Start Blog Seite 11

0

Österreich und die Türkei mit Wiener Ball-Diplomatie heute und gestern

ISTANBUL/WIEN. Die türkischsprachige Analyse des Verlegers und Publizisten Birol Kilic aus Wien erschien in gekürzter Form am 25.08.2024 in der türkischen Tageszeitung „Cumhuriyet“ (dt.: Republik, gegründet 1924), die in der Türkei überregional erscheint und als seriös, intellektuell und investigativ gilt, unter dem Titel „Wien, die Hauptstadt der Bälle“ an prominenter Stelle auf Seite 2 der gedruckten Zeitung. Eurotopics bezeichnet Cumhuriyet  als „eine der letzten Oppositionszeitungen der Türkei

Wir veröffentlichen die Langfassung des Textes unter dem Titel, „Österreich und Türkei mit Wiener Ball-Diplomatie!“

 

Die aus dem Türkischen ins Deutsche übersetzte Langfassung des Analysetextes lautet wie folgt

Österreich und die Türkei mit Wiener Ball-Diplomatie!

Birol Kılıç, Analysen und Beobachtungen aus Wien, 25.08.2024,

Wenn man an Wien denkt, eine Stadt, die in der Geschichte der beiden Länder Österreich und Türkei in den letzten 500 Jahren eine wichtige Rolle gespielt hat, denkt man unweigerlich auch an eine wunderbare Ballkultur, die auf den Wiener Kongress 1814/15 zurückgeht, an die Wiener Oper, an klassische Musik und an die Wiener Philharmoniker, das beste Symphonieorchester der Welt.

Nicht umsonst hat das Land, das so viele große österreichische Künstler wie Joseph Haydn, Michael Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven, Arnold Schönberg, Franz Schubert, Johann Strauß I und II, Gustav Mahler und viele andere hervorgebracht hat, diese Kultur sowohl materiell als auch heute geistig am Leben erhalten.

Öffentliche Diplomatie-Public Diplomacy

Findet jedes Jahr Anfang September in jeder Stadt der Welt ein Vorbereitungstreffen für den Ball statt? Ja, nur in Wien! In Wien finden von November bis März in kurzer Zeit mehr als 450 Bälle aller Berufsgruppen, ob groß oder klein, statt, die der Stadt durch Hotels, Kongresse, Catering, Restaurants, Werbeagenturen, Taxieinnahmen usw. einen Überschuss von mehr als 200 Millionen Euro bescheren.

(c) Wiener Staatsoper(AshleyTaylor)
(c) Wiener Staatsoper ( Katharine Schiffl )

Die Ballsaison beginnt in rund zweieinhalb Monaten, am 11. November 2024, und erreicht ihren Höhepunkt am 27. Februar 2025 mit dem „Wiener Opernball“, dessen Besuch für jedermann erschwinglich ist, der aber in der Regel strengen Kleider- und Verhaltensregeln unterliegt, die in den letzten Jahren angeblich gelockert wurden. Vor allem junge Menschen, die diese Bälle besuchen, wollen sicher sein, dass sie sich in Bezug auf Umgangsformen, Gesten, Höflichkeit, Sitzen und Stehen zivilisiert verhalten und dies auch bestmöglich repräsentieren.

Der Wiener Opernball, die Krone aller Bälle nicht nur in Wien, sondern in der ganzen Welt, wird von der Republik Österreich und der Stadt Wien als „Kulturdiplomatie“ mit viel Liebe und Respekt als Kulturgut vorbildlich unterstützt und gilt de facto auch als wichtigste Etappe der „Soft Power“, der „Public Diplomacy“. Der Wiener Opernball ist das Aushängeschild der Stadt Wien, in der sich auch unser Lebensmittelpunkt befindet, mit seiner majestätischen Kulisse, der eleganten Ballkleidung, der abwechslungsreichen Musik in verschiedenen Sälen, vor allem aber mit der wunderbaren klassischen Musik der Wiener Philharmoniker auf dem Höhepunkt der Romantik.

Ballkultur im Osmanischen Reich

Die Bälle, die im 19. Jahrhundert für Österreich, England und Frankreich zu einer Form der öffentlichen Diplomatie wurden, zogen die Aufmerksamkeit der osmanischen Bürokraten und Sultane auf sich. Während der Herrschaft von Mahmut II. zögerten die osmanischen Bürokraten aus diplomatischen und politischen Gründen, an dem von den Briten 1829 in Istanbul organisierten Ball nach dem Nachtgebet teilzunehmen, und hatten Probleme mit der Etikette. Es scheint sich herumgesprochen zu haben, dass die Etikette für den Besuch von Bällen gelernt werden musste, und es wurden Kurse in Istanbul organisiert.

Hofschneider und die erste Herrenmodemarke der Welt – Knize

Im letzten KNIZE-Geschäft in Wien, damals auch Hofschneider, aber auch bekannt als die erste Herrenmodemarke des 19. und 20. Jahrhunderts, das ich persönlich besuchte, erfuhr ich, dass Sultan Abdülmecid II. und später Sultan Abdülaziz und ihre Bürokraten Bälle im Ausland besuchten und höchstwahrscheinlich bei Knize. Das 1858 gegründete Wiener Herrengeschäft, die erste berühmte Herrenmarke der Welt, bestellte und dass sogar ihre Körpermaße genommen wurden und noch heute aufbewahrt werden. Auch vonde Kaiser und Car. Knize warb damals als „das Herrengeschäft, in dem Könige, Kaiser, Zaren und Sultane eingekleidet wurden“. Und das nicht ohne Grund. Knize in Wien war das erste Herrenbekleidungsgeschäft der Welt mit der „Modemarke KNIZE“, das zu seiner Zeit, Ende des 19. und Anfang des 20. Auch die osmanische Regierung mit ihren Sultanen schätzte KNIZE aus Wien und förderte die Ballkultur als Kulturdiplomatie mit der Zeit unter ihren Bürokraten und nehmen teil.

  

 

Großer Respekt aus Wien 

Das Herrenbekleidungsgeschäft KNIZE, das sich immer noch im ersten Wiener Bezirk Graben befindet, wurde einst von Atatürk bei seinen Besuchen in Wien besucht. Im vergangenen Dezember 2023 besuchten wir KNIZE anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Republik Türkei und überreichten dem heutigen Besitzer, Herrn Rudolf Niedersüß, der auf die Hundert zugeht, ein eigens in Auftrag gegebenes Atatürk-Gemälde, das er mit großem Respekt entgegennahm und in der vorderen Ecke von Knize aufhängte. Der sanftmütige Wiener, dessen Augen bei der Erwähnung Atatürks aufleuchteten und der jung geblieben ist, erzählte, dass Atatürks Kleidungsstil auf diesem Bild damals bei Knize verkauft wurde und betonte, dass die osmanischen Sultane zu seinen Kunden gehörten.

Herr Rudolf Niedersüß empfing Birol Kilic und erzählte über 1 Stunde lang die Geschichte von Knize, Kaisern und Sultanen.

Heute in der Türkei? Schlechter Start ins Jahr 2024  ohne live Wiener Philharmoniker

Heute können wir die Vertreter der Regierung in Ankara und ihre Allianzen leider weder in Wien noch in der Türkei auf einem Ball sehen. Aber sie tun in Wien vieles, was sie in der Türkei seit Jahren tun. …Seit Jahren! In der türkischen Presse war am 2. Januar 2024 zu lesen: „Wer es seit Jahren gewohnt ist, den ersten Tag des neuen Jahres am 1. Januar 2024 in der Türkei in seinem Wohnzimmer mit dem traditionellen Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker zu verbringen, der hatte einen schlechten Start ins Jahr 2024. Denn das Konzert, das in mehr als 90 Länder live übertragen wird, wurde dieses Jahr von der Regierung in Ankara nicht in das Programm von TRT Kanal-2 aufgenommen, das seit Beginn der Live-Übertragung aus Wien selbstverständlich in der Türkei live zu sehen war. Internetbrowser und Social Media Accounts aus anderen Ländern halfen denjenigen, die das Neujahrskonzert sehen wollten. Vorausgesetzt, man hatte sich vorbereitet. Die Regierung in Ankara duldet nicht einmal das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker am 1. Januar live für die Liebhaber klassischer Musik in der Türkei, die dank Atatürks moderner Türkei eine Selbstverständlichkeit ist und war“.

Atatürk und der Wiener Walzer

Atatürk pflegte die Wiener Ballkultur und fungierte als Botschafter des Wiener Balls. In Anbetracht der Tatsache, dass der Walzer zu dieser Zeit die größte Popularität genoss, avancierte er zum bevorzugten Tanz des türkischen Staatsmannes. Diese Leidenschaft Atatürks hatte einen maßgeblichen Einfluss auf die Modernisierung der klassischen Tanzmusik in der Türkei, die ab 1923 zum Vorbild für andere muslimische Länder weltweit wurde. Eine Analyse der Bilder aus den Jahren 1923 bis 1970 aus dem Iran, dem Irak, Syrien, Afghanistan, Tunesien und Algerien verdeutlicht dies. Ab 1960 kam es in der Türkei sowie in weiteren Ländern zu einer Gegenrevolution seitens der Amerikaner und Engländer. Diese strebten eine grüne, fundamentalistische, liberale Demokratie an, welche sie mittels Militärputschen und der Unterstützung reaktionärer Sekten und Parteien in der Türkei etablieren wollten. Hierbei wurde die NATO als Instrument eingesetzt. In der Rückschau betrachtet, kann diese Politik als Fehler identifiziert werden, jedoch ist eine Korrektur nicht mehr möglich.

Mustafa Kemal Atatürk hegte eine Vorliebe für das Tanzen und ermutigte seine Mitmenschen wiederholt, sich diesem Vergnügen hinzugeben.

Mustafa Kemal äußerte sich wie folgt: „Eine Nation ohne Kunst bedeutet, dass eine ihrer Lebensadern durchtrennt wurde.“ Der Tanz, insbesondere die verschiedenen Tänze der einzelnen Regionen Anatoliens und der Wiener Walzer, zählten zu den Künsten, denen Atatürk höchste Bedeutung beimaß.

Atatürk nutzte jede sich bietende Gelegenheit, um die Menschen zum Tanzen zu ermuntern. Bälle und Tanzveranstaltungen waren ihm nicht fremd. Ali Fuat Cebesoy berichtet in seinen Memoiren, dass Mustafa Kemal in Thessaloniki, seinem Geburtsort, innerhalb kurzer Zeit die Fähigkeit erlangte, den Wiener Walzer auszuführen. Während seines Studiums an der Kriegsschule unterrichtete er diesen sogar zwischen den Vorlesungen seinen Freunden. Überliefert ist, dass er bei den Tanzveranstaltungen in der Cumhurbaskanligi Sarayi Çankaya, welche ebenfalls auf Anordnung Atatürks durch den österreichischen Architekten Clemens Holzmeister errichtet wurde, sowie im Ankara Palas eine überaus fröhliche und tanzfreudige Person war. Er drehte sich mit seinen Partnerinnen und Partnern im Kreis, wobei er die vorbeigehenden jungen Leute mit den Worten „Wir müssen leben, wir müssen am Leben bleiben“ zum Tanzen aufforderte.

Bis heute existiert kein vergleichbares Beispiel. Atatürk, der das Wesen der Kunst und die Liebe zu den Menschen sehr gut kannte und sich als Ausdruck seines Zivilisationsverständnisses für alle schönen Künste interessierte, organisierte nach 1930 in vielen Städten der Türkei, insbesondere in Ankara, Istanbul und Izmir, Bälle und Tanzveranstaltungen. Atatürk hatte bereits in seiner Kindheit Gesellschaftstänze wie Polka, Mazurka, Quadrille und Walzer erlernt und sich auf diesem Gebiet ein beachtliches Expertenwissen angeeignet.

Der Zeybek war sein Lieblingstanz!

Selim Sırrı (Tarcan) und Mualla (Anıl) führten Mustafa Kemal, der die Lehrerbildungsanstalt für Mädchen in İzmir besuchte, einen Zeybek-Tanz vor. Atatürk bewunderte den Tanz und sagte: „Selim Sırrı Bey hat den Zeybek-Tanz wiederbelebt und ihm eine zivilisierte Form gegeben“. „Das Werk dieses Meisters wurde von uns allen mit Freude aufgenommen, hat sich weiterentwickelt und eine schöne Form angenommen, um einen Platz in unserem nationalen und gesellschaftlichen Leben einzunehmen. Jetzt können wir den Europäern sagen: ‚Auch wir haben einen perfekten Tanz‘, und wir können ihn in unseren Sälen und auf unseren Bühnen aufführen. Dieser Zeybek-Tanz kann und sollte in jeder Gemeinschaftsaufführung mit Frauen getanzt werden“, und leistete Pionierarbeit bei der Schaffung eines Nationaltanzes.

 

Die EU und ihre unverantwortliche Appeasement-Politik

Es stellt sich die Frage, warum ausgerechnet der Gründer der modernen Republik Türkei, Atatürk, der als erster, einziger und letzter in einem mehrheitlich muslimischen Land den Laizismus in der Verfassung verankert hat, die Herzen der Menschen weltweit und insbesondere in Wien auch nach 100 Jahren noch besonders bewegt.

Im Jahr 2024 ist in Wien, das sich – ob wir es wollen, akzeptieren oder nicht – zu einem multikulturellen Schmelztiegel entwickelt hat, das Bewusstsein für die Bedeutung des Laizismus und Säkularismus, wie ihn Atatürk bei der Gründung der Republik Türkei am 29. Oktober 1923 in der türkischen Verfassung verankert hat, nach wie vor präsent und von noch größerer Bedeutung als damals.

Dies ist vor allem vor dem Hintergrund bedeutsam, dass Österreich ein Land ist, in dem Musliminnen und Muslime aus verschiedenen Ländern leben, die den freiheitlich-demokratischen, pluralistischen und säkularen Rechtsstaat nicht kennen. Die Mehrheit der Menschen aus der Türkei aber schon, diesen Wert müssen wir anerkennen und nicht verantwortungslos mit den Achseln zucken und mit dem Wahlprogramm „Sicherheit“ gegen den politisierten Glauben auch dort gewinnen wollen, wo die Spreu vom Weizen schwer zu trennen ist. Vorsicht! Die Arroganz der Macht kann in Österreich schon schädlich sein.

Denn die Frage der Trennung von Staat und Religion, die für autochthone ÖsterreicherInnen selbstverständlich ist, nicht aber für Muslime aus allen Ländern, wird in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Die Regierung in Ankara, die Wien wie die gesamte EU als Hinterland betrachtet, strebt derzeit eine Verfassungsänderung an, in deren Rahmen auch folgender Artikel 2 der türkischen Verfassung gestrichen und geändert werden soll: „Die Republik Türkei ist ein demokratischer, säkularer und sozialer Rechtsstaat, der auf den in der Präambel genannten Grundprinzipien beruht, die Menschenrechte achtet und im Geiste des sozialen Friedens, der nationalen Solidarität und der Gerechtigkeit lebt. Dies sollte für die EU Anlass sein, ihre Politik zu überdenken und nicht länger auf eine unverantwortliche Appeasement-Politik gegenüber der Regierung in Ankara zu setzen, gegenüber ihren WählerInnen in den eigenen Ländern (Österreich und EU), die jetzt und in Zukunft noch viel stärker betroffen sein werden. Wir warnen seit 35 Jahren von Wien aus, trotz Drohungen und Verleumdungen.

Das Herz im Walzertakt?

Denken Sie an die heutige Türkei und ihre politischen Führer, die Sie kennen, und sagen Sie nicht, was Ihnen Ihr Herz im Walzertakt sagt. (Birol Kılıç, Analysen und Beobachtungen aus Wien, 25.08.2024)

One-Way-Ticket: In der Türkei festgenommener syrischer Drogenhändler zurück nach Deutschland

0
Der vermeintliche deutsche Konzertveranstalter Esmat Ejah aus Syrien entpuppte sich nach Angaben verschiedener türkischer Medien als Mafiaboss in Deutschland! Festnahme in der Türkei. Er entkam den Deutschen, die Türken schnappten ihn und schickten ihn über Interpol zurück nach Deutschland. Ist es ein Wink mit dem Zaunpfahl der Regierung in Ankara, dass die Türkei im vergangenen Jahr zur Nummer eins der organisierten Kriminalität in Europa aufgestiegen ist?

ANTALYA. Esmat Ejah, ein Drogenboss, der einer Polizeirazzia in Deutschland entkommen war, wurde im März in Antalya festgenommen. Das Verfahren gegen Esmat Ejat in der Türkei war am Vortag abgeschlossen worden. Der Drogenboss wurde an Deutschland ausgeliefert.

Syrien Deutschland Türkei Rauschgifthandel

Der in Syrien geborene 35-jährige Esmat Ejah, Spitzname Sammy Miri, wurde in Deutschland innerhalb kurzer Zeit durch das gemeinsam mit dem bekannten Rapper 18 Karat gegründete Musiklabel und die von ihm organisierten Konzerte bekannt.

Im Jahr 2020 knackte die deutsche Polizei die Codes der Anwendung „EncroChat“ und entschlüsselte 40.000 Nachrichten, aus denen hervorging, dass Esmat Ejah der Kopf einer internationalen Kokainmafia war. Die Ermittlungen ergaben, dass Ejah an der Spitze eines Drogenschmuggels im Wert von 17 Millionen Euro stand.

HAUSDURCHSUCHUNG ANGEORDNET
Ende Juni 2021 führte die deutsche Polizei eine Razzia in der Luxusvilla von Esmat Ejah am Phoenix-See in Dortmund durch. Es stellte sich heraus, dass Ejat wenige Sekunden vor der Razzia in seinem Luxussportwagen geflohen war und sich auf dem Weg nach Marbella in Spanien befand. Ejat wurde von Interpol zur Fahndung ausgeschrieben.

„FANGT MICH, WENN IHR KÖNNT“
Esmat Ejat, der sein luxuriöses Leben ständig auf seinen Konten in den sozialen Medien mit anderen teilt, schrieb zu seinen Posts „fangt mich, wenn ihr könnt“.

POSTEN IN DER TÜRKEI DENUNZIERT
Die Polizei in Antalya nahm den Post schließlich auf: „Als ich ein Kind war, bat ich Gott um ein Fahrrad. Aber ich wusste, dass das nicht möglich war, also stahl ich ein Fahrrad und bat Gott um Vergebung“ unter dem Foto in einem Luxushotel in Antalya. Ejat wurde am 16. März in dem Hotelzimmer, in dem er sich versteckt hatte, von der Polizei festgenommen.

ANTRAG AUF PROZESS IN DER TÜRKEI ABGELEHNT
Ejads Antrag, seine Auslieferung nach Deutschland zu verhindern, wurde am Vortag abgelehnt. Ejad, dessen Antrag auf ein Gerichtsverfahren in der Türkei abgelehnt worden war, wurde am vergangenen Freitag nach Deutschland ausgeliefert. Ejad wurde in ein Gefängnis in Nordrhein-Westfalen gebracht.

So berichtet DW 25.12.2- Die Türkei will aus der Liste

Laxe Geldwäschegesetze, leichte Einbürgerung, mangelhafte Strafverfolgung – die Türkei wird für internationale Kriminelle immer attraktiver. Der neue Innenminister hat ihnen nun den Kampf angesagt.

Laxe Gesetze und goldene Pässe

Für Experten gibt es vier Hauptgründe, warum die Türkei in den vergangenen Jahren für viele Kriminelle zur zweiten Heimat geworden ist. Erstens seien die Gesetze gegen Geldwäsche zu lasch. Zweitens habe die Regierung fast jedes Jahr eine Amnestie für Wirtschaftskriminelle erlassen. Drittens ist die Einreise aus vielen Ländern ohne Visum möglich. Und viertens können Reiche schnell türkische Staatsbürger werden.

Wer 500.000 Dollar in der Türkei investiert oder für drei Jahre auf einem Bankkonto deponiert oder für 400.000 Dollar eine Immobilie erwirbt, kann die türkische Staatsbürgerschaft beantragen. Laut Kristin Surak von der London School of Economics and Political Science, die ein neues Buch über diese so genannten „goldenen Pässe“ geschrieben hat, lassen sich jedes Jahr weltweit mehr als 50.000 Menschen auf diese Weise in einem anderen Land einbürgern. Fast die Hälfte dieser „goldenen Pässe“ werden von Ankara ausgestellt.

Auch führende Mitglieder internationaler Banden können die türkische Staatsbürgerschaft erhalten, wenn sie die üblichen Voraussetzungen erfüllen und zum Zeitpunkt der Einbürgerung kein Interpol-Haftbefehl gegen sie vorliegt.

Furkan Sezer, ehemaliger Leiter der Abteilung für Wirtschaftskriminalität bei der Istanbuler Polizei, beobachtet die Szene seit Jahren. Seiner Einschätzung nach lassen sich viele Kriminelle erst einbürgern und bringen dann ihr Vermögen ins Land. Das sei dank der jährlichen Amnestie sehr einfach. Diese erlaubt es natürlichen oder juristischen Personen, ihr nicht deklariertes Vermögen im In- oder Ausland bei den Finanzbehörden anzumelden, teilweise sogar steuerfrei.

Wir verzichten auf solche feudalen Wiener „Taliban-Banden Friedenserklärungen“ in einem Rechtsstaat.

0

Von Birol Kilic, 06.08.2024, Analyse und Beobachtungen aus Wien

„Die teilweise blutigen Auseinandersetzungen zwischen Tschetschenen und Syrern haben sich beruhigt“, berichtet der Standard. Beide Volksgruppen haben nun eine gemeinsame Erklärung zur „Wahrung des sozialen Friedens“ unterzeichnet. Die im Artikel „Friedenserklärung im Wiener ‚Bandenkrieg‘, Polizeifahndung nach Verdächtigen“ in der Tageszeitung „Der Standard“ enthaltenen Informationen sind für uns sehr verstörend, beunruhigend und untergraben das Vertrauen in den Rechtsstaat. Auf solche Wiener „Taliban-Banden-Friedenserklärungen“ verzichten wir in einem Rechtsstaat.

Dies ist keine Analyse, um den Einheimischen zu schmeicheln. Nein, es ist eine Verteidigung. Die Verteidigung unserer eigenen Interessen gegen jedes hinterhältige Spiel, aus welcher Ecke es auch kommen mag.

Politiker:innen: Keine Dompteure

Das Wort „unter Türken“ im Artikel ist als Versuch zu verstehen, die seit 60 Jahren in Wien lebende Austro-türkische Community, wegen der jüngsten Übergriffe syrischer Banden auf Türkinnen und Türken, in Wien nicht als Opfer, sondern als ewige Türken bzw. Täter zu beschuldigen bzw. dies in den Köpfen zu betonieren, weil sie Türkisch sprechen. Hier gilt es, die Spreu vom Weizen zu trennen, bevor die Unzufriedenheit groß wird. Nicht als Dompteure, sondern als problemlösende Staatsmänner und Staatsfrauen brauchen wir die Politiker:innen.

Lesen wir gemeinsam die entsprechende deutsche Passage im Standard: „Es ist ein Stück A4-Papier, das einen schwelenden Konflikt beenden soll. Vor allem zwischen jungen Syrern auf der einen und Tschetschenen und Türken auf der anderen Seite. Anfang Juli war es an einem Wochenende zweimal zu blutigen Auseinandersetzungen gekommen. Auch Afghanen wurden verletzt. Seit Wochen laufen deshalb im Hintergrund Friedensgespräche zwischen den Gemeinschaften, und der Konflikt hat sich beruhigt.“

Die erste Frage, lautet: Wer sind diese Türken in Wien?

In den sechzig Jahren, in denen türkische Migranten in Wien leben, hat jeder einen Job oder andere Sorgen und niemand lebt so weit außerhalb der Gesellschaft, dass er in Bandenkriege verwickelt ist oder auf den Straßen und in den Parks herumlungert.

Es mag Jugendliche geben, die Drogen nehmen und solche, die Drogen verkaufen, und es mag Jugendliche in Wien geben, die aus der Türkei importierte Mafiafilme wie „Tal der Wölfe“ im türkischen Fernsehen und in den sozialen Medien sehen, aber das ist nicht die türkische Gemeinschaft oder Community in Wien. Es ist genau umgekehrt. In den letzten Wochen haben rassistische Banden namens 505, die aus Syrien eingewandert sind, türkische Jugendliche, die in der türkischen Community ihrer Arbeit oder Ausbildung nachgehen, mit scharfen Schusswaffen angegriffen, und diese Jugendlichen wurden de facto von Gott geschützt, aber nicht vom Rechtsstaat. In einem Rechtsstaat geht man davon aus, dass alles erlaubt ist, was nicht verboten ist. In einem Rechtsstaat muss sich jeder darauf verlassen können, dass die geltenden Gesetze vom Staat und von seinen Mitbürgern eingehalten werden. Jeder kennt seine Rechte und Pflichten. Es ist wie bei einem Vertrag. Beide Seiten, der Staat und seine Bürgerinnen und Bürger, müssen den Vertrag, also das Gesetz, beachten und einhalten. Ein Rechtsstaat ist also ein Staat, in dem man sich auf die Gesetze und deren Einhaltung verlassen kann.

Warum?

Der Bericht zeigt, dass die Wiener Polizei und die Wiener Stadtregierung insbesondere alleinstehenden Männern, die aus Syrien, Afghanistan oder anderen Ländern eingewandert sind, immer noch ein rettendes „Nachtasyl“ in Wiener Parks oder bei Kirchen (siehe Keplerplatz, Pfarrkirche St. Johann) gewähren, wo sich Einheimische jeden Alters (auch alteingesessene Migranten, die vor 60 Jahren eingeladen wurden, Türkinnen und Türken und Serbinnen und Serben) erholen wollen.

Nein! Das geht nicht mehr.

Die Banden scheinen den Wiener Park als ihren Selbstbedienungsladen, Lunapark oder Drogenmarkt ( Uyuşturucu Pazarı auf türkisch) zu betrachten.

Unglaublich aber war.

Im größten Bezirk Österreichs mit dem Namen Favoriten in der am Keplerplatz vorhandenen Pfarrkirche St. Johann erlebt man den Verkauf und das Kaufen von Drogen. Vor der Kirche ist ein Drogenmarkt entstanden, den alle Migranten auch sehen und besonders fragen: „Was für eine Respektlosigkeit seitens dieser Jugendlichen in einer Kirche? Würden diese Jugendlichen aus Syrien, Afghanistan oder anderen Ländern so einen Drogenmarkt vor der Moschee unverschämt als Selbstbedienungsladen so selbstverständlich sehen?“…Sicher nicht. Sie wissen, was dann passiert: …. Dann müssen wir, besonders Österreicher:innen aus der Türkei, die seit über 60 Jahren in Wien leben, Einspruch erheben und die Kirchen und die Umgebung vor diesen Drogenbanden retten oder protestieren. Es ist zum Fremdschämen, dass die angeblichen Vertreter der Muslime und des Islam hier nichts tun oder laut protestieren.

Barbie Kevin und 505 Banden

Deshalb verzichten wir als säkulare Österreicher:innen aus der Türkei auf solche feudalen Wiener „Taliban-Banden“ Friedenserklärungen, die de facto den Rechtsstaat in Österreich und ungeschriebene gesellschaftliche Ethik und moralische Konventionen untergraben.

Wir wollen diese Banden und ihre Mitglieder, die solche Schandtaten begehen, die immer potentielle Mörder:innen und Gewalttäter:innen sind, wie wir bei den letzten beiden türkischen Opfern aus Wien  gesehen haben, die angegriffen wurden, weil sie Türkisch sprachen, nicht in unseren Bezirken und Straßen haben.

Im Bericht wird auch die rassistische Drogen- und Menschenhändlerbande 505 erwähnt, die den Leser:innen noch als Schneemädchen oder Barbie Kevin verkauft werden soll: „Betont wird auch, dass mit ‚kriminellen Strukturen‘ wie ‚505‘ nicht verhandelt worden sei. Die Abkürzung steht für einen syrischen Familienclan. In den letzten Wochen und Monaten haben sich aber offenbar syrische Jugendliche diese Chiffre angeeignet, die mit dem Clan nichts zu tun haben, aber für die aktuellen Konflikte mitverantwortlich sein sollen.“

Der türkische Jugendliche aus Wien, der zusammengeschlagen wurde, sagte die Banden hätten ihm speziell gesagt, dass sie von der 505-Bande seien. Die 505-Banden sind in der Türkei als Drogen- und Schlepperbanden bekannt, so bekannt, dass sie in der EU de facto als terroristische Organisation eingestuft werden sollten.

60 Jahre Arbeit und Tränen

Die Gastarbeiter:innen aus der Türkei haben seit 60 Jahren sehr viel Schweiß, Arbeit,  Tränen und Liebe in dieses Wien gesteckt und haben genug mit kulturellem Rassismus zu tun. Wir wissen, dass diese Banden, meist Jugendliche aus muslimischen Ländern, mit solchen Taten vor allem den in Wien lebenden de facto einheimischen Migranten aus der Türkei schaden, weil sie angeblich die gleiche Religion haben, auf diese Gemeinsamkeit verzichten wir gerne und wollen nur anständige Bürger:innen der Republik Österreich.

Das geht nicht mehr!

Man will uns diese Bandenfriedenserklärungen schmackhaft machen und bei jeder Aussendung, die eigentlich eine Bandenfriedenserklärung des Rechtsstaates, der Integration der subsidiär Schutzberechtigten , Flüchtlinge oder Asylanten bedeutet, den Ältestenrat der Ausländerbehörde abhängig machen. Je nach Lust und Laune! Das geht nicht mehr! Eine Paralleljustiz auf Bundesebene bzw. in Wien. Wir müssen warnen. Die Menschen, vor allem die Migranten, die seit über 60 Jahren in Österreich leben, wie die Menschen aus der Türkei, stecken ihren Respekt und ihr Vertrauen in den Rechtsstaat und in Regierungen, die hier nur ihre Macht für sich und ihre Freunde erhalten wollen. All das kennen sie aus der Türkei und erleben es live in den sozialen Medien und im türkischsprachigen Fernsehen aus der Türkei.

Die Wiener Türkinnen und Türken wissen es. Wissen es die anderen auch?

Nachdenklich stimmen die Worte von Mustafa K., einem in Wien lebenden Bürger der türkischen Gemeinde, der fragt: „Ist nicht der österreichische Staat und die Wiener Verwaltung schuld an diesen feigen und hinterhältigen Angriffen in Wien, der zivilisiertesten Stadt der Welt, weil sie diese jungen Menschen, die aus Syrien, Afghanistan oder anderen Ländern nach Wien gekommen sind, die alle möglichen Probleme mit Drogen und alle möglichen Probleme haben, weil sie ihnen eine monatliche Sozialhilfe geben und ihnen alle möglichen Gesundheits- und Wohneinrichtungen zur Verfügung stellen, allein auf der Straße lassen?
Diese Nachricht über ein Abkommen zwischen tschetschenischen und syrischen Banden, das angeblich von älteren Männern mit weißen Bärten vermittelt wurde, setzt nicht nur die türkische Gemeinschaft dieser Nachricht und ihren Problemen aus, sondern wirft auch die Frage auf, warum dieser Rechtsstaat diese Menschen auf der Straße lässt und den Einheimischen und den Menschen, die seit Jahren nach Wien einwandern, Probleme bereitet.

Hier die türkische Übersetzung der seltsamen und scheinbar friedlichen Nachricht, die im Standard veröffentlicht wurde:

JUGENDKRIMINALITÄT

„Friedenserklärung“ im Wiener „Bandenkrieg“, Polizei sucht per Fahndung nach Verdächtigen

https://www.derstandard.at/story/3000000231181/gedaempfte-emotionen-im-wiener-bandenkrieg-polizei-sucht-per-fahndung-nach-verdaechtigen

Heftige Reaktionen auf Erdogans Staatstrauertag für Hamas-Führer

0
Warum haben die ZAFER-Partei und die IYI-Partei in der Türkei so heftig auf den Staatstrauertag für den Hamas-Führer Ismail Heniyye am 2. August in der Türkei reagiert?

ANKARA. Der AKP-Vorsitzende und Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat für Freitag, den 2. August, einen nationalen Trauertag wegen der Ermordung des Vorsitzenden des Politbüros der Hamas, Ismail Heniyye, ausgerufen. In einem Beitrag auf seinem Social-Media-Account erklärte Erdogan, dass diese Entscheidung getroffen wurde, um die Unterstützung für die palästinensische Sache und die Solidarität mit den palästinensischen Brüdern zu zeigen.

ZAFER Partei: „Als Zafer Partei akzeptieren wir den nationalen Trauertag nicht“.

Die Presseerklärung der Zafer Partei mit dem Titel „Presseerklärung der Zafer Partei zur Staatstrauer“ beginnt mit den Worten „Als Zafer Partei akzeptieren wir die Erklärung der AKP zur Staatstrauer anlässlich der Ermordung des Hamas Führers nicht“ und fährt wie folgt fort:
„Diese Trauer ist nicht die Trauer der türkischen Nation, sondern die Trauer einer Gruppe fanatischer Ikhwanisten in der Führung der AKP. Die Organisation der Muslimbruderschaft hat der fanatischen Netanjahu-Regierung die Möglichkeit gegeben, den Gazastreifen mit ihrem unberechenbaren Angriff zu zerstören. Indem sich die Muslimbruderschaft im Gegensatz zur Palästinensischen Befreiungsorganisation weigerte, das Existenzrecht Israels anzuerkennen, ermöglichte sie der fanatisch-religiösen israelischen Regierung, das palästinensische Volk in einem Genozid auszulöschen. Angesichts der Tatsache, dass die meisten arabischen Länder und ein großer Teil des palästinensischen Volkes nicht um den Führer der Hamas trauern, ist es eine große Ungerechtigkeit, vom türkischen Volk zu erwarten, dass es um den Führer der Muslimbruderschaft trauert, der auf der Seite des griechisch-zypriotischen Zyperns, Armeniens und der HDP-DEM steht“.

IYI-Partei: „Staatstrauer kann nicht nach der Willkür und Autorität des Präsidenten ausgerufen werden“

Der Vorsitzende der IYI-Partei, Müsavat Dervisoglu, reagierte auf die Ausrufung einer eintägigen Staatstrauer für den Vorsitzenden des Politbüros der Hamas, Ismail Haniyeh, durch Präsident Recep Tayyip Erdoğan. Dervişoğlu: „Staatstrauer kann nicht nach der Willkür und Autorität des Präsidenten ausgerufen werden“.
İYİ-Parteichef Dervişoğlu äußerte sich in seinem Beitrag wie folgt:
„Der Staat hat Bräuche. Staatstrauer kann nicht nach Gutdünken des Präsidenten ausgerufen werden. Das ist eine Zumutung für das türkische Volk und kann nicht hingenommen werden. Die Verwässerung wichtiger Begriffe durch den Staat lehne ich entschieden ab.

Zweiter brutaler Angriff auf zwei türkischsprachige Wiener: Der Rechtsstaat darf nicht zuschauen!

0

„Heute werden in Wien junge Männer und Frauen (Tendenz steigend, Juli 2024) zu Tode geprügelt, weil sie Türkisch sprechen. Wie sicher ist Wien?“, so die Türkische Kulturgemeinde in Österreich in einer APA OTS Meldung mit folgendem Wortlaut:

„Wir leben in Wien und unser Lebensmittelpunkt ist Österreich und wir haben mit dieser Politik und den Geschehnissen im Nahen Osten nichts zu tun und wir können nicht zusehen, wie junge Männer und Frauen auf den Straßen Wiens brutal zusammengeschlagen werden, weil sie Türkisch sprechen.

Wir haben am 02.Juli.2024 gewarnt

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) hat am 02.07.2024 als erste Institution als NGO in Österreich vor Angriffen auf und gegen AustortürkenInnen am Tag (02.07.2024) des EM-Spiels Österreich – Türkei durch bezahlte und unbezahlte Provokateure, die wie Türken aussehen, aber in Wirklichkeit andere rassische und politische Hintergründe aus dem Nahen Osten haben und nach Österreich importiert werden, gewarnt.

Zweiter brutaler Angriff auf türkischsprachige Wiener in einer Woche

 

Leserreporter/ Heute

Leserreporter/ Heute

Leserreporter/ Heute

Laut Heute Zeitung und Wiener Deutsch-Türkisch Sprachige Zeitung handelt es sich um den zweiten Überfall innerhalb einer Woche, über den in den Zeitungen wie folgt berichtet wird und der eigentlich jeden in Wien im Interesse des Zusammenlebens sehr beunruhigen sollte:
„20-Jähriger brutal zusammengeschlagen, weil er Türkisch spricht – Ein Mann (20) ist in der Donaustadt von maskierten Männern überfallen und krankenhausreif geschlagen worden. Es ist bereits der zweite Überfall in dieser Woche: In der Nacht auf Mittwoch wurde in der Wiener Donaustadt erneut ein junger Mann (20) von einer Bande brutal zusammengeschlagen. Die Täter attackierten ihr Opfer sogar mit Messern am Kopf. Es ist nicht die erste Bluttat in den letzten Tagen: Die Gruppe von Männern attackierte den 20-Jährigen mit Schlägen, Tritten und Messerstichen. Einer der Stiche traf ihn sogar am Kopf! „Hier in Wien ist Krieg! Die Polizei muss etwas unternehmen, das wird nicht gut ausgehen“, appelliert der 18-jährige Enes, der am Samstag am selben Ort ebenfalls Opfer einer maskierten Gruppe wurde. Die Vermutung der Opfer: Bei den Tätern könnte es sich um Araber handeln, die der 505-Bande angehören sollen. “

Der Rechtsstaat darf nicht  Beobachten! Wir sind nicht im Taliban-Land!

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) fordert die Wiener Polizei, die Wiener Regierung und die Bundesregierung auf, sofort etwas gegen die rassistischen terroristischen Bandenkriminellen der 505/515 aus Syrien in Wien zu unternehmen, die jetzt innerhalb einer Woche zwei in Wien geborene Wiener Türken mit Masken zu Tode geprügelt haben. Sonst erpressen Sie die ganze Bevölkerung und die Institutionen. Sofort handeln und nicht erst abwarten und zusehen, wie noch mehr Köpfe der jungen WienerInnen in Wien durch Banden eingeschlagen werden.  Man kann das Problem nicht den Imamen oder älteren syrischen, tschechischen oder sonstigen Persönlichkeiten überlassen, was tagelang als Beruhigungspille dargestellt wird, und trotzdem passieren solche de facto „Mordanschläge“ auf zwei Wiener mit türkischen Wurzeln, die nur durch Zufall am Leben geblieben sind Wir sind nicht im Taliban-Land Afghanistan, sondern in der freiheitlich-demokratischen Republik Österreich.Der Rechtsstaat darf nicht zuschauen, sondern muss sofort handeln.

Wer steckt hinter diesen 505/515 syrischen Banden?

Wer steckt hinter diesen 505/515 syrischen Banden, die auf Telegram Chatgruppen bilden und mit Bildern und Videos den Konflikt schüren, wo eine Echokammer entsteht, die wir in der Türkei vor einem Jahr von diesen 505/5015 Terroristen kennen. Diese Kanäle werden von Syrien und von der Türkei aus von syrischen Menschenhändlern, Drogenhändlern und Geheimdiensten kontrolliert, um im Land Unruhe zu stiften.( Mehr Informationen kommen)

Wien wird als Versuchslabor ausgenützt

Österreich und insbesondere Wien werden derzeit als Versuchslabor für diese rassistische Bandenkriminalität aus Syrien missbraucht, die viel mit Drogenhandel, Menschenschmuggel aus Syrien über die Türkei nach Europa und dem Krieg in Syrien zu tun hat, wo auch diverse Geheimdienstaktivitäten ihre Finger im Spiel haben.

Wenn sich hier einige verantwortliche politische und bürokratische Akteure aus diesem Scherbenhaufen unter Muslimen Vorteile für die nächsten Wahlen im Herbst 2024 erhoffen, liegen leider sie völlig falsch und agieren „Zum Nachteil der Republik Österreich“ und gegen die Interessen der BürgerInnen der Republik Österreich.

Vor einem Jahr, im Juli 2023, tauchte 505/515 in der Türkei auf.

Im Juli 2023, also vor einem Jahr, waren die rassistischen 505/515-Gruppen in der Türkei aktiv, die von einigen ExpertInnen in Österreich als BefreiungskämpferInnen bezeichnet werden bzw. auf das Problem vor einem Monat in der Türkei wegen der Vergewaltigung eines Mädchens durch einen illegalen syrischen BürgerInnen und wo die türkische Polizei nichts unternommen hat und die Bevölkerung hier eine große Reaktion gezeigt hat.

Wien wird derzeit als erster Rechtsstaat in der EU als Versuchslabor für diese rassistische Bandenkriminalität aus Syrien missbraucht, die viel mit Drogenhandel, Menschenschmuggel aus Syrien über die Türkei und dem Krieg in Syrien zu tun hat, wo auch diverse Geheimdienstaktivitäten ihre Finger im Spiel haben.

Die Menschen in der Türkei fürchten um ihr Leben wegen der über 13 Millionen illegalen, die unter dem Vorwand des Asyls irgendwo aus Syrien, Afghanistan, Irak, Iran, Indien, Afrika usw. registriert sind.

Die Ereignisse haben wenig mit diesem Vorfall zu tun.

Wer steckt hinter diesen 5005/515 syrisch-arabischen rassistischen Banden, die auf Telegram oder Tritt Chatgruppen bilden und den Konflikt mit Bildern und Videos anheizen, wo eine Echokammer entsteht, wie wir sie vor einem Jahr in der Türkei von diesen 505/5015 Terroristen kannten? Diese Kanäle werden von Syrien und von der Türkei aus von syrischen Menschenhändlern, Drogenhändlern und Geheimdiensten kontrolliert, um im Land Unruhe zu stiften. Wien wird derzeit als erster Rechtsstaat in der EU als Versuchslabor für diese rassistische Bandenkriminalität aus Syrien missbraucht, die viel mit Drogenhandel, Menschenschmuggel aus Syrien über die Türkei und dem Krieg in Syrien zu tun hat, wo auch diverse Geheimdienstaktivitäten ihre Finger im Spiel haben.

Man kann das Problem nicht den Imamen oder älteren Syrischen, Tschetschenische oder sonstigen Persönlichkeiten überlassen, was tagelang als Beruhigungspille verkauft wird, und trotzdem passieren solche de facto „Mordanschläge“ auf zwei Wiener Türken, die nur durch Zufall am Leben geblieben sind.

Der Rechtsstaat darf sich nicht in eine Beobachterrolle drängen lassen, wie es derzeit die Taliban in Afghanistan tun. Wenn sich hier einige verantwortliche politische und bürokratische Akteure aus diesem Scherbenhaufen unter Muslimen Vorteile für die nächsten Wahlen im Herbst 2024 erhoffen, liegen sie völlig falsch und agieren „Zum Nachteil der Republik Österreich“ und gegen die Interessen der BürgerInnen der Republik Österreich.

Wir pauschalisieren hier nicht und es ist uns auch bewusst, dass dies an der falschen Syrien- bzw. Nahostpolitik der Regierung in Ankara liegt, wo hier noch andere kausale Zusammenhänge stecken und überall missbraucht werden.

Die Türkei kennt die Videos seit einem Jahr über die arabisch-rassistische 505/515-Gang, die Drohvideos mit Pistolen, Messern und Äxten verbreitet und de facto eine neue Terrororganisation ist.

Die Bande 515 hat sich unter den Millionen von Asylsuchenden, die in die Türkei kommen, rasch ausgebreitet und rekrutiert weiterhin Mitglieder unter den Syrern im ganzen Land, und das Gleiche tun sie jetzt in Wien als Versuchslabor. Bisher sind sie in der Türkei in Adana, Bursa, Şanlıurfa, Gaziantep, Hatay, Sakarya, Mersin, Ankara und Istanbul organisiert und nun auch in Wien.

Nach vielen offiziellen und seriösen transparenten Informationen versucht die 505/515-Bande, die über Waffen aus Syrien und dem Irak verfügt, die Patrouillen der Grenzsoldaten an der syrischen Grenze zu filmen und diese Informationen an syrische Menschenhändler weiterzuleiten, die sie dann leicht in die Türkei und über die Türkei nach Europa bringen und an die Terrororganisation verkaufen können.

Wir warnen:Die Türkei hat es und jetzt in Österreich hat es auch eine neue terroristische Organisation 505/515 gegeben, die aus Syrien und der Türkei delegiert wurde, die sich derzeit im Schläferzellenmodus befindet und jetzt nur in Wien als Labor ihre Versuche macht. Dieser Terrorismus muss vom Gesetzgeber sofort im Keim erstickt werden.

Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG)“

Griechische Gesundheitsminister: „Es ist durchaus möglich, dass wir eines Nachts mit F-35 nach Ankara kommen.“

0

Griechischer Gesundheitsminister: „Es ist durchaus möglich, dass wir eines Nachts mit F-35 nach Ankara kommen.“

von Birol Kilic, Analysen und Beobachtungen aus Wien, 25.07.2024

Es ist bedauerlich, dass sich die Situation zwischen Griechenland und der Türkei seit dem 20.07.2024 wieder so melodramatisch zugespitzt hat. Aber die griechischen Politiker:innen und die Mehrheit der Medien in Griechenland leben davon. Schade…

Griechen und Türken lieben das Melodramatische. Vor allem das mit „Ich komme an einem unbekannten Abend ohne Verabredung und werde dich…“.

Griechisch-türkische Melodramen

Laut Definition ist das Melodram „eine faszinierende Theater- und Filmform, die starke emotionale Geschichten mit dramatischer Musik zu einem intensiven Erlebnis verbindet. Durch die Betonung von Gefühlen wie Liebe, Eifersucht und Heldentum spricht das Melodram direkt das Herz an und lässt den Zuschauer die Handlung intensiver erleben. “

Aber das Wort „Drama“ ist griechisch, und die Griechen sind in der Geschichte bis heute für ihr „Drama“ bekannt und haben die ganze EU unter Druck gesetzt, weil sie angeblich „Lösegeld“ für ihre Kultur verlangen, die eigentlich „altgriechisch“ war und wenig mit den heutigen Griechen zu tun hat, die eine Mischung aus viel Türkischem, Albanischem, Ägyptischem, Ungarischem und Persischem sind.

Alles orthodox-christlich natürlich, wo ich auch zum Teil in Istanbul in dieser Atmosphäre aufgewachsen bin. Zwischen den Griechen und den Türken gibt es als Menschen kein Problem, wenn man nicht über die Geschichte redet. Jeder sieht den anderen nur halb und sieht das Positive und die Gemeinsamkeiten nicht so sehr, obwohl sie so groß sind.

Es gibt kein Volk, das den Griechen so ähnlich ist wie die Türken und umgekehrt. Sie sind sich sogar zu ähnlich. Man bekommt als türkische Person Angst vor so vielen Ähnlichkeiten und fragt sich immer: „Warum sind wir nicht ein gemeinsames Land…“! Das geht sowieso nicht… Wir müssen lernen zusammen zu leben.

Darum fliehen jetzt alle modernen mittelständigen Bürger:innen aus der Türkei auf die griechischen Inseln, weil die Türkei zu teuer geworden ist und das gleiche gegenüber 30 bis 50 Minuten, weil sie die gleiche Kultur haben, essen und trinken. Die Türkinnen und Türken lassen viel mehr Geld dort, als ein durchschnittlicher Tourist aus einem anderen Land, der mit All-Inclusive-Paketen nach Griechenland kommt. Das sollte man unterstützen.

Was nicht gut ist. Schreiben wir jetzt!

Prof. Dr. Necdet Basa ist einer der wichtigsten Berater des Präsidenten der Türkischen Republik Nordzypern. Ersin Tatar hat als Chefberater in den letzten Wochen anlässlich der Befreiung Nordzyperns von der Türkei am 20. Juli 1974, die sich am 20. Juli 2024 zum 50. Mal jährt, folgendes gesagt: Es gibt kein „bizonales und bikommunales föderales Zypern, sondern zwei getrennte, unabhängige Staaten auf der Grundlage souveräner Gleichheit. Die beiden souveränen Staaten auf Zypern haben keine Souveränität über den anderen. Für die türkische Nation sind rassistische Obsessionen wie die Megalo- und Enosis-Idee inakzeptabel.”

Ich denke, wir sollten jetzt auch die griechische Seite zu Wort kommen lassen bzw. die Entwicklungen der nächsten Tage ab dem 20. Juli 2024 beobachten, damit die deutschsprachigen Leser:innen eine Vorstellung davon bekommen, wie 9 Millionen Griechen, die vor einigen Jahren bankrott gingen und von der EU mit Steuergeldern gerettet wurden hier hinter den Kräften der EU und der USA gegen die Türkei eine Flagge gezeigt haben. Wir sehen hier, dass es ein großes Konfliktpotential gibt, welches der EU nichts Gutes bringen wird. Hier versuchen die USA und Frankreich Fehler aus der Vergangenheit zu wiederholen, durch eisernen Waffenlieferungen an Griechenland (F35 bis andere…) und der Verstärkung des Konfliktpotentials zwischen zwei NATO-Ländern. Dadurch bringen sie Unheil, wie zwischen den Nachbarn Ukraine und Russland.

Aber jetzt muss ich ohne Kommentar die letzten Entwicklungen an Sie weitergeben. In Reaktion auf die Zuspitzung der Debatte nahm der griechische Gesundheitsminister wie folgt Stellung: „Es besteht die Möglichkeit, dass wir eines Nachts mit F-35 nach Ankara kommen.“

Mit welchem Ziel? Aussagen des türkischen Verteidigungsministeriums nicht nachvollziehbar

Nachdem in der griechischen Presse ein Video des türkischen Verteidigungsministeriums mit dem Titel „Ich kann eines Nachts plötzlich kommen“ veröffentlicht wurde, nahm der griechische Gesundheitsminister im Kabinett Andonis Samaras, Spyridon-Adonis Georgiades, Stellung. In seiner Reaktion sagte Georgiades, dass ein Überraschungsangriff auf Ankara mit F-35-Kampfflugzeugen (die ab 2028 von den USA geliefert werden) durchaus eine Option sei. Wir sollten hier auch betonen, dass wir kein Verständnis dafür haben, dass das türkische Vereinigungsministerium (siehe unten) eine solche unterschwellige Botschaft an Griechenland gesendet hat. Das ist nicht gut.

Auch nach dem 50. Jahrestag der Friedensoperation auf Zypern bleibt die Kontroverse zwischen der Türkei und Griechenland über den Kommentar „Wir können eines Nachts plötzlich nach Ankara kommen“ bestehen. Der Kommentar des Verteidigungsministeriums der Republik Türkei „Rufen Sie mich nicht so herzlich an, ich kann eines Nachts plötzlich kommen“ in der Beschreibung des Videos, das vom Verteidigungsministerium zur Feier der Operation von 1974 ausgestrahlt wurde, hat in der griechischen Presse ein breites Echo hervorgerufen.

In seiner Rede vor dem Fernsehsender OPEN sagte Georgiades: „Die wiederholte Verwendung des Ausdrucks ‚plötzlich eines Nachts‘ ist für mich Anlass zur Heiterkeit“.

Ein Flug mit F-35 in die Türkei ist grundsätzlich möglich. Die Frage sei erlaubt, ob Ihnen die jüngsten Ereignisse im Jemen bekannt sind. Unter der Voraussetzung, dass F-35 Kampfflugzeuge zur Verfügung stehen, die nicht vom Radar erfasst werden, wäre ein nächtlicher Abschuss dieser Flugzeuge über Ankara jederzeit möglich. An dieser Stelle sei angemerkt, dass eine solche Handlung seitens der griechischen Regierung nicht beabsichtigt ist. Diese Argumentation steht jedoch in einem gewissen Kontrast zu den Aussagen Erdogans. Wie wollen Sie nachts nach Griechenland einreisen? Mit den Flugzeugen, über die Sie verfügen. Es steht außer Frage, dass die türkische Luftwaffe über begrenzte Kapazitäten verfügt.

Nach dem Kauf der S-400-Abwehrsysteme durch die AKP-Regierung wurde die Türkei sowohl aus dem Hersteller- als auch aus dem Käuferprogramm der NATO ausgeschlossen. Der Ausschluss erfolgte, weil die Türkei zuvor am F-35-Herstellerprogramm teilgenommen hatte. Der Kaufpreis für den F-35 in Höhe von zwei Milliarden US-Dollar wurde von der NATO einbehalten, da die Türkei zuvor am F-35-Herstellerprogramm teilgenommen hatte. In der Folge konzentrierte sich Ankara auf die Beschaffung von F-16-Kampfflugzeugen und Modernisierungspaketen zur Erneuerung der veralteten Flotte, die aus den USA bezogen werden sollten. Im Rahmen des Abkommens wurden 40 F-16 und 79 Modernisierungspakete im Wert von 23 Milliarden US-Dollar geliefert. Die Lieferung der F-16 an die Türkei stand jedoch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des US-Kongresses. Aufgrund der griechischen Lobby im Kongress wurde beschlossen, Griechenland 40 F-35 im Wert von 8,6 Milliarden US-Dollar zu liefern. Griechenland erhielt somit das modernste Modell des Kampfflugzeugs F-35, während die Türkei ein modifiziertes Modell desselben Typs F-16 für 23 Milliarden US-Dollar erhielt.

Am Jahrestag der Friedensoperation auf Zypern ist die Kontroverse zwischen der Türkei und Griechenland, die sich in der provokativen Formulierung „Wir können eines Nachts plötzlich kommen“ manifestiert, nach wie vor ungelöst. In der Beschreibung des Videos, das vom Ministerium für Nationale Verteidigung zur Feier der Operation von 1974 ausgestrahlt wurde, fand der Satz „Ruft mich nicht so herzlich, ich kann eines Nachts plötzlich kommen“ ein breites Echo in der griechischen Presse. In diesem Zusammenhang stelle sich die Frage, ob das Kampfflugzeug KAAN ein adäquater Ersatz für die F-35 sei.

Spyridon-Adonis Georgiades führte in seiner oben erwähntenRede weiter aus, dass die Beschaffung der F-35 sowie der Fregatten zu einer Erhöhung der militärischen Schlagkraft führen würde. Die Beschaffung von F-16 Viper-Kampfflugzeugen würde zu einer Erhöhung der Resilienz führen. „Wir werden eine größere Resilienz haben, wenn wir Verteidigungsbündnisse mit den USA und Frankreich eingehen.”

Die Aussagen des pensionierten Generalleutnants der Luftwaffe, Erdoğan Karakuş, gegenüber der Hürriyet wurden in der griechischen Presse breit diskutiert. „Unsere Verteidigungsindustrie ist deutlich größer als die griechische“, erklärte Karakuş und wies darauf hin, dass die Türkei als Hersteller von UCAVs und Drohnen große Fortschritte bei Luftverteidigungssystemen gemacht habe. Griechenland befinde sich in dieser Hinsicht noch in der Anfangsphase, so Karakuş. Diese Einschätzung basiere auf der Annahme, dass die Türkei jederzeit in der Lage sei, Griechenland anzugreifen. Diese Haltung sei von einer tiefen Angst vor einem türkischen Angriff geprägt. In einem solchen Szenario sei man sich bewusst, dass die türkische Luftwaffe entsprechend reagieren würde.

Die Türkei, so Karakuş, verfüge zwar nicht über die F-35, plane aber, diese Lücke mit dem KAAN zu schließen, der bis 2028 einsatzbereit sein soll. Das Jahr 2028 ist von entscheidender Bedeutung, da Griechenland ab diesem Zeitpunkt voraussichtlich die ersten F-35 aus den USA erhalten wird. Im Falle eines Angriffs auf Athen, so Karakuş, werde Ankara unsichtbar beschossen.

Hier die Reaktionen des griechischen Verteidigungsministers Nikos Dendias

Bereits einige Tage vor dem Jahrestag der Friedensmission hatte der griechische Verteidigungsminister Nikos Dendias erklärt, dass er die schändlichen Feierlichkeiten der türkischen Zyprioten und die seit einem halben Jahrhundert andauernde illegale Präsenz der türkischen Besatzungsarmee auf Zypern aufs Schärfste verurteile. Dendias machte keine neuen oder anderen Aussagen. Dies ist nicht die erste Äußerung eines griechischen Verteidigungsministers.

Erdoğan kritisiert hart

Nach diesen Worten wandte sich Staatspräsident Erdoğan auch an den griechischen Ministerpräsidenten Mitsotakis und sagte, er habe gehört, dass auch dieser in Südzypern sei. Er gehe davon aus, dass Mitsotakis ihn nicht wie Dendias verspotten werde. Eine solche Reaktion sei nicht beabsichtigt. „Wenn man nicht an eine solche Reaktion denkt, braucht man sich keine Sorgen zu machen. Wir machen weiter und gehen unseren Weg“.

Nach seiner Rückkehr nach Zypern äußerte sich Erdoğan gegenüber Journalisten erneut zu Dendias. In seiner Erklärung warnte Erdoğan Premierminister Mitsotakis in einem warnenden Ton: „Es ist bedauerlich, dass der griechische Verteidigungsminister Nikos Dendias Erklärungen abgegeben hat, die offensichtlich in Unkenntnis unseres Treffens mit Premierminister Mitsotakis gemacht wurden. Es gibt keine unverschämtere und unanständigere Äußerung als die Behauptung, die Türken seien dort Besatzer. Es wäre daher angebracht, dass Herr Mitsotakis den Verteidigungsminister in dieser Angelegenheit zur Ordnung ruft.“

Auch der griechische Gesundheitsminister Georgiades hat sich in seiner Stellungnahme im Sender OPEN zum Fall Dendias geäußert: Man kann nicht leugnen, dass die Fortschritte Griechenlands in der Türkei Irritationen hervorrufen. Die Republik Türkei wird in der öffentlichen Wahrnehmung im Allgemeinen mit einer aggressiven Außenpolitik in Verbindung gebracht. Angesichts des jüngsten Vorfalls erscheint die Frage durchaus berechtigt, ob die Regierung in Ankara durch gezielte Provokationen eine Verschlechterung der Beziehungen zu Griechenland anstrebt. Dendias hat in seiner Erklärung keine neuen oder anderen Aussagen über die Haltung der Türkei gemacht.

Fazit

Was wir wirklich brauchen, ist Frieden. Für den Frieden brauchen wir mehr Empathie und in diesem Fall null “Arroganz der Macht” und Chauvinismus. Frieden in der Heimat, Frieden in der Welt!

( Birol Kilic, Analysen und Beobachtungen aus Wien, 25.07.2024)

 

Quellen:

https://youtu.be/zcmvsozn2xg?si=MGQioJtx2A46xHpy

https://einspruch.at/2024/07/21/basa-es-gibt-kein-bizonales-und-bikommunales-foederales-zypern-sondern-zwei-getrennte-und-unabhaengige-staaten-auf-der-grundlage-souveraener-gleichheit/

https://www.facebook.com/photo/?fbid=10219658393930403&set=a.10203901296092805

Makarios: Charismatischer Führer oder Architekt der Katastrophe?
https://einspruch.at/2024/07/16/makarios-charismatischer-fuehrer-oder-architekt-der-katastrophe/

Basa: „Es gibt kein bizonales und bikommunales föderales Zypern, sondern zwei getrennte und unabhängige Staaten auf der Grundlage souveräner Gleichheit“.

0

von Birol Kilic, Analysen und Beobachtungen aus Wien, 21.07.2024

Prof. Dr. Necdet Basa ist einer der wichtigsten Berater des Präsidenten der Türkischen Republik Nordzypern Ersin Tatar als Chefberater.

Er beriet bisher auch den liberalen ehemaligen türkischen Ministerpräsidenten Mesut Yilmaz und war in wichtigen türkischen staatlichen Institutionen tätig, insbesondere im Bereich des Arbeits- und Völkerrechts, lehrt in der Türkei und in Nordzypern als Professor.

Deshalb sollte man die Aussagen von Basas in türkischer Sprache in seinen offenen sozialen Personenmedien über die Türkische Republik Nordzypern bei der gestrigen Feier am 20. Juli genau lesen und die Politik der EU bzw. Transanatlantik überdenken bzw. korrigieren.

Denn die EU ist keine „Insel der Seligen“, sie braucht an ihren Grenzen und in den EU-Ländern, wenn schon nicht Seligen, so doch jedenfalls keine Spannungen und Kriege mehr und keine Ignoranz der anderen Seite (Türkei, Nordzypern), sondern Gleichberechtigung auf Augenhöhe.

„Wie aus dem Paradies vertrieben…“

Außenminister Alexander Schallenberg beantwortete beim Treffen im Außenministerium mit den Mitgliedern der Foreign Press Association in Wien auch die Fragen des Publizisten Birol Kilic.

Was mir nach dem Treffen mit dem Außenminister der Republik Österreich am 1. Juli 2024, also vor genau 20 Tagen, in Erinnerung geblieben ist, sind die Worte des österreichischen Außenministers Alexander Schallenberg: „Nach der Pandemie und dem Ukraine-Russland-Krieg hat Österreich einige wichtige Werte wiederentdeckt: „Zum Beispiel die Mozartkugel. Nach der Pandemie und dem Krieg in der Ukraine fühlen wir uns in Österreich wie aus dem Paradies vertrieben. So viel hat sich verändert. Um diese moralische Unsicherheit und diese Probleme loszuwerden, muss sich der Westen intellektuell und philosophisch mit diesen Problemen auseinandersetzen und seine Beziehungen zu anderen Ländern neu überdenken, nicht von oben herab, sondern auf Augenhöhe, mit viel Empathie“.

Diese Worte stammen von einem erfahrenen österreichischen Diplomaten und Außenminister.

Die Ägäis und das Mittelmeer müssen zu einem Meer des Friedens werden, und es nützt nichts, dass die USA dem griechischen Staat de facto die F35 geschenkt haben, dass die USA hier ihre Unparteilichkeit an den Grenzen zurücknehmen müssen, wo Russland jetzt de facto an der Grenze am Hals der EU steht. Die transatlantischen Kräfte müssen hier auf Zypern und in der Ägäis Frieden schaffen, vor allem gegen Russland und China, bevor es zu spät ist und der Balkan und die EU und die Türkei in einem Sumpf versinken. Das wollen wir nicht.

Deshalb versuche ich, wenn Sie mir gestatten, diese Botschaft des Chefberaters des Präsidenten, die de facto zur Staatsräson geworden ist (Türkei und türkischer Nordzypern), sinngemäß in türkischer Sprache wiederzugeben, ohne an Bedeutung zu verlieren.

Facebook-von Necdet Basa https://www.facebook.com/photo/?fbid=10219658393930403&set=a.10203901296092805

Der Chefberater Necdet Basa von der Türkischen Republik Nordzypern Ersin Tatar beginnt als offenen Brief an die Öffentlichkeit mit einem Bild mit der Türkischen Republik Nordzypern Tatar folgende Botschaft.

Die Zwischenzitate sind von ihm, ich habe sie zum besseren Verständnis hervorgehoben:

Die neue türkische These: „Vision einer Zwei-Staaten-Lösung auf der Grundlage souveräner Gleichheit“.

von Prof. Dr. Necdet Basa, 20.07.2024, Facebook

Liebe Freundinnen und Freunde,

mit dem Bewusstsein und der Verantwortung, die Türkische Republik Nordzypern, die nach einem epischen Existenzkampf um einen hohen Preis errichtet werden konnte, für immer am Leben zu erhalten, hat sie einen historischen Schritt getan, indem sie mit bewundernswerter Entschlossenheit die „Vision einer Zwei-Staaten-Lösung auf der Grundlage souveräner Gleichheit“ als die neue türkische These zur Zypernfrage der Weltöffentlichkeit vorgestellt hat.

„Für die türkische Nation sind rassistische Obsessionen wie die Megalo- und Enosis-Idee inakzeptabel“.

Wir danken allen Personen, Institutionen und Organisationen, insbesondere den Präsidenten der Republik Türkei und der Türkischen Republik Nordzypern, die der Weltöffentlichkeit deutlich gemacht haben, dass das Streben des griechisch-zypriotischen Duos nach absoluter Souveränität im östlichen Mittelmeer und über Zypern mit rassistischen Obsessionen wie der Megalo- und Enosis-Idee für die türkische Nation inakzeptabel ist.

Wir möchten Mustafa Kemal Atatürk und insbesondere in Nordzypern Dr. Fazıl Küçük und Rauf Denkir unsere tiefe Verbundenheit und mit Liebe, Respekt und natürlich mit Dankbarkeit und Barmherzigkeit unserer heiligen Märtyrer gedenken, die dieses heilige Land durch das Vergießen ihres gesegneten Blutes in einem Verteidigungskrieg als Heimat besiegelt haben.

„Es gibt kein „bizonales und bikommunales föderales Zypern, sondern zwei getrennte, unabhängige Staaten auf der Grundlage souveräner Gleichheit“.

Wir feiern den 20. Juli 2024, den Tag des Friedens und der Freiheit seit 50 Jahren in der Türkischen Republik Nordzypern.

Es gibt kein „bizonales und bikommunales föderales Zypern“ mehr, sondern nur noch „ein Abkommen über Freundschaft, Frieden und Zusammenarbeit zwischen zwei getrennten unabhängigen Staaten auf der Grundlage souveräner Gleichheit“…

Kurz gesagt, die Existenz von zwei de facto getrennten souveränen Staaten in Zypern ist heute eine Realität; was fehlt, ist die Tatsache, dass die TRNC international nicht anerkannt wird; dies ist ein vorübergehender Prozess und wird sicherlich überwunden werden.

„Die beiden souveränen Staaten in Zypern haben keine Souveränität über den anderen“.

Bitte bedenken Sie, dass die beiden souveränen Staaten auf Zypern keine Souveränität übereinander haben und auch in Zukunft nicht haben werden und dass es seit 1974, also seit 50 Jahren, kein Massaker an TürkInnen auf der Insel gegeben hat.

Deshalb werden die Republik Türkei und die Türkische Republik Nordzypern als „zwei Staaten und eine Nation“ für immer Hand in Hand, Herz in Herz, mit entschlossenen Schritten in eine Zukunft gehen, von der wir glauben, dass sie hell sein wird.

Unsere Wege sind eins; mögen sie immer offen und strahlend sein. RA.Prof.Dr.Necdet Basa“

Ende…

Was in Zypern bis 1974 geschah, schrieb der große südzypriotische Grieche Prof. Dr. Leonidas Leonidou  unter dem Titel „Makarios: Charismatischer Führer oder Architekt der Katastrophe?“ in der griechischen Zeitung „ekathimerini-com“ in englischer Sprache als Antwort auf den Artikel von Professor Evanthis Hatzivassiliou, der am 8. Februar 2022 in ekathimerini.gr unter dem Titel „Die charismatische Führung von Erzbischof Makarios“ veröffentlicht wurde, beschrieben.

Es lohnt sich zu lesen, warum Prof. Dr. Necdet Basa und die Türken in Nordzypern und in der Türkei eine solche Haltung einnehmen. Wir brauchen wirklich Frieden. Für den Frieden brauchen wir mehr Empathie und in diesem Fall null „Arroganz der Macht“  und Schovanismus.  „Frieden in der Heimat, Frieden in der Welt…“( von Birol Kilic, Analysen und Beobachtungen aus Wien, 21.07.2024)

Quellen:

https://www.facebook.com/photo/?fbid=10219658393930403&set=a.10203901296092805

Makarios: Charismatischer Führer oder Architekt der Katastrophe?
https://einspruch.at/2024/07/16/makarios-charismatischer-fuehrer-oder-architekt-der-katastrophe/

Wer ist Necdet Basa?

Prof. Dr. Necdet Basa, (5. Mai 1950, Ardeşen, Rize) ehemaliger türkischer Bürokrat und Jurist, Universitätsprofessor.

Er schloss 1971 sein Studium an der juristischen Fakultät der Universität Ankara ab. Er diente als Arbeitsattaché und Arbeitsberater an der Botschaft in Bonn, Deutschland, wo er viele Jahre verbrachte. Außerdem war er als Lehrbeauftragter an der Universität Köln tätig. Zwischen dem 13. September 1991 und dem 29. Januar 1992 war er Unterstaatssekretär im Ministerium für Arbeit und Soziale Sicherheit und 1991 Chefberater von Premierminister Mesut Yılmaz. Necdet Basa war von Januar 1996 bis Oktober 1997 Generalsekretär der Großen Nationalversammlung der Türkei (TBMM), von 1996 bis 2000 Mitglied des Rates für Hochschulbildung (YÖK) und arbeitete kurzzeitig in der Verwaltung der Demokratischen Partei. Er ist verheiratet und Vater eines Kindes.

Viele Jahre lang war er Chefberater des Präsidenten der türkischen Anwaltskammer in Ankara. Heute ist er Berater des Präsidenten der türkischen Republik Nordzypern, Ersin Tatar, und Universitätsprofessor.

 

Makarios: Charismatischer Führer oder Architekt der Katastrophe?

0

STELLUNGNAHME

von Leonidas Leonidou

Eine Antwort auf den Artikel von Professor Evanthis Hatzivassiliou, der am 8. Februar 2022 in ekathimerini.gr unter dem Titel „Die charismatische Führung von Erzbischof Makarios“ veröffentlicht wurde.

Es lässt sich nicht leugnen, dass Erzbischof Makarios III. der populärste Führer in der Geschichte des zyprischen Volkes war und dass seine Anwesenheit jahrzehntelang die Lage des Volkes beherrschte und seine Entscheidungen für seine Zukunft entscheidend waren. Mit seiner Wahl zum Erzbischof im Jahr 1950 übernahm Makarios eine große Verantwortung, nämlich den Kampf für die Vereinigung mit Griechenland (Enosis). Diese Kampagne, die vom ersten Gouverneur Griechenlands, Ioannis Kapodistrias, in seiner öffentlichen Erklärung vom Oktober 1827 eingeleitet worden war, wurde von den griechischen Zyprioten, der Mehrheit der Insel, nach und nach mit immer größerem Nachdruck fortgesetzt. In der Zwischenzeit ereigneten sich wichtige Ereignisse, die sich auf ihre Sache auswirkten: die Übertragung der Verwaltung Zyperns durch den Sultan an Großbritannien im Jahr 1878, die Annexion Zyperns durch Großbritannien im Jahr 1914, der Vertrag von Lausanne im Jahr 1923 – gemäß seinem Artikel 20 „verzichtet die Türkei auf jedes Recht auf Zypern“ -, die offizielle Erklärung Zyperns zur britischen Kolonie im Jahr 1925 und zwei Weltkriege.

Die Griechen Zyperns forderten die Enosis mit Memos und Delegationen in London und anderswo, mit Demonstrationen, Protesten und Streiks, aber ohne Erfolg, denn die stereotype Antwort der britischen Behörden ab 1919 lautete: Die Zypernfrage ist abgeschlossen.

Der neue Erzbischof, der das Erbe und die Tradition seiner Vorgänger übernommen hatte, trug auf seinen Schultern drei Volksabstimmungen für die Enosis (1921, 1931 und 1950) und eine antikoloniale Bewegung im Oktober 1931, bei der vier griechisch-zyprische Demonstranten ihr Leben verloren, Dutzende ins Exil gingen und Hunderte inhaftiert wurden. Für das Ideal der Enosis, für das Makarios selbst viermal einen Eid ablegte, führte er von 1950 bis 1954 eine internationale Kampagne. Bei seinen politischen Überlegungen standen ihm drei internationale Instrumente zur Verfügung, die für die Zypernfrage von entscheidender Bedeutung waren: (i) die Atlantik-Charta, eine gemeinsame Erklärung der USA (Präsident Franklin D. Roosevelt) und Großbritanniens (Premierminister Winston Churchill) vom 14. August 1941, in der sich beide Länder verpflichten, das Recht der Völker auf Selbstbestimmung und Selbstverwaltung zu achten; (ii) die 1945 ratifizierte UN-Charta, in deren Kapitel 1, Artikel 1, Teil 2 es heißt: „Die Entwicklung der Beziehungen zwischen den Nationen auf der Grundlage der Achtung des Grundsatzes der Gleichberechtigung und der Selbstbestimmung der Völker…“ (iii) die Potomac-Charta vom 29. Juni 1954 zwischen US-Präsident Dwight D. Eisenhower und Churchill, in der die gemeinsamen Grundsätze der anglo-amerikanischen Politik festgelegt wurden: In Artikel III wird das Recht der Völker auf Selbstbestimmung bekräftigt.

Angesichts der festen und unwiderruflichen britischen Entscheidung, Zypern auf unbestimmte Zeit als Kolonie zu behalten, sahen die Zyprioten keine andere Wahl, als einen bewaffneten Kampf unter Oberst Georgios Grivas zu beginnen, der Selbstbestimmung und damit die Vereinigung mit Griechenland forderte. Nachdem seine Gespräche mit Feldmarschall Sir John Harding Anfang März 1956 gescheitert waren, wurde Makarios mit drei anderen Zyprioten auf die Seychellen verbannt.

Von da an war eine Reihe katastrophaler Ereignisse, die die griechisch-zypriotische Sache untergruben, eine direkte Folge der Fehleinschätzungen und Fehlentscheidungen von Erzbischof Makarios.

Zu Weihnachten 1956, während des Besuchs von Kriton Tornaritis und Derek Pearson auf den Seychellen, um ihn über die Verfassungsvorschläge von Lord Radcliffe zu unterrichten, begann Makarios, trotz der heftigen Einwände seiner drei Mitstreiter, über die Aufgabe des Kampfes um Selbstbestimmung nachzudenken. Mit seiner Entlassung von den Seychellen und seiner Niederlassung in Athen im März 1957 gab Makarios die Selbstbestimmung um der Unabhängigkeit willen auf, ohne sich mit den am Kampf Beteiligten oder seinem Volk zu beraten und ohne eine Gegenleistung für dieses Zugeständnis zu erhalten. Ohne die griechische Regierung zu informieren, schlug er in öffentlichen Erklärungen (1957 gegenüber der New York Times und 1958 gegenüber Barbara Castle) die Unabhängigkeit als Lösung vor, eine ganz persönliche Entscheidung, ohne Mandat oder Konsultation des Volkes, und gab damit eine 120-jährige Kampagne auf.

Darüber hinaus versuchte Makarios im Februar 1958 in Athen, die Behandlung der Zypernfrage durch die griechische Regierung zu umgehen, indem er bei der türkischen Botschaft ein Visum beantragte, um allein nach Ankara zu reisen und direkte Gespräche mit der türkischen Regierung zu führen. Die britischen Diplomaten, die sofort von den Türken informiert wurden, setzten sich mit dem griechischen Außenminister in Verbindung, der nichts davon wusste, aber gleichzeitig Makarios‘ Vorgehen als eine gespaltene griechische Front und Makarios‘ offizielle Anerkennung der Rechte der Türkei auf Zypern interpretierte.

Mit der Ratifizierung der Abkommen von London und Zürich, die Makarios unterzeichnete, wurde nicht nur ein undemokratisches Regime geschaffen, sondern auch ein politisches System eingeführt, das den Keim der Spaltung in sich trug, den Zyprioten das Recht verweigerte, in einem Referendum über ihre Zukunft zu entscheiden, die ständige militärische Präsenz der Türkei auf Zypern zuließ und zwei große britische Militärstützpunkte vorsah. Ob Makarios diese Abkommen aus freien Stücken oder unter britischer Erpressung in Bezug auf sein persönliches Leben unterzeichnete, ist irrelevant. Sie bedeuteten eine politische Niederlage für die griechische Seite, und Makarios war der Anstifter dazu. Und das zu einem Zeitpunkt, als der Kampf der EOKA die Herrschaft der Briten über die Insel unmöglich machte und nur durch Inhaftierungen ohne Gerichtsverfahren, Konzentrationslager, Erhängungen, Menschenrechtsverletzungen und Ausgangssperren fortgesetzt werden konnte. Makarios stellte dieses unzureichende Ergebnis trotz des Widerstands seiner Berater als politischen Sieg dar und führte damit sein Volk entschieden in die Irre.

In der Folgezeit schätzte Makarios als Oberhaupt eines neu gebildeten Kleinstaates den geopolitischen Einfluss der Bewegung der Blockfreien, der Zypern beitrat, erneut falsch ein. Das Konsortium konnte ihm weder wirksame politische Unterstützung noch den militärischen Schutz bieten, den er dringend benötigte.

1963 wusste Makarios von den türkischen Separatismusabsichten und den militärischen Vorbereitungen auf der Insel, während US-Präsident John F. Kennedy, der griechische Premierminister Konstantinos Karamanlis und dessen türkischer Amtskollege Ismet Inonu ihn davor warnten, Verfassungsänderungen vorzunehmen. All dies ignorierend, traf er die nächste katastrophale politische Entscheidung. Makarios reichte einseitig Verfassungsänderungen ein, und zwar zu einem Zeitpunkt, als Kennedy tot, Griechenland ohne Regierung und Inonu innenpolitisch in der Türke in ernsten Schwierigkeiten war. Das Ergebnis dieses katastrophalen politischen Schachzugs war die Teilung Nikosias und anderer Städte, die Zersplitterung des restlichen Zyperns mit der Schaffung von 32 türkisch kontrollierten Zonen, der Zusammenbruch seiner Regierung und der Beginn eines blutigen bewaffneten Konflikts zwischen den Gemeinden.

Nach den von ihm verursachten Unruhen unternahm Makarios im Januar 1964 einen weiteren verhängnisvollen politischen Versuch, indem er allen UN-Mitgliedsstaaten, mit Ausnahme der drei Garantiemächte Griechenland, Großbritannien und Türkei, ankündigte, den Garantievertrag, den er mit seiner Unterschrift ratifiziert hatte, einseitig aufzuheben! Der britische Staatssekretär, der sich zufällig in Zypern aufhielt, hat ihn im letzten Moment daran gehindert. Makarios gefährlichster politischer Schachzug war jedoch im selben Monat sein Versuch, die Sowjetunion in die Zypernfrage einzubeziehen. Makarios, ein unerfahrener politischer Neuling auf der internationalen Bühne, versuchte auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges ein gefährliches politisches Spiel zwischen den beiden Supermächten, das sich als politischer Selbstmord erwies.

In den folgenden Monaten wurde Zypern mit der Einrichtung der Nationalgarde und dem Eintreffen griechischer Truppen und Waffen militärisch gestärkt. Im August 1964 verschlimmerte Makarios die Situation mit einem weiteren politischen Schachzug. Um die Vermittlungsgespräche von Dean Acheson mit Griechenland und der Türkei zu torpedieren, besuchte er Ägypten und bat Gamal Abdel Nasser um Waffen und Raketensysteme, die dieser aus Angst vor den politischen Folgen nicht herausgeben wollte. Dies erzürnte die Amerikaner, die Makarios als den Fidel Castro des Mittelmeers und Zypern als das Kuba des Mittelmeers bezeichneten. Innerhalb von drei Jahren nach seinem Amtsantritt als Präsident Zyperns schuf er sich erbitterte, allmächtige Feinde.

Am 22. August 1964, nach dem Scheitern der Bemühungen Achesons und seiner Konsultationen in Genf, torpedierte Makarios eine einmalige Gelegenheit, die „sofortige Enosis“ mit Griechenland nach amerikanischem Plan herbeizuführen. Während der griechische Kronrat (König Konstantin II., Premierminister George Papandreou, die Verteidigungs- und Außenminister sowie die Oppositionsführer) einstimmig beschloss, den geheimen amerikanischen Vorschlag umzusetzen, führte Makarios zeitraubende Gespräche mit dem griechischen Verteidigungsminister Petros Garoufalias, während Vasos Lyssaridis und Andreas Papandreou den griechischen Premierminister überredeten, auf diese einmalige Chance zu verzichten.

Von 1964 bis 1967 führten alle Pro-Makarios-Medien einen rücksichtslosen Krieg gegen die griechischen Offiziere der Nationalgarde und die Männer der griechischen Division, die sich auf Zypern befanden, um es gegen die drohende türkische Invasion zu verteidigen und, wenn nötig, ihr Leben zu geben. Diese Kampagne beunruhigte George Papandreou sehr und er finanzierte die Verbreitung einer Zeitung, um ihr entgegenzuwirken.

1967 entschied sich Makarios für eine militärische Konfrontation mit den türkischen Zyprioten in Kofinou und bestand auf dem Einsatz der Nationalgarde mit dem geheimen Ziel, die griechische Division und Grivas aus Zypern zu vertreiben. In Zusammenarbeit mit General Grigorios Spantidakis, dem königstreuen Mitglied der griechischen Junta, der Verteidigungsminister und Generalstabschef war, arbeitete Makarios während dessen Besuch auf Zypern im Oktober 1967 die Einzelheiten des Kofinou-Plans aus. Parallel zu diesem Plan wurde ein Anschlag auf das Leben von Grivas verübt, indem das Flugzeug, mit dem er von Athen nach Nikosia reisen sollte, in die Luft gesprengt wurde, wobei 66 unschuldige Passagiere ums Leben kamen, während die Türkei heimlich den türkischen Führer Rauf Denktasch nach Zypern schickte, um die Führung der Türken im Kanton Kofinou-Agios Theodoros zu übernehmen. Er landete stattdessen in Agios Theodoros Famagusta und wurde verhaftet. Makarios gelang es mit den Operationen von Kofinou, die er eifrig verfolgte, eine politische Krise herbeizuführen, die er anstrebte, und gleichzeitig sowohl die internationale Demütigung Griechenlands als auch die Auflösung des Verteidigungsschildes der Insel zu erreichen, ohne sich um die Folgen zu kümmern. Die Militärregierung rief General Grivas nach Athen zurück und zog die griechische Division aus Zypern ab.

Makarios erkannte nicht, dass durch die Auflösung der Verteidigungsanlagen Zyperns, die unter großen finanziellen und politischen Kosten für Griechenland und mit harter Arbeit der Jugend der Insel aufgebaut worden waren, eine militärische Invasion der Türkei zur Durchsetzung der Teilung der Insel nur noch eine Frage der Zeit und eine wesentlich leichtere Aufgabe war.

Als absoluter Monarch Zyperns trägt Makarios die Hauptverantwortung für die innere Situation ab 1960. In seinen Händen konzentrierte sich nicht nur die Exekutive, sondern auch die Legislative, ohne dass er eine Infragestellung seines Urteils und seiner Entscheidungen duldete. Die Mentalität von Makarios und seinen Anhängern, dass alle, die nicht mit ihm übereinstimmten, Landesverräter und gefährlich für den zyprischen Staat waren, rief natürlich Reaktionen hervor. Jede Stimme und jede Bewegung gegen sein Regime musste unterdrückt werden. Während der Herrschaft von Makarios wurden auf Zypern Journalisten entführt und verprügelt, Andersdenkende inhaftiert und ermordet. Zwei Tage nach der brutalen Ermordung von zwei jungen Männern und ehemaligen EOKA-Kämpfern am 16. August 1961 wusste Makarios, dass einer seiner Minister der Anstifter dieses schrecklichen Verbrechens war, und er kannte auch die Identität der Mörder. Anstatt sie vor Gericht zu stellen, bot er ihnen Deckung an, was ein Jahr später zu einer weiteren Hinrichtung eines 22-jährigen Gegners von Makarios führte.

Solange Makarios lebte, wagte es keiner seiner Anhänger, die Richtigkeit seiner Gedanken, Entscheidungen und Handlungen in Frage zu stellen. Als absoluter Despot der Medien unterzog er sowohl die Staatsbediensteten als auch die breite Öffentlichkeit einer Gehirnwäsche. Wer eine andere Meinung hatte und es wagte, sie zu äußern, musste mit Verfolgung, allgemeiner Verachtung und Missbilligung, Drohungen gegen das eigene Leben, Entlassung aus dem Dienst und in einigen Fällen sogar mit strafrechtlicher Verfolgung rechnen. Der Name von Makarios musste um jeden Preis geschützt werden, nicht nur zu seinen Lebzeiten, sondern auch nach seinem Tod. Während seiner Präsidentschaft im Jahr 1967 wurde das autoritäre Gesetz zur „Beleidigung des Staatsoberhauptes“ verabschiedet. Artikel 46A des Strafgesetzbuches sah eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren für jeden vor, der es wagte, sich kritisch über den Staatspräsidenten Makarios zu äußern. Und dieses Gesetz galt nicht nur während der Amtszeit des Präsidenten, sondern auch nach seinem Rücktritt vom Amt und sogar nach seinem Tod. Solche Gesetze gibt es nur in totalitären und diktatorischen Regimen, und dennoch war dieses undemokratische Gesetz auch fast vier Jahrzehnte nach seinem Tod noch in Kraft.

Am 7. November 1973 wurde der Bericht der Internationalen Juristenkommission veröffentlicht, die im August ihren Vorsitzenden, den britischen Kronanwalt Jeffrey Garrett, nach Zypern entsandt hatte, um die Vorwürfe der Misshandlung politischer Gefangener durch die Polizei zu untersuchen. Die allgemeinen Schlussfolgerungen des Garrett-Berichts laufen auf eine Verurteilung des Makarios-Regimes hinaus: 1) Angehörige der Sicherheitskräfte verübten Gewalttaten und Einschüchterungsversuche gegen Verdächtige. Als Beispiele für Misshandlungen werden Schläge, Zigarettenverbrennungen, Hinrichtungsdrohungen und Autobombenanschläge angeführt. 2) Die Mittel zur Untersuchung von Klagen gegen diese Kräfte waren unzureichend und ineffektiv. 3) Die Sicherheitskräfte sollten einer strengeren Kontrolle und Disziplin unterworfen werden. 4) Die gerichtlichen Verfahren, die den Bürgern zur Verteidigung ihrer Rechte zur Verfügung stehen, müssen verbessert werden.

Schwerwiegende Fehleinschätzungen und politische Entscheidungen Makarios‘ gingen dem Staatsstreich von 1974 gegen ihn voraus: a) Da er aufgrund von Geheimdienstinformationen und Ereignissen wie denen am Athener Polytechnikum wusste, dass Dimitrios Ioannidis und andere Militärs in Griechenland rücksichtslos waren, riskierte er einen offenen Konflikt mit ihnen. Er verschärfte die Spannungen weiter, indem er mit seinem Brief an den Präsidenten Phaedon Gizikis versuchte, die Junta öffentlich zu demütigen. b) Bereits am Freitag, dem 13. Juli 1974, wusste er aus einem Brief des Geschäftsmannes Kostas Maglis, der von Nikos Kranidiotis übermittelt wurde, dass die Junta am Montag, dem 15. Juli, einen Staatsstreich gegen ihn durchführen würde, beschloss jedoch, wie schon im Februar 1972, keine Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.

Sein Verhalten nach dem Staatsstreich, als es ihm nur um seine Rückkehr an die Macht ging, war für Zypern katastrophal. Am 17. Juli befürwortete Makarios bei seinen Beratungen in London mit Premierminister Harold Wilson und Außenminister James Callaghan eine „begrenzte“ Militäroperation der Türkei, in der Illusion, dass sie ihn wieder an die Macht bringen würde. Seine öffentlichen Erklärungen in London und seine Rede vor dem UN-Sicherheitsrat am 19. Juli bildeten die rechtliche Grundlage für die türkische Invasion. Am 17. Juli 1974 gewannen die Briten das politische Spiel, indem sie die Durchführung der Invasion und die Umsetzung der Teilung den Türken überließen.

Das von Wilson und Callaghan veranstaltete Arbeitsessen zu Ehren von Bülent Ecevit und der ihn begleitenden großen türkischen Delegation an diesem Abend besiegelte den Beginn der Umsetzung dieses Plans. Natürlich wäre es naiv zu behaupten, die Türken hätten die Invasion und Teilung Zyperns zwischen dem 17. und 20. Juli 1974 geplant. Makarios war davon überzeugt, dass die Türken ihn wieder an die Macht bringen würden, und sagte zu Callaghan: „Ich glaube, die Türken ziehen mich [Nikos] Sampson vor“. Der Höhepunkt dieses Wahns war seine Rede vor den Vereinten Nationen, die er laut Protokoll auch mit dem britischen Premierminister besprach. Die beiden tragischen Punkte dieser Rede, über die jahrelang der Mantel des Schweigens gebreitet wurde, waren: a) Makarios wiederholte mehrmals, dass die Junta in Zypern einmarschiert sei, und b) dass nicht nur die griechischen Zyprioten, sondern auch die türkischen Zyprioten durch das neue Regime in Gefahr seien. Natürlich hielten die Türken ihr Versprechen und holten Makarios zurück, aber in einem gewaltsam geteilten Zypern, das zu 38 % von der Armee kontrolliert wird, mit Tausenden von Toten und Vermissten und fast 200.000 Flüchtlingen.

Die tragische Erkenntnis aus der ganzen Angelegenheit ist folgende: Zypern und Griechenland verfügten von 1950 bis 1974 nicht über Politiker (mit der möglichen Ausnahme des alten George Papandreou), die mit der politischen und diplomatischen Macht Großbritanniens und der Türkei umgehen konnten. Die politische Unzulänglichkeit von Makarios und den damaligen griechischen Politikern beschränkte sich nicht auf die Tatsache, dass sie nicht in der Lage zu sein schienen, die gerechte und demokratische Forderung nach Selbstbestimmung zu einem Zeitpunkt zu erheben, als die Türkei durch den Vertrag von Lausanne 1923 auf alle ihre Rechte über Zypern verzichtet hatte. Im Gegenteil, sie waren nicht in der Lage, einen rassistischen, antidemokratischen, ungerechten und unmenschlichen Teilungsplan zu verhindern, der 1956 aufkam und schließlich im Juli 1974 in Kraft trat.

Für diese tragischen Tatsachen trägt Makarios als einziger politischer und kirchlicher Führer und Herr über die inneren und äußeren Angelegenheiten Zyperns von 1950 bis zu seinem Tod die Hauptverantwortung. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die oben genannten Ereignisse auf einen Mangel an angemessener politischer Einschätzung und Scharfsinn hinweisen, der Makarios zu katastrophalen Entscheidungen verleitete, die katastrophale Folgen für sein Volk hatten.

Letztendlich wird die Geschichte Makarios nicht nach dem Umfang, der Höhe und der Anzahl seiner Statuen beurteilen, sondern nach seinen Leistungen, die für sein Volk katastrophal waren.

Leonidas Leonidou ist Autorin, Forscherin und Biografin von General Grivas und lebt in London.

Quelle:

Makarios: Charismatic leader or architect of catastrophe?

von Leonidas Leonidou

https://www.ekathimerini.com/opinion/1178583/makarios-charismatic-leader-or-architect-of-catastrophe/

Merih bricht mit deutscher Tradition: Schweigefuchs wegen Ähnlichkeit mit Wolfgruß verboten

0

BREMEN. Während das Echo auf den Torjubel des türkischen Fußballnationalspielers Merih Demiral mit dem „Wolfgruß“ (türkisch: Bozkurt) anhält, ist in Deutschland eine Entscheidung gefallen. In Bremen wurde das Schild „Stiller Fuchs“, mit dem seit Jahren lärmende Kinder an Schulen gewarnt werden, wegen seiner Ähnlichkeit mit dem „Wolfgruß“ verboten.Der „Wolfsgruß“  wurde zur Skandalgeste der Fußball-EM. Als Konsequenz wird nun offenbar ein vermeintlich harmloses Handzeichen aus den Bremer Klassenzimmern verbannt. Der Grund: die Verwechslungsgefahr.

Das Zeichen „Stiller Fuchs“, das in Deutschland seit Jahren zur Warnung vor lärmenden Kindern in Kindergärten und Schulen verwendet wird und dem Zeichen „Grauer Wolf“ ähnelt, ist verboten worden.

Wie The Guardian berichtet, wurde bekannt gegeben, dass das Zeichen, mit dem Lehrer und Erzieher Kinder und Schüler vor Lärm warnen, indem sie Mittel- und Ringfinger mit dem Daumen verbinden und Zeigefinger und kleinen Finger nach oben strecken, im deutschen Bundesland Bremen nicht mehr verwendet werden darf, da es mit dem Bozkurt-Zeichen verwechselt werden könne und nicht mehr zeitgemäß sei.

Es wurde auch erklärt, dass deutsche Familien in Bremen seit langem fordern, die Verwendung dieses Zeichens zu beenden. Das Verbot in Bremen deutet auf eine breitere Debatte in Deutschland hin. Stefan Düll, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, rief in der vergangenen Woche Grundschul- und Kindergartenlehrer zu mehr Sensibilität im Umgang mit dem Zeichen auf. Es gibt andere Wege, Kinder zur Ruhe zu bringen“, sagte Düll.

MERİH DEMİRALS FREUDE MACHTE NACHRICHTEN
Nationalspieler Merih Demiral wurde von der UEFA wegen unsportlichen Verhaltens für zwei Spiele gesperrt, nachdem eine Kontroverse um das „Wolfgruß“-Zeichen beim Torjubel entbrannt war.

Das Österreichbild in der Türkei

0

Das Österreichbild in der Türkei

Der Artikel „Das Österreichbild in der Türkei” wurde im Jahre 1998 von Birol Kilic für das Bundeskanzleramt und den österreichischen Bundeskanzleramt-Bundespressedienst Austria Feature Service verfasst und über die österreichischen Botschaften in der Welt, in deutscher und englischer Sprache, in tausenden Exemplaren kostenlos verteilt.

Aus der Redaktion der "Türkischen Allgemeinen
Aus der Redaktion der „Türkischen Allgemeinen“

Die „Türkische Allgemeine” veröffentlicht im Jahr 1998 ( vor 26 Jahren) erschienene Artikel mit dem Titel „Das Österreichbild in der Türkei” von Birol Kilic erneut. Dies erfolgt vor dem Hintergrund einer signifikanten Veränderung der Umstände, welche sich auch in den Bildern widerspiegelt.

von Birol Kilic, Wien, 02.03.1998

„Eine Tasse Kaffee gewinnt das Herz für vierzig Jahre“ ( Bir fincan kahvenin kırk yıl hatırı vardır), sagt ein türkisches Sprichwort. Menschen zu verstehen beginnt mit gutem Zuhören, und wo kann man besser reden als bei einer dampfenden Tasse Kaffee. Wer mich zu einer Tasse Kaffee einlädt, nimmt sich Zeit für mich.

Das ist die Besonderheit des guten österreichischen Kaffeehauses, das mit einem Glas Kultur genau aus der Türkei kommt.

In der Innenstadt von Istanbul findet sich ein detailgetreu nachgebautes Wiener Kaffeehaus mit echtem Wiener Kaffee und frischen Wiener Mehlspeisen. Zum Milchkaffee sagen die trendbewussten jungen Türken bereits allgemein „Melange“. Der Wiener Kaffee ist in sein Ursprungsland zurückgekehrt. Die Türken empfinden die Österreichische Mentalität als nahestehend. Fleiß, Ehrlichkeit und Höflichkeit sind gemeinsame Tugenden und besonders letzteres hebt die Österreicher in den Augen der Türken wohltuend von den „trockeneren“ Deutschen ab. Österreicher werden als geduldig, flexibel und sensibel charakterisiert, als traditions- und kulturbewusst.

Deutsch ist die zweite erlernte Fremdsprache nach Englisch und ermöglicht den Gebildeteren daher eine problemlose Kommunikation mit Österreichern. Trotz der gemeinsamen Sprache wird Österreich nie mit Deutschland verwechselt, sondern besitzt im Bewusstsein der Türken eine ganz eigenständige Identität. Es ist chic, in Österreich den Urlaub zu verbringen, einen Wientrip zu unternehmen oder Ski zu fahren und – wer es sich leisten kann – sein Kind in Österreich studieren zu lassen. Die typIschen Klischees haben auch vor den Türken nicht halt gemacht.

Das Österreichbild ist im Wesentlichen geprägt von den kulturellen und touristischen Leistungen Österreichs und hier besonders der Hauptstadt. Legt man Türken ein Photo eines Wiener Kaffeehauses vor, ordnen fast 60% das Sujet Österreich zu. 90% verbinden eine Ballnacht mit Österreich und im Frühjahr veranstaltet das Istanbuler Swiss-Hotel jährlich einen türkischen Opernball. Etwa 85% denken bei der Aussage „Berühmt für seine Kultur“ an Österreich. 80% erkennen sogar die Skyline des Kunsthistorischen Museums in Wien. Die Musik von Mozart und Strauß ist in der Türkei sehr bekannt und kann als der wichtigste Botschafter bis in alle Winkel des Landes angesehen werden. Auch die Sisi – Thematik im türkischen TV sorgt für emotionale Parteiname und Identifikationen. Auf die Tradition von Hof und Adel wird auch die in der Türkei nicht gekannte Bedeutsamkeit von Titeln und Akademischen Graden zurückgeführt. Die daraus resultierende Höflichkeit und die verfeinerten Umgangsformen stehen den Türken sehr nahe.

Der freundschaftliche Kontakt kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Das Osmanische Reich und Österreich-Ungarn haben viel gemeinsam. Beide sind ein Vielvölkerstaat und halten intensive Beziehungen. Beide verlieren nach dem Ersten Weltkrieg ihre Größe und ihren Einfluß und suchen nach einer neuen nationalen Identität. Ende des 18. Jahrhunderts finden sich prominente Kooperationen, besonders auf dem Gebiet der Medizin und der Architektur. So entsteht 1839 in Istanbul die erste medizinische Hochschule nach dem Vorbild des Wiener Josephinismus auf Initiative österreichischer Ärzte. Jetzt wird auch der erste türkische Arzneikodex durch den Wiener Arzt Dr. Bernard herausgegeben. Seit 1830 besteht das österreichische Krankenhaus St. Georg in Istanbul. Ursprünglich für die christliche Kolonie konzipiert, erfüllt es heute durch die Betreuung und Behandlung von Armen und Bedürftigen einen wichtigen und verantwortungsvollen Bereich sozialer Arbeit.

1864 wird der Rote Halbmond von dem Wiener Arzt Dr. Karl Hammerschmiedt unter seinem neuen Namen Abduliah Bey gegründet. Derselbe ruft in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts auch das erste Naturhistorische Museum in Istanbul ins Leben. Dazu leistet das Naturhistorische Museum in Wien mit zahlreichen Objekten einen großen Beitrag. Im selben Jahrhundert beginnen österreichische Archäologen unter Leitung von Otto Berndorf mit den wissenschaftlichen Untersuchungen in Ephesos, die mit kriegsbedingten Unterbrechungen bis heute andauern. Die Resultate dieser Forschungen, Ausgrabungen und Restaurierungsarbeiten haben aus dem historischen Ephesos einen hervorragenden Studienort archäologischer Wissenschaft gemacht und den Fremdenverkehr bereichert. Auch die architektonisch gelungene Überdachung der Ausgrabungsstelle wurde von Österreichern entworfen. Im Jahre 1915 wird übrigens am Palandöken bei Erzurum der erste Schikurs für das Osmanische Heer von Österreichischen Unteroffizieren durchgeführt.

Ob Zufall oder nicht – Palandöken ist heute das wichtigste Schigebiet in der östlichen Türkei. Ebenfalls in das Ende des vorigen Jahrhunderts fällt die Gründung der österreichischen Schule St. Georg in Istanbul im Jahre 1882, die ursprünglich Kinder österreichischer und deutscher Kolonien unterrichtet hatte. Seit dem Ende des 1. Weltkrieges wird sie vor allem von türkischen Kindern besucht. Heute ist das St. Georgs-Kolleg eine der gefragtesten und beliebtesten Auslandsschulen in der Türkei. Während des 1. Weltkrieges, 1916, entsteht das erste Atatürk-Portrait von Wilhelm Krausz. Die Deutschmeister konzentrierten zwei Sommer hindurch im berühmten Pera-Palast. Mit der Universitätsreform 1933 und wegen der politischen und rassistischen Vertreibungen kommen eine Reihe von hervorragenden Wissenschaftlern und Künstlern in die Türkei.

Bekannt ist vor allem der Architekt Clemens Holzmeister, der durch seine Bauten in Ankara (Parlament, Staatspräsidentenpalast, Regierungsviertel, österreichische Botschaft) und durch seine Lehrtätigkeit an der TU-Istanbul bis 1951 zu Weltruhm gelangte. Eine Reihe hervorstechender türkischer Architekten entstammen seiner Schule. In den 60er Jahren lehrt der berühmte Vertreter der Wiener Schule des phantastischen Realismus, Anton Lehmden, an der Akademie für angewandte Kunst in Istanbul. 1963 wird das österreichische Kulturinstitut in Istanbul gegründet, womit der hohe Stellenwert der österreichischen Außenkulturpolitik gegenüber der Türkei zum Ausdruck gebracht wurde. Dieses Institut bietet von Musik über Ausstellungen bis zur Wissenschaft ein reichhaltiges Programm.

Allein 1995 wurden 108 Veranstaltungen an 63 Orten rund 160.000 Besuchern nahegebracht. Mit der Umwandlung der türkischen Wirtschaft in eine Marktwirtschaft in den 80er Jahren wird die Türkei für österreichische Unternehmen zunehmend interessant. Es entwickeln sich bis heute andauernde Geschäftsbeziehungen zwischen den beiden Ländern. Obwohl diese Beziehungen sich im Laufe der Zeit verbessert haben, sind die Möglichkeiten noch immer nicht ausgeschöpft. In den letzten Jahren aber zeigt sich eine starke Tendenz, das Potential zu erkennen und Marktchancen wahrzunehmen. Die größten Investoren in der Türkei stammen aus der EU und hier spielt besonders Deutschland mit 200 Investitionsbewilligungen eine große Rolle. Das Gesamtvolumen an Investitionen Deutschlands lag 1995 bei 392 Mio. US$.

Daneben nehmen sich das in der Türkei gebundene österreichische Kapital mit 85 Mio. US$ und elf Investitionsbewilligungen eher bescheiden aus. Eine österreichische Firma hat jedoch die größte ausländische Einzelinvestition in der Türkei verwirklicht. Mit der Beteiligung am Birecik-Wasserkraftwerk haben die Verbundplan und Strabag AG ein Beispiel gesetzt. Die Austrian Energy hat zwei neue Kraftwerkseinheiten in Cayirhan 120 km westlich von Ankara in Betrieb genommen. In den letzten Jahren zeigt sich eine neue Tendenz in der türkischen Unternehmensführung. Bedingt durch bessere Ausbildung und durch Studienaufenthalte im Ausland, hat eine neue Managergeneration gelernt, dass kommunikatives Miteinander bessere Erfolge erzielt, als der autoritäre Führungsstil der älteren Generation. Diese jüngeren türkischen Manager sind hoch motiviert und streben nach Geschäftserfolgen. Sie können besser mit westlichen Geschäftspartnern kommunizieren, sind mutiger, toleranter und entscheidungsfreudiger. Dies hat zu einer größeren Stabilität der türkischen Wirtschaft geführt.

Die Türkei bietet nicht nur einen großen Absatzmarkt, sondern stellt durch ihre geographische und strategische Lage als Brücke zwischen Europa und Asien einen wichtigen Partner dar, durch den sich für österreichische Unternehmen gute Geschäftsmöglichkeiten ergeben. Besonders infolge der Auflösung der Sowjetunion und der Bildung der neuen Republiken, spielt die Türkei durch ihre geographische Nähe zu diesen Märkten und durch ihre engen Geschäftsbeziehungen mit den zentral asiatischen Ländern, eine wichtige Rolle, sowohl auf der politischen als auch auf der wirtschaftlichen Ebene in der Region.

Österreich wird in der Türkel als fortschrittliches EU-Land mit neutraler, stabiler Politik gesehen. Österreicher werden als tolerant und demokratisch empfunden und gelten als vertrauenswürdige Geschäftspartner. Die österreichischen Touristen in der Türkei gelten als freundliche und angenehme Gäste.

Aber auch umgekehrt kommen Türken gerne nach Österreich für einen Kulturtrip oder einen Skiurlaub. Etwa 40% der Türken verbinden mit dem Wort – Winterurlaub“ eine Assoziation zu Österreich und 60% ordnen Österreich den Stichworten „Gutes Essen und Restaurants“ zu. Aber auch die Gastfreundschaft der Österreicher wird besonders geschätzt. 70% der türkischen Hochpreistouristen empfinden Österreich als „Gastfreundlich gegenüber Ausländern“.

Jeder Urlaub geht einmal zu Ende und was bleibt sind Erinnerungen an schöne Tage. Doch jetzt haben Istanbuler die Möglichkeit , ihre Erinnerungen frisch zu halten. Sie gehen in ihr neues Altwiener Kaffeehaus und bestellen eine Wiener Melange zu frischen österreichischen Mehlspeisen. Bir fincan kah-venin kirk yil hatiri vardir – eine Tasse Kaffee gewinnt das Herz für vierzig Jahre.

von Birol Kilic, 1998, Istanbul/Wien