des 21. Dezember 

Gegen Mittag äußerte sich auch die Grünen-Chefin Leonore Gewessler kritisch und erklärte, die Kampagne diffamiere Muslime und sei mit einer verantwortungsvollen Regierungsarbeit unvereinbar. Damit stellten sich beide Koalitionspartner klar gegen die ÖVP.
https://kurier.at/politik/inland/oevp-integrationsbarometer-sorgt-fuer-kritik/402984983

Klenks deutliche Kritik – 21. Dezember 

FALTER-Chefredakteur Florian Klenk bezeichnete die Kampagne in einer Stellungnahme in den sozialen Medien als „menschenfeindlich“. Er warf der ÖVP vor, die Gesellschaft bewusst zu spalten, und betonte, dass es sich nicht um Integrationspolitik, sondern um eine kalkulierte Hasskampagne handle.
Quelle>   https://www.facebook.com/photo?fbid=3203417136497320&set=a.107139316125133

Gesamtbild der Entwicklung 

Die Ereignisse der vergangenen vier Tage zeigen, dass die ÖVP-Kampagne zum Integrationsbarometer nicht nur wissenschaftlich fragwürdig ist, sondern auch eine neue Welle gesellschaftlicher Polarisierung ausgelöst hat. Die Warnung der TKG, die Analyse von Stajić, die Kritik von Klenk sowie die deutlichen Reaktionen der Koalitionspartner SPÖ und Grüne haben die politische und gesellschaftliche Legitimität der Kampagne massiv in Frage gestellt.

 

Immer wieder, immer wieder: Parteipolitische Stigmatisierung unter dem Vorwand „Integrationsbarometer“

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TKG warnt vor parteipolitisch finanzierter Stigmatisierung von Musliminnen und Muslimen

von Andreas Günes, Berlin,  19.11.2025

Laut aktuellen Medienberichten war am 17.12.2025, dem Tag, an dem das Integrationsbarometer des Integrationsministeriums der Regierung ÖVP–SPÖ–NEOS durch eine Meinungsforschung 2025 veröffentlicht wurde, Folgendes – quasi als Weihnachtsgeschenk an die ca. 800.000 muslimische Bevölkerung Österreichs, von der die Mehrheit längst integriert ist – zu lesen:

„Probleme mit Muslimen: Rund zwei Drittel der Österreicherinnen und Österreicher sind der Meinung, dass das Zusammenleben mit Muslimen schlecht oder eher schlecht funktioniert. 2015 waren es noch 51 Prozent.“

Immer wieder, immer wieder

Wieder ist Weihnachtszeit – und „immer wieder, immer wieder“ erleben wir politisch motivierte Stigmatisierungen von Musliminnen und Muslimen unter dem Vorwand der Integrationsbarometer. Varianten à la carte, die in ihrer Logik und Wirkung an die ausgrenzende Politik eines Karl Lueger erinnern, werden erneut mit Steuergeldern als „Integrationsbarometer“ präsentiert.

TKG erhebt offiziellen Einspruch

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) hat gegen diese Erhebung offiziell Einspruch erhoben. Aus Sicht der TKG handelt es sich um ein politisch konstruiertes, suggestives und gesellschaftlich spaltendes Instrument, das im Bundeskanzleramt der Republik Österreich von der ÖVP-geführten Integrationsministerin gemeinsam mit Meinungsforschern vorgestellt wurde.

Warnung vor Gefährdung des sozialen Friedens

In ihrer Stellungnahme warnt die TKG ausdrücklich vor der Gefährdung des sozialen Friedens durch eine Erhebung, die eine gesamte Religionsgemeinschaft pauschal stigmatisiert und herabwürdigt. Eine solche Praxis widerspricht nicht nur dem Geist des § 283 StGB (Verhetzung), sondern verletzt zentrale verfassungsrechtliche Grundsätze – insbesondere den unantastbaren Kern des Menschenwürdeschutzes. Die Verfassung ist eindeutig: Niemand darf aufgrund seiner Rasse, Hautfarbe, Sprache, Religion, Konfession oder Weltanschauung benachteiligt werden.

TKG: Herabwürdigung unter dem Deckmantel der Meinungsforschung

Die TKG stellt klar: Solche herabwürdigenden Aussagen gegenüber muslimischen Menschen in Österreich – unabhängig davon, ob sie längst österreichische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger sind oder nicht – entstehen unter dem Deckmantel seriöser Meinungsforschung durch suggestive Fragestellungen und werden mit Steuergeldern finanziert, also auch mit jenen der muslimischen Bevölkerung. Seit Jahren wird mit denselben Begriffen und demselben Tonfall gearbeitet, um Muslime in Österreich, in der EU und weltweit zu problematisieren, zu kriminalisieren, zu herabwürdigen und zu delegitimieren.

Forderung nach unabhängiger Forschung

Sollte es notwendig sein, ein Lage- oder Stimmungsbild zum gesellschaftlichen Zusammenleben zu erstellen, so fordert die TKG, dass ein solches Instrument ausschließlich von unabhängigen, wissenschaftlich anerkannten Forschungsinstituten entwickelt wird. Ergänzend spricht sich die TKG für die jährliche Veröffentlichung eines unabhängigen Rassismus-Barometers aus, das strukturelle Diskriminierung in Österreich sichtbar macht.

Verfassungsrechtliche Grenzen werden überschritten

Wenn staatliche Stellen oder durch Wahlen legitimierte Parteien Instrumente einsetzen, die eine Bevölkerungsgruppe kollektiv problematisieren, überschreiten sie die Grenzen der verfassungsrechtlich gebotenen staatlichen Neutralität. Die Republik Österreich ist kein Experimentierfeld für parteipolitische Stimmungserzeugung. Die Grundprinzipien der Bundesverfassung – insbesondere das demokratische, rechtsstaatliche und republikanische Prinzip – verpflichten alle staatlichen Organe zu Sachlichkeit, Gleichbehandlung und Zurückhaltung gegenüber jeder Form der gruppenbezogenen Herabwürdigung.

Res Publica: Das Gemeinwohl ist unantastbar

Die „gemeinsame Sache“ bzw. die „öffentliche Angelegenheit“, also die Res Publica, die sich am gesamten Gemeinwohl orientiert und nur dann funktioniert, wenn die Demokratie intakt ist und damit das Fundament der österreichischen Verfassung bildet, darf nicht für parteipolitische Zwecke instrumentalisiert werden. Wer staatliche Ressourcen nutzt, um gesellschaftliche Gruppen zu spalten, handelt nicht im Sinne der Republik, sondern gegen ihre verfassungsmäßige Grundordnung – mit dem darin verankerten Recht, dass die Menschenwürde nicht verletzt werden darf. Diese Menschenwürde wird jedoch verletzt, wenn Musliminnen und Muslime in Österreich dauerhaft durch parteipolitische Zuschreibungen nach Art einer „à-la-Carte-Karl-Lueger-Politik“ herabgewürdigt werden

TKG-Stellungnahme zum Integrationsbarometer und zur Einhaltung des § 283 StGB

Wien – Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) gibt diese Stellungnahme im Interesse der freiheitlichen, demokratischen und verfassungsgemäß säkularen Republik Österreich ab und warnt eindringlich vor politisch und religiös motivierten Integrationsinstrumenten wie dem „Integrationsbarometer“. Diese Instrumente gefährden nach Ansicht der TKG den gesellschaftlichen Frieden und widersprechen dem Geist des § 283 StGB, der das öffentliche Aufstacheln zu Hass oder die Herabwürdigung religiöser Gruppen unter Strafe stellt.

Pauschalisierung : „Probleme mit Muslimen“ 

Aus aktuellen Medienberichten war Folgendes zu lesen: „Probleme mit Muslimen“ – Rund zwei Drittel der Österreicherinnen und Österreicher seien der Meinung, dass das Zusammenleben mit Muslimen schlecht oder eher schlecht funktioniere; 2015 waren es noch 51 Prozent.

Die TKG stellt klar: Solche Aussagen entstehen unter dem Deckmantel seriöser Meinungsforschung durch suggestive Fragestellungen, die mit Steuergeldern – auch jener muslimischen Bevölkerung – finanziert werden. Seit Jahren wird mit denselben Begriffen und demselben Tonfall gearbeitet, um Muslime in Österreich, der EU und weltweit zu problematisieren, kriminalisieren, herabwürdigen und zu delegitimieren. Sollte es notwendig sein, ein Lage- oder Stimmungsbild zum gesellschaftlichen Zusammenleben zu erstellen, so fordert die TKG, dass ein solches Instrument ausschließlich von unabhängigen, wissenschaftlich anerkannten Forschungsinstituten entwickelt wird. Ergänzend spricht sich die TKG für die jährliche Veröffentlichung eines unabhängigen Rassismus-Barometers aus, das strukturelle Diskriminierung in Österreich sichtbar macht.

Die TKG kritisiert scharf: 

„Es ist höchst bedenklich und beschämend, dass ein sich christlich‑demokratisch nennendes, von der ÖVP geführtes Integrationsministerium nach all den historischen Erfahrungen erneut auf suggestive Fragestellungen zurückgreift, deren Antworten von vornherein feststehen. Unter dem Deckmantel angeblicher Meinungsforschung werden rund 1.000 Österreicherinnen und Österreicher telefonisch befragt, um damit 800.000 Musliminnen und Muslime im ganzen Land zu stigmatisieren.

Warum werden in einem Atemzug geflüchtete Ukrainerinnen und Ukrainer gesondert abgefragt – ebenso wie Musliminnen und Muslime? Hier werden bewusst Äpfel mit Birnen vermischt, um eine bestimmte Gruppe negativ darzustellen. Besonders deutlich wird dies bei Fragen zum ‚Zusammenleben mit verschiedenen Zuwanderergruppen‘, die in vier Kategorien unterteilt wurden: 

Österreicher und Zuwanderer / Muslime und Nicht‑Muslime / Österreicher und Flüchtlinge / Österreicher und ukrainische Kriegsvertriebene. 

Die Befragten sollen das Zusammenleben jeweils als ‚sehr gut, eher gut, eher schlecht oder sehr schlecht‘ bewerten.

Angesichts zahlreicher Berichte und schrecklicher Ereignisse der vergangenen Jahre ist es nicht überraschend, dass Musliminnen und Muslime in solchen Umfragen schlechter abschneiden. Doch diese negativen Zuschreibungen dürfen niemals pauschal auf alle Musliminnen und Muslime in Österreich übertragen werden.“

„Integrationsbarometer“ versus „Rassismus-Barometer“

Die TKG fordert, dass staatliche Erhebungen zum gesellschaftlichen Zusammenleben ausschließlich von unabhängigen, wissenschaftlich anerkannten Instituten bzw. Meinungsforschern durchgeführt werden. Ergänzend spricht sich die TKG für die jährliche Veröffentlichung eines unabhängigen Rassismus-Barometers aus, das strukturelle Diskriminierung in Österreich sichtbar macht und wissenschaftlich belastbare Daten liefert.

Gefährdung des gesellschaftlichen Friedens

Das sogenannte „Integrationsbarometer“, das von der ÖVP – der de facto politischen Nachfolgepartei der Christlich-Sozialen Partei Karl Luegers – getragen und unterstützt wird, ist kein neutrales, wissenschaftlich unabhängiges Meinungsforschungs- oder Analyseinstrument. Vielmehr handelt es sich um ein politisch und ideologisch konstruiertes Auftragsinstrument, das seit Jahren zur kollektiven und pauschalen Stigmatisierung sowie zur gesellschaftlichen Herabwürdigung von Musliminnen und Muslimen beiträgt. Suggestive Fragestellungen und politisch motivierte Interpretationen erzeugen ein verzerrtes Bild, das mit Steuergeldern – auch jenen der muslimischen Bevölkerung – finanziert wird. Diese Praxis bewegt sich inhaltlich gefährlich nahe an einer staatlich begünstigten Herabwürdigung einer Religionsgemeinschaft und widerspricht dem Schutzauftrag des § 283 StGB. Die fortwährende Erwartung, dass Muslime in Österreich – trotz vielfach belegter Integration – ihr „Gelungensein“ immer wieder neu unter Beweis stellen müssten, ist menschenunwürdig, diskriminierend und steht in klarem Widerspruch zum verfassungsrechtlichen Grundsatz: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“

Pauschalisierung durch Meinungsforschung

Medienberichte zeigen, dass inzwischen rund zwei Drittel der Österreicherinnen und Österreicher das Zusammenleben mit Muslimen negativ bewerten; 2015 waren es noch 51 Prozent. Für die TKG ist klar: Diese Entwicklung spiegelt nicht die Realität des Zusammenlebens wider, sondern ist das Ergebnis jahrelanger politischer Kommunikation, die Muslime systematisch problematisiert und kriminalisiert.

Politische Instrumentalisierung

Unter dem Vorwand des Kampfes gegen den „politischen Islam“ findet seit Jahren eine von den staatlichen Organen mitgetragene Herabwürdigung von Muslimen statt. Dabei werden ausgewählte Akteur:innen gefördert, die politische Narrative bedienen. Unabhängige, pluralistische Stimmen, also muslimische Akteur:innen, werden hingegen systematisch ausgeblendet. Die TKG warnt seit über 35 Jahren vor politisierten Glaubensrichtungen, also politischem Islam (arabisch: Siyasal Islam; türkisch: Siyasal İslami), und fordert, endlich konsequent zwischen tatsächlichen sicherheitsrelevanten Akteuren und der breiten muslimischen Bevölkerung zu unterscheiden – also die Spreu vom Weizen zu trennen, unabhängig von Religion. Die Mehrheit der Musliminnen und Muslime will nicht von Anhängern des politischen Islam vertreten werden, die als nette Feuerlöscher auftreten, aber eigentlich Brandstifter sind. Es reicht!

Muslime als Teil Österreichs

In Österreich leben rund 800.000 Musliminnen und Muslime, davon etwa 400.000 mit Wurzeln in der Türkei. Viele sind Staatsbürgerinnen und Staatsbürger in vierter Generation und in allen gesellschaftlichen Bereichen vertreten: Ärztinnen, Wissenschaftler, Ingenieurinnen, Unternehmer, Künstlerinnen, Studierende, Arbeiter, Angestellte und Juristinnen. Sie wählen, arbeiten, zahlen Steuern und prägen seit den 1960er-Jahren das wirtschaftliche, soziale und kulturelle Leben Österreichs. Diese Erfolgsgeschichte darf nicht durch politisch motivierte Umfragen verzerrt werden.

Integrationsbarometer als „kultureller Rassismus“ (Neorassismus)

Das Integrationsbarometer ist nach Ansicht der TKG ein Beispiel für kulturellen Rassismus (Neorassismus), bei dem Kultur oder Religion als unveränderbare Eigenschaften dargestellt werden, um ganze Gruppen als „nicht integrierbar“ zu etikettieren. Die TKG betont: „Integration lässt sich nicht mit einem Barometer messen – schon gar nicht mit einem Instrument, das Vorurteile reproduziert.“

Historische Kontinuität problematischer Praxis

Bereits eine Profil-Recherche vom 26.06.2014 belegte, dass der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) unter ÖVP-Führung für politisch verwertbare Anti-Muslim-Narrative eingesetzt wurde. Die damalige „Moslem-Studie“ wurde ohne Ausschreibung finanziert, und darauf basierend wurden falsche Zahlen verbreitet. Die TKG sieht im heutigen Integrationsbarometer eine Fortsetzung dieser politischen Praxis. Auch die UN-Sonderberichterstatterin Ashwini K. P. dokumentierte in Österreich tief verankerte rassistische Strukturen, verbreitetes Racial Profiling und mangelnde Problemerkennung durch staatliche Stellen. Wir warnen in aller Freundschaft. Anstatt diese Befunde ernst zu nehmen, setzt das Integrationsministerium weiterhin auf Instrumente, die Vorurteile verstärken. Die ZEIT berichtete am 9. Dezember 2025 wie folgt: „UN-Sonderbeauftragte kritisiert verbreiteten Rassismus in Österreich“. Nach einem einwöchigen Besuch in Österreich hat die UN-Sonderberichterstatterin den in dem Land verbreiteten Rassismus kritisiert. Die Regierung in Wien müsse dringend handeln.

Mit allem gebotenen Respekt und in Würde

Mit allem gebotenen Respekt und in Würde fordern wir, nicht diskriminiert, verfolgt oder satanisiert zu werden. Die TKG fordert die Bundesregierung auf, problematische Gruppen, Sekten oder Einzelpersonen präzise und namentlich zu benennen, sofern diese tatsächlich sicherheits- oder rechtsrelevant sind – anstatt eine gesamte Religionsgemeinschaft bzw. Musliminnen und Muslime als Menschen pauschal zu diffamieren. Eine solche Pauschalierung widerspricht § 283 StGB, der staatlichen Neutralitätspflicht, der Gleichbehandlung sowie den Garantien der EMRK (Art. 9 und Art. 14). Was staatliche Stellen für sich selbst niemals akzeptieren würden, dürfen sie auch Angehörigen des Islam nicht zumuten. Die große Mehrheit der Musliminnen und Muslime in Österreich ist pluralistisch, heterogen und rechtsstaatlich loyal. Sie stehen hinter den Werten der säkularen, demokratischen Republik Österreich, schützen diese aktiv und leben hier seit Jahrzehnten erfolgreich, gleichberechtigt und in Würde.

Forderungen der TKG

Sofortige Beendigung politisch motivierter Instrumente, die Muslime kollektiv herabsetzen bzw. herabwürdigen. Vollständige Transparenz über die Verwendung von Steuergeldern im Integrationsbereich. Einführung eines unabhängigen, wissenschaftlich fundierten Rassismus-Barometers. Konsequente Einhaltung der gesetzlichen Schutzbestimmungen, insbesondere des § 283 StGB. Eine Integrationspolitik, die auf säkularen, freiheitlich-demokratischen, vielfältigen und rechtsstaatlichen Grundsätzen sowie auf Gleichbehandlung und Menschenwürde basiert. Die TKG appelliert an Politik, Medien und Institutionen, ihrer gesellschaftlichen Verantwortung in diesen schwierigen Zeiten gerecht zu werden – in aller Freundschaft und mit dem gebotenen Respekt. ( Andreas. Günes, Berlin, 19.12.2025)

Quellen:
TKG: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20251218_OTS0086/tkg-stellungnahme-zum-integrationsbarometer-und-zur-einhaltung-des-283-stgb
EU https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:52020DC0565&from=DE

WEISSER RING: https://www.weisser-ring.at/oesterreich-muss-seine-verantwortung-im-kampf-gegen-rassismus-wahrnehmen/

Atma Şiwan, din kardeşiyiz: Fake History / Sahte Tarih

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Andreas Güneş-Analiz, Berlin, 16.12.2025

“Tarihçi” etiketiyle sunulan ideolojik anlatıya üç dilde cevap. Türkçe, Almanca ve İngilizce. Sırayla. Peki niye?

Rudaw adlı Kürt medya organının, “tarihçi” sıfatıyla Emin Şiwan’ı öne çıkararak dolaşıma soktuğu anlatılar, tarih yazımının değil, ideolojik ajitasyonun ürünüdür.

Ortada ne akademik yöntem vardır ne de kaynaklarla desteklenen bir analiz.

Bunun yerine, belgeleri bağlamından koparan, kavramları kasıtlı biçimde çarpıtan ve yüzlerce yıllık çok aktörlü tarihsel süreçleri tek bir etnik öznenin hanesine yazmaya çalışan bir propaganda dili bulunmaktadır. Bu dil, tarih üretmez; mit üretir. Ve bu mitin adı nettir: Fake History. Bu söylemlerde tarihçilik yoktur; mitoloji mühendisliği vardır. Arşiv okumayı slogana indirgeyen, karmaşık süreçleri tek bir etnik kahramanlık hikâyesine dönüştüren bu yaklaşım, bilimselliğin değil kimlik ajitasyonunun alanına aittir.

Rudaw üzerinden dolaşıma sokulan dört temel iddia

Rudaw Türkçe hesabından servis edilen içerikte Emin Şiwan adına dört temel iddia ortaya atılmaktadır. Bu iddialar, ilk bakışta “belge”, “arşiv” ve “tarih” gibi kelimelerle süslenmiş olsa da, biraz kazındığında geriye yalnızca politik hedeflere hizmet eden sloganlar kalmaktadır. Polemik tam da burada başlamalıdır; çünkü bu söylemler masum akademik hatalar değil, bilinçli yönlendirmelerdir. Bu iddiaların ortak özelliği, bağlamdan koparma, indirgeme ve ajitasyon yoluyla tarihsel gerçekliği etnik bir mitolojiye dönüştürme çabasıdır.

Çaldıran Savaşı’nı etnik slogana indirgemek

“Şah İsmail ile Yavuz Selim arasındaki savaşta dengeyi Kürtler değiştirdi” iddiası, Çaldıran Savaşı gibi askerî tarih açısından son derece iyi çalışılmış bir olayı kaba bir etnik indirgemecilikle yeniden yazma girişimidir. Çaldıran’ın sonucunu belirleyen faktörler tarih literatüründe açıktır: Osmanlı ordusunun ateşli silah ve topçu üstünlüğü, Safevi ordusunun klasik süvari yapısının bu teknoloji karşısında yetersiz kalması, lojistik ve disiplin farkı, merkezi komuta yapısı ve Şah İsmail’in stratejik hataları. Kürt beylerinin bir kısmının Osmanlı ile ittifak kurduğu bilinmektedir; ancak bu durum “dengeyi Kürtler değiştirdi” şeklinde sunulamaz. Bu, askeri tarihi kimlik siyasetine kurban eden bilim dışı bir basitleştirmedir. Bu iddia, tarihsel gerçekliği değil, etnik romantizmi besleyen bir slogandır.

Coğrafi terimi idari statüye dönüştürme manipülasyonu

“Kerkük Osmanlı belgelerinde Kürdistan vilayetinin sancağıdır” iddiası, kavram çarpıtmanın en açık örneklerinden biridir. Osmanlı arşivlerinde “Kürdistan” ifadesinin zaman zaman geçtiği doğrudur; ancak bu kullanım coğrafi ve etnografik bir tanımlamadır. Osmanlı idari sisteminde sürekli ve resmî bir “Kürdistan vilayeti” yoktur. Kerkük’ün idari bağlılığı Şehrizor Eyaleti ve Musul Vilayeti üzerinden açıkça belgelenmiştir. Coğrafi bir ifadeyi idari statüye dönüştürmek tarihçilik değil, bilinçli bir sahteciliktir. Bu tür iddialar, tarihsel terminolojiyi keyfi biçimde yeniden tanımlayarak bugünün politik hedeflerine malzeme üretme çabasından ibarettir.

Yeniçeriler üzerinden üretilen tarih karikatürü

“Yeniçeriler Kürt hâkimiyetini kırmak için müdahale etti” söylemi, Osmanlı askerî ve idari yapısına dair en temel bilgileri bile yok saymaktadır. Yeniçeriler, Osmanlı merkezî ordusunun bir parçasıdır; etnik gruplara karşı özel bir “kırma misyonu” ile hareket ettiklerine dair ne bir arşiv belgesi ne de ciddi bir akademik çalışma vardır. Osmanlı–Kürt ilişkileri yüzyıllar boyunca ittifak, özerklik, merkezileşme ve isyan ekseninde ilerlemiştir. Bu karmaşık tarihsel süreci tek cümlelik bir slogana indirgemek, tarih üretmek değil, tarihi karikatürize etmektir. Bu iddia, Osmanlı tarihini çizgi film düzeyine indiren bir basitleştirmedir.

“Hindistan ekolü” ve hayali bir devlet anlatısı

İngilizlerin “Hindistan ekolü” ve “Kürdistan Devleti’nin iptali” iddiası, akademik tarih yazımından ziyade politik retoriğin alanına aittir. Kürdistan özelinde kurumsallaşmış bir “Hindistan ekolü” kavramı uluslararası literatürde bulunmamaktadır. İngiliz mandater yönetiminin Irak’taki politikaları bellidir: petrol bölgelerini kontrol etmek, merkezi devleti ayakta tutmak ve Kürt taleplerini sınırlı özerklik düzeyinde tutmak. Ortada ne tanımlı bir Kürdistan Devleti vardır ne de iptal edilen bir hukuki yapı. Bu iddia, tarih değil, siyasi mağduriyet üretimi amacıyla kurgulanmış bir söylemdir.

Ortak yöntem: bağlamdan koparma, indirgeme ve ajitasyon

Bu dört iddianın ortak yöntemi açıktır: belgeler bağlamından koparılmakta, kavramlar yerinden oynatılmakta, çok aktörlü süreçler tek bir etnik anlatıya indirgenmekte ve akademik literatür yerine medya manşeti dili kullanılmaktadır. Bu yaklaşım, tarih disiplininin temel ilkeleriyle bağdaşmaz. Bu, tarih değil; kimlik inşası için üretilmiş bir ajitasyon paketidir.

Akademik tarihçi mi, popüler yorumcu mu?

Kamuya açık kaynaklarda Emin Şiwan’ın uluslararası akademik camiada tanınan bir tarihçi olduğuna dair güçlü bir veri bulunmamaktadır. Peer-review dergilerde yayımlanmış çalışmalar, üniversite unvanları veya metodolojik katkılar görünmemektedir. Buna rağmen, “tarihçi” etiketiyle sunulması izleyicinin bilinçli biçimde yanıltılması anlamına gelir. Bu durum, akademik otoriteyi taklit ederek meşruiyet devşirme girişimidir.

Bir kuyuya atılan dört taş

Türkçede meşhur bir söz vardır: “Bir deli kuyuya taş atar, kırk akıllı çıkaramaz.” Emin Şiwan’ın Rudaw kuyusuna attığı bu dört taş, tarihsel hakikatle değil politik motivasyonla şekillenmiştir. Akademik kaynaklarla doğrulanmayan, yalnızca aynı medya ağının kendi haberlerinde dolaşıma sokulan iddialar, tarih değil propagandadır.

Tarih değil, kimlik ajitasyonu yapılıyor

Sonuç olarak Emin Şiwan üzerinden servis edilen bu anlatılar ne Kürt tarihine ne de bölgenin çok katmanlı geçmişine katkı sunmaktadır. Aksine, tarih disiplinini araçsallaştırarak Fake History üretmekte ve savunduğunu iddia ettiği toplumu da bilim dışı iddialarla küçük düşürmektedir. Tarih sloganla yazılmaz; arşivle, yöntemle ve entelektüel dürüstlükle yazılır. Bunların olmadığı yerde geriye yalnızca gürültü kalır.

Deutsch

Erzähl keinen Unsinn, Şiwan – wir sind Glaubensbrüder: Fake History / Falsche Geschichte

„Historiker“-Etikett für eine ideologische Erzählung

Das kurdische Medienorgan Rudaw hat unter dem Etikett „Historiker“ die Erzählungen von Emin Şiwan in Umlauf gebracht. Diese sind kein Produkt der Geschichtsschreibung, sondern ideologischer Agitation. Es gibt keine akademische Methode und keine Analyse, die durch Quellen gestützt wäre. Stattdessen werden Dokumente aus dem Zusammenhang gerissen, Begriffe bewusst verfälscht und jahrhundertelange, vielschichtige historische Prozesse einer einzigen ethnischen Gruppe zugeschrieben. Diese Sprache produziert keine Geschichte, sondern Mythen. Und dieser Mythos hat einen klaren Namen: Fake History. In diesen Erzählungen gibt es keine Geschichtswissenschaft, sondern Mythenproduktion. Archivlektüre wird auf Schlagworte reduziert, komplexe Prozesse werden zu einer ethnischen Heldengeschichte umgedeutet – das ist keine Wissenschaft, sondern Identitätsagitation.

Vier zentrale Behauptungen, die über Rudaw verbreitet werden

Im über den Twitter-Account von Rudaw Türkçe verbreiteten Inhalt werden im Namen von Emin Şiwan vier zentrale Behauptungen aufgestellt. Diese Behauptungen sind auf den ersten Blick mit Begriffen wie „Dokument“, „Archiv“ und „Geschichte“ geschmückt, doch bei näherem Hinsehen bleibt nur politische Parole. Die Polemik muss genau hier beginnen, denn diese Aussagen sind keine harmlosen Fehler, sondern bewusste Manipulationen. Ihr gemeinsames Muster ist klar: aus dem Kontext reißen, reduzieren und agitieren.

Die Schlacht von Çaldıran auf ein ethnisches Schlagwort reduzieren

Die Behauptung „Im Krieg zwischen Schah Ismail und Yavuz Selim haben die Kurden das Gleichgewicht verändert“ ist der Versuch, ein militärhistorisch gründlich erforschtes Ereignis grob ethnisch zu verfälschen. Die Faktoren, die das Ergebnis von Çaldıran bestimmten, sind in der Literatur klar: die Überlegenheit der osmanischen Feuerwaffen und Artillerie, die Unzulänglichkeit der klassischen Safawiden-Kavallerie gegenüber dieser Technologie, Unterschiede in Logistik und Disziplin, die zentrale Kommandostruktur und die strategischen Fehler von Schah Ismail. Dass einige kurdische Beys ein Bündnis mit den Osmanen eingingen, ist bekannt; doch dies kann nicht als „die Kurden haben das Gleichgewicht verändert“ dargestellt werden. Das ist eine wissenschaftsferne Simplifizierung, die Militärgeschichte der Identitätspolitik opfert. Diese Behauptung nährt nicht historische Realität, sondern ethnische Romantik.

Geografische Begriffe in Verwaltungsstatus verwandeln

Die Behauptung „Kerkük ist in osmanischen Dokumenten ein Sanjak der Provinz Kurdistan“ ist ein Paradebeispiel für Begriffsverfälschung. Ja, der Ausdruck „Kurdistan“ taucht in osmanischen Archiven gelegentlich auf; doch dies ist eine geografische und ethnografische Bezeichnung. Eine dauerhafte und offizielle „Provinz Kurdistan“ existierte im osmanischen Verwaltungssystem nicht. Die Zugehörigkeit Kerküks ist über das Eyâlet Şehrizor und das Vilâyet Mosul klar dokumentiert. Einen geografischen Ausdruck in einen Verwaltungsstatus umzuwandeln ist keine Geschichtsschreibung, sondern bewusste Fälschung.

Eine Karikatur der Geschichte über die Janitscharen

Die Behauptung „Die Janitscharen griffen ein, um die kurdische Herrschaft zu brechen“ ignoriert die grundlegendsten Kenntnisse über das osmanische Militär- und Verwaltungssystem. Die Janitscharen waren Teil der zentralen Armee des Osmanischen Reiches; es gibt weder ein Archivdokument noch eine seriöse Studie, die belegt, dass sie mit einer speziellen Mission gegen ethnische Gruppen agierten. Die osmanisch-kurdischen Beziehungen verliefen über Jahrhunderte entlang von Bündnissen, Autonomie, Zentralisierung und Aufständen. Diesen komplexen Prozess auf einen Slogan zu reduzieren, produziert keine Geschichte, sondern karikiert sie.

„Indien-Schule“ und eine imaginäre Staats-Erzählung

Die Behauptung über die „Indien-Schule“ der Briten und die „Annullierung des kurdischen Staates“ gehört nicht in die Geschichtswissenschaft, sondern in die politische Rhetorik. Ein institutionalisierter Begriff „Indien-Schule“ im Zusammenhang mit Kurdistan existiert in der internationalen Literatur nicht. Die Politik der britischen Mandatsverwaltung im Irak ist klar: Kontrolle der Ölfelder, Aufrechterhaltung des Zentralstaates und Begrenzung kurdischer Forderungen auf eingeschränkte Autonomie. Es gab weder einen definierten kurdischen Staat noch eine annullierte Rechtsstruktur. Diese Behauptung ist keine Geschichte, sondern die Produktion politischer Opfermythen.

Gemeinsame Methode: Kontextverlust, Reduktion und Agitation

Das gemeinsame Muster dieser vier Behauptungen ist klar: Dokumente werden aus dem Zusammenhang gerissen, Begriffe verschoben, vielschichtige Prozesse auf eine ethnische Erzählung reduziert und statt akademischer Literatur wird die Sprache der Schlagzeilen benutzt. Das ist keine Geschichtswissenschaft, sondern ein Agitationspaket zur Identitätsbildung.

Akademischer Historiker oder populärer Kommentator?

In öffentlich zugänglichen Quellen gibt es keine starken Hinweise darauf, dass Emin Şiwan in der internationalen akademischen Gemeinschaft als Historiker anerkannt ist. Es gibt keine Veröffentlichungen in peer-reviewten Zeitschriften, keine Universitätspositionen, keine methodologischen Beiträge. Dennoch wird er mit dem Etikett „Historiker“ präsentiert – das ist eine bewusste Irreführung des Publikums. Es ist der Versuch, akademische Autorität zu imitieren, um Legitimität zu gewinnen.

Vier Steine, die in einen Brunnen geworfen wurden

Im Türkischen gibt es ein bekanntes Sprichwort: „Ein Verrückter wirft einen Stein in den Brunnen, vierzig Weise können ihn nicht herausziehen.“ Die vier Steine, die Emin Şiwan in den Rudaw-Brunnen geworfen hat, sind nicht durch historische Wahrheit, sondern durch politische Motivation geformt. Behauptungen, die nicht durch akademische Quellen bestätigt werden und nur im eigenen Mediennetzwerk zirkulieren, sind keine Geschichte, sondern Propaganda.

Keine Geschichte, sondern Identitätsagitation

Die über Emin Şiwan verbreiteten Erzählungen tragen weder zur kurdischen Geschichte noch zum vielschichtigen Erbe der Region bei. Im Gegenteil: Sie instrumentalisieren die Geschichtswissenschaft, produzieren Fake History und diskreditieren die Gesellschaft, die sie zu verteidigen vorgeben, mit unwissenschaftlichen Behauptungen. Geschichte wird nicht mit Parolen geschrieben, sondern mit Archiven, Methoden und intellektueller Redlichkeit. Wo dies fehlt, bleibt nur Lärm, Agitation und Mythologie.

English

Atma Şiwan, we are brothers in faith: Fake History

The “Historian” label for an ideological narrative

The Kurdish media outlet Rudaw has circulated the narratives of Emin Şiwan under the label “historian.” These are not products of historiography but of ideological agitation. There is no academic method and no analysis supported by sources. Instead, documents are torn from their context, concepts deliberately distorted, and centuries of multi-actor historical processes attributed to a single ethnic subject. This language does not produce history; it produces myths. And this myth has a clear name: Fake History. In these narratives there is no scholarship, but myth-making. Archival reading is reduced to slogans, complex processes are turned into an ethnic hero tale – this is not science but identity agitation.

Four central claims circulated via Rudaw

In content distributed through Rudaw Türkçe’s account, four central claims are attributed to Emin Şiwan. These claims, at first glance decorated with words like “document,” “archive,” and “history,” reveal upon closer inspection only political slogans. Polemic must begin here, because these are not innocent mistakes but deliberate manipulations. Their common method is clear: remove context, reduce complexity, and agitate.

Reducing the Battle of Çaldıran to an ethnic slogan

The claim “In the war between Shah Ismail and Yavuz Selim, the Kurds changed the balance” is an attempt to rewrite a thoroughly studied military event with crude ethnic reductionism. The factors determining Çaldıran’s outcome are clear in the literature: Ottoman superiority in firearms and artillery, the inadequacy of Safavid cavalry against this technology, differences in logistics and discipline, centralized command, and Shah Ismail’s strategic errors. That some Kurdish beys allied with the Ottomans is known; but this cannot be presented as “the Kurds changed the balance.” This is an unscientific simplification sacrificing military history to identity politics. This claim feeds not historical reality but ethnic romanticism.

Turning a geographic term into administrative status

The claim “Kirkuk is a sanjak of the Kurdistan province in Ottoman documents” is a textbook case of conceptual distortion. Yes, the term “Kurdistan” appears occasionally in Ottoman archives; but this is a geographic and ethnographic designation.

A permanent and official “Kurdistan Province” did not exist in the Ottoman administrative system. Kirkuk’s administrative affiliation is clearly documented through the Şehrizor Eyalet and the Mosul Vilayet. Turning a geographic expression into an administrative status is not historiography but deliberate falsification. Such claims are nothing more than attempts to arbitrarily redefine historical terminology to manufacture material for contemporary political goals.

A caricature of history through the Janissaries

The claim “The Janissaries intervened to break Kurdish dominance” ignores even the most basic knowledge of the Ottoman military and administrative system. The Janissaries were part of the central Ottoman army; there is neither an archival document nor a serious academic study suggesting that they acted with a special mission against ethnic groups. Ottoman–Kurdish relations unfolded over centuries along the axes of alliance, autonomy, centralization, and rebellion. Reducing this complex historical process to a one-sentence slogan does not produce history; it caricatures it. This claim reduces Ottoman history to the level of a cartoon.

The “India school” and an imaginary state narrative

The claim about a British “India school” and the “cancellation of the Kurdistan State” belongs not to academic historiography but to political rhetoric. There is no institutionalized concept of an “India school” in the international literature regarding Kurdistan. The policies of the British Mandate administration in Iraq are clear: controlling oil regions, maintaining the central state, and limiting Kurdish demands to restricted autonomy. There was neither a defined Kurdish state nor an annulled legal structure. This claim is not history but a narrative constructed to produce political victimhood.

Common method: removing context, reducing complexity, and agitating

The common method of these four claims is clear: documents are removed from their context, concepts are shifted, multi-actor processes are reduced to a single ethnic narrative, and instead of academic literature, the language of media headlines is used. This approach is incompatible with the fundamental principles of the historical discipline. It is not history; it is an agitation package produced for identity construction.

Academic historian or popular commentator?

Publicly accessible sources provide no strong evidence that Emin Şiwan is recognized as a historian in the international academic community. There are no publications in peer-reviewed journals, no university positions, no methodological contributions. Nevertheless, he is presented with the label “historian,” which constitutes a deliberate deception of the audience. This is an attempt to imitate academic authority in order to gain legitimacy.

Four stones thrown into a well

There is a well-known Turkish proverb: “A madman throws a stone into a well, and forty wise men cannot retrieve it.” The four stones that Emin Şiwan has thrown into the Rudaw well are shaped not by historical truth but by political motivation. Claims that are not confirmed by academic sources and circulate only within the same media network are not history but propaganda.

Not history, but identity agitation

In conclusion, the narratives circulated through Emin Şiwan contribute neither to Kurdish history nor to the multilayered past of the region. On the contrary, they instrumentalize the discipline of history, produce Fake History, and discredit the very society they claim to defend with unscientific assertions. History is not written with slogans; it is written with archives, method, and intellectual honesty. Where these are absent, only noise remains.

 

 

TKG verurteilt antisemitischen Terrorangriff in Sydney

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Wien, 15.12.2025- Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) hat den bewaffneten Angriff am Bondi Beach in Sydney scharf verurteilt. Nach den bisher veröffentlichten Erkenntnissen soll die Tat eindeutig antisemitisch motiviert gewesen sein. Bei dem Angriff kamen mehrere Menschen ums Leben, darunter auch Personen unterschiedlicher Nationalitäten.

Nach Angaben der Behörden griff ein muslimischer Passant mutig ein, entriss dem Täter die Waffe und riskierte dabei sein eigenes Leben. Die TKG bezeichnete dieses Verhalten als „vorbildliche menschliche Zivilcourage“, die zeige, dass „Menschlichkeit stärker ist als Hass und Gewalt“.

In einer Stellungnahme sprach die TKG den Familien und Angehörigen der Opfer ihr tief empfundenes Beileid aus und wünschte den Verletzten eine rasche Genesung. Die Gemeinschaft betonte ihre Solidarität mit der jüdischen Bevölkerung sowie mit allen Menschen, die von Hass, Terror und Diskriminierung betroffen sind. Antisemitismus, Rassismus und jede Form von Extremismus hätten „in unseren Gesellschaften keinen Platz“.

Zugleich erinnerte die TKG politische Verantwortungsträger weltweit an ihre besondere Rolle. Jede Politikerin und jeder Politiker trage Verantwortung für Worte und Handlungen, unabhängig vom Land. Frieden zu fördern, die Würde jedes Menschen zu achten und ein respektvolles Miteinander zu stärken, sei eine gemeinsame Aufgabe.

Als Teil der österreichischen Zivilgesellschaft bekräftigte die TKG ihr Engagement für Solidarität, Respekt und ein friedliches Zusammenleben in einer pluralistischen Gesellschaft. Abschließend rief sie alle gesellschaftlichen Akteure dazu auf, gemeinsam gegen Hass, Extremismus und Gewalt einzutreten.

Quelle: https://www.turkischegemeinde.at/tkg-verurteilt-den-terror-in-sydney-und-wuenscht-den-verletzten-baldige-genesung/

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Freuds stiller, aber hoffnungsvoller Stein der Vernunft in Wien und der Türkei

On 30 October 2025, the traditional Turkish quality newspaper Cumhuriyet (“The Republic”), the oldest newspaper still in circulation in Turkey, published an essay by Birol Kiliç from Vienna entitled “Freud’s quiet but hopeful stone of reason in Vienna and Turkey” in its section for prominent authors on page two. The article has been translated into both German(first) and English. Kiliç is the founder and editor of the newspapers Neue Heimat Zeitung, Türkische Allgemeine, and Neue Welt Verlag in Vienna.

 

Freuds stiller, aber hoffnungsvoller Stein der Vernunft in Wien und der Türkei

Cumhuriyet, Birol Kiliç, Seite 2, 30.11.2025

Es war einer jener Novembermorgen, an denen die Kälte Wiens wie ein feiner Schnitt auf der Haut liegt, und ich versuchte, rechtzeitig zu einer wichtigen Besprechung zu gelangen. Als ich durch den Sigmund-Freud-Park gegenüber der Universität Wien ging, hielt mich plötzlich jener Gedenkstein fest, den ich seit Jahren kenne, aber offenbar noch nie wirklich betrachtet hatte.

Im Morgenlicht erschien die Inschrift darauf schärfer, klarer und eindringlicher: „Die Stimme der Vernunft ist leise, sanft und still.“

Diese Stille gehörte nicht nur dem weltberühmten Freud (1856–1939), dem Vater der Psychoanalyse, sondern auch jener Hingabe, die das Herz der Anatolier erfasst – jenem moralischen Erbe, das sagt: „Wer sich nicht mit Vernunft und Gewissen reinigt, kann andere nicht reinigen.“ Ebenso gehört diese Stille dem Leiden der Türkei, in der Rechtsstaat, Meinungsvielfalt, Pressefreiheit, Gewaltenteilung und die freiheitlich-demokratische Grundordnung auf der Intensivstation liegen.

Wenn wir heute über die seelische Lage der Türkei nachdenken, gewinnt diese alte Botschaft neue Bedeutung. Die Hoffnungslosigkeit der Jugend, der Verlust des Glaubens an Gerechtigkeit und die Verdrängung der Wahrheit durch Lärm treiben die Menschen in die Stille. Doch Stille ist der Raum von Geduld und Gewissen.

Lärm und Ungerechtigkeit sind kurzlebig. Die Stimmen von Tyrannen wie Hitler waren sehr laut, aber keine von ihnen hat Bestand.

Die symbolische Linie von den anatolischen Erenler bis zum Freud-Stein in Wien erinnert uns daran: Wahrheit beginnt leise mit Vernunft und Gewissen, doch am Ende siegt sie immer.

Der Weg der Vernunft und des Gewissens der Menschheit, der aus der Vergangenheit lernt, ist derselbe. Wie Freud sagte: „Die Stimme der Vernunft ist leise, sanft und still.“ Die Vernunft und die Rechtschaffenen werden siegen. Ohne Zweifel.

Die Stimme der Vernunft und ein Optimist?

Vor der berühmten Votivkirche in Wien, einer Stadt, die jahrhundertelang das Zentrum eines glanzvollen Reiches war, dunkle Zeiten überstand und heute mehrfach zur „lebenswertesten Stadt der Welt“ gewählt wurde, steht seit 1985 eine Stele, die Sigmund Freud gewidmet ist.

Freud floh 1938 vor dem NS-Regime nach London, wo er 1939 voller Kummer und Schmerzen starb, während seine vier Geschwister, die ihm de facto das Leben gerettet hatten, in NS-Konzentrationslagern starben.

Auf dem Stein ist nur ein einziger Satz zu lesen, der jedoch eine tiefere Fortsetzung hat. In seinem Werk „Die Zukunft einer Illusion“ (1927) schreibt Freud:  „Die Stimme der Vernunft – zugleich Trägerin von Gewissen, Recht und Gerechtigkeit – ist leise, sanft, still, aber sie ruht nicht, bis sie gehört wird. Am Ende findet sie ihren Weg, und das ist ein seltener Grund für Optimismus für die Menschheit.“

Meinte Freud damit, dass Vernunft, Rechtschaffenheit, Ethik, Gewissenhaftigkeit und moralische Haltung zwar kurzfristig unterdrückt werden können, aber langfristig unvermeidlich Gehör finden? Demnach ist Stille kein Rückzug, sondern Ausdruck von Beständigkeit und moralischer Beharrlichkeit.

Als ich vor dem Stein stand, erinnerte ich mich an die Haltung der anatolischen Erenler, die ihre Hand auf das Herz legen und die gleiche Botschaft „Hand aufs Herz“ vermitteln. Und trotzdem gibt es in der Türkei unvernünftige und herzlose Entwicklungen, wenn der Staat de facto ausgebeutet wird. Freuds Botschaft schien wie eine moderne Wiedergeburt jener Wahrheit, die die Erenler schon vor Jahrhunderten still verkündet hatten.

Freuds Stein und das Symbol der anatolischen Erenler vermitteln dieselbe Botschaft. Lärm ist nicht gleichbedeutend mit Wahrheit; wahr ist die Stimme der Vernunft und des Gewissens, die still, aber beharrlich an die Wahrheit glaubt.

Die Hand auf dem Herzen ist eines der ältesten Führungszeichen der türkischen Kulturgeschichte. Mit dieser Geste wird keine Macht verkündet, sondern Treue zu Gewissen und Vernunft sowie Loyalität zu Recht und Wahrheit. Durch die Alp Erenler gelangte diese Tradition nach Anatolien, wurde dort geprägt und erreichte schließlich auch Europa über die Erenler.

Yunus Emre, Tapduk Emre, Ahi Evran, Hacı Bektaş Veli, Şeyh Edebali, Somuncu Baba, Abdal Musa, Sarı Saltuk, Geyikli Baba und Emir Sultan weisen alle auf denselben Punkt hin. Sie alle vertreten eine Moral- und Führungsauffassung, die Herz, Gewissen und Vernunft ins Zentrum stellt. Diese Ideen beeinflussten über die Balkanregion hinweg auch das westliche Denken.

Der kategorische Imperativ, ein unbedingtes Gebot der Vernunft, ist das Kernstück von Kants „Pflichtenethik“. Kants kritische Vernunft wurde indirekt von diesem Erbe genährt, und sein Einfluss reicht von Hegel bis zu Freud. Er ermutigt uns, optimistisch und hoffnungsvoll den moralischen Weg nicht zu bezweifeln – den Weg von Vernunft und Gewissen.

Wie Freud sagte: „Die Stimme der Vernunft ist leise, sanft und still.“ Die Vernunft und die Rechtschaffenen werden siegen“

Ohne Zweifel….

Quelle:
https://www.cumhuriyet.com.tr/pazar-yazilari/freud-un-sessiz-ama-umut-veren-akil-tasi-2457079

Englisch

Freud’s silent yet hopeful stone of reason

Cumhuriyet, 30.11.2025, S.2, Birol Kiliç, Vienna

It was one of those November mornings when the cold of Vienna lay on the skin like a fine cut, and I tried to get to an important meeting on time. As I walked through the Sigmund Freud Park opposite the University of Vienna, I was suddenly held by that memorial stone which I had known for years, but apparently had never really looked at.

 

In the morning light the inscription on it appeared sharper, clearer, more compelling: “The voice of reason is quiet, gentle and still.”

This silence belonged not only to the world‑famous Freud (1856–1939), the father of psychoanalysis, but also to that devotion which captures the heart of the Anatolians – that moral heritage which says: “Whoever does not cleanse himself with reason and conscience cannot cleanse others.” Likewise, this silence belongs to the suffering of Turkey, where the rule of law, diversity of opinion, freedom of the press, separation of powers and the liberal‑democratic order lie in intensive care.

When we think today about the spiritual condition of Turkey, this old message gains new meaning. The hopelessness of the youth, the loss of faith in justice and the displacement of truth by noise drive people into silence. Yet silence is the space of patience and conscience.

Noise and injustice are short‑lived. The voices of tyrants like Hitler were very loud, but none of them endured.

The symbolic line from the Anatolian Erenler to the Freud stone in Vienna reminds us: truth begins quietly with reason and conscience, yet in the end it always triumphs.

The path of reason and conscience of humanity, which learns from the past, is the same. As Freud said: “The voice of reason is quiet, gentle and still.” Reason and the righteous will prevail. Without doubt.

The voice of reason and an optimist?

In front of the famous Votive Church in Vienna, a city that for centuries was the center of a splendid empire, survived dark times and today has been chosen several times as the “most livable city in the world,” there has stood since 1985 a stele dedicated to Sigmund Freud.

Freud fled in 1938 from the Nazi regime to London, where he died in 1939 full of sorrow and pain, while his four siblings, who had in fact saved his life, perished in Nazi concentration camps.

On the stone only a single sentence is written, but it has a deeper continuation. In his work “The Future of an Illusion” (1927) Freud writes:
“The voice of reason – at the same time bearer of conscience, law and justice – is quiet, gentle, still, but it does not rest until it is heard. In the end it finds its way, and that is a rare reason for optimism for humanity.”

Did Freud mean that reason, righteousness, ethics, conscientiousness and moral attitude can be suppressed in the short term, but in the long term inevitably find a hearing? Silence is therefore not retreat, but expression of persistence and moral tenacity.

As I stood before the stone, I remembered the attitude of the Anatolian Erenler, who place their hand on the heart and convey the same message “hand on heart.” And yet there are in Turkey such unreasonable and heartless developments when the state is de facto exploited. Freud’s message seemed like a modern rebirth of that truth which the Erenler had already proclaimed silently centuries ago.

Freud’s stone and the symbol of the Anatolian Erenler convey the same message. Noise is not truth; true is the voice of reason and conscience, which quietly but persistently believes in truth.

The hand on the heart is one of the oldest signs of leadership in Turkish cultural history. With this gesture no power is proclaimed, but loyalty to conscience and reason as well as fidelity to law and truth. Through the Alp Erenler this tradition came to Anatolia, was shaped there and finally reached Europe through the Erenler.

Yunus Emre, Tapduk Emre, Ahi Evran, Hacı Bektaş Veli, Şeyh Edebali, Somuncu Baba, Abdal Musa, Sarı Saltuk, Geyikli Baba and Emir Sultan all point to the same truth. They all represent a moral and leadership concept that places heart, conscience and reason at the center. These ideas influenced Western thought across the Balkan region.

The categorical imperative, an unconditional command of reason, is the core of Kant’s “ethics of duty.” Kant’s critical reason was indirectly nourished by this heritage, and his influence extends from Hegel to Freud. He encourages us to remain optimistic and hopeful, not to doubt the moral path – the path of reason and conscience.

As Freud said: “The voice of reason is quiet, gentle and still.” Reason and the righteous will prevail. Without doubt.

Source:
https://www.cumhuriyet.com.tr/pazar-yazilari/freud-un-sessiz-ama-umut-veren-akil-tasi-2457079

AEJ verurteilt Haftstrafe gegen Fatih Altaylı

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BRÜSSEL, 30.11.2025-Der Europäische Journalistenverband (AEJ) hat die gegen den türkischen Journalisten Fatih Altaylı verhängte Freiheitsstrafe von vier Jahren und zwei Monaten scharf kritisiert und als „schweren Angriff auf die Pressefreiheit“ sowie als „politisch motivierte Entscheidung“ bezeichnet. Die Organisation mit Sitz in Brüssel und Niederlassungen in zahlreichen europäischen Ländern veröffentlichte am 26. November 2025 eine entsprechende Stellungnahme auf ihrer offiziellen Website.

Das Urteil

Der AEJ erklärte, das Urteil der Strafkammer des türkischen Kassationsgerichtshofs sei ein gefährlicher Höhepunkt systematischer Bemühungen, kritische Stimmen in der Türkei zum Schweigen zu bringen. In der englischsprachigen Pressemitteilung hob der Verband hervor, dass es sich um eine „politisch motivierte Entscheidung“ handle.

Der Fall Altaylı

Fatih Altaylı, Kolumnist und Betreiber eines YouTube‑Kanals mit mehr als 1,6 Millionen Abonnenten und insgesamt über 300 Millionen Aufrufen, wurde wegen einer Äußerung in einer Live‑Sendung zu vier Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt. Türkische Behörden werteten die Aussage als „Drohung“ gegenüber Präsident Erdoğan. Juristen betonten hingegen, dass diese Worte keine rechtmäßige Grundlage für eine Festnahme oder eine langjährige Haftstrafe darstellten. Altaylı war am 21. Juni 2025 festgenommen worden, nachdem ein Ausschnitt der Sendung in sozialen Netzwerken große Verbreitung gefunden hatte.

Unabhängige Medien im Visier in der Türkei

Der AEJ stellte fest, dass Altaylı trotz seiner Inhaftierung weiterhin Sendungen über seinen YouTube‑Kanal ausstrahlt und oppositionelle Journalisten zu Wort kommen lässt. Dies zeige die zentrale Rolle freier Medien für die demokratische Debatte und verdeutliche zugleich, dass die verhängte Strafe genau diesen Bereich ins Visier nehme.

Forderungen des Verbandes AEJ

Der Verband forderte die sofortige Freilassung Altaylıs und die Einstellung aller Verfahren gegen ihn. Journalisten müssten das Recht haben, Regierungsvertreter und politische Entscheidungen ohne die Gefahr einer Gefängnisstrafe kritisieren zu können. Der AEJ rief zudem dazu auf, die sich verschlechternde Lage der Pressefreiheit in der Türkei international stärker zu beachten und die Verantwortlichen, die die Justiz als Waffe gegen unabhängigen Journalismus einsetzen, zur Rechenschaft zu ziehen.

Die anderen internationalen Reaktionen

  International Federation of Journalists (IFJ – Internationale Journalisten‑Föderation): „Die Verurteilung von Fatih Altaylı ist ein weiterer alarmierender Schritt in Richtung Einschränkung der Pressefreiheit. Wir fordern seine sofortige Freilassung.“

  International Press Institute (IPI – Internationales Presse‑Institut): „Die Inhaftierung zeigt, wie kritische politische Kommentare kriminalisiert werden.“

  South East Europe Media Organisation (SEEMO – Südosteuropäische Medienorganisation): „Ein klarer Versuch, unabhängige Stimmen zum Schweigen zu bringen.“

  Reporter ohne Grenzen (RSF – Reporters sans frontières): „Teil einer systematischen Kampagne gegen unabhängige Medien.“

  Committee to Protect Journalists (CPJ) – Komitee zum Schutz von Journalisten): „Ein Einschüchterungsinstrument gegen die gesamte unabhängige Presse.“

Pressefreiheit als Grundpfeiler

In seiner Erklärung betonte der AEJ, dass Pressefreiheit ein Grundpfeiler der Demokratie sei. „Wenn Journalisten wegen politischer Kommentare jahrelang Gefängnis riskieren, steht die Demokratie selbst unter Angriff“, hieß es. Die internationale Gemeinschaft dürfe nicht schweigen, wenn Journalisten in der Türkei allein wegen der Ausübung ihres Rechts auf freie Meinungsäußerung inhaftiert würden. Der Verband bekräftigte seine Solidarität mit Fatih Altaylı und allen türkischen Journalisten, die unter zunehmend repressiven Bedingungen arbeiten.

Weitere Repressionen

Das Urteil gegen Altaylı ist nach Einschätzung des AEJ nur ein Beispiel für den anhaltenden Trend wachsender Repressionen. Der Verband verwies auf ein weiteres Verfahren vom 13. Oktober 2025, bei dem Staatsanwälte in Istanbul gegen 20 Personen, darunter die Journalistin Fatoş Erdoğan, Anklage erhoben. Unter Berufung auf Artikel 214 des türkischen Strafgesetzbuchs wird ihnen „öffentliche Aufforderung zu Straftaten“ vorgeworfen, was mit bis zu fünf Jahren Haft geahndet werden kann. Die Vorwürfe stehen im Zusammenhang mit Protesten gegen eine Gerichtsentscheidung, die die Führung der größten Oppositionspartei CHP absetzte und durch ein Übergangsgremium ersetzte.

Aufruf an die Behörden

Der AEJ forderte die türkischen Behörden auf, den Druck auf unabhängige Journalisten sofort zu beenden und auf die lange Liste systematischer Bedrohungen und Angriffe zu reagieren, die auf der Plattform für Journalistensicherheit des Europarats dokumentiert sind.

AEJ

Der Europäische Journalistenverband (AEJ) wurde 1961 in San Remo gegründet und ist eine internationale Journalistenorganisation, die sich für die Pressefreiheit in ganz Europa einsetzt. Nach offiziellen Angaben ist die AEJ heute in 25 europäischen Ländern aktiv und zählt rund 2.500 Mitglieder.

Das Hauptziel der AEJ besteht darin, die Pressefreiheit in Europa und weltweit zu schützen, die unabhängige Arbeit von Journalistinnen und Journalisten zu gewährleisten und demokratische Werte zu verteidigen. Darüber hinaus unterstützt der Verband die europäische Integration, fördert die Zusammenarbeit zwischen Journalistinnen und Journalisten und trägt dazu bei, europäische Themen besser verständlich zu machen.

Die AEJ gilt als eines der einflussreichsten internationalen Netzwerke im Bereich der Pressefreiheit in Europa. Dank ihrer Beziehungen zur UNESCO und zum Europarat bietet sie eine starke internationale Plattform gegen den Druck auf Journalistinnen und Journalisten. ( Türkische Allgemeine, 30.11.2025)

Quellen:

AEJ Condemns Four-Year Prison Sentence for Turkish Journalist Fatih Altaylı

AEJ Condemns Four-Year Prison Sentence for Turkish Journalist Fatih Altaylı

 

 TKG erinnert an Jahrestag des Martyriums von Salih Niyazi Dedebaba

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WIEN, 28.11.2025-Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) hat zum Jahrestag des Martyriums von Salih Niyazi Dedebaba eine Erklärung veröffentlicht. Darin würdigt sie den geistigen Führer der Bektaschies, dessen Wirken die Geschichte des Balkans und Anatoliens geprägt hat.

 Die Erklärung im Wortlaut

In ihrer Mitteilung erinnert die TKG an Geburt, Leben und Wirken von Salih Niyazi Dedebaba. Er wurde am 15. März 1876 im Dorf Starje im osmanischen Sandschak Gorice geboren ( Heute in Albanien) und trat schon früh den Bektaschi-Weg ein. Seine charismatische Führung und geistige Tiefe machten ihn zu einer prägenden Gestalt, die den Orden zu einem moralischen Kompass für soziale Gerechtigkeit und Freiheit verwandelte.

Dedebaba war der letzte Postnişîn des Hacı-Bektaş-Veli-Dergâh. Nach der Schließung der Tekken 1925 sah er darin keinen Niedergang, sondern einen historischen Wendepunkt. 1930 verlegte er das geistige Zentrum nach Tirana und gründete die Kryegjyshata, die bis heute als Weltzentrum des Bektaschismus besteht.

Das Bektaschi-Weltzentrum in Tirana, Albanien, dient als internationaler Hauptsitz des Bektaschi-Ordens. Es umfasst eine Teqe (Kultstätte), ein Museum sowie umfangreiche Archivbestände. Aktuell plant die albanische Regierung, dem Zentrum einen besonderen Status zu verleihen, der ihm eine eigenständige Souveränität innerhalb des Landes ermöglichen könnte.

Unterstützung für die Republik
Während des Türkischen Unabhängigkeitskrieges unterstützten Dedebaba und die Bektaschi-Ältesten Mustafa Kemal Pascha geistig und logistisch. Atatürks Besuch im Hacı-Bektaş-Veli-Dergâh 1919 gilt als symbolischer Moment, der die Nähe der Bektaschies zu den Idealen der Republik zeigte.

Widerstand und Martyrium
Als Mussolinis Armeen 1939 Albanien besetzten, rief Dedebaba die Gemeinschaft zum Widerstand mit moralischem Mut auf. Am 28. November 1941 wurde er nach den Feierlichkeiten zum albanischen Unabhängigkeitstag zusammen mit seinem Gehilfen Derwisch Aziz ermordet. Historiker sehen seine antifaschistische Haltung als Motiv.

Vermächtnis
– In der Türkei: Überleben des Bektaschismus im Einklang mit den Werten der Republik.
– In Albanien: Institutionalisierung als respektierte religiöse Identität.
– Weltweit: Die Kryegjyshata in Tirana bleibt das Herz der Bektaschi-Welt.

Reflexion
Das Leben von Salih Niyazi Dedebaba sei, so die TKG, mehr als die Biografie eines geistigen Führers. Es sei die Geschichte einer Seele zwischen Widerstand und Weisheit, Wahrheit und Opfer. Sein Martyrium sei keine Endstation, sondern eine Erinnerung: Wer Ungerechtigkeit ablehnt und Glauben mit Freiheit sowie Weisheit mit Ehre vereint, vergeht nicht.

„Jede Seele wird den Tod kosten. Dann werdet ihr zu Uns zurückkehren.“ (Koran 29:57)

„Welcher Mensch kann leben und den Tod nicht sehen? Wer vermag seine Seele aus der Macht des Grabes zu retten?“ (Psalm 89:48, Mezmurlar Kitabı 89:48)

Die TKG schließt ihre Erklärung mit dem Wunsch, dass die Seelen von Salih Niyazi Dedebaba und Derwisch Aziz gesegnet seien. Ihr Name bleibe Symbol für Weisheit, Freiheit und die unantastbare Würde der Menschheit. ( Türkische Allgemeine, 28.11.2025)