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„Deutsche Pons – das ist echt frech!“

Wien, 4..08 2025, Türkische Allgemeine

Im Jahr 2000 hat der PONS-Verlag das „Illustrierte Türkisch-Deutsche Wörterbuch“ für 30 Euro herausgebracht. Es soll Deutschsprachigen das Türkischlernen mit Bildern ermöglichen, vermittelt jedoch ein falsches Bild von der modernen Türkei, verzerrt die Realität und bestätigt westliche Klischees. De facto werden dadurch krankhafte Vorurteile zementiert. Dies sind die leisesten Kritiken gegenüber dem Buch, über die wir hier berichten werden.

Reaktionen – spät, aber doch

Als Reaktion darauf wurde ein Brief an den Verlag geschickt, dessen Inhalt die Türkische Allgemeine ihren Lesern unten zugänglich macht. Ein in Wien promovierender türkischer Staatsbürger hat sich besorgt über das im Jahr 2020 erschienene „Illustrierte Türkisch-Deutsche Wörterbuch“ des PONS-Verlags geäußert und einen Protestbrief an den Verlag gesandt.

Ein türkischer Student griff während seiner Bemühungen, die deutsche Sprache zu lernen, auf das Werk zurück. Er stellte jedoch fest, dass die Bilder aus einer einseitigen und voreingenommenen Perspektive der türkischen Gesellschaft ausgewählt worden waren und Vorurteile verstärken. Der Student beschloss, einen Brief zu schreiben, um seine Bedenken zum Ausdruck zu bringen. In seinem Brief betonte er, dass die Bilder die kulturelle Vielfalt und den Modernisierungsprozess der Türkei nicht ausreichend widerspiegelten.

Hier ist der Brief

 

 

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Hier ist der aufsehenerregende Brief, den die in Wien lebende türkische Doktorandin in englischer Sprache an den PONS-Verlag bezüglich des „Illustrierten Türkisch-Deutschen Wörterbuchs“ geschrieben hat.

An den PONS Verlag

Sehr geehrte Damen und Herren der PONS-Verlagsleitung,

zunächst möchte ich Ihnen mitteilen, dass ich Ihnen mit großer Enttäuschung schreibe. Ich habe heute das Türkisch-Deutsch-Wörterbuch Ihres Verlags gekauft und festgestellt, dass die Bilder im Abschnitt „In der Türkei“, die unsere Kultur repräsentieren sollen, äußerst einseitig sind. Sie bestehen meist aus orientalistischen Klischees bzw. decken kolonialistische Klischees auf und haben nichts mit der Realität in der modernen Türkei zu tun.

Der Versuch, die türkische Kultur auf der ersten Seite direkt über religiöse Elemente (Prediger, Imam, Gebet, Moschee, Gebetsteppich, Takunya (Holzschuhe) usw.) bzw. Bauchtanz zu erklären, zeugt von einer äußerst falschen und kolonialistischen Sichtweise. Außerdem ist die Aufnahme des Begriffs „başlık parası – Brautgeld“ für mich als in der Türkei Geborenen und Aufgewachsenen völlig neu.

Ich finde es bedauerlich, dass Sie die türkische Kultur in einem Land, in dem Millionen von Türken leben, so fremd und falsch darstellen. Durch die Verwendung von Elementen wie Fes, Brautpreis, „beşi bir yerde”, religiösen Symbolen und Bauchtänzerinnen werden nicht nur negative Stereotype über Türken verstärkt, sondern es entsteht auch eine Wahrnehmung, die den säkularen Kampf und die Realität in der Türkei untergräbt.

Als junge türkische Akademikerin und Frau möchte ich dieses Problem ansprechen, da die Beispiele in Ihrer Publikation mit dem Verständnis des politischen Islams in der Türkei in Verbindung gebracht werden können. Meine Aussage, dass Sprache eine politische Haltung darstellt, rührt daher, dass Ihre Darstellung als Herausgeber eine Perspektive erkennen lässt, die den demokratischen Kampf der Menschen in der Türkei, ihre Teilnahme an Protesten gegen den politischen Islam sowie unseren Einsatz zur Verteidigung der säkularen Werte und die vielfältige, freheitlich demokratische Grundhaltung unserer Verfassung ignoriert. Problematisch ist auch, dass die von Ihnen gewählte Sprache und die verwendeten Bilder ausschließlich religiöse („eine ganze Seite über die Türkei mit religiösen Elementen“) und patriarchale („Brautgeld“, „Bridegeld“, „Bauchtänzerin“, „Heiratsthema“) Inhalte enthalten. Dies trägt zur Objektivierung türkischer Frauen bei. Ich danke Ihnen, dass Sie meine Anmerkung ernst genommen haben, und freue mich auf Ihre nächste Publikation.

Schließlich ist Sprache eine dynamische Realität. Wenn Sie sich auf einen Zeitraum vor 150 Jahren beziehen, mögen die von Ihnen erwähnten kulturellen Elemente vielleicht Sinn ergeben. Auch Deutschland ist erst seit ca. 80 bis 150 Jahren so. Als Übersetzerin hoffe ich jedoch, dass Sie die aktuellen Dynamiken der Sprache berücksichtigen und sich in Ihren zukünftigen Veröffentlichungen der politischen Dimension der Sprache sowie der Stereotype, mit denen Nationen zu kämpfen haben, bewusst sind.

So endete der Protestbrief, den wir erhalten haben.

Was sagen aber die Experten in Wien dazu?

Der PONS-Verlag hat mit seinem „Illustrierten Türkisch-Deutschen Wörterbuch“ für 30 Euro für ordentlich Aufsehen gesorgt. Aber was sagen die Kultur-Experten dazu?

Die Experten sagen, dass die Bilder im PONS-Buch die Modernisierung der Türkei und das moderne Leben der türkischen Frauen ignorieren. Stattdessen spiegelten sie eine ziemlich herablassende, arrogante, orientalistische und kolonialistische Sichtweise des Westens aus dem 20. Jahrhundert wider.

„Deutsche Pons – das ist echt frech!“

Gegenüber der Türkischen Allgemeinen äußerten sie sich wie folgt:

„Diese Sichtweise stellt die moderne Republik Türkei, die Nachfolgerin des Osmanischen Reiches, immer noch als ein rückständiges Land im Sumpf des Nahen Ostens dar. Hier hat die Türkei in den letzten 20 Jahren sehr gelitten und wurde durch salafistisch-wahabitische Kräfte de facto in den Sumpf des Nahen Ostens geschickt. Aber. Die moderne Türkei wurde durch die verschiedenen Waffen des Westens und die byzantinischen Machenschaften mit ihren unmoralischen Religionshändlern de facto zerstört und wird von den Experten von oben herab betrachtet. Sie beschreiben das Land wie ‚exotische Tiere, die sich gegenseitig auffressen. Deutsche Pons – das ist echt frech!“

Starke Worte.

Nach dieser bemerkenswerten Kritik forderten die Experten den PONS-Verlag auf, die kulturelle Vielfalt der Türkei und das wahre Gesicht der modernen Türkei gegenüber Personen, die Türkisch lernen möchten, fairer darzustellen. Die Experten betonten, dass solche illustrierten Türkisch-Lehrbücher im Rahmen des Sprachlernprozesses nicht nur Vokabeln, sondern auch kulturelle und kontextuelle Aspekte der Modernisierung vermitteln sollten.

In diesem Zusammenhang sprachen sie sich dafür aus, Bilder hinzuzufügen, die die reiche Geschichte, das kulturelle Erbe und die Stellung der Frau in der türkischen Gesellschaft zumindest ansatzweise widerspiegeln. Abschließend erklärten die Fachverleger: „Dies ist nicht nur für Sprachlernende von großer Bedeutung, sondern auch für das internationale Image der Türkei.“ Dies ist ein bewusster Versuch von PONS, mit orientalistisch-arrogantem Gehabe zu diffamieren. Nicht alle Deutschen sind so, aber viele vertreten diese Sichtweise. Wir raten davon ab, dies fortzusetzen. Die alten Zeiten sind nach Ukraine- Russland und Syrien Krieg vorbei. Deutsche Pons und das Bilderwörterbuch Türkisch-Deutsch schüren Vorurteile gegen die moderne Frau in der Türkei und ihren säkularen Lebensstil. Seit Jahren versucht man, mit westlicher Hilfe die moderne Republik in einen soft-sunnitischen Molla-Iran umzuwandeln, indem man Hand in Hand mit den Reaktionären und Fundamentalisten aus der Türkei und der Welt arbeitet. Damit schießt Deutschland und die EU sich selbst in die Beine. Wir raten davon ab, dies fortzusetzen.“ (Wien, 4..08 2025, Türkische Allgemeine)

ALMAN PONS’UN HIZLI TÜRKÇE ÖĞRETMESİNE TEPKİ NEREDEN GELDİ?

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VİYANA. PONS yayınevi, 30 avroya „Resimli Türkçe-Almanca Sözlüğü“ adlı bir kitap yayınlayarak, Almanca konuşanlara modern Türkiye’yi göz ardı eden ve Batı’nın önyargılarını pekiştiren bir içerik sunduğu iddia ediliyor. Bu duruma tepki olarak yayınevine bir mektup gönderildi ve Türkische Allgemeine, mektubun içeriğini okuyucularına aktarıyor.

Viyana’da doktora yapan bir Türk vatandaşı, 2018 baskılı Almanca PONS sözlüğünün 2020’de „Resimli Türkçe-Almanca Sözlüğü“ olarak yeniden yayımlanmasından rahatsızlık duyduğunu ifade etti. Bu projenin yöneticisi Alman Christiana Mackenzie, sözlüğün daha önce resimsiz olan versiyonunun, internette ismi bulunmayan Erkin Güneşdoğdu’nun desteğiyle geliştiğini belirtti.

Bir Türk üniversitesi öğrencisi, Almanca dilini öğrenme çabaları sırasında PONS yayınevinin „Resimli Türkçe-Almanca Sözlüğü“ adlı eserine başvurdu. Ancak, bu sözlüğün içindeki resimlerin tek taraflı ve önyargılı bir bakış açısıyla hazırlandığını fark etti. Bu durumu gözlemleyen öğrenci, hissettiği rahatsızlığı dile getirmek amacıyla bir mektup yazmaya karar verdi. Mektubunda, sözlükteki görsellerin Türkiye’nin zengin kültürel çeşitliliğini ve modernleşme sürecini yeterince yansıtmadığını vurguladı.

PONS IN DER TÜRKEI

İşte o mektup

İşte Viyana’da yaşayan bayan Türk doktora öğrencisinin PONS yayınevine İngilizce kaleme aldığı „Resimli Türkçe-Almanca Sözlüğü“ ile ilgili dikkat çeken mektup..

„Sayın İlgili,

Öncelikle, büyük bir hayal kırıklığıyla size yazdığımı belirtmek isterim. Bugün, yayın evinizin (PONS) Türkçe-Almanca sözlük kitabını satın aldım ve “In Der Türkei” bölümünde kültürümüzü temsil etmesi amaçlanan görsellerin son derece oryantalist ve Türkiye’nin gerçekliğinden tamamen kopuk olduğunu gördüm. Türk kültürünü ilk sayfada doğrudan dini unsurlar (vaiz, imam, namaz, cami, seccade vb.) aracılığıyla açıklamaya çalışmak, son derece hatalı ve oryantalist bir bakış açısını yansıtmaktadır. Ayrıca, “başlık parası – das Brautgeld” ifadesinin kitaba dahil edilmesi, Türkiye’de doğup büyümüş biri olarak hayatımda ilk kez gördüğüm bir şeydir. Milyonlarca Türk’ün yaşadığı bir ülkede, Türk kültürünü bu kadar yabancı ve yanlış bir şekilde temsil etmenizi talihsiz ve iyi niyetli bulmuyorum. Fes, başlık parası, “beşi bir yerde”, dini semboller ve dansözler gibi unsurların kullanılması, Türkler hakkındaki olumsuz stereotipleri pekiştirmekle kalmaz, aynı zamanda Türkiye’deki laik mücadeleyi baltalayan bir algı yaratır. Son olarak, dil dinamik bir gerçektir. Eğer bahsettiğiniz zaman dilimi 150 yıl önceyse, belki de bahsettiğiniz kültürel unsurlar mantıklı olabilir. Ancak, bir çevirmen olarak, dilin güncel dinamiklerini göz önünde bulundurmanızı ve gelecekteki yayınlarınızda dilin politik duruşu ve ulusların mücadele ettiği stereotiplerin bilincinde olmanızı umuyorum.“

PONS yayınevi, 30 avroya „Resimli Türkçe-Almanca Sözlüğü“ adlı bir kitap geçte olsa protesto edilmesi dikkat çekti.

Yayıncı Viyana’da yaşayan uzmanlar ne diyor

Bu öğrencinin PONS’a gönderdiği mektubu aşağıda yayınlamadan önce, bu PONS kitabını alanında uzman olan Avusturyalı Türk yayıncılarla paylaştık. Onların görüşleri oldukça sert eleştirilerle doluydu.

Uzmanlar, PONS’daki resimlerin, Türkiye’nin modernleşme sürecini ve modern Türk kadınını yok sayarak, 20. yüzyıldan kalma Batı’nın aşağılayıcı, küstah ve üstten bakan oryantalist bakış açısını yansıttığını belirtere şunları ifade ettiler: „Bu bakış açısı, Osmanlı İmparatorluğu’nun ardılı olan modern Türkiye Cumhuriyeti’ni hala Orta Doğu bataklığında geri kalmış bir ülke olarak tasvir etmektedir. Uzmanlar, Batı’nın silahları ve Bizans oyunlarıyla bu bölgenin ahlaksız din bezirganlarıyla mahvedilmiş Türkiye’ye üstten bakarak, bu ülkeyi „birbirine yiyen egzotik hayvanlar“ olarak tanımlamaktır.

Bu eleştirilerin ardından uzmanlar, PONS yayınevinin Türkçe öğrenmek isteyen Almanca konuşan bireylere yönelik olarak Türkiye’nin kültürel çeşitliliğini ve modern Türkiye’nin gerçek yüzünü daha adil bir şekilde temsil etmesini talep ettiler. Uzmanlar, bu tür resimli Türkçe öğrenme eserlerinin, dil öğrenme sürecinde sadece kelimeleri değil, aynı zamanda kültürel ama bir o kadar da gelinen modernleşme bağlamlarını da içermesi gerektiğini vurguladılar. Bu bağlamda, Türkiye’nin zengin tarihini, kültürel mirasını ve kadınların toplumdaki yerini daha doğru bir şekilde yansıtacak tek kare bile olsa görsellerin eklenmesi gerektiğini savundular. Uzman yayıncılar son olarak, „Bu durum, sadece dil öğrenenler için değil, aynı zamanda Türkiye’nin uluslararası imajı açısından da büyük bir önem taşımaktadır. Bu PONS tarafından bilinçli bir şekilde oryantalist küstah bir üstenci bakışla çamura sokma girişimidir. Almanların hepsi böyle değildir ama içlerinde bu bakış açısına sahip olanlar çoktur. Vazgeçmelerini tavsiye ederiz.“ ifadelerini kullandılar.

 

Yorum sizlerin…

„Die letzten Tage der Menschheit“ wurden beim Salzburger Festival bejubelt!

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Endlich sind wir dort angekommen, wo wir es verdient haben und feiern müssen. Feiern Sie mit! „Die letzten Tage der Menschheit“ beim Salzburger Festival. Manchmal mit Applaus, manchmal mit Herzschmerzen.

Die türkische Qualitätszeitung „Cumhuriyet (Die Republik)“ hat am 10. August 2025 einen Artikel mit dem Titel „Die letzten Tage der Menschheit wurden beim Salzburger Festival bejubelt!“ veröffentlicht. Der Artikel wurde von Birol Kilic auf Türkisch geschrieben.

Die Türkische Allgemeine hat den Artikel übersetzt.

Cumhuriyet, Seite 2, Sonntagsartikel von Birol Kılıç, Wien

Etwa 270 km von Wien entfernt finden derzeit die Salzburger Festspiele statt. Sie gelten als eine der weltweit renommiertesten, traditionsreichsten und prestigeträchtigsten Veranstaltungen im Bereich der klassischen Musik, der Oper, des Theaters und der darstellenden Künste. Für die 174 Vorstellungen wurden 222 500 Tickets verkauft. Es begann am 18. Juli und enden am 31. August.

Für die Salzburger Festspiele wird in der Regel elegante Kleidung erwartet. Männer sollten dunkle Anzüge oder Smokings tragen, Frauen Abendkleider oder elegante Kostüme. Das Festival ist ein kultureller Treffpunkt, der jedes Jahr Kunstliebhaber und Künstler aus aller Welt zusammenbringt.

Die Tatsache, dass das Festival in Salzburg stattfindet, wo Mozart, eines der größten Genies der klassischen Musik, einen Großteil seines Lebens verbrachte, ein dramatisches Ende fand und schließlich auf dem Armenfriedhof der Stadt beigesetzt wurde, verleiht dem Salzburger Festival eine besondere Bedeutung.

Salzburger Festspiele.
Die letzten Tage der Menschheit. © Tommy Hetzel

Die Sinnlosigkeit des Krieges

„Die letzten Tage der Menschheit” ist eines der Meisterwerke des österreichischen Schriftstellers, Journalisten, Essayisten und Kritikers Karl Kraus (1874–1936).

Das großartige Theaterstück in Form einer satirischen Dramatik setzt sich auf absolut faszinierende Weise anhand von Zeitungsartikeln und Propagandatexten aus dieser Zeit mit den Schrecken und der Sinnlosigkeit des Ersten Weltkriegs auseinander. Mit einem kritischen Blick auf die schillernden Seiten der menschlichen Natur entführt es den Zuschauer auf eine atemberaubende Reise.

Das zwischen 1915 und 1922 verfasste Werk präsentiert in über 200 Szenen die Fragwürdigkeit des Krieges und die damit einhergehende Verharmlosung durch die Gesellschaft. In diesem Werk übt Kraus scharfe Kritik an der von ihm als mangelnde Aufklärungsarbeit seitens der Politik und der Medien sowie an der apathischen Haltung der Bevölkerung charakterisierten Situation. Gegenstand der Untersuchung ist die Kriegspropaganda der Medien während des Ersten Weltkriegs. Gegenstand der Kritik ist Kaiser Wilhelm II., den er als Fantast bezeichnet. Dieser habe das Osmanische Reich ( Enverland Politik) in den Krieg geführt und das Österreichisch-Ungarische Reich – und damit die Welt – in großes Unheil gestürzt.

Die Inszenierung von Dušan  Pařízek k zieht Parallelen zu Themen wie Desinformation, Populismus und Kriegstreiberei und regt das Publikum zum Nachdenken über die heutige Welt an. Kraus’ Werk ist somit nicht nur eine Kritik am Krieg, sondern auch eine tiefgreifende Auseinandersetzung mit der menschlichen Natur.

Salzburger Festspiele.
Die letzten Tage der Menschheit. © Tommy Hetzel

 

Wie im Vorwort erwähnt, sind die „unglaublichsten Dialoge in diesem Stück wortwörtlich wiedergegeben; die eindrucksvollsten Erfindungen sind direkte Zitate”. Berücksichtigt man die im Stück aufgestellte Behauptung, dass wir uns derzeit in einem hybriden Dritten Weltkrieg befinden, lassen sich tiefe Parallelen zur heutigen Zeit ziehen.

Das epische Theaterstück „Die letzten Tage der Menschheit” von Karl Kraus, das im weltberühmten Salzburger Festspielhaus aufgeführt wurde, erzählt vom Zusammenbruch der alten Ordnung während des Ersten Weltkriegs. Dabei erinnert es an die nahende Apokalypse im Jahr 2025, die Sehnsucht nach der Vergangenheit und insbesondere den materiellen und moralischen Verfall in allen Bereichen.

Wir alle wissen, dass die heutige Welt, die europäische Weltordnung und die Weltordnung ein Kind des grausamen und unnötigen Ersten Weltkriegs sind. Karl Kraus hat uns in seiner Zeit als kritischer Geist mit einem satirischen Drama aus den Fakten von 1914 bis 1922 davon erzählt. Wir durften einen Höhepunkt seines Dramas mit dem Titel „Die letzten Tage der Menschheit” in einer interessanten Interpretation von David Parizek erleben.

Die Auswirkungen des Ersten Weltkriegs zeigen sich bis heute in vielfältiger Weise. Sie haben unter anderem den Zweiten Weltkrieg und den de facto dritten Hybrid-Weltkrieg im Nahen Osten, in Europa und in der Welt verursacht. Dieser Krieg manifestiert sich heute in vielfältigen Formen, auch jenseits physischer Gewalt, etwa in der KI-Zeit und den sozialen Medien. Dies ist für uns alle eine Herausforderung. Wir sind uns dessen bewusst, dass wir die Auswirkungen von Kriegen auch auf unserer psychischen Gesundheit zu spüren bekommen. Wir sollten uns darüber im Klaren sein, dass diese Kriege uns potenziell „auf den Fersen“ sind.

Salzburger Festspiele.
Die letzten Tage der Menschheit. © Tommy Hetzel

 

Warum hat uns diese erschütternde Darstellung in Salzburg so beeindruckt?

Die epische und dramatische Natur des Stücks verleiht ihm eine erschütternde Wirkung, da es den Anfang und das Ende einer Apokalypse beschreibt, die wir als Gesellschaft nicht mehr erleben wollen, obwohl wir de facto wieder mitten in einer solchen befinden.

Das satirisch-tragische Stück lässt zudem die Worte Leonard Cohens in diesem Zusammenhang aufleben.

„Jeder weiß, dass das Schiff sinkt. Jeder weiß, dass der Kapitän lügt. Und jeder weiß, dass die Würfel gezinkt sind.”

Aus Salzburg, einer Stadt in Österreich, die geografisch weit entfernt von der Türkei liegt, verspüre ich eine tiefe Traurigkeit bezüglich der Entwicklungen in der Türkei.

Der vorliegende Niedergang wird von allen mit Aufmerksamkeit verfolgt. Dies erweckt den Eindruck, dass alle Beteiligten sich in einer fluchtartigen Situation befinden. Kommt zur Besinnung! Ihr seid in eurer letzten Heimat und im letzten Hafen, der Türkei. Das ist eure letzte Heimat!

 

Quelle:

https://www.cumhuriyet.com.tr/pazar-yazilari/insanligin-son-gunleri-salzburg-festivali-nde-kutlandi-2425214

https://www.salzburgerfestspiele.at/blog/zur-produktion-die-letzten-tage-der-menschheit#&gid=1&pid=1

 

Wendepunkt 1. August 2025: Warum danken die alevitischen Bektaschi Griechenland?

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Wendepunkt 1. August 2025: Warum danken die alevitischen Bektaschi Griechenland?

 

Syrien versus Griechenland im Monat August 2025

Birol Kılıç, Beobachtungen und Analysen aus Wien, 09.08.2025

Warum danken sie ausgerechnet Griechenland, obwohl sie von Massakern, Assimilation, Diskriminierung und menschenverachtenden Behandlungen durch IS, HTS, al-Nusra, salafistische und wahhabitische Terrororganisationen in Syrien und den Nachbarländern betroffen sind?

Ich war neugierig. In letzter Zeit habe ich die neben dem in Syrien stattfindenden alevitischen Genozid begangenen Vergewaltigungen, Raub und Unmenschlichkeiten beobachtet und geschrieben.

Die Aleviten sind besonders dankbar für Österreich und Deutschland, da sie dort als religiöse Glaubensgemeinschaft anerkannt sind. Das sind Fakten, die wir kennen. Neu ist aber Griechenland, besonders ab dem 1. August 2025, ein Wendepunkt in der griechischen Geschichte.

Das griechische Parlament hat am 1. August 2025 die Bektaşi-Aleviten erstmals offiziell als eigenständige Religionsgemeinschaft anerkannt. Sie können nun eigene Tekke gründen, ihr Eigentum verwalten und ihre Führer wählen. Der vom griechischen Ministerium für Bildung, Religion und Sport ausgearbeitete Gesetzentwurf zur Spaltung der türkischen Minderheit in Westthrakien definiert die alevitischen Bektaşi als separate „religiöse juristische Person”.

Eine Tekke bzw. ein Dergah ist ein Zentrum der alevitischen Bektashi-Gemeinschaft. Der Begriff bedeutet „Rückzugsort“, „Schutz“ oder „Asyl“ und bezeichnet einen Gebetsraum, der nicht mit einer Moschee gleichzusetzen ist.

Die türkische Regierung sollte das eigentlich machen. Und zwar längs. Schade… Das sollte eigentlich die türkische Regierung machen. Und zwar längs. Ganz im Gegenteil. Die Entwicklungen in der Türkei sind demokratiepolitisch beängstigend und was in Syrien bezüglich der Aleviten durch HTS und die Regierung passiert, ist ebenfalls besorgniserregend.

911 km grenze und schmerzen

In Syrien, das eine 911 km lange Grenze mit der Türkei hat, passiert vor den Augen der mehr als 30 Millionen Aleviten in der Türkei und der Millionen Aleviten in der Diaspora ein genozidales Massaker an den Aleviten. Im August hat dieses Massaker durch Hunger und Wassermangel seinen Höhepunkt erreicht. Wir leben im 21. Jahrhundert und alle verschließen die Augen davor, wie die HTS Golani Ahmet Schaara Regierung die alevitische Minderheit genozidiert – mit Hilfe der Nachbarregierungen. Die Aleviten sind schockiert und trauern, weil sie Gewalt ablehnen. Das ist vielleicht Ihr Fehler gegenüber den Drusen in Syrien, die jetzt ihre Ehre, ihr Land und ihr Gut, dazu noch ihre Frauen und Mädchen durch den sunnitischen, chidistischen, salfitischen, wahabitischen Terrorismus verlieren, der von der HTS-Regierung unterstützt, wenn nicht sogar dirigiert wird. Das sind nicht nur Behauptungen, sondern Fakten der internationalen Organisation und Presse. Auf der anderen Seite passiert im Monat August, genauer gesagt am 1. August 2025, etwas in Griechenland, wo die Aleviten-Bektaschis in der Welt und in der Türkei Freude bereiten und Griechenland „Danke” sagen.

Griechenland hat Anfang April 2021 das Alevitentum offiziell anerkannt. Dies gab der damalige stellvertretende griechische Minister für Bildung und religiöse Angelegenheiten, Angelos Syrigos, vor vier Jahren bei der Neueröffnung eines „Cem Evi” (CEM-HAUS, keine Moschee) in der Grenzregion Evros in der Zeitung evros-news.gr bekannt. (1)

Heute, vier Jahre später, erfahren wir aus griechischen Zeitungen vom 01.08.2025 von einer neuen Entwicklung bezüglich der alevitischen Bektaschier in Griechenland. Aus dem Gesetzesentwurf des griechischen Ministeriums für Bildung, Religion und Sport sowie aus den Stellungnahmen des Parlaments und der alevitischen Gemeinden in Griechenland und der Türkei erfahren wir, dass insbesondere die institutionelle Anerkennung der Aleviten in Thrakien erfolgt, wo hauptsächlich die türkisch-sunnitische und alevitische Minderheit lebt. Griechenland erkennt sie nicht als türkische, sondern als muslimische Minderheit an. In Artikel 49 des Gesetzesentwurfs ist diese Anerkennung verankert. Darin wird festgelegt, dass die Aleviten alle Rechte behalten, die ihnen aus dem Vertrag von Lausanne über die muslimische Minderheit zustehen. Sie unterliegen jedoch nicht der Zuständigkeit der sunnitischen Muftis, die ausschließlich den sunnitischen Islam vertreten.

 

Viele Aleviten in der Türkei, in Europa und weltweit freuen sich über die Entwicklungen in Österreich und Deutschland, wo die Aleviten als Glaubensgemeinschaft anerkannt sind. Auch die alevitischen Bektaşi in Griechenland dürfen das ab dem 1. August 2025 erleben.

Aus verschiedenen Quellen, die ich hier notiert habe, ist zu erfahren: „Gratulation Griechenland. Heute werden die arabischen Aleviten in der Küstenregion Syriens von der HTS-Gruppe ‚Ahmet Schaara (Golani)‘ – eine Gruppe von Al-Nusra- und Al-Nusra-nahestehenden salafistischen und wahabitischen IS-Derivaten – genozidal massakriert. Die Frauen und Töchter werden vergewaltigt und als Sexsklavinnen verschleppt. Ihre Grundstücke und ihr gesamtes Hab und Gut werden beschlagnahmt. Sie müssen jetzt, mitten im August, ohne Wasser und Essen auskommen und den Tod erwarten. Obwohl wir viele Beschwerden bei der UNO und in Den Haag eingereicht haben, schaut die AKP-MHP-Regierung zu, obwohl Millionen von ihnen in der Region Hatay und in der Südosttürkei als alevitische Araber und türkische Staatsbürger leben. Auch unsere Zukunft in der Türkei ist nicht rosig, da diese Banden aus Idlib durch die Engländer und Amerikaner als IS-Terroristen der Al-Nusra-Front ausgebildet wurden und nun die Macht in Syrien übernommen haben. In der Türkei sind sie stark vertreten. Deswegen ist dieser Schritt in Griechenland sehr wichtig.“

Ein anderer alevitischer Intellektueller aus Istanbul spricht gegenüber der Türkischen Allgemeinen Folgendes an: „Tatsächlich liegen sehr viele Anzeigen bezüglich der HTS-Regierung vor. Sie hat vor kurzem die Dürzis im Süden Syriens massakriert, aber einen großen Widerstand erlebt und sich zurückgezogen, weil die Dürzis ihre Waffen niemals an die HTS-Regierung abgegeben haben. Das taten die alevitischen Araber, und das war der Beginn der alevitischen Genozide, die bis heute, seit Dezember 2024, in steigendem Tempo weitergehen. Wer diese Genozide verdunkelt, ist auch Täter und wird in Den Haag in Zukunft zur Rechenschaft gezogen. Sie haben moralisch verloren und ihre Glaubwürdigkeit zerstört.“

Wir haben alles notiert und beobachten, dass die Entwicklungen in Syrien bald auch die Türkei und Europa in Mitleidenschaft ziehen werden. Unser Ziel ist es deshalb, durch wahre Informationen aufzuklären, damit sich solche Entwicklungen in der Türkei und in Europa nicht ereignen.

Die Aleviten sind Mitglieder einer vorwiegend in der Türkei beheimateten Glaubensrichtung, die sich im 13./14. Jahrhundert unter den zugewanderten oghusisch-türkmenischen Stämmen in Anatolien und Aserbaidschan verbreitete. In der Türkei machen sie etwa 25–40 % der Bevölkerung aus. In Deutschland und Österreich gelten sie als offiziell anerkannte Religionsgemeinschaft.

Ich möchte hier drei griechische Quellen vorstellen: eine regionale Zeitung aus Xanthi( Türkisch İskeçe), die griechische Zeitung Pasok und Einen Vortrag hielt der griechisch-türkische Abgeordnete Ilhan Ahmet. Abgeordneter der PASOK-Bewegung für den Wandel im griechischen Parlament. Zudem möchte ich die Übersetzung des griechischen Gesetzes Art. 49 mit dem Titel „Anerkennung der religiösen Gemeinschaft der Bektaşi-Aleviten in Thrakien als juristische Person” vorstellen.

Da die alevitische Glaubensgemeinschaft in Österreich staatlich anerkannt ist, könnte dies auch für die Leserinnen und Leser in Deutschland von Interesse sein. Ohne Kommentar darf ich die Berichte mit den Quellen und Übersetzungen unten wiedergeben. Hier ist zu lesen, wie die Griechen die Angelegenheit der Aleviten sehen bzw. wie sie darüber berichten.

Xanthi, xanthinea.gr-Zeitung. 2. August 2025

Die Quellen sind unten angegeben. (2)

xanthinea.gr: „Aleviten in Thrakien: Warum ihre Anerkennung Ankara verärgert – Der Konflikt mit dem türkischen Konsulat“

 

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Xanthi, 2. August 2025. Die „Panurgie der Geschichte” führte zur Verabschiedung der Bestimmungen des Gesetzentwurfs des Bildungsministeriums zur institutionellen Verankerung des religiösen Dogmas der Aleviten in Thrakien. Dies verärgerte Ankara stark und fällt zeitlich mit dem Beginn ihres großen Festes „Hilia” zusammen.

Insbesondere fällt die institutionelle Anerkennung der Aleviten in Thrakien mit dem Beginn dieses Festes auf der Hochebene von Chilia zusammen. Dieser historische Ort der Begegnung und des kulturellen Ausdrucks liegt an der Grenze zwischen Rhodopen, Evros und Bulgarien und beherbergt den berühmten Tekke von Roussa.

 

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Laut Quellen des Ministeriums handelt es sich dabei jedoch um einen Zufall und nicht um eine Absicht der griechischen Regierung. Diese misst der Maßnahme jedoch kulturelle und politische Bedeutung bei und bekräftigt damit die langjährige Präsenz und Bedeutung der Aleviten in der Region.

Nach Informationen von Iefimerida wird Bildungsministerin Sofia Zacharaki nach der Verabschiedung des Gesetzes voraussichtlich an den Feierlichkeiten teilnehmen und zu diesem Zweck mit einem Militärflugzeug nach Evros fliegen.

Die Entscheidung des griechischen Parlaments, die rechtliche Anerkennung der alevitischen Bektaşi-Gemeinschaft in Thrakien voranzutreiben, ist ein Meilenstein für die Religionsfreiheit in Griechenland und für die Beziehungen des Landes zur Türkei.

Die etwa 3.500 Mitglieder zählende alevitische Gemeinschaft, die in mindestens zehn Dörfern in der Region Thrakien lebt – darunter Roussa, Mega Derio und Mikro Derio –, ist nun offiziell als religiöse juristische Person anerkannt. Dies ermöglicht es der Gemeinschaft, innerhalb der muslimischen Minderheit in Thrakien autonom zu funktionieren.

In Artikel 49 des Gesetzentwurfs des Ministeriums für Bildung, Religion und Sport ist diese Anerkennung verankert. Dort wird festgelegt, dass die Aleviten alle Rechte behalten, die ihnen aus dem Vertrag von Lausanne über die muslimische Minderheit zustehen. Sie unterliegen jedoch nicht der Zuständigkeit der Muftis, die ausschließlich den sunnitischen Islam vertreten.

Pilgerreisen

Religiöse Tourismuspakete

Auf diese Weise erhält die Gemeinschaft administrative und religiöse Autonomie. Dieser Schritt wird von griechischen Quellen als strategisch wichtig für den Schutz der religiösen Rechte und die Erweiterung des demokratischen Staates bezeichnet.

Die alevitischen Muslime unterscheiden sich in ihrer Glaubensausübung deutlich von der innerhalb der Minderheit vorherrschenden sunnitischen Doktrin. Anstatt in den gemeinsamen sunnitischen Moscheen zu beten, führen sie ihre religiösen Zeremonien in speziellen Räumen durch, die als Cemevi (auch „Cemici” oder „Tekke”) bekannt sind. Dort verbinden sie Musik, Tanz, Poesie und gemeinsame Meditation. Darüber hinaus wenden sie nicht unbedingt die Scharia an, halten sich nicht zwingend an den Ramadan und erkennen den staatlichen Mufti nicht als ihren religiösen Führer an.

Im Bildungsministerium herrscht die Ansicht, dass dieser Schritt des griechischen Parlaments einen Wendepunkt für die religiöse Autonomie und das Funktionieren dieser Untergruppe der muslimischen Minderheit darstellt, ohne jedoch ihren Status als Angehörige der Minderheit insgesamt zu beeinträchtigen.

Durch den Gesetzentwurf des Ministeriums für Bildung, Religion und Sport wird die Gemeinschaft der Bektaschi-Aleviten als religiöse juristische Person des Privatrechts mit Sitz in Roussa im Evros ausdrücklich anerkannt.

Dieser institutionelle Status ist der erste seiner Art für eine muslimische Glaubensgemeinschaft in Griechenland und bildet die Grundlage für die Selbstverwaltung der Gemeinschaft in religiösen und administrativen Angelegenheiten.

Der Gesetzentwurf führt praktische Änderungen ein, die diese Autonomie und Flexibilität gewährleisten.

So wird ein gemeinnütziger Verwaltungsausschuss für die Bektaşi-Aleviten-Wakifs (Stiftung) gegründet, der der Aufsicht des Ministeriums untersteht. Er übernimmt die Verwaltung der Wakifs, der Tekkes und der Kultstätten und gewährleistet so den Schutz und die ordnungsgemäße Verwaltung des Vermögens der Gemeinschaft. Gleichzeitig wird diese von den übrigen Minderheitenstrukturen distanziert und erhält administrative und wirtschaftliche Autonomie.

Der Gesetzentwurf sieht zudem Bildungsregelungen vor, die die besondere religiöse Identität der Aleviten anerkennen.

Wenn an einer Schule mindestens zehn alevitische Schüler:innen eingeschrieben sind, haben diese die Möglichkeit, am speziellen Unterricht zu ihrer Glaubenslehre teilzunehmen und sind damit vom obligatorischen Religionsunterricht befreit. Dies ist eine wichtige Änderung, die den Respekt vor religiöser Vielfalt widerspiegelt und die Notwendigkeit einer Anpassung des Bildungswesens an die Besonderheiten der Gemeinschaft aufzeigt.

Darüber hinaus vereinfacht die Anerkennung der Gemeinschaft als juristische Person des Privatrechts die Verfahren zu ihrer Gründung und ihrem Betrieb, verringert den bürokratischen Aufwand und schafft einen klareren und funktionelleren Rahmen.

Hervorzuheben ist, dass die Gemeinschaft ihren Status als Teil der muslimischen Minderheit in Thrakien mit allen Rechten, die sich aus dem Vertrag von Lausanne und der Gesetzgebung des Landes ergeben, vollständig behält.

Die institutionelle Anerkennung zielt nicht darauf ab, den Minderheitenstatus insgesamt infrage zu stellen, sondern den Aleviten die Ausübung ihrer religiösen und kulturellen Rechte mit größerer Autonomie und unter Achtung ihrer Besonderheiten zu ermöglichen. Durch diese Regelung werden die demokratische Gleichstellung und die Teilhabe der Aleviten am öffentlichen Leben in Thrakien gestärkt und ihre kollektive Identität und Tradition gewahrt

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Der langjährige Streit mit dem Konsulat in Komotini

Diese Anerkennung sorgt in Ankara und insbesondere im türkischen Konsulat in Komotini für große Verärgerung, da das Konsulat traditionell versucht, seinen Einfluss auf die muslimische Minderheit aufrechtzuerhalten.

Die langjährige Auseinandersetzung zwischen der türkischen diplomatischen Vertretung und den Aleviten dreht sich um das Fest in Chilia. Das Konsulat betrachtet dieses Fest als Hebel für seine Strategie der Einflussnahme und Durchsetzung seines Dogmas gegenüber der muslimischen Minderheit.

Das türkische Konsulat in Komotini, das das religiöse und soziale Leben der Muslime kontrollieren will, akzeptiert die Unabhängigkeit der Aleviten von der Vereinigung mit der sunnitischen Minderheit in Griechenland nicht, die sie über das Präsidium für religiöse Angelegenheiten (Diyanet) kontrollieren wollen. Es reagiert nun auf die unabhängige religiöse Organisation und Veranstaltungen der Aleviten in Griechenland, da diese seine eigene Rolle schwächen.

Nachdem die alevitische Gemeinschaft in den letzten Jahren die Kontrolle über den Kulturverein zurückgewonnen hat, der das Fest organisiert, hat das türkische Konsulat beschlossen, eigene Veranstaltungen zu organisieren. Diese verlieren jedoch allmählich an Bedeutung.

Dabei handelt es sich um den bekannten lokalen Brauch des „Ağa”, bei dem traditionelle Ringkämpfe ausgetragen werden, bei denen die Ringer, wie es beim traditionellen Ringkampf der Aleviten in der Region üblich ist, mit Öl eingerieben werden. Diese Kämpfe sind eine Art griechisch-römischer oder freier Kampf, bei dem die Ringer, die Pechlivanis genannt werden, Lederhosen tragen und mit Öl eingerieben kämpfen, wodurch der Kampf aufgrund der Glätte erschwert wird.

Die Ölringkämpfe haben tiefe Wurzeln in der Tradition der alevitischen Bektasiden in Thrakien. Sie sind Teil eines großen Festes, das jedes Jahr auf der Anhöhe von Chilia in der Nähe von Roussa mit Musik, Tanz und gesellschaftlichen Zusammenkünften stattfindet. Die Ringer erhalten vom Publikum Geld als Anerkennung, während die gesamte Veranstaltung für die lokale alevitische Gemeinschaft auch eine religiös-kulturelle Dimension hat.

Für die Aleviten in Thrakien bedeutet die Verabschiedung des Gesetzesentwurfs den glücklichen Abschluss langjähriger Bemühungen. In diesen haben sie für die Unabhängigkeit ihrer Glaubenslehre und die Anerkennung ihrer einzigartigen Identität in Griechenland gekämpft. Dabei bitten sie ohne Einflussnahme oder Einmischung von außen um Anerkennung.

Der allgemeine Kontext des Misstrauens der türkischen AKP Regierung gegenüber den Aleviten

Die Haltung von Recep Tayyip Erdoğan gegenüber den Aleviten in Thrakien ist zurückhaltend bis ablehnend. Dies hängt mit der sunnitischen, reaktionären Prägung seiner Partei und der türkischen Republik im Allgemeinen zusammen.

Sowohl der Staat Türkei als auch Erdoğans Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) unterstützen den reaktionären sunnitischen Islam nachdrücklich als grundlegenden Bestandteil der nationalen und religiösen Identität. Deshalb stellt die Anerkennung einer alevitischen Glaubenslehre eine Herausforderung für das offizielle religiöse Narrativ und die Kontrolle der Minderheit dar.

Darüber hinaus beansprucht Erdoğan die Rolle des Führers der muslimischen Welt, wodurch sein Bekenntnis zum sunnitischen Islam politisch notwendig wird und Teil seiner Ideologie ist. Nach türkischer Darstellung würde die Anerkennung der Aleviten als eigenständige religiöse Glaubensrichtung das einheitliche sunnitische Bild der Minderheit in Thrakien zerstören und eine andere Minderheitenidentität schaffen. Dies würde das türkische Dogma einer ungeteilten muslimischen Minderheit grundlegend infrage stellen.

Ein weiterer wichtiger Faktor, der die Kontroverse verschärft, sind die langjährigen Beziehungen der Aleviten zu den Kurden, die einen Konfliktpunkt mit der türkischen Regierung darstellen. Die Aleviten sind dafür bekannt, dass sie historisch enger mit den Kurden verbunden sind. Trotz der jüngsten Entwicklungen sind die Kurden nach wie vor ein entscheidender Faktor für die Sicherheitsgarantien der Türkei.

Schließlich stellt die neue Bestimmung des griechischen Gesetzentwurfs, der die Aleviten als eigenständige Religionsgemeinschaft in Griechenland anerkennt, das türkische Dogma über die Minderheit in Thrakien infrage.

Dieses besagt, dass die muslimische Minderheit in Thrakien eine einzige, unteilbare, überwiegend sunnitische Gemeinschaft ist. Die Anerkennung einer nicht-sunnitischen Glaubensrichtung ist für Ankara demnach unzulässig und eine zusätzliche Provokation. Dies verärgert den türkischen Präsidenten Erdoğan und das türkische Konsulat, da es ihren Einfluss mindert und die bisherigen Gepflogenheiten im Umgang mit Minderheiten infrage stellt.“ (2)

—-

PASOK-Bewegung für den Wandel, Partei, pasok.gr (3).

„Thrakien ist weder eine ‚Grenze‘, noch eine ‚Gefahr‘ oder eine ‚Überwachungszone‘.

Von der Pressestelle der PASOK-Bewegung für den Wandel

Veröffentlicht am 01.08.2025

In: Parlamentarische Tätigkeit

Rede zum Gesetzentwurf des Ministeriums für Bildung, Religion und Sport, über den heute, am letzten Arbeitstag des Parlaments vor der Sommerpause, abgestimmt wird.

Gehalten von Ilhan Ahmet, Abgeordneter der PASOK-Bewegung für den Wandel.

Ilhan Ahmet ging dabei insbesondere auf die Artikel ein, die die institutionelle Anerkennung der religiösen Gemeinschaften der Bektasiden und Aleviten innerhalb des griechischen Staatsgebiets betreffen.

Ilhan Ahmet legte den Parlamentsprotokollen zunächst den Beschluss der Versammlung der Juristen von Komotini zur unglücklichen Äußerung von Sofia Zacharaki vor und forderte sie auf, diese zurückzunehmen.

Er betonte, dass in den Artikeln 49 bis 58 des Gesetzentwurfs das Recht unserer Mitbürger, der Aleviten und Bektasiten – Mitglieder der muslimischen Minderheit in Thrakien – ihre religiöse und kulturelle Identität frei zum Ausdruck zu bringen, sich zu organisieren und selbst zu definieren, zum ersten Mal ausdrücklich verankert ist. Ahmet bezeichnete dies als „Akt des Respekts gegenüber der Würde, dem Glauben und der Identität Tausender unserer Mitbürger”.

„Dies ist ein Schritt in Richtung echter Gleichberechtigung und Festigung der Religionsfreiheit in Thrakien und in ganz Griechenland.” Die Aleviten und Bektasiten sind nicht „unsichtbar“. Sie sind Bürger dieses Landes, die eine offene, tolerante und friedliche Form des Islam vertreten, mit Betonung auf der Gleichstellung der Geschlechter und der Akzeptanz von Unterschieden“, schloss er.

In seiner Rede bezog sich der PASOK-Abgeordnete an einigen Stellen auf einen kürzlich erschienenen Artikel des Rechtsanwalts und renommierten Juristen Stergios Gialoglou. Gialoglou ist alles andere als ein Feind oder Gegner der Regierung. Der Abgeordnete nutzte den Artikel, um auf die schwierige Lage Thrakiens aufmerksam zu machen.

Gleichzeitig wies er nachdrücklich auf die chronischen Missstände und die sozioökonomische Sackgasse hin, in der sich die Region befindet.

„Thrakien leert sich. Die jungen Leute gehen weg. Die Industriegebiete verkümmern. Armut und Chancenlosigkeit schaffen ein soziales Vakuum und untergraben das Vertrauen in die Institutionen. Und das betrifft nicht nur Muslime oder Christen. Es betrifft alle Bürger Thrakens, unabhängig von ihrer Herkunft oder Religion. Es ist Zeit, das Narrativ zu ändern. Thrakien ist weder „Grenze“ noch „Gefahr“ noch „Überwachungszone“. Thrakien ist ein Knotenpunkt. Es ist eine Brücke zu den Balkanländern, nach Europa und in den Osten. Thrakien ist eine Chance. Es lohnt sich, in diese Region zu investieren. Wir fordern keine Sonderbehandlung. Wir fordern gleichberechtigte Teilhabe. Wir fordern eine Politik, die verbindet und nicht spaltet. Wir fordern Würde und Entwicklung für alle. Das politische System des Landes ist verpflichtet, diese Region aktiv zu unterstützen.“

Hier ist das griechische Gesetz Nr. 49 bezüglich der „Anerkennung der religiösen Gemeinschaft der Bektaşi-Aleviten in Thrakien als juristische Person”.

Übersetzt in die deutsche Sprache.

Artikel 49

Artikel 49 – Anerkennung der religiösen Gemeinschaft der Bektaşi-Aleviten in Thrakien als juristische Person

(1) Die religiöse Gemeinschaft der Bektaşi-Aleviten in Thrakien wird gemäß Artikel 2 des Gesetzes Nr. 4301/2014 als juristische Person des Privatrechts unter dem Namen „Trakya Bektaşi Alevi Müslümanları Dini Tüzel Kişiliği” (Religiöse juristische Person der Bektaşi-Aleviten in Thrakien) anerkannt. Ihr Sitz befindet sich in der Gemeinde Orfeas, Gemeinde Soufli, Bezirk Evros, im Ort Mikro Derio, Dorf Roussa. Für die Anerkennung ist es nicht erforderlich, sich an das zuständige erstinstanzliche Gericht zu wenden.

(2) Innerhalb eines Jahres nach der Veröffentlichung dieses Gesetzes im Amtsblatt muss diese juristische Person zusammen mit den entsprechenden Unterlagen gemäß Artikel 3 des Gesetzes Nr. 4301/2014 beim erstinstanzlichen Gericht, in dessen Bezirk ihr Sitz liegt, einen Antrag auf Eintragung in das amtliche Register stellen.

Die Gründungsurkunde und die Satzung müssen mit mindestens 300 Unterschriften eingereicht werden.

– Der Antrag ist auch dem Ministerium für Bildung, Religion und Sport zu melden.

– Die Eintragung erfolgt durch den Gerichtspräsidenten.

Wird innerhalb dieser Frist kein Antrag gestellt, kann keine öffentliche Einrichtung mit dieser juristischen Person Geschäfte tätigen.

(3) Die Mitglieder der Bektaşi-Aleviten-Gemeinschaft in Thrakien genießen die Minderheitenrechte, die ihnen durch den Vertrag von Lausanne und die griechischen Gesetze zuerkannt wurden. Artikel 146 des Gesetzes Nr. 4964/2022 (Aufgaben und Befugnisse der Muftis von Thrakien) findet auf sie keine Anwendung.

4. Diese juristische Person unterliegt Abschnitt A des Gesetzes Nr. 4301/2014, sofern Abschnitt H keine anderen Regelungen enthält.

Artikel 50 – Gebetsstätten der Bektaşi-Aleviten in Thrakien

1. Die bestehenden Gebetsstätten (Cem, Cemevi, Tekke) und die künftig zu errichtenden Gebetsstätten werden von der „Religiösen Juristischen Person der Bektaşi-Aleviten in Thrakien” gemäß ihrer eigenen Gründungs- und Geschäftsordnung verwaltet und vertreten.

(2) Innerhalb von zwei Jahren nach der Veröffentlichung dieses Gesetzes im Amtsblatt müssen die Gründungs- und Betriebsgenehmigungen der bestehenden und rechtmäßig tätigen Gebetsstätten im Namen der juristischen Person neu geregelt werden.

– Der Antrag ist zusammen mit dem in der Gebetsstätte tätigen Geistlichen (Dede) zu unterzeichnen.

– Es sind keine weiteren Formalitäten oder Unterlagen erforderlich.

(3) Die in Absatz 2 genannte Frist kann durch Beschluss des Ministers für Bildung, Religion und Sport insgesamt dreimal um jeweils ein Jahr verlängert werden.

Artikel 51 – Verwaltungskommission für das Stiftungsvermögen der Bektaşi-Aleviten in Thrakien (Δ.Ε.Β.Α.Μ.Α.Μ.Θ.)

Es wird eine juristische Person des Privatrechts mit dem Namen „Verwaltungskommission für das Stiftungsvermögen der Bektaşi-Aleviten in Thrakien” gegründet.

– Diese Einrichtung ist eine gemeinnützige Organisation ohne Erwerbszweck.

– Sie wird vom Minister für Bildung, Religion und Sport beaufsichtigt.

– Ihr Hauptzweck ist

die Verwaltung und Erhaltung von Stiftungsvermögen (Gebäude, Grundstücke, Wälder),

– die Verwaltung und Erhaltung religiöser und kultureller Stätten wie Cem, Cemevi, Tekke und Friedhöfe,

– sowie aller Einnahmen und Spenden.

, sowie die Durchführung gemeinnütziger Aktivitäten.

Sie unterliegt jedoch auch dem Gesetz über das kulturelle Erbe und archäologische Funde (4858/2021).

2. Die Kommission hat alle Rechte und Pflichten an allen ihr überlassenen beweglichen und unbeweglichen Vermögenswerten.

Sie handelt gemäß dem vom Spender angegebenen Zweck.

Die Kommission verwaltet auch die Vermögenswerte, die sie in Zukunft erwerben wird (gesetzlich erworben), auf die gleiche Weise.

Artikel 52: Verwaltung der Stiftungseigentümer der Kommission für die Verwaltung der Stiftungseigentümer der Bektaşi-Aleviten von Thrakien.

1. Das Verwaltungsorgan der Δ.Ε.Β.Α.Μ.Α.Μ.Θ. (Kommission für die Verwaltung der Stiftungseigentümer) ist der Verwaltungsrat (Y.K.).

– Die Amtszeit beträgt drei Jahre.

– Der Verwaltungsrat besteht aus fünf Mitgliedern.

– Alle Mitglieder werden ausschließlich aus den Reihen der Mitglieder der religiösen juristischen Person der Bektaşi-Aleviten von Thrakien gewählt.

– Die Mitglieder müssen mindestens 21 Jahre alt sein.

– Die Ernennung erfolgt durch den Minister für Bildung, Religion und Sport auf Vorschlag dieser religiösen juristischen Person.

– Die Mitglieder können gleichzeitig Geschäftsführer der juristischen Person, Religionsbeamte (Dede) oder gemäß Artikel 59 Religionslehrer (ιεροδιδάσκαλος) sein.

– Ehepartner oder Verwandte bis zum dritten Grad eines Mitglieds können jedoch nicht gleichzeitig dem Vorstand angehören.

In der ersten Sitzung des Verwaltungsrats werden gewählt:

– der Vorsitzende (der gleichzeitig der gesetzliche Vertreter der Kommission ist),

– der Schatzmeister,

– der Sekretär.

Wenn die religiöse juristische Person keine fünf Mitglieder und deren Stellvertreter vorschlägt, werden die fehlenden Mitglieder direkt vom Minister ernannt.

– Wenn die religiöse juristische Person aufgelöst wird, werden alle Mitglieder direkt vom Minister ernannt.

Diese Mitglieder müssen unbedingt Bektaşi-Aleviten sein.

Die Beschlüsse des Verwaltungsrats treten erst nach vorheriger Genehmigung in Kraft und werden auf der offiziellen Website der Kommission veröffentlicht.

– Ausgaben, die 1.500 Euro übersteigen,

– Anmietung, Kauf, Verkauf und Verpfändung von Immobilien,

– Kreditaufnahmen,

– Annahme von Spenden, Hilfen, Sponsoring, Erbschaften und Vermächtnissen.

– Einstellung von Personal.

Bei diesen Vorgängen sind darüber hinaus die Europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO – 2016/679) und das griechische Gesetz Nr. 4624/2019 zu beachten.

Artikel 53 – Ausschlussgründe

Die folgenden Personen können nicht in den Verwaltungsrat berufen werden:

– Abgeordnete, Gouverneure, Bürgermeister usw.

• Personen, die in der Verwaltung einer anderen Stiftung tätig sind,

– Personen, die wegen einer der folgenden Straftaten verurteilt wurden oder gegen die ein Verfahren läuft:

– Diebstahl, Betrug, Unterschlagung, Bestechung, Amtsmissbrauch, Falschaussage, Sexualdelikte, Verleumdung usw.

– Ehepartner oder Verwandte bis zum dritten Grad, die in derselben Verwaltung tätig sind.

– Personen, die zwei aufeinanderfolgende Amtszeiten absolviert haben, können nicht wiedergewählt werden.

Artikel 54 – Unvereinbarkeiten und Amtsenthebung

(1) Bei Vorliegen eines Hindernisses oder bei Nichteinhaltung der Vorschriften erlischt die Mitgliedschaft automatisch.

Die Entscheidung trifft der Minister.

(2) Bis zum Abschluss des Registrierungsverfahrens wird eine vorläufige Verwaltung vom Minister ernannt.

3. Die Mitglieder des Verwaltungsrats haften für vorsätzliche oder grob fahrlässige Verletzung ihrer Pflichten.

Der Vorsitzende und der Schatzmeister sind zur Vermögensangabe verpflichtet.

Artikel 55 – Einnahmequellen

1. Die Einnahmen setzen sich wie folgt zusammen:

– Erträge aus der Verwaltung des Stiftungsvermögens, Zinsen, Spenden, Erbschaften sowie Finanzmittel aus öffentlichen Investitionsprogrammen.

2. Die Kommission kann vom Ministerium unterstützt werden.

3. Bis Ende März eines jeden Jahres sind die Bilanz des Vorjahres und der Haushalt für das neue Jahr vorzulegen.

In notwendigen Fällen können unter Einhaltung der Bedingungen durch Spenden erworbene bewegliche/unbewegliche Vermögenswerte verkauft werden.

Zunächst wird eine Bewertung vorgenommen und eine öffentliche Versteigerung organisiert.

Nach drei erfolglosen Versteigerungen kann ein Direktverkauf erfolgen.

5. Der Zweck des Spenders ist zu beachten. Ist dies nicht möglich, kann durch Gerichtsbeschluss ein neuer Zweck festgelegt werden.

Artikel 56 – Stiftungsverzeichnis

(1) Die Vermögenswerte der Bektaşi-Alevî-Stiftungen gelten automatisch als auf die Kommission übertragen.

Der Vorsitzende erstellt einen Inventarbericht, der mit einer notariell beglaubigten Urkunde im Grundbuch eingetragen wird.

(2) Eigentumsfragen werden auf Vorschlag einer neunköpfigen Kommission vom Minister entschieden.

Die Kommission setzt sich wie folgt zusammen: Vertreter des Bildungsministeriums, des Wirtschaftsministeriums, des Landwirtschaftsministeriums, des Rechtsrats und ein Vertreter der Kommission.

3. Neu zu gründende Stiftungen werden gemäß den Bestimmungen des Zivilgesetzbuches gegründet und nach diesem Gesetz verwaltet. Artikel 57 – Religiöse Erziehung der Bektaşi-Aleviten in Thrakien

1. Bektaşi-alevitische muslimische Schüler, die in Thrakien öffentliche oder Minderheitenschulen besuchen,

a) sind gemäß Artikel 37 des Gesetzes Nr. 4777/2021 und den darauf basierenden Ministerialbeschlüssen vom Religionsunterricht befreit,

b) nicht an einem alternativen Unterricht teilnehmen möchten und

c) in öffentlichen Schulen mindestens zehn Schüler einer Klasse und in Minderheitenschulen unabhängig von der Anzahl der Schüler einen Antrag stellen.

Für diese Schüler wird während der Religionsunterrichtsstunde die Glaubenslehre der Bektaşi-Aleviten in Thrakien unterrichtet.

2. Dieser Unterricht kann von folgenden Personen erteilt werden:

– PE73-Fachlehrer (Mitglieder der Trakya Bektaşi Alevi Müslümanları Dini Tüzel Kişiliği, religiöse juristische Person der Bektaşi-Aleviten von Thrakien),

oder von religiösen Lehrern (İerodidaskalos) gemäß Artikel 59.

3. Die Unterrichtsmaterialien werden wie folgt erstellt:

• vom Institut für Bildungspolitik (Ι.Ε.Π.),

– oder von einem durch Ministerialbeschluss eingesetzten Expertenausschuss.

Die Materialien werden in gedruckter oder digitaler Form vom Institut für Informationstechnologie und Veröffentlichungen (Ι.Τ.Υ.Ε.) „DIOFANTOS” verteilt.

Wenn sie bis zum 30. Juni nicht vom IEP vorbereitet werden können oder ihre Verteilung nicht möglich ist:

wählen die Lehrer die Materialien aus, die sie für geeignet halten.

Diese Materialien werden nach Genehmigung durch das I.E.P. kostenlos an die Schülerinnen und Schüler verteilt.

In der Entscheidung über die Bildung des Fachausschusses werden die Arbeitsbedingungen, die zu erbringenden Leistungen und die Vergütung der Mitglieder festgelegt.

Artikel 58 – Religionslehrer (İerodidaskalos) für die Bektaşi-Aleviten in Thrakien

Zur Unterstützung der religiösen und spirituellen Entwicklung der Bektaşi-Aleviten in Thrakien

– können in den Provinzen Rodopi, Xanthi und Mergini insgesamt 15 Religionslehrer (İerodidaskalos)

– für einen Zeitraum von höchstens zehn Monaten mit einem befristeten privatrechtlichen Vertrag nach öffentlicher Ausschreibung eingestellt werden.

Die Verträge werden vom Minister für Bildung, Religion und Sport unterzeichnet.

2. Die Aufgabe der Religionslehrer besteht darin, ihren Glauben in Gotteshäusern zu lehren.

Darüber hinaus können sie mit Zustimmung des zuständigen Bildungsdirektors ihren Glauben auch in öffentlichen und Minderheitenschulen unterrichten, sofern sie dies wünschen.

Dies erfordert keine pädagogische Qualifikation und findet außerhalb des Lehrplans statt.

Artikel 59: Qualifikationen von Religionslehrern und Ausschlussgründe

(1) Bewerber müssen folgende Voraussetzungen erfüllen:

– griechische Staatsangehörigkeit und ständiger Wohnsitz in Thrakien,

– Mitgliedschaft in der religiösen Körperschaft der Bektaşi-Aleviten in Thrakien,

– Abschluss an einer theologischen Fakultät, einer Grundschullehrerausbildung oder einer Ausbildung zum Sekundarschullehrer,

– Die Diplome müssen von der D.O.A.T.A.P. (Griechische Akademie für Akademische Anerkennung) anerkannt sein.

(2) Auch Dede (religiöse Führer) können unter folgenden Bedingungen kandidieren:

– griechische Staatsangehörigkeit, ständiger Wohnsitz in Thrakien und Mitgliedschaft in der entsprechenden religiösen juristischen Person,

– Abschluss der Grundschule oder Sekundarstufe oder Hochschulabschluss (von der D.O.A.T.A.P. anerkannt),

– Registrierung gemäß Artikel 14 des Gesetzes Nr. 4301/2014.

3. Die folgenden Personen können nicht als Religionslehrer ernannt werden:

– Personen, die unter Vormundschaft stehen,

– Personen, die wegen einer der folgenden Straftaten rechtskräftig verurteilt wurden oder gegen die ein Ermittlungsverfahren läuft:

• Diebstahl, Unterschlagung, Betrug, Erpressung, Bestechung, Amtsmissbrauch, Sexualstraftaten, häusliche Gewalt, Kindesentführung, Störung religiöser Zeremonien,

Staatsverbrechen: – Aufruhr,

– Widerstand gegen die Staatsgewalt,

– Störung der Rechtspflege,

– Anstiftung zu Straftaten,

– Terrorismus,

– Rassismus,

– Beleidigung religiöser Symbole usw.

Darüber hinaus sind Drogendelikte und die Ausübung einer religiösen Tätigkeit ohne Befugnis ebenfalls ein Hinderungsgrund.

Ausnahmsweise können in den ersten fünf Jahren nach Inkrafttreten dieses Gesetzes auch folgende Personen als Religionslehrer eingestellt werden:

– griechische Staatsbürger mit ständigem Wohnsitz in Thrakien, die Mitglied der entsprechenden religiösen juristischen Person sind,

– Absolventen einer Religionsschule in Xanthi oder Komotini oder

– Personen, die mindestens zehn Jahre lang als Religionslehrer gemäß dem Gesetz Nr. 3536/2007 tätig waren.

Artikel 60 – Auswahlverfahren

(1) Durch Ministerialbeschluss wird bekannt gegeben:

– die Anzahl der zu besetzenden Stellen,

– die erforderlichen Qualifikationen,

– die Auswahlkriterien, Ausschlussgründe, Vertragsbedingungen und Arbeitsorte (es kann sich um mehrere Cemevis oder Tekkes handeln).

Wenn der Religionslehrer auch an Schulen tätig sein möchte, wird sein Vertrag entsprechend angepasst.

2. Die Auswahl erfolgt durch eine fünfköpfige Kommission.

– drei Mitglieder werden von einer religiösen juristischen Person ernannt,

– zwei Mitglieder werden vom Bildungsminister ernannt.

Die Bewerber:innen werden nicht nur anhand ihrer Unterlagen, sondern auch anhand ihrer Qualifikationen wie Moral, Persönlichkeit und bisherige Leistungen bewertet.

– Die Kommission wird durch einen Ministerialbeschluss eingesetzt, wobei ein Vorsitzender und ein Sekretär ernannt werden.

Artikel 61 – Einstellung von Religionslehrern

(1) Die Verträge von Religionslehrern können einseitig um bis zu zehn Monate verlängert werden.

– Verträge, deren Laufzeit abgelaufen ist und die nicht verlängert werden, enden automatisch mit der Besetzung neu ausgeschriebener Stellen.

2. Die Gehälter werden gemäß Artikel 37 des Gesetzes Nr. 3536/2007 gezahlt.

– Haushalt: Die Kosten werden vom Ministerium für Bildung, Religion und Sport getragen.

– Für Religionslehrer, die an beauftragten Schulen unterrichten, wird keine zusätzliche Vergütung gezahlt.

– Sozialversicherung: Sie sind bei der E-EFKA versichert.

3. Der Vertrag wird in folgenden Fällen gekündigt:

– Schriftlicher Antrag der religiösen juristischen Person

– Einleitung eines Strafverfahrens gegen den Kandidaten gemäß Artikel 60.

Die Staatsanwaltschaft informiert das Ministerium unverzüglich über die Einleitung eines solchen Verfahrens.

– Bis zur rechtskräftigen Verurteilung wird die Registrierung des Religionslehrers als religiöser Bediensteter ausgesetzt.

Wird er für unschuldig befunden, wird die Registrierung wieder aktiviert.

(5) Religionslehrer können auf Wunsch und mit Entscheidung des zuständigen Bildungsdirektors auch als Verwaltungsangestellte bei der religiösen juristischen Person tätig werden.

In diesem Fall bleibt das Gehalt unverändert, es werden keine zusätzlichen Zahlungen geleistet und die Arbeitszeiten werden neu geregelt.

Quellen:

(1)

https://www.evros-news.gr/2021/04/10/σουφλί-το-χώρο-λατρείας-των-αλεβιτών-σ/

(2)

https://www.xanthinea.gr/2025/08/alevites-thrakis-giati-i-anagnorisi-tous-eknevrizei-tin-agkyra-i-kontra-me-to-tourkiko-proxeneio?fbclid=IwY2xjawMBzKdleHRuA2FlbQIxMABicmlkETB2VWhxR05tbnBtOXk4a3RBAR6FP5b-ul9gmLdoNs-y3BIW-1-iEz4lVZYCMNZE93dbDGZYIr6aFL0Rp4PNXg_aem_S_i_IeNAksF6GfdGP44aHg

 

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(3)

“Η Θράκη δεν είναι ούτε “σύνορο”, ούτε “κίνδυνος”, ούτε “ζώνη επιτήρησης””  

 

 

Syrien und Aleviten

 

https://einspruch.at/2025/05/13/syrien-das-ist-keine-hochzeit-das-ist-die-vergewaltigung-einer-frau/

 

https://einspruch.at/2025/05/09/hts-syrische-vergewaltigungen-von-minderheiten-eine-analyse/

 

https://einspruch.at/2025/05/09/appell-an-un-und-internationalen-gerichtshof-entfuehrung-und-sexuelle-versklavung-alevitischer-frauen-in-syrien/

 

 

https://einspruch.at/2025/05/09/appell-an-un-und-internationalen-gerichtshof-entfuehrung-und-sexuelle-versklavung-alevitischer-frauen-in-syrien/

 

Offener Brief an die EU-Kommission: Streichung von der EU-Terrorliste und UN+Lemkins-Institut Syrien HTS Massaka-Bericht

Lemkin Institut: Alarmstufe Rot für Völkermord

 

 

Dringende Petition an das UN-Hauptquartier in New York: „Die UN muss sofort handeln, um die genozidalen Massaker an den Alawiten in Syrien zu stoppen“.

„Diese Entwicklung in der Türkei ist gefährlich.“

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Türkische Allgemeine, Ankara, 8.08.2025

Die Freitagspredigt von Diyanet, in der zum Kopftuchzwang aufgefordert wird, löst eine Diskussion aus: „Diese Entwicklung in der Türkei ist gefährlich.“

Die kopftuchtragende Feministin Berrin Sönmez protestiert gegen die Freitagspredigt zum Kopftuchzwang in 90.000 Diyanet-Moscheen in der Türkei, indem sie ihr Kopftuch abnimmt und sagt: „Diese Entwicklung in der Türkei ist gefährlich.“

Das Präsidium für Religionsangelegenheiten (türkisch: Diyanet İşleri Başkanlığı, Website: www.diyanet.gov.tr), kurz Diyanet, ist eine staatliche Einrichtung zur Verwaltung religiöser Angelegenheiten in der Türkei. In Deutschland ist es als DITIB und in Österreich als ATIB bekannt. Das Diyanet ist direkt dem Präsidenten Erdogan unterstellt, der gleichzeitig auch als Obmann der AKP agiert.

In der am 1. August 2025 ausgestrahlten Diyanet-Predigt im Freitagsgebet in 90.000 Moscheen hieß es unter anderem: „Das Tragen unangemessener Kleidung in öffentlichen Räumen, insbesondere in institutionellen Einrichtungen, verstößt gegen grundlegende moralische Normen.“ Diese Aussage kann als „Vorschrift bzw. Zwang zum Tragen eines Kopftuchs“ interpretiert werden. Das ist nicht modern, sondern primitiv. Wer sich nicht gegen die Verletzung moralischer und sittlicher Normen ausspricht, trägt eine große Verantwortung. Denn es ist unsere gemeinsame Pflicht, die Sittlichkeit, Anständigkeit und Moral unserer Generation zu schützen.“

Die Reaktionen auf die Freitagspredigt der Diyanet, die als „Auferlegung des Kopftuchs für Frauen“ interpretiert wurde, nehmen zu. So gab beispielsweise die feministische Schriftstellerin Berrin Sönmez bekannt, dass sie ihr Kopftuch abgelegt habe, um gegen diese Vorschrift zu protestieren.

Mit dieser individuellen Protestaktion reagierte die Autorin auf die Freitagspredigt der Diyanet vom 1. August. Bei dem YouTube-Kanal Medyascope sagte sie: „Diese Entwicklung in der Türkei ist gefährlich.”

Sönmez warf ihr Kopftuch vor die Füße der Diyanet und der Regierung und warnte vor einer „gefährlichen Entwicklung in der Türkei durch die AKP-Regierung“ hinsichtlich der von der AKP über die Diyanet erzwungenen Kopftuchpflicht für Frauen.

Sönmez kritisierte die Predigt scharf: „Ich lehne den Weg der Diyanet und der Regierung, den Weg der Unterdrückung, ab.“ Sie kündigte an, sich mit offenem Kopf gegen die mögliche Vorschrift zum Tragen eines Kopftuchs zu wehren.

Sönmez‘ Äußerungen fanden große Resonanz. In den sozialen Medien wurden zahlreiche Unterstützungs- und Solidaritätsbekundungen geteilt.

Was stand in der Predigt der Diyanet?

In ihrer Freitagspredigt, die die Debatte um die Kopftuchpflicht anheizte, griff die Diyanet Frauen, die sich gegen das Tragen eines Kopftuchs entscheiden, indirekt mit harten Worten an.

 

In der Predigt, die in 90.000 Moscheen im Rahmen des Freitagsgebets gehalten wurde, hieß es unter anderem: „Das Tragen unangemessener Kleidung in öffentlichen Räumen, insbesondere in institutionellen Einrichtungen, verstößt gegen grundlegende moralische Normen. Das ist nicht modern, sondern primitiv. Wer sich nicht gegen die Verletzung moralischer und sittlicher Normen ausspricht, trägt eine große Verantwortung. Denn es ist unsere gemeinsame Pflicht, die Sittlichkeit, Anständigkeit und Moral unserer Generation zu schützen.“

Sönmez erklärte, dass die Wahrscheinlichkeit einer Einführung der Kopftuchpflicht durch die AKP-Regierung gestiegen sei und sie sich daher entschlossen habe, durch das Abnehmen ihres Kopftuchs Widerstand zu leisten. In der Sendung Meydascope, an der sie ohne Kopftuch teilnahm, brachte sie ihre Reaktion mit den Worten zum Ausdruck: „Ich habe mein Kopftuch abgenommen und es der Diyanet und der Regierung zu Füßen geworfen.“

In einem Interview mit dem Journalisten Göksel Göksu in Medyascop bezeichnete Sönmez das durch das Referendum von 2017 in der Türkei geschaffene politische System als „Monstrum“ und wies darauf hin, dass dieses System zu großen sozialen Unruhen geführt habe. Sie kritisierte die Politik der AKP-Regierung, die sich gegen den Körper der Frau richte und das Leben von Frauen erschwere.

„In diesem Zusammenhang wurde auch die Präsidentschaft für Religiöse Angelegenheiten direkt dem Präsidenten unterstellt und zu einem Propagandainstrument der Regierung gemacht“, so die feministische Autorin. „In den Predigten der Diyanet sehen wir keinen Protest gegen die begangenen Korruptionsdelikte, gegen Frauenmorde oder gegen Kindesmissbrauch in der Türkei. Wir sehen nur den Versuch, Frauen, Kindern und der Gesellschaft unter dem Deckmantel der Religion Vorschriften zu machen. Diese Entwicklung ist wirklich gefährlich, und in der letzten Predigt habe ich gesehen, dass sie sich weiter konkretisiert.“

„Versuch, die Gesellschaft durch das Verbot des Kopftuchs zu formen.“

In ihrer Predigt mit dem Titel „Hayâ (‚Scham‘, ‚Bescheidenheit‘ oder ‚Schüchternheit‘) – Allahs Gebot, eine Notwendigkeit der Natur“ teilte die Diyanet die Beobachtung, dass in öffentlichen Einrichtungen und im Arbeitsleben in die Kleiderwahl von Frauen eingegriffen wird. Sönmez wies darauf hin, dass die Regierung, wenn sie Schritte in die Gesellschaft hinein ausweiten will, dies meist über die Diyanet mit deren Sprache, Fatwas und Predigten tut.

„Das zu hören, hat mich deshalb so aufgeregt, weil es am letzten Freitag vom Diyanet in der Freitagspredigt gesagt wurde”, sagte Berrin Sönmez. Sie erklärte, dass es bereits „konkrete Beispiele” für die Kopftuchpflicht gebe und dass ihr nach den jüngsten Entwicklungen auch einige konkrete Fälle gemeldet worden seien. Sönmez erwähnte eine Beteiligungsbank, in der nur Frauen mit Kopftuch arbeiten, und berichtete von einer Frau, die ihren Kopftuch außerhalb des Arbeitsplatzes abgenommen hatte und allein aus diesem Grund entlassen wurde.

Die feministische Autorin fügte hinzu, dass es Informationen darüber gebe, dass das Tragen eines Kopftuchs auch für Beförderungen in öffentlichen Einrichtungen Voraussetzung sei. Sie wies außerdem darauf hin, dass die Diyanet eine der mächtigsten Institutionen der AKP-Regierung ist und ihre Signale auch Kapitalbesitzer, die der Regierung nahestehen, also den privaten Sektor, zum Handeln bewegen können.

Sönmez sagte, dass auch Bürokraten, die ihre Position in öffentlichen Einrichtungen behalten wollen, dies berücksichtigen würden, und betonte: „Das heißt aber nicht, dass morgen früh durch einen Beschluss des Präsidenten festgelegt wird, dass alle in öffentlichen Einrichtungen ihren Kopf bedecken müssen.“ Das ist auch nicht meine Sorge. Ich befürchte eher eine Tendenz zur Formung einer stilleren, lautloseren Gesellschaft.“ Er unterstrich, dass die Wahrscheinlichkeit gestiegen sei, dass Frauen durch geheime, nicht schriftlich festgehaltene Beschlüsse zum Tragen eines Kopftuchs gezwungen würden.

Warum hat sie ihr Kopftuch abgenommen? Welche Botschaft wollte sie damit vermitteln?

Berrin Sönmez erklärte, was sie mit dem Abnehmen ihres Kopftuchs bezwecken wollte, und betonte: „Ich habe ein Zeichen gesetzt.“

„Mit dieser Aktion habe ich eigentlich etwas getan, was in unserer Tradition und Kultur ganz normal ist. Ich habe mein Kopftuch abgenommen und der Regierung sowie der Diyanet vor die Füße geworfen. Ich möchte damit sagen: ‚Haltet hier an, geht nicht weiter.‘“ Eine 64-jährige Frau mit weißem Haar hat ihr Kopftuch abgenommen und euch vor die Füße geworfen.“ Denkt darüber nach und begreift die Bedeutung dieser Geste. Geht nicht weiter, kehrt um.“

Sönmez bewertete auch die Reaktionen auf ihre Entscheidung, sich durch das Abnehmen ihres Kopftuchs gegen die Kopftuchpflicht der Regierung zu wehren: „Sie sagen, ich übertreibe. Sie sagen: ‚Es gibt doch gar kein solches Verbot, warum tust du das?‘ Was soll ich tun, wenn erst ein Verbot kommt und die Gesellschaft dann in Schach gehalten wird? Ich tue das, um das zu verhindern, um diese Möglichkeit auszuschließen.“

Sönmez erklärte, dass sie noch nicht ohne Kopftuch auf die Straße gehen könne, da sie ohnehin nicht oft ausgehe. Sie fügte jedoch hinzu: „Hier hat mich aber etwas festgehalten. Ich habe mir gesagt: ‚Warte noch ein bisschen.‘“

„Ich lehne den Weg der Unterdrückung ab“, begründete sie ihre Entscheidung.

Die Autorin Berrin Sönmez hatte in ihrem auf Medyascope veröffentlichten Artikel „Ey Diyanet! Fe eyne tezhebun?“ (Oh Diyanet! Wohin geht ihr?) scharf auf die Freitagspredigt reagiert, die am 1. August in rund 90.000 Moscheen in der Türkei verlesen worden war.

Sönmez bezeichnete diese Predigt als Signal für die Einführung einer Kopftuchpflicht für Frauen und kritisierte, dass die Diyanet die Begriffe Scham und Anstand auf den Körper reduziere. „Leider glaube ich, dass die in der Predigt erwähnten institutionellen Strukturen nun dazu dienen werden, Frauen eine Kopftuchpflicht aufzuerlegen, um sich für das frühere Kopftuchverbot zu rächen“, schrieb sie.

„Ich hoffe, dass ich mich irre. Aber ich kann dieses Signal nicht ignorieren. Solange die Möglichkeit einer Zwangsmaßnahme noch rückgängig gemacht werden kann, muss man reagieren. Ich sehe also wieder einen Weg des persönlichen Widerstands: Aus Protest gegen die mögliche Einführung einer Kopftuchpflicht werde ich meinen Kopf ab sofort frei tragen.“

Sönmez schreibt in ihrem Artikel: „Eine Person allein mag keine Bedeutung haben, aber als Einzelperson ist meine Haltung klar. Ich lehne den Weg der Diyanet und der Regierung, den Weg der Unterdrückung, ab. Wenn ihr zu den Unterdrückern gehört, dann gehöre ich nicht zu euch.“ Dies fand in der Öffentlichkeit große Resonanz.

Quellen:

Diyanet-Predigt vom 01.08.2025

https://diyanet.gov.tr/tr-TR/Kurumsal/Detay/37890/cuma-hutbesi-hay-allahin-emri-fitratin-geregi

https://medyascope.tv/2025/08/03/berrin-sonmez-yazdi-ey-diyanet-fe-eyne-tezhebun/

Zum ersten Mal erklärt Berrin Sönmez, warum sie ihr Kopftuch abgenommen hat.

** Nazi Jargonu: „Türken Familie….“**

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** Nazi Jargonu: „Türken Familie….“**

 

Son zamanlarda, Avusturya’da Türk ailelerine ve Türklere yönelik keyfe ve zevke göre „pogrom“ (yağma) şeklinde birden artan nefret söylemi ve ayrımcı dil, kamuoyunda ve sosyal medyada büyük tepkilere yol açmaktadır. Bu bağlamda, Heute Gazetesi’nin manşetinde 31 Ağustos 2025 tarihinde yer alan „Türken Familie“ ifadesi, Nazi dönemini hatırlatan bir nefret dili olarak Avusturya Türk toplumunda tepki çekmiştir. Avusturya’da utanç verici Türk dernekleri ve siyasetçilerinin sessizliğine kesinlikle kanmayın. Bu durumu şiddetle kınıyoruz ve bu tür bir haberciliği onur kırıcı bir örnek olarak değerlendiriyoruz. Her birey, kendi şerefini ve onurunu korumakla yükümlüdür; bu nedenle, Avusturya’da Türk ailelerine karşı kullanılan bu nefret dolu dil ve propaganda yöntemlerine karşı demokratik bir tepki göstermek elzem olmuştur.

Elzem kelimesi, vazgeçilmesi mümkün olmayan ve hayati önem taşıyan şeyler için kullanılır. Bu bağlamda, Türk ailelerine yönelik nefret söyleminin artması, sadece Türk toplumu için değil, tüm Avusturya toplumu için bir tehdit oluşturmaktadır. Bu nedenle, bu tür nefret söylemlerine karşı durmak, sadece Türklerin değil, tüm insanlığın ortak sorumluluğudur.

Devleti ve milleti soyanlara amasız karşıyız

Öncelikle belirtmek gerekir ki, bu haber analizinde bahsedilen sığınmacı ve mülteci hakkı kazanmayı bekleyen ailenin sosyal dolandırıcılık yaptığı iddialarına hiçbir Türk, Avusturya’da sahip çıkmamaktadır. Aksine, bu tür eylemleri  amasız kınıyoruz ve Avusturya Cumhuriyeti’nin yasalarına ve değerlerine saygı duyarak, bu tür dolandırıcılık eylemlerinin en sert şekilde cezalandırılmasını talep ediyoruz. Çoğulcu bir hukuk devleti olarak, bu tür eylemlerde bulunan kişilerin, hangi milletten, dinden veya siyasi görüşten olursa olsun, adalet önünde eşit bir şekilde yargılanmasını bekliyoruz.

 

Asıl konuya dönecek olursak, Heute Gazetesi’nden Andrea Winding imzalı, 31 Temmuz 2025 tarihinde yayımlanan ve sosyal medyada Türkler hakkında binlerce hakaret ve nefret dilinin kullanılmasına neden olan başlık, „Hat hier nichts verloren. Reiche Türken-Familie muss nach Asylgeld-Betrug gehen.“ şeklindedir. Türkçe tercümesi ise „Burada işiniz yok. Zengin Türkler ailesi, sığınma yardımı dolandırıcılığı nedeniyle ülkeyi terk etmek zorunda kaldı.“ şeklindedir. Bu başlık, Nazi döneminde gazetelerde, kitaplarda ve afişlerde görülen „gururlu Aryen“ ile „alçak Yahudi“ karşılaştırmalarını hatırlatmaktadır. Bu tür bir dil, Türk ailelerini hedef alarak, toplumda bir düşmanlık yaratma çabasının bir parçasıdır.

Bu noktada, „Türken Familie“ ifadesinin dilbilgisel olarak yanlış olduğunu belirtmek gerekir. Nazi döneminde üretilen ırkçı bir dilin günümüzde yeniden canlandırılması son derece kaygı vericidir. Bu tür bir dil, geçmişten ders alınmadığını ve hala benzer ayrımcı söylemlerin varlığını sürdürdüğünü göstermektedir. Amacımız, birlikte yaşarken kullanılan dile dikkat çekmek ve bu tür nefret dolu ifadelerin toplumda yer bulmasına engel olmaktır.

Gazetede kullanılan resim, arka planda türbanlı çocuklu bir Türk olmayan Afrika ailesini göstermektedir. Burada sorun, kullanılan resmin Türklerle hiçbir ilgisi olmamasıdır. Ancak, bu tür bir resmin, „Türken Familie“ başlığı ile birleştirilmesi, Türk ailelerine karşı nefretin körüklenmesine hizmet etmektedir. Bu durum, gazetecilik etiği açısından son derece sorunludur ve bu tür bir yaklaşım, toplumda kutuplaşmayı artırmaktadır.

„Der ewige Jude“

Nazi döneminin ünlü ve aşağılık ırkçı filmi „Der ewige Jude“yi hatırlatmakta fayda var. Bu film, Yahudileri sosyal açıdan düşük, kültürsüz ve parazit bir halk olarak gösteren sahneler içermektedir. Heute Gazetesi’nin „Türken Familie“ ifadesi ve kullandığı resimler, bu filmdeki sahneleri akıllara getirmektedir. Nazi propagandası, düşmanlarını dil yoluyla insanlıktan çıkarmak için çeşitli terimler ve semboller kullanmıştır. Günümüzde, birçok Avusturya medyası ve siyasetçisi, bu dili bilerek veya bilmeyerek kullanmaktadır. Bu durum, Türk ailelerine karşı bir dışlama ve ayrımcılık politikası olarak karşımıza çıkmaktadır.

„Der ewige Jude“ filminde bol bol görebilirsiniz. Utanmasalar, resim üzerine bu „Der ewige Jude“ filmindeki gibi belki sıçan resimlerini koyacaklar. Şaka değil, bu sıçan resimlerini Naziler, Hitler’in propaganda bakanı Goebbels’in emriyle çekilen „Der ewige Jude“ filminde, Yahudi düşmanlığını sadece NS diliyle değil, ayrıca resim ve filmlerde alakasız kareler kullanarak nefreti körüklemek, yani artırmak için kullanmışlardır.

 

Bu tür çirkinliklere karşı demokratik bir tepki göstermek elzemdir. Türk ailelerine yönelik kültürel ırkçılık ve entegrasyon isteği, Avusturya’da  deniz ve deniz dalgalarının olmamasına rağmen, bu „dalganın ve şımarıklığın“ varlığını olması düşündürücüdür.  Türkler, Nazi dilini kendileri üzerinde kullanmaya kalkanlara karşı en sert demokratik tepkiyi vermelidir. Avusturya’da, Türk toplumuna ve Türk ailelerine yönelik aşağılayıcı haber başlıkları asla göz ardı edilmemelidir.

Kültürel ırkçılık (Neorassismus)

Kültürel ırkçılık (Neorassismus), insanların kültürel aidiyetleri veya varsayılan kültürel farklılıkları nedeniyle aşağılanması ve ayrımcılığa maruz kalmasıdır. Bu tür bir ayrımcılık, insanları kültürel kimlikleri nedeniyle „farklı“, „uyumsuz“ veya „daha aşağı“ olarak göstererek dışlamaya yol açmaktadır. Bu bağlamda, Türk ailelerine yönelik kullanılan „Türken Familie“ ifadesi, kültürel ırkçılığın bir örneğidir.

Nasyonal Sosyalizm dili

Nasyonal Sosyalizm dili, Nazi propagandası tarafından kullanılan bir dil biçimidir. Bu dil, belirli kelimelerin anlamlarının değiştirilmesi ve yeni kelimelerin yaratılmasıyla oluşmuştur. Adolf Hitler ve Joseph Goebbels, bu dilin önde gelen temsilcileri olarak kabul edilir. Bu dilin etkisi, günümüzde de bazı medya organlarında ve siyasi söylemlerde kendini göstermektedir. Kimse bize sakın ders vermeye kalkmasın. Etkilen ve tecavüze uğrayan biziz.

Burada kullanılan „Türken Familie“ ifadesinin bir Nazi jargonu ve dili olduğunu görüyoruz! Esasında küfür ve aşağılama, ikinci sınıf yaratıklar olarak gördükleri ve „Juden Familie“ ifadesi gibi çirkin dili kullanan Hitler’in Nazi propagandacılarının dilini alıp 2025’in yaz ayına, bugün „Juden“ yerine „Türken“ diyerek „Türken Familie“ şeklinde kullanmak ve kamuoyunda Türk ailesine toptan şeytanlaştırmak, kelimemin tam anlamıyla „Kültürel Irkçılıktır“ (Neorassismus)!

Avusturya’da, Türk ailelerine yönelik bu tür nefret dolu söylemlere karşı durmak, sadece Türklerin değil, tüm insanlığın ortak sorumluluğudur. Bu nedenle, Wiener Linien gibi kurumların, Türk ailelerine karşı ayrımcı bir dil kullanmaktan kaçınması ve bu tür söylemlere karşı duyarlı olması gerekmektedir. Ayrıca, Heute Gazetesi’nin kullandığı „Türken Familie“ gibi ifadelerin sonuçsuz kalmaması gerektiği açıktır. Bu tür ifadeler, toplumda düşmanlık yaratmakta ve Türk ailelerini hedef alarak, onları dışlamaktadır.

Wiener Linien uyarılmalıdır

Viyana’da Neubaugasse ve Reumanplaty arasında giden bir Wiener Linien otobüsünün içinde defalarca yayınlanan Türk ailelerine yönelik olarak, „Türken Familie“ veya toptan bir aile üzerinden tüm Türk ailelerini aşağılayıcı bir şekilde haberlerin WIENER LINIEN’nin otobüs ve diğer tüm alanlarında TV şeklinde ilan verir gibi yansıtılan düşmanca bir dil kullanarak yapılan bu tür aşağılamaların bir daha tekrarlanmaması için gerekli adımlar atılmalıdır. Bu durum, sadece Türk toplumu için değil, tüm Viyana toplumu için bir utanç kaynağıdır ve bu konu asla halı altına süpürülmemelidir. Ayrımcılığa karşı durmak, toplumsal barış ve uyum için son derece önemlidir. Bu nedenle, bu meseleye gereken ciddiyetle yaklaşılmalı ve tüm toplumun huzurunu tehdit eden bu tür uygulamalara karşı ortak bir duruş sergilenmelidir.

Viyana’da ve genel olarak Avusturya’da, entegrasyon ve uyum konularının sıkça gündeme geldiği bir dönemde, Viyana Belediyesi’ne bağlı olan Wiener Linien’in, Türk asıllı bireylere yönelik olarak uyguladığı „Karalama Panoları“ ile ilgili ciddi bir endişe ve protesto gerekliliği ortaya çıkmaktadır. Bu panolar, hem Avusturya vatandaşı olan hem de Türk vatandaşı olan binlerce Türk asıllı insanı hedef alarak, otobüslerde, yer altı trenlerinde ve Wiener Linien’in erişim sağladığı büyük ekranlı televizyonlarda sergilenmektedir. Bu durum, sadece Türk toplumu için değil, tüm Viyana halkı için kabul edilemez bir ayrımcılık ve aşağılamadır.

 

Bu tür uygulamaların, Viyana’da yaşayan diğer milletler için de benzer bir ayrımcılığa yol açabileceği endişesini taşımaktayız. Bu nedenle, ilgili tüm kurumları, başta Wiener Linien yönetimi olmak üzere, Viyana Belediye Başkanı Michael Ludwig’i, Viyana’daki bakanlık düzeyindeki eyalet milletvekillerini, Avusturya Basın Etik Kurumu’nu ve diğer yetkili kuruluşları bu konuda harekete geçmeye davet ediyoruz. Wiener Linien’in bu tür ayrımcı ve aşağılayıcı tutumlarına son vermesi gerektiği konusunda kesin bir uyarı yapılmalıdır. Wiener Linien bir medya kurumu değildir.

Sonuç olarak, Avusturya’da Türk ailelerine yönelik nefret söylemi ve ayrımcı dilin son bulması için herkesin üzerine düşen sorumlulukları yerine getirmesi elzemdir. Bu tür söylemlere karşı durmak, sadece Türklerin değil, tüm insanlığın ortak mücadelesidir. Herkes kendi şerefini ve onurunu korumakla mükelleftir; bu nedenle, bu tür nefret dolu söylemlere karşı demokratik bir tepki vermek, toplumun her kesiminin görevidir. Son çare bu ilgili kurumların önünde protestolar ve siyah çelenkler koyulmalıdır. Çoğulcu demokrasiye ve hukuk devletine hala inanıyoruz.

Kaynak: https://www.heute.at/s/reiche-tuerken-familie-muss-nach-asylgeld-betrug-gehen-120122315

Film : Der ewige Jude

https://archive.org/embed/video_2019-09-07_10-06-24

 

 

Neredesiniz?

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Birol Kılıç, Viyana’dan gözlem ve analizler

Hiçbir STK (Dernek), Federasyon, SPÖ, Yeşiller, ÖVP ve diğer partilerden Türkler, Yukarı Avusturya’da FPÖ-ÖVP hükümetinin güya Türkiye’den gelmiş bir sığınmacının çirkin bir sosyal dolandırıcılık haberini yaptırma adı altında Türk ve Türk ailelerini manşete çekerek, tüm Avusturya’da altmış yıldır yaşayan Türkler ve Türk ailelerinin toptan dolandırıcı damgasını yemesine karşı çıkmayacak mı?

Bugün! Bakın, Viyana’daki otobüslerdeki haberlere.

Bakın, Heute ve diğer bulvar gazetelerindeki haberlere: Tarih 31.07.2025

“Burada işi yok.”

Zengin Türk aile, sosyal yardım dolandırıcılığı nedeniyle ülkeyi terk etmek zorunda kaldı. Yukarı Avusturya’da meydana gelen cüretkar bir sosyal yardım dolandırıcılığı olayının ardından eyalet yönetimi harekete geçti: Türk bir aile evini kaybetti ve on binlerce avroyu geri ödemek zorunda kaldı.

 

Nerede STK’lar, nerede siyasiler?

Bu duruma karşı niye bir Almanca protesto mektubu yazılmıyor? Bu Türkiye’den sığınmacı niye özellikle Türk ve Türk ailesi diye lanse ediliyor?

Bu YukarıAvusturya(OÖ)  FPÖ-ÖVP hükümetine danışmanlık yapan kişi kim?

Bu kültürel ırkçılık( Neorassismus) yapan medyaya karşı çıkacak dernekler ve siyasiler nerede? Afra tafra yapanlar ve küstahça, sinsice ona buna don biçenlere ileri geri konuşanlar nerede? Alın size büyük dert. Bir tanesi bu kültürel ırkçılık kışkırtma haberlerine medeni bir şekilde karşı niye çıkmıyor?

Neredesiniz? Özellikle onu bunu temsil ettiğini iddia edenler neredesiniz?

Düzgün, herkesin kabul edebileceği sap ile samanı niye karıştırıyorsunuz? Bir milletin ismi ile dolandırıcılık kelimesini hangi hakla manşete çekerek niye kültürel ırkçılık (Neorassismus) yapıyorsunuz diye niye hesap sormuyorsunuz?

Bu gazetelere aynı metin içinde bir de bizim ödediğimiz vergilerden devletten milyonlarca avro „kaliteli gazetecilik, milleti aydınlatma, uyumu sağlama“ adı altında sübvanse ediliyorsunuz. Ayrıca belediyelerden ve bakanlıklardan milyonlarca avro reklam alıyorsunuz. Bir de „TÜRKEN FAMILIE“ diye alçakça başlıklar niye atıyorsunuz diye niye hesap sorulmuyor?  Başka bir milletin ismini, mesela „JUDEN FAMILIE“ diye bu bağlamda atacak cesaretiniz var mı diye niye sormuyorsunuz?

Kısaca, yukarıda bahsedilen başlıklarla ilgili çektiğimiz genişletilecek konuların içinde olduğu medeni bir Almanca protesto metnini niye açık isminiz ve kurumunuzla protesto etmiyorsunuz? Hep biz mi yapacağız? Gücünüz, gıybet, fitne ve fesatlıklarınız  ve iftiralarınız hayatını bu alanda mücadeleyle geçirmiş insanlara karşı mı sadece yetiyor? Buyurun, siz yapın, biz de destekleyelim…

Kaynak: https://www.heute.at/s/reiche-tuerken-familie-muss-nach-asylgeld-betrug-gehen-120122315

 

https://www.krone.at/3855269

 

 

Ist die deutsche Justiz auf dem rechten Auge blind?

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Köln,  31.07.2025 von Ahmet Özay

Am 25. März 2024 wurde der rechtsextreme Rassist Daniel Szalla im zweiten Solinger Prozess, in dem vier bulgarische Staatsbürger türkischer Herkunft verbrannt wurden, zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Gericht argumentierte jedoch, dass Szalla die Morde nicht aus rassistischen Gründen begangen habe. In der letzten Verhandlung wurde die Zahl der Zuschauer:innen auf 22 begrenzt undst die deutsche Justiz auf dem rechten Auge blind? Der Düsseldorfer Generalkonsul Ali İhsan İzbul wurde nicht in den Saal gelassen. Er konnte die Verhandlung nur verfolgen, weil ihm einer der türkischen Zuschauer seinen Platz überließ.

 

 

Im letzten Solingen-Brandanschlagprozess, der seit Februar vor dem Landgericht Wuppertal verhandelt wurde und bei dem vier bulgarischstämmige Türken ums Leben kamen, wurde der rassistische Angeklagte zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Ereignisse während des insgesamt 21-tägigen Prozesses ließen jedoch die Frage aufkommen: „Ist die deutsche Justiz blind?”

Die vom zuständigen Staatsanwalt beantragte schwere Freiheitsstrafe für den Angeklagten Daniel Szalla wegen der Brandstiftung vom 25. März 2024 wurde vom Gericht bestätigt. Das Gericht verkündete sein Urteil auf Antrag der Staatsanwaltschaft, die behauptete, der Angeklagte habe die Tat nicht aus rassistischen Motiven begangen. Für drei weitere Brandstiftungen, die während des Prozesses bekannt wurden und die Daniel Szalla gestanden hat, wurde der Angeklagte jeweils zu zwei Jahren Haft verurteilt.

Die Verhandlung bleibt aufgrund zahlreicher Informationen, Dokumente, Bilder und Aussagen, gelöschter Beweise und verschwundener Berichte in Erinnerung. Die rechtsextreme Identität des Angeklagten, die von den Sicherheitsbehörden verschleiert worden war, wurde von den Anwälten der türkischen Familien aufgedeckt. Außerdem wurde deutlich, dass der Brandstifter aller vier Brände ein Rassist war. Trotzdem zogen es sowohl die deutsche Polizei als auch die zuständige Staatsanwaltschaft vor, die Brandstiftungen als „Einzelfälle und Persönlichkeitsstörungen” abzutun.

 

ABRECHNUNG MIT FEUER

Die Abrechnung mit Feuer oder die Verwendung von Feuer als Mittel der Bestrafung hat in der katholischen Welt eine jahrhundertelange Tradition. Feuer war zeitweise Teil des kirchlichen Rechtsprozesses.

Heute existiert „Feuer” im sozialen Sinne als Mittel der Rache in den Händen rassistischer Fanatiker, die sich vom Einfluss blutiger Traumata der Geschichte nicht befreien können.

Die Sicherheitsbehörden, die auf diese Fehlfunktion der Gesellschaft vorbereitet sind, lassen keine Maßnahme aus, um das „Feuer” des Rassismus zu löschen.

In solchen Fällen werden im Laufe der Ermittlungen Beweise aussortiert und Protokolle gehen verloren. Dem Staatsanwalt wird ein Profil des Verdächtigen vorgelegt, das soziale und politische Aspekte ausblendet und sich auf persönliche Probleme beschränkt.

Das Ziel besteht darin, eine Weiterleitung der Akte an die Bundesanwaltschaft wegen vorsätzlicher Brandstiftung zu verhindern. Andernfalls würde sich das Verfahren zu einem Terrorprozess entwickeln.

Es würde zu einem gesellschaftlichen Ereignis werden und internationale Dimensionen annehmen. Deutschland würde erneut blamiert werden.

Anwesend sind der Generalkonsul von Düsseldorf, Ali İhsan İzbul, Anwälte und Angehörige der Opfer.

 

 

ERSTE ERKLÄRUNG

Zu Beginn der Ermittlungen zur Brandstiftung im März 2024 hatte der zuständige Staatsanwalt erklärt, es gebe keinen rassistischen Hintergrund für die Tat, und die Ermittlungen entsprechend ausgerichtet.

Zu dieser Zeit war Bundespräsident Franz Walter Steinmeier in Istanbul. In seiner Rede vor Präsident Erdoğan sagte er: „Ich hätte nicht gedacht, dass sich 30 Jahre später erneut ein Vorfall wie in Solingen ereignen würde.“ Damit erklärte er, dass das Motiv für die zweite Brandstiftung dasselbe sei wie für die erste. Steinmeier war als Minister für die Koordinierung der deutschen Geheimdienste zuständig. Ein Versprecher war daher ausgeschlossen.

Nach Beginn der Gerichtsverhandlungen wurden nach und nach Beweise von den Anwälten der türkischen Familien vernichtet, Spuren beseitigt und Berichte verschwanden. Zudem wurde die rechtsextreme Identität des Angeklagten Daniel Szalla durch die Justiz verschleiert. Außerdem wurde bekannt, dass der Angeklagte ein rassistischer Brandstifter war, der vier Brände gelegt hatte. Die deutsche Polizei und der zuständige Staatsanwalt hatten den Fall jedoch als Streit zwischen Mieter und Vermieter dargestellt. Sie hatten die Brandstiftung als Einzelfall abgetan.

Im Laufe des Prozesses legten die Anwälte der türkischen Familien neue Beweise vor.

Im April reichte die Anwältin von Ayşe und Nihat Kostadincheva, die bei dem Brand in dem Gebäude schwer verletzt wurden, einen Antrag beim Gericht ein. Sie wies darauf hin, dass der Angeklagte neben der Brandstiftung auch Probleme mit Ausländern hatte, die der Polizei gemeldet worden waren. Sie beantragte, zwei ausländische Zeugen, darunter einen Marokkaner, vor Gericht zu laden. Der Richter lehnte diesen Antrag ab.

Bei dem Brand in dem vierstöckigen Gebäude in Solingen kamen vier Menschen türkischer Herkunft ums Leben, darunter zwei Kinder. Neun Menschen wurden verletzt.

 

VIERTER BRANDANSCHLAG

Farce: De facto eine innige Freundschaft (auf Türkisch: „Al takke ver külah”).

Zwei Monate später wurde die Anhörung des marokkanischen Zeugen zugelassen. Dieser erklärte vor Gericht, dass er in der Vergangenheit mit Jesica Breuer, der Freundin des Angeklagten Daniel Szalla, im selben Gebäude gewohnt habe. Er wies darauf hin, dass der Mörder und seine Freundin aus dem Gebäude ausgezogen seien und dieses am 25. Januar 2022 in Brand gesteckt worden war. Er betonte, dass die Garten- und Eingangstüren des Gebäudes von außen verschlossen gewesen seien, als die Bewohner:innen während des Brandes fliehen wollten. Vor beiden Türen war jeweils eine Gasflasche abgestellt worden. Kurz gesagt, es handelte sich um einen geplanten Mord. Trotz aller Beweise hat die Wuppertaler Polizei den Angeklagten nicht vernommen. Es wurde kein Sachverständiger zum Tatort gerufen. Die Brandstiftung wurde als „Kurzschluss“ gemeldet. Nachdem der Staatsanwalt die Aussage des marokkanischen Zeugen gehört hatte, musste er diese in die Akte des Verdächtigen aufnehmen. Der Verdächtige hatte zuvor bereits ein Haus chinesischer Eigentümer in der Nähe des Hauses der türkischen Familie in Brand gesetzt. In einer Zwischenentscheidung wurde der Wuppertaler Polizei die Ermittlungsbefugnis entzogen und der Polizei in Hagen übertragen, um die neuen Erkenntnisse zu untersuchen.

Denn die Missstände bei der Wuppertaler Polizei nahmen kein Ende. Als schließlich die Beweise ausgewertet und die Zeugen angehört wurden, stellte sich heraus, dass der Angeklagte auch dieses Gebäude in Brand gesetzt hatte.

EINER VON 25

Fatih Zingal, der die bulgarisch-türkische Familie Zhilov vertritt, die vier Angehörige verloren hat, sagte gegenüber Yeni Şafak: „Ich bin seit 25 Jahren Rechtsanwalt. Der Gerichtsprozess ist für mich eine Premiere.

Die Polizei sammelt Beweise und legt sie dem Staatsanwalt vor. Der Staatsanwalt erstellt die Anklageschrift. Hier war das nicht der Fall. Die Beweise wurden vernichtet. Der Polizeibericht, in dem der Angeklagte als „rechtsextrem“ bezeichnet wurde, ist verschwunden. Das Gericht nahm die Social-Media-Beiträge und Computeraufzeichnungen des Angeklagten unter Berufung auf die „Privatsphäre” nicht in die Prozessakte auf.

Allerdings wurde bekannt, dass sich auf dem Computer des Angeklagten neonazistisches Material befand.

Nach dem vierten Brandanschlag des Mörders gaben die Anwälte der türkischen Familien eine Erklärung ab, in der sie die Rechtsverstöße im Zusammenhang mit dem zweiten Anschlag von Solingen öffentlich machten. Die Frankfurter Anwältin Seda Başay Yıldız sagte: „Ich bin mir sicher, dass die Brandstiftung eindeutig aus rassistischen Motiven begangen wurde. In allen Häusern, die der Angeklagte in Brand gesetzt hat, lebten Ausländer:innen. Bei dem zuletzt aufgedeckten Vorfall ist die Polizei nicht zum Tatort gefahren, hat keine Zeugen befragt und keine Sachverständigen hinzugezogen.“

Letztendlich entschied sich der Staatsanwalt jedoch, den Sachverständigenbericht zu berücksichtigen, und kam zu der umstrittenen Einschätzung: „Der Angeklagte ist zwar ein Mörder, der Gebäude von Ausländer:innen in Brand gesetzt hat, aber er hat die Brände nicht aus rassistischen Motiven gelegt. Der Grund für die Brandstiftung ist in seiner Lebensgeschichte zu suchen.“

Gerechtigkeit wurde verletzt

Adnan Menderes Erdal, der während der Ermittlungen die bulgarisch-türkische Familie vertreten hatte, betonte, dass der in Wuppertal zu Ende gegangene Prozess voller Ungereimtheiten sei, die in der deutschen Rechtsgeschichte beispiellos seien. Er bezeichnete den Prozess als Skandal und führte aus: „Unmittelbar nach der Brandstiftung in Solingen erklärte der zuständige Staatsanwalt in Wuppertal, es liege kein fremdenfeindliches Motiv vor. Ich habe den Staatsanwalt öffentlich kritisiert und erklärt, dass seine Erklärung falsch sei, da er eine solche Erklärung nicht vor Abschluss der Ermittlungen, sondern erst nach deren Abschluss hätte abgeben dürfen. Der Staatsanwalt wollte die Motive des Verdächtigen bewusst oder vorsätzlich verschleiern. Das ist ihm auch gelungen. Die Polizeibehörde spielte dabei eine ähnliche Rolle. Auch wenn sie bewusst und absichtlich die fremdenfeindliche Motivation des Täters verschleiern wollten, ist alles vor der Öffentlichkeit geschehen. Da der Angeklagte nicht vor den Bundesgerichtshof gestellt wurde, kam es zu diesem Ergebnis und die deutsche Justiz hat einen schweren Schlag erlitten.“

KEIN PLATZ FÜR DEN KONSUL

Der letzte Verhandlungstag wurde auch vom türkischen Generalkonsul in Düsseldorf, Ali İhsan İzbul, in Wuppertal verfolgt. Da die Zahl der Zuschauer im Gerichtssaal aus „Platzmangel“ auf 22 begrenzt worden war, konnte der Generalkonsul den Gerichtssaal zunächst nicht betreten. Erst als einer der türkischen Zuschauer seinen Platz räumte, konnte Izbul den Gerichtssaal betreten. Diese Haltung des Gerichts stieß bei den türkischen Zuschauer:innen auf Ablehnung.

In der Nacht vom 25. März 2024 kamen bei einem Brandanschlag in Solingen der bulgarisch-türkische Vater Ismail Zhilov (29), seine Frau Kıymet Zhilov sowie ihre Kinder Gizem (3) und Elis (5) ums Leben.

Der zweite Vorfall von Solingen endete für die türkische Gemeinschaft mit drei wichtigen Lehren:

Erstens konnte die Brandstiftung dank der Entschlossenheit der Türkei nicht vertuscht werden.

Zweitens wurde deutlich, dass Bulgarien auch im 21. Jahrhundert seine Bürger:innen türkischer Herkunft herabwürdigt. Denn die bulgarischen Behörden in Deutschland zogen es vor, den Verhandlungen fernzubleiben.

Drittens zeigt der „Zweite Solinger Brandanschlag”, das dieser Fall als letzter in die Rechtsgeschichte eingegangen ist, in dem die deutsche Justiz „blind für die rechte Seite” war.

(Ahmet Özay, Köln, 29.07.2025)

Musik als universelle Sprache

„11th World Orchestra Festival“

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von Otmar Lahodynsky, Wien, 29.07.2025

Das 11. World Orchestra Festival in Wien endete am 26. Juli. Es fand vom 23. bis 26. Juli statt und umfasste Konzerte, Workshops und Wettbewerbe für junge Musiker aus aller Welt. Das Motto lautete: „One future, our better future“  („Eine Zukunft, unsere bessere Zukunft”.)  Die Veranstaltungen fanden in renommierten Wiener Sälen, unter anderem im Musikverein, statt.

Auf Einladung der Türkischen Kulturgemeinde in Österreich (TKG) und der Neuen Heimat Zeitung (Yeni Vatan Gazetesi), dem Unterstützungspartner dieses Tages, erlebten wir eine große Vielfalt an Musikstücken, dargeboten von jungen Künstlerinnen und Künstlern aus fünf Ländern.

Im Haus des Musikvereins der Wiener Philharmoniker erlebten wir nicht nur die Faszination gelungener Konzerte: Für ihre Darbietungen erhielten die Künstlerinnen und Künstler auch goldene und silberne Auszeichnungen einer hochkarätigen Jury.

Unter den Gästen befand sich auch der ehemalige Vorstand der Wiener Philharmoniker, Clemens Hellsberg, der zur Eröffnung des Konzerts eine Anekdote erzählte. Als man den Komponisten Joseph Haydn vor seiner Reise nach London fragte, wie er sich ohne Englischkenntnisse dort zurechtfinden wolle, antwortete er: „Meine Musik wird auf der ganzen Welt verstanden.“

Nach diesem Motto traten auch die sieben Orchester nacheinander auf: Zuerst sorgte das „Antena Philharmonic Orchestra“ mit zwei Sopranistinnen aus Chile mit lateinamerikanischen Rhythmen für einen schwungvollen Auftakt. Vor allem das Stück „Tribut an Violeta Parra“ mit der Hymne an das Leben „Gracias a la vida“ wurde heftig beklatscht.

 

 

 

 

Anschließend zeigte das Youth Chamber Orchestra of Turkmenistan sein beeindruckendes Talent mit der Komposition „Der Tod und das Mädchen” von Franz Schubert. Selten habe ich eine so gelungene Interpretation dieses Werks gehört.

Das „Shenzhen Yunsheng Accordion Ensemble“ führte den berühmten „Säbeltanz“ des armenischen Komponisten Aram Khatschaturian mit 20 Akkordeons auf.

Anschließend war das „Yüzüncü Yıl University Academic Orchestra“ aus Van in der Türkei an der Reihe. Mit dem Stück „Telli Turnalar” des berühmten türkischen Komponisten Nevit Kodallı (1924–2009) brachten die türkischen und kurdischen Musiker anatolische Klänge zu Gehör und stellten damit eine willkommene Abwechslung im Programm dar.

(c)yenivatan.at

Die jungen Mitglieder des „Guangzhou Happy Friday Wind Orchestra“ spielten eine Komposition von Yu Jianfang mit dem Titel „Wild Geese Fly“ und demonstrierten ihre Meisterschaft im Umgang mit allen Blasinstrumenten.

Die italienische „Banda Giovanile Città di Rimini“ zollte dem aus Rimini stammenden Filmregisseur Federico Fellini Tribut. Das erste Stück brachte ein Dampflokomotiv-Rennen akustisch in den Saal, gefolgt von „Antarctica“, das mit epischen Klängen wie aus einer Filmmusik aufwartete.

Zum Abschluss spielten gleich zwei Orchester aus Hongkong gemeinsam auf: die St. Stephen’s College Symphonic Band und das St. Stephen’s College Orchestra.

Vor allem die Musik zu „Jupiter” aus Gustav Holsts „Die Planeten” füllte den Goldenen Saal zur Freude des Publikums. Ebenso begeisterten ein chinesisches Volksstück und zum Abschluss „When You Believe” aus dem Musical „Der Prinz von Ägypten”.

Anschließend erfolgte die Preisverleihung an alle Dirigenten, gefolgt von einer Zugabe – ganz wie beim weltberühmten Neujahrskonzert im Wiener Musikverein. Zum Finale spielten alle sieben Orchester gemeinsam den „Radetzky-Marsch” von Johann Strauß Vater. Das Publikum klatschte begeistert mit.

 

Man darf sich schon jetzt auf die zwölfte Ausgabe des „12th World Orchestra Festival“ im Jahr 2026 freuen. Bisher empfing die Musikstadt Wien zu diesem wunderbaren Wettbewerb schon über 20.000 junge Künstler:innen aus aller Welt.

Vielen Dank für die persönlichen und freundlichen Einladungen der Türkischen Kulturgemeinde in Österreich (TKG).

Der ägyptische Pizzachef lädt hebräischsprachige Künstler zum Pizzaessen ein!

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Der ägyptische Pizzachef lädt hebräischsprachige Künstler zum Pizzaessen ein!

 

Birol Kilic, Beobachtungen und Analysen aus Wien,27.07.2025

Das Thema ist nicht lustig, sondern vielmehr traurig. Besonders in Wien….

Kurz:Wir haben dem Besitzer ( bzw. als Besitzer ausgibt, Vorname I.)  der Pizzeria Ramazotti, der heute mit einem Foto, das von vorne vor dem Eingang seines Lokals gemacht wurde, in den österreichischen Tageszeitungen abgebildet war, den Bericht über den Rauswurf von Menschen, die Hebräisch sprechen, vorgelegt.( Siehe Quellen)

Ich war neugierig und wollte mir vor Ort einen eigenen Eindruck verschaffen. Ehrlich gesagt, so etwas darf in Wien, egal von welchem Lokalbesitzer, nicht passieren. Dafür muss man nicht den kategorischen Imperativ von Kant kennen, sondern einfach die Goldene Regel: „Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden willst.“ So etwas darf man keinem Menschen antun, egal welcher Nation, Sprache, Religion, Konfession, Hautfarbe oder politischen Meinung  bzw. Land er angehört.

Lokalbesuch im 15. Bezirk heute gegen 18 Uhr

Nach der gegenseitigen Begrüßung mit „Selam aleikum” (Hebräisch: „Schalom aleikum”) die „Friede und Heil sei mit euch” bedeutet begrüßt hat er mich mit „Aleykum selam”(Und Friede sei auch mit dir) begrüßt.

Nachdem ich erfahren hatte, dass er der Besitzer des Lokals mit dem Vornamen I. ist, habe ich ihm die Nachrichten gezeigt und gefragt: „Wir werden darüber berichten. Was sagen Sie dazu?”

In einigen Zeitungen wurde zudem das Dementi des Lokales in einem kurzen Satz erwähnt.

Aber was ist passiert?

Laut mehreren Tageszeitungen wurde ein israelischer Cellist und seine Musikerkollegen wurden in einer Wiener Pizzeria nicht bedient, nachdem sie Hebräisch gesprochen und als Israelis identifiziert worden waren: „Der hier zur Diskussion stehende Vorfall hat eine signifikante Resonanz in den sozialen Medien erfahren. Der israelische Cellist Amit Peled berichtet auf Facebook von einem Vorfall, der sich in der vergangenen Woche in einer Pizzeria in Wien zugetragen hat. Nach Aussage des Musikers wurde er gemeinsam mit seinen Kollegen von dem Servicepersonal als hebräischsprachig identifiziert und daraufhin aus der Lokalität verwiesen. Gemeinsam mit dem israelischen Geiger Hagai Shaham und der aserbaidschanisch-israelischen Pianistin Julia Gurvitch habe er demnach in dem Lokal in der Meiselstraße in Wien-Fünfhaus vor einem Konzert in der Alten Schieberkammer auf der Schmelz eine Mahlzeit zu sich nehmen wollen. Nach Eingang der Bestellung sei der Kellner zurückgekommen und habe erfragt, welche Sprache von den Gästen gesprochen werde. Daraufhin forderte er die drei auf, das Lokal zu verlassen und erklärte, dass er ihnen kein Essen servieren würde. In seinem Facebook-Posting äußerte der Musiker auch Kritik an der Reaktion der anderen Gäste. Die Reaktionen der anderen Personen auf den Vorfall waren demnach erschrocken. Abgesehen von vereinzelten mitfühlenden Blicken gab es keine weiteren Reaktionen. Die Protagonisten kehrten zu ihren kulinarischen Genüssen, ihren Gesprächen und ihrem Wein zurück, als sei der Zwischenfall völlig spurlos an ihnen vorbeigegangen.“

Was hat der Besitzer des Lokals gesagt?

Er sagte: „Ich heiße I. (Vorname bekannt). Ich bin vor 35 Jahren aus Ägypten nach Wien gekommen. Ich habe dieses Lokal seit 22 Jahren. So etwas ist bei mir in der letzten Woche nicht passiert! Ich arbeite hier allein und ich widerspreche dieser Behauptung. Ich habe keine Probleme mit Juden oder anderen Völkern. Alle Kunden sind willkommen. Sie können von überall kommen, eine andere Sprache sprechen oder einer anderen Religion angehören. Ich verstehe die Sprache nicht. Ich spreche nur Ägyptisch und Deutsch. Ich bin bereit, mich zu stellen. Ich habe vor niemandem Angst. Die Polizei ist gleich gegenüber. Wenn mich jemand stört, werde ich die Polizei rufen. Das ist Verleumdung!“

Das sind seine Aussagen!

Hier kann man nicht mal Fliegen fangen. Sehr ruhig. Da war jemand drin! Ein Einheimischer hat am Eingang auf einem Stuhl Poker oder Ähnliches auf dem Handy gespielt. Er hat draußen im Schanigarten gesessen. Dann kam eine Familie mit Migrationshintergrund aus dem Balkan. Der Besitzer holte sich die Bestellungen.

Kurz gesagt ist er ein seltsamer, ruhiger, aber gut integrierter Migrant aus Ägypten, der Wien und seine Kultur gut kennt. Er ist sehr vorsichtig, dreht jeden Euro zweimal um und will sich sein Brot verdienen. Das Lokal ist ein sehr altes Wiener Lokal mit den alten, schönen Kühlschränken. Es wurde in ein eher günstiges italienisches Lokal umgewandelt.

Es empfiehlt sich, eine gewisse Skepsis zu bewahren, wobei anzumerken ist, dass es sich um einen schnellen Eindruck handelt.

Ich habe einen halben Liter Apfelsaft gespritzt getrunken und dafür 3,80 Euro bezahlt. Plus Trinkgeld.

Die offenen Fragen

Ist hier vielleicht eine Lokalverwechslung passiert und zeigt das Foto das falsche Geschäft? Oder sagt hier jemand die Unwahrheit? An seiner Stelle würde ich als ägyptischer Pizzeria-Besitzer nicht so ruhig bleiben, sondern um Aufklärung bemühen. Das gesamte Bild sieht nicht gut aus!

Der ägyptische Pizzachef lädt hebräischsprachige Künstler zum Pizzaessen ein!

Er hat auf jeden Fall die hebräischsprachigen Künstlerinnen und Künstler in sein Lokal eingeladen, um etwas zu essen und zu trinken, nachdem ich ihn gefragt habe, ob er das tun würde.

Ob das Treffen stattfindet, hängt auch von den hebräischsprachigen Künstlerinnen und Künstlern ab. Nach der Veröffentlichung sollten sie großes Interesse daran haben, ob das Foto, das Sie geteilt haben, das richtige war.

Wir wollen dabei sein! Wir laden Sie und einige Journalisten zu einer Pizza und einem Getränk ein. Wir möchten hier über mögliche Missverständnisse sprechen. Von welcher Seite? Das werden wir erfahren.

Ich möchte das Wort bzw. den Satz „Eine lügt gewaltsam oder zieht uns über den Tisch” nicht verwenden.

Quellen:

https://www.facebook.com/CellistAmitPeled/posts/1270111247894726?ref=embed_post

https://www.facebook.com/reel/1122624066400191

https://www.facebook.com/reel/1520437929139428

https://www.heute.at/s/wegen-hebraeisch-nicht-bedient-jetzt-spricht-der-wirt-120121554

https://www.krone.at/3853281

https://exxpress.at/news/juedischer-musiker-wurde-aus-wiener-pizzeria-geworfen/

https://www.vol.at/israelischer-musiker-wirft-lokal-in-wien-antisemitismus-vor/9575480

https://www.vol.at/israelischer-musiker-wirft-lokal-in-wien-antisemitismus-vor/9575480

https://www.diepresse.com/19940003/hinausgeworfen-israelischer-musiker-wirft-wiener-lokal-antisemitismus-vor?ref=home_aktuell

PULS 24 Bericht Findet man nicht mehr
https://www.puls24.at/news/politik/israelischer-musiker-wirft-lokal-in-wien-antisemitismus-vor/427510